Ein Berg aus Stein

Noch bis ins 19. Jahrhundert hatte der Hohenstaufen ein völlig anderes Gesicht. Da der Berg völlig kahl war, wurde die Ortschaft bei Starkregen oft von Überschwemmungen heimgesucht. Um dieses Überschwem-mungen zu vermeiden, begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Aufforstung des Berges. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Berg auch zu einem begehrten Motiv für der süddeutschen Landschaftsmalerei. Doch eines der aussagekräftigsten Bilder des Hohenstaufens entstand aber bereits 1685. Zu dieser Zeit erstellte der Herzoglich-Württembergische Kriegsrat und Artillerieoffizier Andreas Kieser im Auftrag des Herzogs Friedrich Karl von Württemberg eine Zustandsbeschreibung der Württembergischen Forste, um die Zerstörungen nach dem 30 jährigen Krieg zu dokumentieren. Sein Forstlagerbuch enthält neben Aufstellungen und Karten auch zahlreiche detaillierte Ortsansichten. Eine davon zeigt den Hohenstaufen mit einer trapezförmigen Ansicht, deren Seiten einen Winkel von 66° aufweisen. Da ohne einen Bewuchs, Regen bei diesem Gefälle jegliches Erdreich abträgt, muss der Berg zu diesem Zeitpunkt noch aus reinem Gestein bestanden haben. Dies deutete Andreas Kieser auch in seiner Zeichnung an. Genau diese, im oberen Teil des Bildes sichtbaren, waagrechte Steinreihen finden sich noch Heute auf der Nord- Westseite des Berges. Sie sind ein Schlüssel zum Verständnis der Goldenen Landschaft.

Forstlagerbuch Hohenstaufen

Bild: Haupstaatsarchiv Baden Württemberg

Steinreihe Nord-Westseite 

Bild: Wolfgang Graf

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