Faunus und das Kolloseum

Amphitheatrum Flavium (Kolosseum)

Das römische Reich baut auf eine Pyramide von Legenden auf, deren Ursprünge in der griechischen Mythen liegen. Obwohl der Ursprung der Römer in einer einfachen Bauern-kultur zu suchen ist, haben sie es verstanden, sich über die griechische Mythologie mit den Göttern zu verbinden und sich dadurch auch als Nachkommen der Trojaner zu verstehen. Deren Legende setzte sich nach Aeneas Flucht aus dem brennenden Troja am Strand Latinums fort. In dem Land, in dem zu dieser Zeit König Latinus regierte, setzten Aeneas und seine Gefährten zum ersten Mal ihre Füße wieder auf festen Boden. Wie Aenaes, so hatte auch Latinus göttliches Blut in seinen Adern, denn er stammte von Faunus und der Nymphe Marica ab. Faunus war der altitalische Gott der Natur und des Waldes. Er galt als Beschützer der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker. Faunus war ein sehr wandlungsfähiger Gott und konnte in unterschiedlichen Gestalten und unter verschieden Namen auftreten. Erst in späterer Zeit wurde aus ihm ein gehörnter Waldgeist, oder auch ein Mischwesen halb Mensch und Ziegenbock. Der Sage zufolge war er ein Sohn des Picus, des Spechtes, der als römischer Gott der Wiesen und Felder verehrt wurde. Zu seinem ungewöhnlichen Namen gelangte er, weil er dem Werben der Kirke widerstand und seiner Frau treu blieb. Kirke, die große Zauberin rächte sich bald darauf, indem sie den Fruchtbarkeitsgott in einen Specht verwandelte.

Arnold Böcklin, Frühlingsabend

Latinus fand rasch Gefallen an dem Trojanerprinz Aeneas und bot ihm die Hand seiner Tochter Lavina, doch seine Frau hatte andere Pläne mit ihr. Sie wollte ihre Tochter mit Turnus, dem Königssohn der benachbarten Rutuler, vermählen. Es kam zum unver-meidlichen Krieg, den die Latiner mit der tatkräftigen Unterstützung der Trojaner gewan- nen. Aeneas heiratete Lavina, doch die Rutuler verbündeten sich nun mit den Etruskern . Obwohl die Latiner auch die neue Schlacht siegreich beendeten, hatten die Trojaner den Tod ihres Aeneas zu betrauern, denn er verschwand während der Schlacht in den Fluten des Flusses Numikus. Nun wurde Aeneas Sohn Askanios zum neuen König gewählt. Dieser gab seiner neuen Heimat den Namen Iulus und schaffte es endlich Frieden zwischen den Etruskern und den Latinern zu stiften. Alljährlich wurde deshalb am 15. Februar, während der Lupercalien, auch der mythischen Gründungsgeschichte Roms gedacht. Der Sage zufolge wurde dieses Fest, das auch den Frühlingsbeginn markierte, von Romulus dem Gründer Roms eingesetzt. Es war das Hauptfest des italischen Herdengottes Faunus, der auch den Beinamen Lupercus, der Wolfsabwehrer führte. Am Palatinischen Berg war ihm eine heilige Grotte geweiht, wo sein mit einem Ziegenfell umhangenes Bild aufgestellt war. Die auf Sühnung und Befruchtung des Landes, der Stadt, ihrer Einwohner und ihrer Herden ausgerichtete Feier begann mit einem Bocksopfer in der Grotte des Faunus. Während dieser Feier wurden zwei Jünglinge vornehmer Ab- kunft herbeigeführt. Von den Opferpriestern wurden sie während der Zeremonie dann mit einem blutigen Messer an der Stirn berührt. Anschließend wurde das Blut mit in Milch getränkter Wolle wieder abgewischt. Die Opferpriester liefen dann nur mit dem Fell des Bockes bekleidet durch die Stadt, wobei sich ihnen Frauen in den Weg stellten, die sich durch Schläge mit Lederriemen einen Ehesegen erhofften.

