Die Rechberghöhle

Ein im Jahr 1805 gefertigtes Aquarell des Gmünder Zeichenlehrers Sebald Baumeister zeigt den Rechberg noch völlig kahl, nur mit einem spärlichen Bewuchs überzogen. Seine klaren Kanten deuten auf ein Steinmassiv, das den Rest der einst weiter nördlich verlaufenden Schichtstufenlandschaft der Schwäbischen Alb darstellt. Ihn näher zu untersuchen war das Ziel einer Erkundung im September von mir und dem Höhlenforscher Karl Oesterle, der bereits über 20 Kilometer des Blauhöhlensystem oberirdisch kartographierte. Eine erste Erkundung des Rechbergplateaus zeigte, dass die Bäume am Rand des Kirchplatzes alle knollenförmige Wucherungen aufweisen, was auf eine geologische Störzone in der Tiefe des Berges hindeutet. Diesen Verdacht bestätigte eine Überprüfung, bei der unterhalb des Kirchplatzes in ungefähr 80 Metern Tiefe ein Höhlendom mit annäh- ernd 12 Meter Höhe festgestellt wurde. Die Sohle der Höhle, die sich unter der Kirche in einen östlichen Ast mit einem weiteren Dom verzweigt, läuft an der Ostflanke des Berges in der Nähe der Landesstraße aus. Der and- ere Teil des Höhlensystem verzweigt sich in zwei Ästen die nach Nord- Westen verlaufen. Insgesamt dürften die Höhlengänge eine durchgängige Höhe von ungefähr 6 Metern besitzen. Die Höhle selbst dürfte von größere Bedeutung gewesen sein, da am ehemaligen Austritt. Der durch den Bau der Straße verschüttet wurde auch die Große Südliche Mondwende über dem Stuifenhorn beobachtet werden kann.

Baumesiter Rechberg  1805

Sebald Baumeister, Rechberg 1805

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