Der Hohenstaufen und die Sintflut – Teil 2

Die Katastrophe als Auslöser einer Erneuerung.

Der babylonische Atrachasis-Mythos stellt die älteste Überlieferung dar, in der die Flut geschildert wird. Atrachasis, der `der überaus Weise´ erfährt von dem Gott Enki dass die Götter die Menschheit mit einer großen Flut beseitigen wollen. Enki weist ihn an eine würfelförmige Arche zu bauen um sein Familie und alle Tierarten zu retten. Mit einer ähnlichen Schilderung taucht der Mythos einer Arche später in der Genesis auf. Anhand von Bibelstellen berechnete der irische Theologe James Ussher Im 17.Jahrhundert den Zeitpunkt der Flut auf das Jahr 2501 v. Chr. Bislang gibt es zahlreiche Erklärungsversuche die ein reales Ereignis als Ursache des Mythos sehen. Neben der minoischen Eruption, dem Vulkanausbruch der Insel Santorin, wurde lange Zeit ein Meteoriteneinschlag für den plausibelsten Grund des Mythost gesehen.

barringer krater

Barringer Krater Arizona

So vermutet der Archäologe Bruce Masse von Los Alamos National Laboratory in New Mexiko, dass ein Komet in den indischen Ozean eingeschlagen sei und dort eine gigantische Flutwelle verursacht haben könnte. Dabei habe eine zweihundert Meter hohe Wasserwand die an- liegenden Küsten überrollt und sich dutzende von Kilometer bis in das Landesinnere gewälzt. Das durch die gewaltige Hitze verdampfte Wasser und Gestein sorgte dann in weitem Umkreis für katastrophale Wirbelstürme und andauernden Regen. Doch sorgfältige Prüfungen von Kometeneinschlägen in den letzten 11000 Jahren Eine genaue Prüfung von Einschlägen der letzten 11000 Jahre Geologen Nicholas Pinter and Scott E. Ishman von der Southern Illinois University. widerlegt die Theo- rie eines kosmischen Ursprungs der Sintflut. Eine schlüssiger Erklärung glauben die die amerikanischen Marinegeologen William Ryan und Walter Pitman gefunden zu haben. Während der letzten Eiszeit, der Weichseleiszeit lag der Meeresspiegel um mehr bis zu 150 Meter nied- riger als heute und das Schwarze Meer war ein Süßwassersee. Als sich der Wasserspiegel durch den sprunghaften Temperaturanstieg vor rund 10000 Jahren erhöhte drang das Wasser durch die Bosporusenge und füllte das Becken des Schwarzen Meeres in relativ kurzer Zeit um 80m.

Überschwemmung

Überschwemmung in Brasilien

Durch die Temperaturveränderung begannen die ausgedehnten kont- inentalen Eisschilde Nordamerikas und Asiens abzuschmelzen und damit stieg der Meeresspiegel langsam aber kontinuierlich in jedem Jahrhundert um ungefähr 2 m an.Betrachtet man die Bevölkerungs- verteilung Heute lebt ungefähr die Hälfte der Weltbevölkerung in einem Streifen von bis zu 50 Kilometer von den Küstenlinien entfernt. War die Verteilung in dieser Zeit ähnlich, wenn auch mit andren zahlen beutete es dass spätestens nach zwei Genartion eine Küstenansiedlung wieder aufgegeben werden musste. Da dieser Vorgang sich über einen großen Zeitraum erstreckte und sicher niemand das Ausmaß des Wasseran- stieges abschätzen konnte blieben Berge der einzige Zufluchts- und Hoffnungsort der Menschheit. Nur der Fels garantierte noch die Stabilität im stetigen Vordringen des Wassers. Mit dem Bild des Berge begann auch die Schöpfungsgeschichte der ägyptischen Mythologie. Sie erklärt den Beginn mit dem Zeitpunkt, als Atum, der Selbstentstandene, aus der Urflut geboren wurde und im selben Augenblick sich durch seine Schöpfungskraft der Urhügel aus dem Urgewässer erhoben hat.

olymp steffani Gipfel

Der Olymp – Stefani Gipfel

Zum Zeitpunkt der vermuteten Entstehung des Hohenstaufen hatte der Meeresspiegel erst knapp die Hälfte der heutigen Höhe erreicht. Damit war die Angst vor dem weiteren Vordringen sicher nicht unbegründet. Dies dürfte mit ein Grund gewesen Kultstätten wurden auf Bergen an- zulegen. Für die ersten Bauwerke der neuen Warmzeit des Mittelholo- zäns wurden sie so zum Vorbild, das mit einfachen Mittel der Trocken- mauertechnik nachgeahmt werden konnte. Die durch die lang anhalt- ende Flut hervorgerufene Bevölkerungswanderung löste sicher einen Entwicklungsschub innerhalb der Sprachen aus genauso wie sie die religiösen Vorstellen der Menschen veränderte. Da die Unterwasser- archäologie noch immer ein Nischendasein besitzt, sind bislang nur spärliche Überreste dieser Flutkatastrophe gefunden worden, wie die Reste einer Terrassenanlage vor der Insel Okinawa oder die Tempel vor Pura Tembok auf Bali.

Pura Tempok

Tempel vor Pura Tampok

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