Der Untersberg – ein Symbol der Himmelskönigin / Teil 2

Die einstige Bedeutung des Untersberges zeigt sich Heute an der Fülle von Sagen, die sie aber auch zum Teil verschleiern sollen. Die wird aber nicht nur durch die Gestalt des des ausgeklügelten Sonnenobser-vatoriums Mittagsscharte verkörpert, sondern auch durch die zahlreichen Kirchen rund um den Untersberg.

Ein Besuch der Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung auf dem Ettenberg ,einer der 14 Untersbergkirchen führt den Besucher wieder zum Ursprung des Untersbeg-Mythos. Die Marienkirche über dem Ort Markt Schellenberg ist eine der Kirchen die Maria geweiht sind. Ihren Standortem, einschließlich dem einstigen Augustiner.- Chorherren Klosters Zeno in Bad Reichenhall ist eines gemeinsam: Alle liegen in den Visurlinien der Großen und Kleinen Mondwenden, die von dort aus über den beiden Hochthronen des Untersberges beobachtet werden können. Die Abkehr vom mythologischen Bild der alten Mondreligion, die durch Fruchtbarkeitsgöttinnen verkörpert wurden, war also der entscheidende Antrieb zum Bau der Kirchen. Wie auf einer Darstellung der babylonischen Himmelsgöttin Ištar aus dem 9. Jahrhundert v. Christus, ist auch Maria dort mit einem Strahlenkranz umgeben. Ištar regierte nicht nur den Mond, sondern auch die Venus, den Morgen und Abendstern. In späthellenstischer Zeit gelangte durch römische Legionäre dieses Bild, das inzwischen im ägyptischen Iisiskult aufgegangen war nach Mitteleuropa. Hier überlagerte sich das bild mit dem der alten Muttergottheiten. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Erzählung des Tempelritters Huberts zu verstehen, der während eines Kreuzzuges im 12. Jahrhundert nach einer Erscheinung in Nivive den schwarzen Stein zum Untersberg brachte , der aus dem Schoß der himmlischen Mutter gefallen sein soll. Die Erzählung zeigt ein weitere Facette der Ištar Mythologie die sich im 1. Jahrtausend v. Chr. entscheidend gewandelt hatte. Sie wurde jetzt durch das Sternbild Jungfrau verkörpert, und thronte als Himmelskönigin am höchsten Punkt des Himmels, dem galaktischen Nordpol. Jetzt wurde Erura genannt, diejenige welche den in Eden verhießenen Samen gebären wird. Im Christentum erfüllte sich diese Funktion, denn Maria assimilierte all die Rollen früherer Fruchtbarkeitsgöttinnen.

Dass auch die Lichterscheinung am 15. August auf dem Untersberg auf diesen alten Kult zurückzuführen ist zeigt der Religionswissenschaftler Dr. Werner Papke in seiner Darstellung der Himmelskönigin. In römischer Zeit wurde am 15. August die inzwischen im Bild der Astraea aufgegangen Jungfrau gefeiert, denn an diesem Tag wanderte die Sonne beim Aufgang vom Sternbild des Löwen ins das der Jungfrau. Ein weiteres Indiz, dass der Tagschlot, wie auch die Scharte keine Ergebnisse geologischer Ereignisse waren.

Die Bedeutung des Wort Hochthron kann kann also durchaus wörtlich verstanden werden. Aber es kann auch aus der Wortentwicklung erklärt werden, die ihren Ursprung im Wort `tram´, der tragende Balken haben soll. Aber auch er ist heute noch ein Symbol der Jungfrau, das uns in der überlieferten Gestalt der römischen Göttin Justitia begenet. Die Waage und das Füllhorn waren ihre Attribute. `Jedem das Seine´, war ihr Wahlsprung und genau dies lässt die komplexe Gestalt des Unterberges mit seinen besonderen Eigenschaften auch zu. Eine weitere Erklärung für den Berg der Jungfrau bietet die Visurlinie der großen Mondwende Süd die über den hochthron führt.. Um 3500 v. Chr. markierte hier der Stern Spica um Mitternacht das Äquinoktium. Es ist die gleiche Zeit in der auch die Grabanlagen im Tal des River Boyne erbaut wurden.

Untersberg   Plan neu                                      Der Untersberg mit Spica und Mondvisuren

Istar

Räucherzeremonie mit Istar im Strahlenkranz

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2 Gedanken zu „Der Untersberg – ein Symbol der Himmelskönigin / Teil 2

  1. Wirklich gut, aber bitte lass den blödsinn mit der Fruchtbarkeitsgöttin weg. Der wird derart inflationär für jeden Gott gebraucht den man nicht verstand.
    Ishtar ist eine Mondgöttin die sogar Flügel hat, eine Ilu, das bedeutet strahlend, sie kam vom Himmel und heiratete einen Erdenkönig (daher die heilige Hochzeit) der ihre Flügel versteckte, damit wurde die Herrin des Berges zur Königin der Erde. Und sie hat ein Gegenstück, Ereshkigal, die als Herrin der Erde die in die Anderswelt stieg. Das ganze ist auch mit Freya und noch einer Göttin in germanischen Mythen integriert, die eine Menge über die babylonische Götterwelt wussten. Es wurde nur alles kräftig durcheinander gebracht.
    Im übrigem verweist auch das Blau mit dem Marias Hintergrund ausgekleidet ist, auf ihre göttliche Abstammung. Himmelsgötter werden z.b. auch in Indien blau/grün dargestellt, Erd-Sonnen-Götter dagegen Rot. Das selbe Farbkonzept findet sich auch bei Azteken, Inka und anderen Völkern wobei die Position in Relation zu Babylon als „Nabel der Welt“ steht.

    • Im Vergleich zu anderen Bergen zeigt sich am Untersberg, dass die meisten Kirchen in den Visurlinien der Mond- und nicht der Sonnenwenden erbaut wurden. Auch die Lichterscheinung
      am 15. August beweist, dass die Marienverehrung hier auf weitaus älteren Traditionen beruh-
      en muss. Dies zeigt auch die Anlage der Scharte, bei der nur das Maßsystem des Megalith Yard Zahlen mit einem tieferen Sinn ergebt. Deshalb denke ich, dass die Fruchtbarkeitsgöttin am Untersberg durchaus einen Sinn ergibt.

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