Einsiedeln und die Schwarze Madonna

Kloster Einsiedeln, Schwarze Madonna

Im Jahr 1824 veröffentlichte Heinrich Zschokke das Buch `Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk´. Darin berichtet er von halbwilden Menschen ohne jeden Glauben, die in den finsteren Wäldern um den Zürichsee noch lange Zeit gewohnt haben. In den zahl- reichen Berghöhlen opferten sie ihren Götzen Vieh und Pferde und zum Jahresbeginn, so Zschokke, vertrieben sie böse Geister und Zauberer unter lauten Lärmen, und Schlagen aus ihren Dörfern. Den Frühlingsbeginn aber feierten die Bewohner der finsteren Wälder dann mit großen Freudenfeuern. Das Adjektiv finster hat hier eine vielschichtige Be- deutung. Es beschreibt das mangelnde Licht undurchdringlicher Wälder, wie auch die fehlende Erleuchtung ducrh den Glauben der noch nicht missionierten Bevölkerung. Doch finster hat auch eine Verwandtschaft zu dem von Römern geprägten Begriff Finis terrae. Mit ihm bezeichneten sie all jene Gegenden Europas, die den rohen Kräften der Natur ausgesetzt waren und fern der römischen Stadtkultur lagen. Ein Ort,  an dem dieser Begriff bis heute überlebte, ist das Kap Finisterre in Galicien. In früheren Zeiten wurde es auch als das Ende der Welt betrachtet und bei Jakobspilgern gilt das Kap als das Ende des Pilgerweges.

Kap Finisterre, Galicien

Mit der Meinradslegende endete diese Zeit und damit begann die Christianisierung der `finsteren Wälder´.Meinrad zog vom der Reichenau, wo er seine Ausbildung erfuhr, zuerst ins Kloster Babinchova, bei Benken am oberen Zürichsee. Etwas später ließ er sich dann auf dem Etzelpass in seiner Klause nieder. Laut der Legende kamen dort so viele Ratsuchende zu ihm, sodass er weiter in die Ebene des Sihltales zog und dort 26 Jahre in einer Einsiedelei wohnte. Auch diese Zahl 26, die in der hebräischen Sprache dem Laut- wert Jahwes entspricht, ein weiteres Detail der perfekte konstruierte Legende. In dieser Einsiedelei sollen ihn am 21. Januar 861 zwei Räuber aufgesucht haben die ihn erschlugen. Über der Einsiedelei soll dann später die Kapelle des Klosters Einsiedeln er- richtet worden sein. Da weitere Einsiedler Meinrads Beispiel gefolgt waren, unter ihnen auch Bischof Benno von Metz, fasste sie Eberhard aus Straßburg im Jahr 934 zu einem Benediktinerkloster zusammen.

Westseite Kloster Einsiedeln

Doch warum entstand ausgerechnet hier in Einsiedeln das größte Marienheiligtum in der Schweiz, das den größten Kirchenvorplatz nördlich der Alpen besitzt? Kurt Derungs schreibt in seinem Buch `geheimnisvolles Zürich´ von einer schwarzen Göttin die hier lange vor der schwarzen Madonna von Einsiedeln in diesem Gebiet verehrt wurden sein soll. Ackerbauern sollen sie als Erdgöttin angebetet und um ihren Beistand gebeten haben. Römer adaptierten diese Vorstellungen und formten daraus den Matronenkult. Derungs sieht die Schwarze Jungfrau von Einsiedeln als Nachfolgerin einer dort bereits existenten  Quellgöttin, denn der alte Liebfrauenbrunnen vor dem Kloster galt früher als gesundheits- und segensbringende Quelle. Sein Wasser sollte Frauen helfen, die sich ein Kind wün- schen. Er sieht die Gestalt der Schwarze Madonna als eine Erdgöttin, die eine `Kinder schenkende Ahnfrau´ darstellt. Tatsächlich ist es heute erwiesen, dass dieser Typus der Schwarzen Göttin in vielen antiken Kulten des Vorderen Orients verehrt wurde. Hier entstanden die Göttinnenkulte der Kybele, der Astarte oder der Ishtar und Isis.

