Pfullinger Sagenwelt – der Ursulaberg Teil 2

Die Entstehung des kegelförmigem Georgenberges, der zwischen dem Stadtgebiet Reutlingens und Pfullingens liegt, wird von Geologen durch den Ausbruch des Schwäbischen Vulkans erklärt. Vor rund 15 Millionen Jahren drang im Gebiet zwischen Kirchheim, Filderstadt und Urach Wasser in eine Magmablase, das zu zahlreichen Expolsionskratern und Kegeln am Rande der Schwäbischen Alb führte. Vom Plateau des Georgenberges aus betrachtet, schiebt sich der Ursulaberg wie ein künstlicher Horizont vor die dahinterliegende Alb. Dennoch lässt er den Blick auf den Drackenberg und den Geländeinschnitt des Arbachtales frei. Vom Georgenberg aus liegt dieser markante Geländeeinschnitt genau auf der Linie des Frühlings-und des Herbstäquinox. Beide Daten fielen nicht nur mit den alten Festen Ostara und dem Erntedankfest zusammen, sond- ern waren auch mit Bräuchen verknüpft, die in ländlichen Gegenden teilweise Heute noch anzutreffen sind.
An Ostara, dem heutigen Osterfest wird mit einem Segnungsritual, der Feldweihe, die Bestellung der Felder vorbereitet. Dazu werden sie von den Bauern abgeschritten und an den Ecken heilige Kräuter, meist Pfef- ferminze, Schlüsselblume, sowie die Äste des Weidenbaumes, zusam- men mit einer Kerze in den Boden gesteckt. Während des Rituals bitten sie dann um eine reichhaltige Ernte und um Schutz für die Felder für die Zeit bis zur Ernte. Ein Erinnerung an diese Zeitpunkte ist noch im Name des Gewässers Arbach enthalten. Der Präfix `Ar´ ist verwandt mit dem althochdeutschen Wort `aran´, das mit Ernte übersetzt wird. Er leitet sich wiederum aus dem germanisch Wort `arjan´ pflügen oder ackern ab.
In der griechischen Mythologie war Demeter die matriarchale Vegetat- ionsgöttin, die den Völkern den Getreideanbau und den Umgang mit dem Pflug lehrte. Das Bild der Göttin die das Pflügen lehrte prägte auch die nordische Götterwelt. Noch Heute gibt es eine Sage von der Ehren- bürg bei Forchheim, der Walberla. Dort soll die die Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus ihren goldenen Pflug begraben haben. Erst wenn er einmal wieder ans Tageslicht kommt, kann er alle Menschen der Umgebung aus ihrer Not erretten. Während mit dem Äquinox das bäuerliche Jahr abgesteckt wird, kündigen 2 Tage im Februar seinen Beginn an: Der 1.Februar, das frühere keltische Lichtfest Imbolc das der keltischen Göttin Brigid geweiht war. Sie wird im kontinentaleuropäischen Raum auch mit der Bärengöttin Artio in Verbindung gebracht. Der zweite wichtige Tag, der auch für das kommende Wetter von Bedeutung war, war der 22.02, dem heutige Tag Petri Stuhl. Nach dem Herbstäquinox folgte der 21.10 als wichtiger Wettertag und späterer Tag der Heiligen Ursula.

Ursulaberg 01

Das Arbachtal

Teil 3:  Von der Urschel zur Ursula

 

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