Kolosseum und die Lupercalien

Eines der Bauwerke, das zu einem Symbol Roms wurde, ist das unter Kaiser Vespasian errichtete Amphitheatrum Flavium, das später durch die dort aufgestellte Kolossalstatue Neros den Namen Kolosseum erhielt. Es ist das größte der im römischen Reich errichteten Amphitheater und zugleich der größte geschlossene Bau der römischen Antike. Das Amphitheater Teil einer gewaltigen Investitionstätigkeit, mit der Vespasian die nach dem Bürgerkrieg zerrüttete Wirtschaft wieder in Schwung brachte. Geschickt nutzte er dazu die Beute, die bei der Zerstörung Jerusalems in die Hände der Römer fiel. Das Amphitheater diente den Bürgern Roms, ebenso wie den Mitgliedern des Kaiserhauses zur Unterhaltung durch grausame und brutaler Veranstaltungen. Beliebte Schauspiele waren vor die Gladiatorenkämpfe (munera) und die Tierhetzen (venationes), wobei Kämpfe zwischen besonders exotischen Tieren am beliebtesten waren. Trotz der Aus- richtung auf die Unterhaltung, spiegelt das Kolosseum aber auch Vespasians politische Ziele wieder, die er in einer Rückbesinnung auf altrömische Tugenden und Ordnung sah. Bei diesen Zielsetzungen scheint es geradezu selbstverständlich, dass das Bauwerk auf den Sonnenaufgang jenes Festes am 15. Februar ausgerichtet wurde, das eng verknüpft war mit dem Gründungsmythos der Stadt Rom.

Bilder. Wikipedia, Kolosseum, Bert Kaufmann from Roermond/ Arnold Böcklin, Frühlings-abend, google art projekt/ Simulation, Sunearthtools

Die Macht der Zahl 23

Die Zahl 23 ist in der Tat außergewöhnlich und diesen Bedeutung verdankt sie sicher nicht dem Bikini- Atoll, das mit seinen 23 Inseln insgesamt 23 Nukleartest überstehen musste. 1998 hat Hans Christian Schmid mit `23- Nichts ist so wie es scheint´ einer der besten deutschen Filme gedreht, der auf eindrucksvolle Weise jene geheimnisvolle Macht der Zahl 23 darstellte. Wie weit die geheimnisvolle Zahl die Geschicke der Erde bestimmt, zeigt sich bereits am Neigungswinkel der Erdachse, der heute 23.5° beträgt. Wohl auch um der Zahl eine Referenz außerhalb der Erde zu erweisen, erfolgte die Landung der 2. Apollomission bei 23.42°. Wie die Erde durch die Macht der 23 bestimmt wird, bestimmt sie auch das Leben des Menschen, denn bei ihm entscheiden 23 Chromosomen über sein Talent und sein Unvermögen. Doch Pythagoras hat die 23 zu jener Zahl gemacht, die heute unser Denken behrrscht. Die Quersumme der 23 ergibt die 5, das Sinnbild des Menschen. Innerhalb des pythagoreischen Denkmodells galt die 2 jedoch als weiblich und die 3 männlich. Ihr Produkt, die  6, stellt aber die erste perfekte Zahl dar, denn bei ihr ent- sprechen die Summanden den Faktoren. So ist es auch nicht verwunderlich dass Gott den Mensch am 6. Tag nach seinem Ebenbild erschuf. Die Beispiele zeigen, dass in der Zahl tatsächlich eine geheimnisvolle Kraft steckt, die ganz logisch, auch unser Denken bestimmen muss. Verfolgt man die Geschichte, so werden zahlreiche wichtige Ereig-nisse, wie die erste Sitzung der UNO am 23.10.46, oder auch der Tag an dem das Grund-gesetz in Kraft trat, der 23. Mai 1949,  von dieser machtvollen Zahl bestimmt. Dass sie hier auch mit äußerster Perfektion regiert, zeigt das Datum der Wiedervereinigung am 03.10.1990. Auch hier ergibt die Quersumme der einzelnen Ziffern die Quersumme 23 ( 3 + 1 + 0 + 1 + 9 + 9 + 0 = 23) Aber auch Städte oder gar Regierungsgebäude bauen auf ihre Macht, wie die Beispiele Washington und das Weiße Haus zeigen, deren Name je- weils mit dem 23. Buchstaben des Alphabets beginnen.                                                 Dass sie diese Macht ausübt, war bereits den Verfassern des Alten Testamentes bekannt, denn dort stehen die zahlen 22, 23 und 24 in enger Verbindung zueinander. So steht die 22 für das Leben, die 23 für den Tod und die 24 für die Herrlichkeit. Wie die 23 durch die Quersumme 5 ein Sinnbild des Menschen ist, hält sie ihm gleichzeitig den Spiegel des Todes vor Augen. Mit ein Grund war wohl die Sprache, denn die Schriften entstanden im griechisch-hebräischen Kulturraum. Da Sprache entscheidend für das Überleben von Gesellschaften sind, lohnt sich ein Blick auf die beiden Alphabete. Er zeigt, dass das hebräisches Alphabet 22 und das griechische 24 Buchstaben hat. Die 23 stand also auch für eine Sprachlosigkeit und damit für den sicheren Tod. In der 23 steht die 2 für die Dualität, den Gegensatz von Chaos und Ordnung, doch die 3 führt über die Trinität wieder zu der in der Bibel beschriebenen Herrlichkeit. Trotzdem liegt es am Mensch, welche Botschaft er aus der machtvollen Zahl 23 empfängt.

