Das Rätsel der Teck – Teil 1

Die erste Erwähnung der Burg die dem Berg seine Namen gab erfolgte in einem Vertrag von 1152 zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Herzog Konrad von Zähringen. Dort wurde sie noch Castrum Thecche genannt. Viele Versuche gab es bisher den Ursprung des Namens zu ergründen, Doch auch in der Ausstellung anlässlich des 850-jährigen Jubiläums der Burg in Owen mussten die Ausstellungsmacher eingestehen dass es bislang keine wissenschaftlich belegte Herleitung des Namens `Teck´ gibt. Die Bandbreite der Interpretationen reicht von der Abstammung aus einer alten Bezeichnung für Ecke bis zur Vermutung dass der Name seinen Ursprung im keltischen Wort `Tec´ haben könnte, Doch auch die Vermutung dass das Wort mit Licht oder Sonne zu übersetzen, hält einer näheren Überprüfung nicht stand.

Kirchheim Schloß                                   Schloß Kirchheim

Um die Teck verstehen zu können, ist es notwendig die Spurensuche in Kircheim unter Teck be ginnen zu lassen. In dem Schloss, das 1538 als Eckbastion errichtet wurde und zu den 7 Landesfestungen zählte die Herzog Ulrich nach seiner Rückkehr aus dem Exil errichten ließ, finden sich noch jene Fixpunkte, die in frühgeschichtlicher Zeit Teil eines überregionalen Vermessungssystem waren. Der schlichte Zweckbau der als Fachwerk-konstruktion über einem massiven Sockelgeschoß ausgeführt wurde, besitzt einen Grund- riss der sich an die Form einer Raute anlehnt. Damit greift er eine geometrische Form auf die da ursprüngliche Wappen Konrad von Zähringens bestimmt:  Die `Tecksche Wecke´. Sie stellt eine schräge Raute dar und bildet das Grundmuster des Wappens in der Darstellung auf der Züricher Wappenrolle von 1340. Die Betrachtungen von Hügelgabes von Maes Howe oder auch Castel del Monte zeigten wie astromische Gesichtspunkte bei der Formfindung eine Rolle spielten. Doch auch zur Zeit der Erbauung des Schlosses im 16. Jahrhundert scheinen diese Gesichtspunkte eine Rolle gespielt zu haben. Im Süden und im Norden bestimmen zwei unterschiedliche Fluchtlinien die Gestaltung des Grundrisses der mit zwei auffälligen Richtungen in Einklang steht.

Plan Sonnenwende Schloß                      Schloß Grundriß: Mond- Sonnenwende mit Bezugslinie Limburg

Schloß Kirchheim Bezugslinien                                  Grundriß – Bezugslinien

Die Schräge im Süden folgt der Sonnenaufgangsrichtung über der Limburg zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende und die im Norden, der Linie Egelsberg-Limburg. Gleichfalls wird am Plan deutlich, dass wichtige Punkte innerhalb der Geometrie auch durch die Richtung der kleinen und der großen Mondwende, sowie dem Äquinoktikum bestimmt wurden. Hier folgt die Gestaltung einer Tradition die auch bereits in keltischen Viereckschanzen zu Tage tritt. Am Beispiel der Schanze im Oeetinger Forst bei Wassertrüdingen wird deutlich, wie der Umriss über die Diagonale der kleinen Mondwende Süd, sowie Proportionen und Zu- gänge über die Wintersonnenwende festgelegt wurden.

K                                  Keltenschanze Oeetinger Forst – Wassertrüdingen

Folgt man bei Teckberg den Fluchtlinien der Wintersonnenwende so passt sich der Teckberg perfekt zwischen zwei über den Egelsberg und die Limburg laufenden Linien ein. Bereits dieser Aspekt lässt erahnen, dass die Sybillensage eine ganz natürlichen Hinter- grund hatte und keinesfalls ein Produkt des 18.Jahrhunderts war, wie des der Schwäbisch Gmünder Historiker Klaus Graf in einer Studie schrieb.

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