Pfullinger Sagenwelt – der Schönberg

Schönberg Pfullingen

                                   Schönberg Pfullingen

 

Der Schönberg ist die höchste Erhebung südlich von Pfullingen. Er ge- hört zu einem Bergmassiv dass früher der Ahlberg genannt wurde un daus mehren Gipfeln besteht. Aus Pfullingen führt die alte Heergasse in die Richtung des Schönberges über die eine Sage berichtet: In der Weihnachtszeit kommt, so wird erzählt, .kommt ’s Mottles Heer die Heergasse herunter. Der Narne „Mottles Heer“ kommt vermutlich von „Moutes Heer“ und heißt soviel wie wildes Heer. Die Kinder wurden dann angewiesen, ganz leise zu sein und ja nicht die Fenster aufzumachen, sonst würden sie mitgenommen werden! Das Mottles Heer kündigt sein Kommen schon von weitem an mit dem immer wiederkehrenden Ruf „Aus em Weg, aus em Weg!“. Ein orkanartiger Wirbelsturm kommt auf und eine Meute wilder Jäger und Reiter stürmt mit lautem Geschrei die Heergasse herunter.
De Sagen des wilden Heeres das in den Rauhnächten von Weihnacht- en bis zum 6.Januar sein Unwesen trieb ist weit verbreitet. Nicht nur in der Region gibt es unterschiedliche Abwandlungen auch im Schwarz- wald Bayern und Österreich oder Schweden gibt es Erzählungen über das Geisterheer. in dieser Zeit jagt dort Odin die Waldfrau Skogsrå, Diesen Raunächten die den Jahreswechsel markieren,wurde früher eine große Bedeutung zugemessen für die Zukunft zugewiesen. In Wahrheit erinnert diese Zeit aber an die frühen Anstrengungen der Kirche eine neue Kalenderrechnung einzuführen. Für die frühen Christ- en begann das neue Jahr im Zusammenhang mit der Geburt Jesu am 6. Januar. Erst um 354 setzte der damalige Papst den 25. Dezember, also kurz nach der Wintersonnenwende, als Weihnachtstag und damit als Tag der Geburt Jesu fest. Dieses Datum wurde nicht nur als Ersatz der römischen Feiern für den Sonnengott Sol-Invictus gewählt, sondern beruhte auch auf fehlerhaften Berechnungen.
Der römische Kaiser Tertullian, behauptete im Jahr 200 dass der 14. Nisan, der Todestag Jesu nach dem jüdischen Mondkalender sei und der dem 25. März des römischen Sonnenkalenders entsprechen würde. Der 25. März wurde aber von den Christen auch als Tag der Verkünd- igung Mariens gefeiert – woraus sich, wenn man neun Monate addiert, der 25. Dezember als Geburtsdatum ergibt. Davon war später auch der heilige Augustinus überzeugt, wie er dies in seiner Schrift über die Drei- faltigkeit schreibt.. In seiner Schrift über die Vorzeit Reutlingens und seiner Umgegend vertritt Theophil Rupps 1869 die These dass der Schönberg, der früher noch Schemberg genannt wurde durch den alten Begriff Schemen entstand., der Masken oder Larven bezeichnete Rupp sah darin eine Erinnerung an Umzüge vorchristlicher Religionen die mit verhüllten Götterfiguren durchgeführt wurden. Die Zeremonie der Ver- mummung sah Rupp in dem Glauben an die Verwandlungsfähigkeit der Götter begründet.So erschien Odin in der nordischen Mythologie als Vogel, Fisch oder Schlange. In dieser Beziehung sah Rupp auch Paral- lelen zu römischen Totenfeiern, bei denen den Verstorben an Kreuz- wegen gedacht wurde. Dabei wurden die Guten Geister Laren die bösen Larven oder Lemuren genannt. Dass der Berg einst ein Sitz mehrere Götter gewesen war sieht er auch im ursprünglichen Bezeichnung Ahlberg, da der Sufix `ahl´ in der germanischen Sprache Haus oder Sitz bedeutete. Auf dem abgestuften Plateaus auf dem der eigentliche Gipfel führt heute noch ein breiter Weg herum, der Rupps Gedanken eines Prozessionsweges durchaus plausibel erscheinen lässt.

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