Die Trinitität und die 23

Wie Geschichte mit Hilfe der geheimnisvollen Macht der 23 konstruiert wird, zeigt auch ein aktueller Anlasss, der Anschlag  in Manchester.. So berichteten erste Agenturmeldungen von einer Explosion, die sich um 23.30 MEZ in der Manchester Arena ereignet hatte. Die Sängein Ariana Grande war zu diesem Zeitpunkt gerade 23 Jahre und die Arena liegt wohl nicht zufällig am Trinity Way, in der die Bedeutung der göttlichen Trinität durchscheint. Als erster wurde ein 23-jähriger verhaftet und mittlerweile ist von 23 Opfern, sowie 59 Ver- letzten due Rede. Die 59 führt unmittelbar zum Rosenkranz mit seinen 59 Perlen und dem Gebet des schmrezhaften Rosenkranzes. Dass die 59, die letzte Zahl vor der 60 und der Zahl Babylons, auch mit Schmerzen verbunden ist, zeigt der 59. Vers der Genesis. Noch einmal erklärt Eva der Schlange die Bedeutung dre Früchte, ehe sie die Schlange im 60. auffordert sie zu essen. Ab da nahm mit der Vertreibung aus dem Paradies das Unheil seinen Lauf. Diese Vertreibung war ein Sinnbild für die Abkehr vom alten Glauben und der war eng mit der Existenz von Planetengöttern verbunden. In den Schriften des Ptolemäus wurden  die Verbindung von Planet und Zahl erstmals zusammengestellt und dabei Merkur die 2 und Venus die 3 zugeordnet. Addiert ergeben sie die 5, die Zahl des Mars und multipliziert die 6, die Zahl Jupiters. So nimmt es auch nicht Wunder, dass der erste große Jupiterfeiertag im römischen Reich am 23 April ist, der während der Christianisierung durch den Georgstag abgelöst wurde. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Georg, der an einem 23. gefeiert wurde, zu dem bei- spielhaften Kämpfer der Kirche gegen das Böse und damit wurde er zum Ideal zahl- loser Ritter.

Planetensphären

Bild:http://www.uni-muenster.de/PeaCon/conspiracy/film23/intro.htm,Gafik 23 , http://www.decemsys.de/system/zahlen/pz-149.htm

Villa Longuich, der Traum vom Landleben

Blick auf die Villa urbana in Longuich

Der bürgerliche Traum vom beschaulichen Leben im eigen Refugium am Stadtrand hat seine Wurzeln im Römischen Reich. Dort vollzog sich im 2. Jahrhundert v. Chr. ein kult- ureller Wandel, dessen Sehnsüchte auch die Baukunst späterer Epochen immer wieder beeinflusste. Schriftquellen aus dieser Zeit bezeichnen Scipio Africanus, den großen Feldherr des 2. Punischen Krieges, als den ersten Patrizier der sich den Zwängen der politischen Präsenz in Rom durch das Leben auf seinem Landgut in Kampanien entzog. Dies war aber kein Rückzug aus der Gesellschaft, ähnlich den späteren Einsiedler-mönchen, sondern der Ort des Rückzuges bildete gleichzeitig einen gesellschaftlichen Mittelpunkt. Unter den Einflüssen der hellenistischen Kultur wurde der Aufenthalt auf dem Lande für immer mehr Römer der Oberschicht zu einem festen Bestandteil ihrer Lebens-kultur. Infolge dessen entstanden fernab der Machtzentren luxuriöse Landhäuser, in denen dieser neue Lebensstil gepflegt wurde. Dort konnte jetzt der Muße, dem otioum, gehuldigt werden. Sie wurde als Gegensatz des von geschäftlichen und politischen Zwängen be- stimmten Alltages, dem negotium, angesehen.

Villa des Plinius, Rekonstruktion Karl Friedrich Schinkel, 1842

Die Villa urbana spiegelt somit das gesellschaftlich-kulturelle Selbstverständnis ihrer Be- sitzer wieder. Da auch es in der Lage und in dem zur Verfügung stehendem Raum keine Beschränkungen im neu eroberten Land gab, hat sich hier kein einheitlicher Bautyp her- ausgebildet. Der Bauherr konnte mit der Wahl des Platzes auch seine subjektiven ästhet-ischen und klimatischen Ansprüche erfüllen. Villen, die dem Sommeraufenthalt dienten wurden daher eher in der Nähe von Bachläufen angelegt, während Gebäude die dem Auf- enthalt in der kälteren Periode dienten, eher bei heißen Quellen lagen. Für die ästhetische Komposition der Gesamtanlage waren aber nicht nur die Architekturelemente entscheid- end, sondern ebenso die Sichtachsen, die das Gelände mit der umgebenden Landschaft verbanden. So wurde dies bereits bei der inneren Raumdisposition berücksichtigt, wo der Aussichtsraum und die Terrassen gestaffelte Raumfolgen ergaben, die den Blick auf die Sichtachse freigaben. Um diese Verbindung von Innen- und Außenraum zu unterstreichen, entstand so das Peristyl, ein von Säulenhallen umgebener Innenhof, der seinen Ursprung in der griechisch-hellenistischen Baukunst hat. Der Peristyl zählte bereits in den Anfängen der Villa urbana zu einem der wichtigsten Elemente der gehobenen Villenarchitektur und ist in Longuich in Gestalt eines Arkadenumgangs verwirklicht worden.

