Der Hohenstaufen und die Sintflut – Teil 1

Jan brueghel der Ältere

         Jan Brueghel der Ältere – Die Sintflut mit Arche Noah 1601
Der Film Noah führt wieder einmal mit eindringlichen Bildern vor, wie ein Schöpfungs- mythus durch triviale Bilder verstümmelt und der Lächer-lichkeit preisgegeben wird. Bei Führungen am Hohenstaufen wird oft die Frage gestellt, aus welchem Grund dieses Bauwerk und sicher auch andere in ähnlicher Form entstanden sind. In diesem Zusammenhang kommt natürlich auch der Begriff Sintflut zur Sprache. In der mittelhoch-deutschen Sprache bedeutet das Wort `sin´ immerwährend. So wurde auch in vielen Erzählungen über die Flut berichtet.

Erst der Kampf unterschiedlicher Glaubensströmungen innerhalb der katholischen Kirche während des 13. Jahrhunderts brachte die Sintflut mit der ähnlich klingende Sünde und dem Strafgericht Gottes in Verbind- ung. Im 17.  und 18. Jahrhundert wurde diese Katastrophe, auch im Hinblick des Gelehrtenstreites ob Katastrophen die eigentliche Ursache für das Bild der Eerde seien, zu einem beliebtem Thema innerhalb der Bildenen Kunst. Laut den Texten der (Gen 7,10–24 EU und Gen 8,1–14 EU) soll die Sintflut ein Kalenderjahr und 10 Tage gedauert haben. Damit hätte die Flut genau 375Tage gedauert. Die Zahlen selbst deuten an, dass sie keine exakte Zeit beschreiben, sondern vielmehr eine symbol- ische Be deutung besitzen. So entspricht der Zahlenwert 375, einem Produkt aus 3x5x5x5 dem den Buchstaben Salomos. Um ein besseres Verständnis des Textes zu bekommen, der sicher vor dem Hintergrund einer globalen Katastrophe verfasst wurde muss zuerst der Name, so- wie das Maß der Arche noch genauer betrachtet werden.
In der hebräischen Sprache bedeutet Arche Kasten oder auch Palast. Die gleiche Bedeutung hat das Wort im akaddischen Gilgamesch Epos. In der Torah wird die Arche mit einer Länge von 300 Ellen, einer Breite von 50 Ellen und einer Höhe von 30 Ellen beschrieben. Auch hier stellen die Zahlen kein exaktes Maß der Arche dar, sondern verkörpern eine symbolische Bedeutung. Im hebräischen Alphabet entspricht die Zahl 300 dem Buchstaben ´Schin´, die 50 dem Buchstaben `Nun´ und die 30 dem Buchstaben ´Lamed´. Eine offensichtliche Verbindung zwischen den Maßen die für diese drei Buchstaben stehen ist, findet sich in der Wurzel des hebräischen Wortes `Lashon´, das Zunge oder Sprache bedeutet. Der Buchstabe `Schin´, welcher einer der drei Buchstaben ist, die `Mütter´genannt werden, verkörpert das Element des Feuers und stellt in seiner spirituellen Eigenschaft die Leidenschaft dar. Gleichzeitig verkörpert der Buchstabe die Fähigkeit, Gedanken und Gefühle in leidenschaftlichen Wörtern auszudrücken.

Dem im spirituellen Sinne oft zerstörerischen `Schin´ folgt der Buch- stabe `Nun´, der für die mitfühlende Empfindsamkeit steht. Ganz be- wußt wird er der Breite der Arche zugeordnet und stellt damit die Weite des Geist- es und .Fähigkeit sich mit anderen zu verbinden dar. Zuletzt wird das Maß um die Höhe oder der Tiefe der Arche mit dem Buch- staben `Lamed´ erweitert.´Er stellt die Erfahrung dar, wenn sich unser leiden-schaftliches Wort mit dem gesamten Kosmos verbindet und sich mit ihm vereinigt und eine neu Wirklichkeit schafft. Die wenigen Zahlen und Worte zeigen, dass mit der Arche kein wirkliches Schiff beschrieb- en wurde, sondern einen ‚Palast des Wissen´, dessen Sprache die Wurzel einer neuen Entwicklung war.

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Kaspar Memberger – Die Sintflut 1588

2. Teil: Die globale Katastrophe als Auslöser einer neuen Entwicklung.

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