Maes Howe – die Symbolik des Bauens Teil 3

Maes Howe

Das um 3200 v. Chr erbaute Hügelgrab Maes Howe liegt auf der schottischen Orkneyinsel Mainland und gehört inzwischen zum Teil des UNESCO Weltkulturerbes The Heart of Neolithic Orkney. Zur Zeit der Erbauung lag der Meeresspiegel noch etwa 30m unter dem heutigen Nivau und die mittlere Temperatur war höher als Heute. Die plötzliche Klimarerwärmung nach er letzten Eiszeit wird als Atlantikum bezeichnet und war sicher auch mitverantwortlich für eine Blütezeit in Mitteleuropa. Zeitgleich begann sich in Ägypten aus der Naqada Kultur, der prädynastischen Epoche Ägyptens, das ägyptische Großreich zu entwickeln. Eines der Bauwerke, das Fort in Hierakonpolis entstand in einem ähnlichen Zeitraum wie Maes Howe. Werden dessen Längen in das Maß des Nippur Fußes umgerechnet hat die Längsseite eine Länge von 234 und die Schmalseite eine Länge von 205 Fuß.

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Auf die Verwandtschaft der Nippur Elle mit dem Megalith Yard des Nordens wurde bereits im Artikel über Stonehenge hingewiesen. Das ganzzahlige Verhältnis der beiden Maßstäbe, das in einem Verhältnis von 8 zu 5 steht, deutet bereits auf eine enge kulturelle Beziehung zwischen den Siedlungsräumen in Nordeuropa und dem Mittelmeeraum hin. Dennoch haben die Bauformen  zu dieser Zeit einen grundlegenden Unterschied. Während im Norden polygonale Formen vorherrschen, zeigt das Fort in Hierakonpolis schon die rechteckige Geometrie, die für die südliche Bauweise typisch werden wird.

Schon die Kragkonstruktion des Ganggrabes von Maes Howe zeigt eine technische Ken- ntnis die sich auch in der mathematisch-astronomischen Konzeption der Anlage nieder- schlägt.Der elipsoide Umriss der Anlage kann über 4 Kreise mit je 100 MY Durch messer, oder mit der Näherungskonstruktion durch zwei Hilfskreise von je 144 MY Durchmesser konstruiert werden. Dabei liegen die vier Kreismittelpunkte auf den Eckpunkten einer Raute, von der zwei Seiten wiederum  mit der Richtung der Großen Mondwende Süd   übereinstimmen. Das Motiv der Raute ist ein häufig auftauchendes Symbol in den Megalithbauten der  Orkney Inseln und dürfte mit eines der am frühesten verwandten Zeichen sein. Kunstgeschichtlich wird die Raute als abstraktes Symbol der weiblichen Frucht-barkeit betrachtet. Matriarchatsforscher sehen dieses Zeichen auch als direkten Ausdruck einer matriarchal geprägten Kultur. Doch das Zeichen der Raute muss differenziert betrachtet werden. In Maes Howe haben ihre Diagonalen win Verhältnis von 1 zu 2 und dieses  weit davon entfernt den erwähnten gleichschenklig gezeichneten Symbolen.  Der Vergleich mit einer Spirale zeigt aber dass auch die Raute den Gedanken eines stetigen Wachstums zum Ausdruck bringt. Doch sie verkörpert noch einen weiteren Gedanken der mit unsrem Weltverständnis nicht mehr vereinbar ist. Die alten Mytholgien erzählen noch von einem Weltenbaum der das Himmelsgewölbe abstützt. In der nordischen Mythologie steht er direkt unter dem Himmelspol im Norden. Deshalb war die Nordrichtung wichtiger als die Ost-Westrichtung. Erst später entwickelte sich das aus einem Quadrat entwickelte Kreuz der Windrose.

Maes Howe Plan a

                                     Maes Howe Grundriss

Die Lemniskate, die liegende Acht, ist das Zeichen der Vollendung, das Unendlichkeits- symbol. `Entwirrt´ ergibt die Lemniskate eine Ellipse, dem Symbol der Dualität. Sie ent- steht aus der Urform des Kreises der sich trennt, wobei die beiden gepressten Bögen die Schrägansicht des Sonnen- und Mondlaufes darstellen und somit auch ein Zeichen von Auf-und Abstieg sind. Geschickt wird in der Konstruktion von Maes Howe dieser ewige Zyklus des Werdens und Vergehens durch die Einbindung von Sonnen- und Mondrichtung erreicht.

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