Der Rosenstein – ein Observatorium Teil 1

Rosenstein Sonne

Der Rosenstein, Lithografie von Eberhard Emminger, 1860

( mit Sonne zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende und Mond  während der Großen Mondwende Süd)

`Die Ritter vom Rosenstein, Sie ritten aus beim Sonnenschein, Sie ritten aus mit ihren Knappen, Wenn mit den düsteren Nebelkappen´, lautet die erste Strophe eines Gedichtes, in dem der Schriftsteller Gustav Schwab die Sage vom Rosenstein darstellte. Die düstere Sage der Raubritter, die selbst vor einem Überfall der Kapelle in Beiswang `an einem Sonnendurchfluteten Tag´ nicht zurückschreckten, prägte das Bild des Rosensteins. Noch heute gilt er als einstiger Sitz der Raubritter. Der Sage nach musste ihr Unwesen einigen Schrecken in der Gegend verbreitet haben, da erst das Eingreifen der Truppen Kaisers Rudolf von Habsburg ihr Treiben beenden konnte. Über die Entstehung des Namens Rosenstein gibt die Geschichte kaum verlässliche Auskunft. Erstmals ist der Name im Jahr 1282 Hainricus miles de Rosenstain als Zeuge in einer Schenkungsurkunde erwähnt,

Uneinigkeit herrscht aber darüber ob diese Person tatsächlich existierte, Ebenso unklar ist bis heute der Entstehungszeitraum der Burg. Während der Heubacher Hobby Archäologe Franz Keller bei 1916 das Datum bei auf Grund von Scherbenfunden auf das 11. Jahr-hundert verlegte, sieht der Burgenforscher H.-M. Maurer einen Entstehungs-zeitraum derBburg zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert. Damit würde ihre Erbauung innerhalb der 3. Zeitstufe des Burgenbaues liegen. Zwischen diesen beiden Datierungen liegt auch der Bau der ersten Kapelle in Beiswang, am Westende der Ungerhalde.

Kapelle Beiswang

Kapelle `zur Schmerzhaften Mutter´ in Beiswang

( Ausrichtung auf den Sonnenaufgang am Tag von ` Gratia Maria´ )

Auch hier weist der Flurname auf eine Besonderheit des Ortes hin, denn der Präfix `Unger´ ist eine Abwandlung des mittelhochdeutschen Wortes Ungar. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts, wurden mangels archäologischer Er- kenntnisse, keltische Wallanlagen oder Ruinen aus der Früh- geschichte der Zeit den Hunnen- oder Ungarneinfällen zugeschrieben. Während des 30-jährigen Krieges wurde die Kapelle in Beiswang zerstört und konnte 1680 mit einer Spende wieder aufgebaut werden. Ab 1711 begannen die ersten Wallfahrten zur Kapelle die schon von Beginn an der schmerzhaften Mutter Gottes geweiht war. Mit dieser Wahl zeigt sich auch ihre enge Beziehung zum naheliegenden Rosenstein. Im Gedicht Gustav Schwabs kam sie mit versteckter Symbolik zum Ausdruck. denn innerhalb der christlichen Symbolsprache ist die Rose das Symbol Marias, der Himmelskönigin. In Babylon wurde sie durch die Göttin Ischtar verkörpert, deren heilige Blume die Rose war und im antiken Griechenland galt die Rose als Attribut der Göttin Aphrodite. Sie machte die Rose zum Symbol für Liebe und Schönheit. In der römischen Mythologie wandelt sich Aphrodite zur Göttin Venus, doch die ursprüngliche Symbolik wurde beibehalten. Nach dem Konzil von Ephesus im Jahr 431, einem der großen Artemis Heiligtümer der Antike, begann die theologischen Entwicklung der Figur Marias, der nach und nach die alten Symbole verliehen wurden.

Binswang Maria

Das Gnadenbild von Binswang

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