Die Vogelherdhöhle

Noch immer werden Höhlen aus dem Neolithikum hauptsächlich aus der Sicht der Geologie betrachtet. Mit ein Grund dürfte das Bild von einer Jäger- und Sammlerkultur Kultur sein, deren Behausung natürliche Höhl en gebildet haben sollen. Doch niemand hat diese geradezu unöko- nomische Lebensweise bisher experimentell nachgewiesen. Dennoch wurden Knochen und Werkzeugreste in Höhlen immer als Reste von Lagerstätten betrachtet.

vogelherd 03

Eines dieser Beispiele ist die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen im Lonetal. Sie gilt aus geologischer Sicht als Karsthöhle mit einer unge- wöhnlich geringer Gesteinsüberdeckung. Bekannt wurde die Höhle durch zahlreiche Elfenbeinfiguren aus der Epoche des Aurignacien. Eines der Kunstwerke, das Wildpferd aus Elfenbein gilt mit seiner Datierung auf die Zeit um 32.000 v. Chr. als eines der ältesten Kunst- werke der Menschheit. Nebenzahlreichen Werkzeugen wurden dort noch auch noch eine Mammut-, eine Bison- und ein Rentierfigur gefund- en. Die Erforschung der Höhle begann durch einen Zufallsfund im Jahr 1931, Dabei stellte der Tübinger Prähistoriker Gustav Riek. eine Besied- elung der Höhle zwischen Eem-Warmzeit bis in die frühe Bronzezeit fest.

Die große Vogelherdhöhle hat zwei Mundlöcher die über einen gebog- enen Gang miteinader verbunden sind. Der Abschnitt zur kleineren Vogelherdhöhle mit dem Ausgang im Nordwesten ist bis auf einen Spalt verschüttet, Die Archäologen glauben dass die höhle auf Grund ihrer Südausrichtung saisonal, während den Jagdzeiten bewohnt war. Zahl- reiche Tierknochen, die an einigen Stellen gefunden wurden sollen diese These stützen. Der Grundriss der vollständigen Höhle zeigt aber, dass diese Annahmen falsch sind, Denn die drei Zugänge verliehen der höhle eine Eigenschaft die sie weitaus wertvoller machte. Sie liegen jeweils zu passenden Sonnenauf- und Untergangrichtung und so konnte der Innen- raum als ein solares Kalendarium benutzt werden.

Vogelherdhöhle MondVogelherdhöhle Sonne

So bot der südöstliche Zugang, dessen Wände in der Richtung der Großen südlichen Mondwende verliefen den idealen Punkt um die Mondwende, sowie die Wintersonnenwende zu beobachten Raffinierter war jedoch der südwestliche Zugang angelegt, wo die Sonne gleich in mehreren Untergangspositionen zwischen Wintersonnenwende und dem Äquinoktikum ihr Licht in den Innenraum warf. Auch am Umgang der großen Vogel-herdhöhle lässt sich der Punkt rekonstruieren, wo damals das Licht zur Winter- wie zur Sommersonnenwende auftraf.

Vogelherdhöhle Zugang

Natürlich kann diese geometrische Eigenschaft der Höhle rein zufällig durch Auswaschungen im oberen Jurakalk entstanden sein, doch schon die drei präzis abgestimmten Öffnungen und die Übereinstimmung des Lichteinfalls an kalendarisch wichtigen Tagen mit einigen Nischen, lässt auf eine bewusste Gestaltung des Innenraumes vor rund 40.000 Jahren schließen. Auf Grund dieser Betrachtung muss die Vogelherdhöhle einer ganzen Reihe von Kulthöhlen auf der Schwäbischen Alb zugeordnet werden die heute noch als Wohnhöhlen betrachtet werden. Da auch die Proportion einiger Abschnitte der Höhle eine Ähnlichkeit zu den damals geschaffenen die Eiszeitfiguren aufweist, ist dies ein weiterer Hinweis auf eine nicht natürliche Entstehung der Vogelherdhöhle.

Vogelherdhöhle Proportion

Goldener Schnitt Mammut be

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s