Der Lemberg und der Fluch der bösen Mutter

Der Lemberg um 1899

In der Nähe der Stadt Rottweil erhebt .sich der Lemberg und bildet dort den Westrand der Schwäbischen Alb. Er gehört zur Reihe der 10 Tausender-Berge, die sich auf einem ver- hältnismäßig kleinen Gebietes von 20 Km² befinden. Er gilt als einer der Zeugenberge, die ein Zeugnis der seit Jahrmillionen andauernden Erosion der Alb geben. Seine Vorsilbe lem soll aus dem keltischen Wort Sumpf entstanden sein, was als Hinweis auf die zahlreichen Quellen an den Abhängen des Lemberges gedeutet wird. Tatsächlich wurden auf dem Plateau des Lemberges keltische Spuren in Gestalt von Siedlungsresten aus der Hallstattzeit gefunden. Doch die Geschichte hinterließ nur eine Sage, die trotz ihres tragischen Hintergrundes ein ganz anderes Bild des Lemberges zeichnet. Es ist die Sage vom Fluch der bösen Mutter und dem verwunschen Fräulein.

Der Lemberg von Wilflingen aus gesehen, Foto Captainoliver

Im Hochberg, der zusammen mit dem Lemberg einen gemeinsamen Bergstock bildet, gibt es eine Höhle. Sie führt tief in diesen Berg, wo seit Jahrhunderten ein edles Fräulein sitzt, das von seiner Mutter verwunschen wurde. In dieser Höhle, so berichtet die Sage schmachtet das schöne Kind, eingesperrt durch schwere Eisengitter, auf einer Kiste voller Gold. Dort wartet das junge Fräulein seit Jahrhunderten auf seine Erlösung. Aber irgend- wann wurde der Eingang der Höhle zugeschüttet und niemand kennt ihn mehr. Dennoch soll es immer noch zahlreiche Hinweise geben, die nur richtig gedeutet werden müssen, um das Fräulein erlösen zu können. Die Deutung des Namen mit dem Ursprung Sumpf weist auf einen Denkansatz, der an zahlreichen Orten zu beobachten ist, die mit keltischer Kultur In Verbindung gebracht wird. Durch die abwertende Deutung wird er als unwirtlich dargestellt und verschwindet somit aus dem Blickfeld. Doch im keltischen Wörterbuch von Heinrich Tischner findet sich kein vergleichbares Wort für Sumpf, sondern nur das Wort lemo, die Stimme, oder auch lemos, die Ulme. Auch im mittel-hochdeutschen Wortschatz führt die Suche nicht zum Sumpf, sondern mit den Worten Lembel, das Lämmchen und lemesle. die Lähmung.

Feldulme (Ulmus minor) , Foto: Darkone

Diese Worte erlauben auch eine ganz andre Deutung des Flurnamens. So ist die Ulme ist ein Baum, der gemäß den Erzählungen der Edda tief mit der Menschheitsgeschichte verbunden ist. Dort wird geschildert, wie die ersten Menschen aus Bäumen entstanden, der Mann aus der Esche und die Frau aus der Ulme. Damit werden Sie zu Stammeltern der Menschheit. Der asymmetrische Blattansatz der Ulme stand so einst symbolisch für die zwei Welten, das Diesseits und die Anderswelt. Deshalb war in Griechenland die Ulme Hermes geweiht, der als Seelenführer die Verstorbenen, zusammen mit geflügelten Ulmenfrüchten, in die Welt der Ahnen führte. Vor diesem mythologischen Hintergrund ist es auch verständlich, dass Särge früher aus Ulmenholz gefertigt wurden. Mit Lemos, birgt der Lemberg birgt nicht nur den Nahmen der Urahnin, auch aus der Luft betrachtet, verweist er mit der Form des Bergstockes Lemberg und Hochberg auf sie. So gleicht die dreiarmige Figur der keltischen Triskele. Dieses Symbol verkörperte die Dreiheit, die zahlreichen Lebensbereichen eine ordnende Struktur gibt. In der mythologischen Welt der Kelten hatte die Zahl 3 eine große Bedeutung, denn sie verkörpert die Dreiteilung der Welt in Erde, Himmel und Wasser. Gerade deshalb waren den Kelten die Bäume heilig, denn sie verkörperten die Verbindung zwischen diesen 3 Elementen.