Kopie der Villa dei Papiri in Los Angeles, Blick vom großen Peristyl auf das Hauptgebäude

Das sich diese Achsen nicht allein durch die Landschaft erklärten, zeigt auch die Anlage der Villa in Longuich. Sie liegt heute an der `Römischen Weinstraße´ und wurde ungefähr 400 Jahre nach dem eingangs beschriebenen kulturellen Wandel erbaut, also im 2. Jhd. n. Chr. Die Villa hat eine Ausdehnung 110 mal 28 Metern, und soll auf Grund ihrer Größe Alterssitz eines höheren Beamten aus dem nahen Augusta Treverorum (Trier) gedient haben. Ihre Sichtachse folgt in etwa dem Verlauf der Mosel. Sie kann aber weder durch den Flussverlauf, noch durch die südöstlich gelegene Anhöhe begründet werden. Auch hier spielte der Sonnenaufgang und die Peilung von Sternen eine entscheidende Rolle bei der Ausrichtung. Gerade sie verweisen hier auf die spezifische kulturelle Identität einer Weinbauregion.

Villa Longuich, Ausrichtung

So zielt die nach Südosten weisende Sichtachse auf den Sonnenaufgang am 24 Nov- ember, dem Beginn der Brumalien. Dieses Fest dauerte in der Regel bis zur Winter- sonnenwende und ist auf altrömische Festtage zu Ehren der Götter Saturn, Demeter und Dionysos zurückzuführen. Der Legende zufolge, sollen sie von Romulus, dem Stadt-gründer Roms auf den 24. November gesetzt worden sein. Neben Theater- und Musikauf-führungen bestand ein Teil des Festes auch in nächtlichen Gelagen und Unterhaltungen. Erst im Laufe des 7. Jahrhunderts wurden die Brumalien im Zuge der Christianisierung endgültig verboten. Nun wurde der heiligen Katharina von Alexandria, der weisen und keuschen Frau der Spätantike, einen Tag später gedacht. Mit diesen neuen Idealen sollten die ausschweifenden Rituale verdrängt werden. Dass der Bauherr der Villa von Longuich wohl eine Vorliebe für fröhliche Feste besaß, zeigt auch der Blick nach Nordwesten. Doch diesen Fluchtpunkt der Achse bestimmte nicht mehr die Sonne, sondern die Erst- und Letztsicht der Sterne Arktur und Capella, die beide exakt die Dauer des Festes Ludi Plebeii markierten. Sie wurden im Gedenken an die Kapitolinische Trias gefeiert, aber hauptsäch- lich zu Ehren des obersten Gottes Jupiter. Diese Spiele des Volkes sind seit dem 2. Jhd. v. Chr. Nachzuweisen und ihre Entstehung der Spiele soll auch eng mit der Einrichtung des Circus Flaminius in Zusammenhang stehen. Damit verbanden die Sichtachsen der Villa  Gebäude, Landschaft und den Himmel zu einem Gesamtkunstwerk, in dem sich der landestypische Charakter einer Weinbauregion spiegelte.

Bilder: Wikipedia/ Blick auf die Villa Urbana in Longuich, Areks / Tuscum, Villa des Plinius (Rekonstruktion von Schinkel), / Nachbau der Villa dei Papiri in Los Angeles, Blick vom großen Peristyl auf das Hauptgebäude, Bobak Ha’Eri / Simulation Sunearthtools, Stellarium

Ein Michaelsort

Sankt Michael, der Engelsfürst, ist ein gewaltiger Streiter gegen die Mächte der Finsternis. So nimmt es nicht Wunder, dass im Westwerk der mittelalterlichen Kirchen meist ein Michaelsaltar aufgestellt war, der die Gläubigen schützen sollte gegen die von Sonnenuntergang her andrängenden dämonischen Kräfte. Aber auch auf hohen Bergen errichteten unsere Vorfahren gern dem Erzengel geweihte Heiligtümer. […]

über Wiedererstanden nach schwerer Kriegsnot: Die Michaelskapelle bei Deidesheim — Versteckte Heiligtümer