Gesicht Chöpfenberg

Der Kult der Schwarzen Madonna dürfte also in weit zurückreichenden Wurzeln begründet sein. Neben der Quelle könnte einer der Gründe in der Landschaft östlich des Sihlsees liegen, denn dort ragt die Spitze des Chöpfenberges über den Horizont heraus. In seinem Bergstock liegen auch jene Höhlen, von denen im Buch Schweizerlands Geschichte die Rede ist. Um ihn rankt sich eine alte Sage, dass er seinen Namen vom Kopf erhalten hat, den seine Bergspitze darstellt. Gleich unterhalb des Kopfes ist eine winzige Grotte, die den Zugang zum Berg darstellen soll, in dessen Innern ein gewaltiger Schatz von Gold und Edelsteinen ruht der von einem Drachen bewacht wird. Das zu enge Loch verhindert aber bis heute den Ausbruch des Ungeheuers, doch es verschlingt jeden, der gewillt ist, sich dem Schatz zu nähern. Daher wurde schon so mancher einsame Bergwanderer am Chöpfenberg sein Opfer. Sprachforscher sehen den Ursprung des Wortes Chöpfen allerdings als die Erfindung von Reiseschriftstellern des 19. Jahrhunderts, die die Sage zu wörtlich genommen haben. Seine ursprüngliche Bezeichnung hieß wahrscheinlich Sun- bzw. Sumberg. Aber auch hier wird der Sonnenbezug, der in der Sage als Schatzgold anklingt, ganz offensichtlich. Doch im Wort chöpfen verbirgt sich auch die Schöpfung, oder auch die Neuschöpfung der Natur. Dies wird ganz offensichtlich, wenn von Einsiedeln aus betrachtet, die Sonne während des Frühjahrsäquinoktiums aus dem Chöpfenberg aufsteigt, dessen Spitze wie ein in den Himmel blickendes Gesicht interpretiert werden kann.. Zusammen mit der Quelle war dies einst wohl ein einzigartiges Naturerlebnis.

Einsiedeln-ChöpfenbergKloster Einsiedeln und der Chöpfenberg

Die Landschaftsskulptur verweist auf einen Aspekt, der in der Schweiz nur am Rande eine Beachtung findet. Richard Walker bietet dazu in seiner 2011 erschienen Schrift Stone- henge im Säuliamt interessante Gedanken, Tatsächlich finden sich rund um den Zürichsee,ähnlich wie in England, noch vergleichsweise viele Steinsetzungen aus der Megalithepoche. Während in England diese Orte aber als Teil der eigenen Geschichte betrachtet werden, scheinen die in der Schweiz noch immer in einem finsterem Teil der Geschichte zu liegen. Insofern hat sich der alte Begriff von den finsteren Wäldern auch in der Schweiz bis in die Gegenwart erhalten.

Erdmannlistein Bremgarten

Bilder:Wikipedia/ Front der Klosterkirche,Hofec / Kap Finisterre, http://jakobsweg-pilgern-spanien.de, Erdmannlistein Bremgarten / Stonehenge im Säuiliamt, Richard Walker / Simulation sunearthtools, outdooractive, http://www.zeitiundzahl.de

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Der Pilgerberg

Der Wilzenberg ist von vielen Orten zu sehen. Das 28 Meter hohe Gipfelkreuz thront auf dem Berg und weist dem Besucher schon von Weitem den Weg. Der Wilzenberg ist der Hausberg von Schmallenberg, dort kann man ihn von vielen Ecken des Ortes sehen. Um den Berg zu erwandern fährt man am besten über Grafschaft oder […]

über Wandern zum Wilzenberg, dem „heiligen Berg“ des Sauerlandes — Ferienhaus ‚Haus am Hennesee‘

Runen, die vergessenen Zeichen

Geschichte – Gebrauch – Bedeutung Über Runen ist bereits viel geschrieben worden. Vieles dessen, was heute hierzulande über die germanischen Schriftzeichen als bekannt gilt, stammt vor allem aus der esoterischen und romantischen Ecke. Mit dem Buch Runen legt der Professor für Germanistik und Skandinavistik, Arnulf Krause, ein wissenschaftlich fundiertes und verständliches Sachbuch zum, Thema vor. […]

über Runen — GeschiMag

Kybele

Von Kybele zur Schwarzen Madonna

Der Lehmofen

By Internet Archive Book Imageshttps://www.flickr.com/photos/internetarchivebookimages/14559595539/Source book page: https://archive.org/stream/greekmythologysy00scul/greekmythologysy00scul#page/n64/mode/1up, No restrictions, Link

Heute geht es um Kybele, bzw. Rhea, bzw. Magna Mater … und wer weiß, wie sie noch genannt wurde.