Dreifache Muttergöttn in Gestalt der `Drei Matronen´, Foto Sockenbae

Mit den in der Erde verankerten Wurzeln hatten sie eine Verbindung zum Wasser, das sie himmelwärts in ihre Äste transportierten. Die Zahl drei verkörperte aber auch die Vorstellung von der Erdmutter die in dreifacher Gestalt verehrt wurde: als junges Mädchen zu Beginn des Jahres, als Mutter in der Mitte und als Greisin am Ende. Dieses Vorstellung spiegelte sich ebenso im Ablauf der bäuerlichen Tätigkeit wieder, die mit der Aussaat begann. Sie führte zur Ernte, nach der das scheinbar tote Brachland zurückblieb und sich regenerierte .Ebenso erinnert die gewölbte Form der Triskel-Spiralen an einen schwell- enden Bauch, was auf den Aspekt der fruchtbringenden Muttergöttin hinweist. Der Lemberg weist mit seinen Bezügen zum Hochberg nicht nur auf die Bedeutung des Mondes hin, sondern auch auf die der Sonne. So können vom Lemberg über dem Hochberg die große Mondwende Nord und Sonnenaufgänge zu wichtigen Kalenderdaten beobachtet werden.

Keltische Triskele und der Lemberg Sonnen- Mondkalender

So bietet der Sonnenbezug zur Wintersonnenwende auch eine Erklärung der Vorsilbe lem, mit der Bedeutung die Lähmung. Diesen Eindruck erweckt die Sonne während der drei Tage nach der Wintersonnenwende, wenn sie den Anschein erweckt ihre Bahn nicht verändern zu wollen. Doch seine dreigliedrige Gestalt verband sich mit dem Bild der dreigliedrigen, Frucht spendenden Muttergöttin. Diese Vorstellung wurde sicher durch die zahlreichen am Berg entspringenden Wasserquellen noch unterstützt.

Bilder: Wikipedia / Der Lemberg im Jahr 1899. Unbekannt – Scan der Ansichtskarte / Der Lemberg von Wilflingen aus gesehen, Foto Captainoliver, gemeinfrei / Feldulme (Ulmus minor) , Foto: Darkone, CC BY-SA 2.5 / Drei Matronen, Foto Sockenbae, CC BY-SA 3.0

Simulation / sunearthtools, opentopo-map, google-map.

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Hydra, Cancer and The Serpent — Cradle of Civilization

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The Snake is a universal symbol of immortality and creativity in myth through out the ages and in virtually all lands inhabited by humans. Many snakes shed their skin at various times, revealing a shiny new skin underneath. Thus snakes have become symbols of rebirth, transformation, immortality, and healing. We find images representing the […]

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Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art — Zeiteninsel-Blog

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Am vergangenen Samstag trafen sich 11 freiwillige Helferinnen und Helfer auf der Zeiteninsel, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Diesmal ging es um zwei ganz besondere Projekte: die Dachdeckung des Vordaches am Rössenhaus mit Lindenrindenschindeln und die Gewinnung von Lindenbast. Unter der Anleitung von Wulf Hein begannen morgens bereits die Dachdeckerarbeiten. Hierzu wurden die vor […]

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Moon Magic and the Triple Goddess

Goddess Inspired

The Moon has three visible phases:

Growing crescent )
Full moon O
Waning crescent (

)O(

This is followed by three days of darkness, the dark moon.

The Moon with her large and impressive presence taught our ancestors that like her own phases all life was cyclical, going from birth to growth to death back to rebirth.

Since the earliest times the Moon has been linked to water, as her gravitational pull affects the oceans‘ tides. Her primary connection, however, has always been to women whose menstrual cycle mimicks the Moon’s phases: pre-ovulatory, ovulatory and post-ovulatory stage followed by bleeding.

Our moon-times are intrinsically linked to moonlight. Women who sleep without artificial lights and who are exposed only to the Moon’s light, tend to ovulate around the full moon and bleed at the time of the dark moon.

The Ancients considered moon-blood to be a source of incredible insight and…

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Weder 3 noch heilig noch Könige – dafür aber alte Muttergöttinnen!

Oh Göttin

3-bethen-1Jetzt gehen sie wieder um – die „Heiligen Drei Könige“.
Wie bei vielen anderen Dingen gehen wir davon aus, dass das so auch in der Bibel steht. Stimmt aber nicht. Da ist weder von heilig, noch von drei und schon gar nicht von Königen die Rede, die da vor rund zweitausend Jahren nach Bethlehem gekommen sein sollen.
Im „Evangelium nach Matthäus“, mit dem das so genannte Neue Testament

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