Pfullinger Sagenwelt- der Schönberg

Schönberg Pfullingen

Schönberg Pfullingen um 1923

Der Schönberg ist die höchste Erhebung südlich von Pfullingen. Er gehört zu einem Bergmassiv dass in früheren Zeiten Ahlberg genannt wurde un daus mehren Gipfeln besteht. Aus Pfullingen führt die alte Heergasse in diese Richtung über die eine Sage berichtet: In der Weih- nachtszeit kommt, so wird berichtet, kommt’s Mottles Heer die Heer- gasse herunter. Der Narne „Mottles Heer“ kommt vermutlich von „Moutes Heer“ und heißt soviel wie wildes Heer. Die Kinder wurden dann angewiesen, ganz leise zu sein und ja nicht die Fenster aufzumachen, sonst würden sie mitgenommen werden! Das Mottles Heer kündigt sein Kommen schon von weitem an mit dem immer wiederkehrenden Ruf „Aus em Weg, aus em Weg!“. Ein orkanartiger Wirbelsturm kommt auf und eine Meute wilder Jäger und Reiter stürmt mit lautem Geschrei die Heergasse herunter.
De Sagen des wilden Heeres das in den Rauhnächten von Weih nacht- en bis zum 6.Januar sein Unwesen trieb ist weit verbreitet. Nicht nur in der Region gibt es unterschiedliche Abwandlungen auch im Schwarz- wald Bayern und Österreich oder Schweden gibt es Erzählungen über das Geisterheer. in dieser Zeit jagt dort Odin die Waldfrau Skogsrå, Diesen Raunächten die den Jahreswechsel markieren,wurde früher eine große Bedeutung zugemessen dür die Zukunft zugewiesen.

Wilde Jagd

Die Wilde Jagd

In Wahrheit erinnert diese Zeit an die frühen Anstrengungen der Kirche eine neue Kalenderrechnung einzuführen. Für die frühen Christen be- gann das neue Jahr im Zusammenhang mit der Geburt Jesu am 6. Januar. Erst um 354 bestimmte der damalige Papst den 25. Dezember, also den Tag kurz nach der Wintersonnenwende, als Weihnachtstag und damit als den Tag der Geburt Jesu. Dieses Datum wurde nicht nur als Ersatz der römischen Feiern für den Sonnengott Sol-Invictus ge- wählt sondern be ruhte auch auf fehlerhaften Berechnungen. Der röm- ische Kaiser Tertullian, behauptete im Jahr 200 dass der 14. Nisan, der Todestag Jesu nach dem jüdischen Mondkalender sei und er dem 25. März des römischen Sonnenkalenders entsprechen würde. Der 25. März wurde aber von den Christen auch als Tag der Verkündigung Mariens gefeiert – woraus sich, wenn man neun Monate addiert, der 25. Dezember als Geburtsdatum ergibt. Davon war später auch der heilige  Augustinus überzeugt, wie er dies in seiner Schrift über die Dreifaltigkeit schreibt. In seiner Schrift über die Vorzeit Reutlingens und seiner Um- gegend vertritt Theophil Rupp 1869 die These, dass der Name Schön- berg, der früher noch Schemberg genannt wurde, durch den alten Be- griff Schemen entstand. Er stand für Masken oder Larven.  Rupp sah darin eine Er- innerung an Umzüge vorchristlicher Religionen, die mit verhüllten Götterfiguren durchgeführt wurden. Die Zeremonie der Ver- mummung sah Rupp auch  in dem Glauben an die Verwandlungs- fähigkeit der Götter begründet. So erschien Odin in der nordischen Mythologie als Vogel, Fisch oder Schlange. In dieser Beziehung sah Rupp auch Parallelen zu römischen Totenfeiern, bei denen den Verstorben an Kreuzwegen gedacht wurde. Dabei wurden die guten Geister Laren, die bösen Larven oder Lemuren genannt. Dass der Berg einst ein Sitz mehrerer Götter gewesen war sieht er auch in der ur- sprünglichen Be- zeichnung Ahlberg, da der Sufix `ahl´ in der germ- anischen Sprache Haus oder Sitz bedeutete. Auf dem abgestuften Plateau führt heute noch ein breiter Weg um den eigentlichen Gipfel,  der Rupps Gedanken eines Prozessionsweges durchaus plausibel erscheinen lässt.

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