Ihre Entstehung geht weit zurück in die mythische Geschichte und es wurden schon allerlei Versuche unternommen, die Göttin und den Kult um sie zu klären, da vieles, wie so oft, nicht mehr verstanden werden kann.

Recht sicher scheint zu sein, dass Kybele eine Art manifestierte Weiblichkeit darstellt, da in ihrem mythischen Kontext fast immer ein (definitiv) männlicher Gegenpart auftaucht. Die Geschichte handelt von besagter Kybele und ihrem Gegenpart, einem jungen Mann namens Attis, doch zuvor seien noch ein paar andere Mann-Frau Mythen genannt, die historisch weiter(?) zurückreichen und einige Parallelen zum Mythos Kybele-Attis aufweisen.

Inanna und Dumuzi

Gemeinfrei, Link

Isis und Osiris

By Internet Archive Book Imageshttps://www.flickr.com/photos/internetarchivebookimages/14783343912/Source book page: https://archive.org/stream/diepanbabylonist00jereuoft/diepanbabylonist00jereuoft#page/n49/mode/1up, No…

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Research Decodes Ancient Celtic Astronomy Symbols and Links them to Jungian Archetypes

Stone-at-Newgrange

My nonprofit educational corporation, The Celtic Collection Program, exhibits the largest privately owned collection of Celtic artifacts in the United States. When we started purchasing the artifacts from private collections and ancient galleries several years ago, I observed a motif of X and interconnected X designs on some of them, including important ones likely used to perform ceremonies. As a historian and a therapist with preferences for Psychoanalytic Theory and Neo-Freudian traditions such as Analytical Psychology, a school of psychology that originated from the ideas of Swiss psychiatrist Carl Jung, interpreting these symbols became a personal and professional challenge.

After fifteen years of identifying hundreds of linear and X patterns on artifacts and studying the symbolism of Stonehenge and Newgrange, I have discovered remarkable data, some of which has led me to consider that there may be a correlation between ancient X symbolism and what Dr. Carl Jung referred to as the “Collective Unconscious”, a subconscious storehouse of buried memories inherited from our ancestral past.

Importance of the Sun in Ancient Celtic Society

According to Dr. Miranda J. Green in her book, Dictionary of Celtic Myth and Legend , the sun was significantly meaningful to the ancient Celts. She states that “One of the most important venerated natural phenomena was the sun, seen as a life giver, promoter of fertility and healing” and that “coins were struck with sun symbols associated with the horse” (Refer to Celtic Collection Program Artifacts #1).

Some of the primary symbols for the Sun in ancient Celtic times were an X or a four-spoked wheel featured on bronze axes, swords, coins, urns, pottery and jewelry since Neolithic Europe.  “Hallstatt Iron Age sheet-bronze vessels were decorated with repousse crosses and solar wheels,” states Dr. Green.

The X symbol was no doubt a significant astronomical representation for thousands of years; perhaps one of the most powerful ideograms valued by the Celts, which explains the X motif on our artifacts. The X artifacts range from 62 AD to 400 BC. However, to uncover the mystery of the interconnected design, a close evaluation of the symbols at Stonehenge and Newgrange needed to be conducted.

Celtic Collection Program Artifacts

Photo 1 is a coin from the Iceni tribe, 62 AD. Photo 2 is a Central European arm bracelet (c.a. 400 BC), in which are two sets of interconnected X’s extending from top to bottom inside of both bars . Photo 3 is a bell (200 BC) from Central Europe (likely used for ceremonial purposes) containing interconnected X’s engraved through its metal and around its body.

All photos taken and owned by Lewis Hales of artifacts held in the Celtic Collection Program. Photo 1 is a coin from the Iceni tribe, 62 AD. Photo 2 is a Central European arm bracelet (c.a. 400 BC), in which are two sets of interconnected X’s extending from top to bottom inside of both bars . Photo 3 is a bell (200 BC) from Central Europe (likely used for ceremonial purposes) containing interconnected X’s engraved through its metal and around its body.

read more: http://www.ancient-origins.net/opinion-guest-authors/research-decodes-ancient-celtic-astronomy-symbols-and-links-them-jungian-020756