Das Rätsel der Teck – Teil 2

teck Burg                                                       Burg Teck von Südwesten

Unterhalb des Felsenplateaus liegen zwei Höhlengänge die ihren Namen durch die Das Sibyllensage erhielten. Sie erzählt von einer schönen weisen Frau die den Menschen im Tal viel Gutes tat. Doch die Frau hatte aber drei missratene Söhne die auf Burgen rund um die Teck hausten und von dort aus zu Raubzügen durch das Land aufbrachen. Aus Kummer darüber beschloss die Sibylle das Land zu verlassen. Als ihre Wagen spur wurden lange Zeit zwei parallele Linien auf den Feldern nahe der Teck gedeutet. Doch Grabungen zeigten dass dies verfüllte Gräben des einstigen Lautertallimes waren. Die Sage der Sibylle ist nur ein Aspekt der die Teck mit den Legende des Mittelmeerraumes verbindet. Die ältesten Spuren des Namens finden sich in den sibyllinischen Orakeln die zur Zeit von Solon und Kyros auf dem Berg Ida, dem Heiligtum der Magna Mater Kybele erstellt worden zu sein sollen. Eine aus Babylon stammende Priesterin, die im 6.Jahrhundert v.Chr. die erste Priesterin des Orakels von Cumae in der Nähe von Neapel war, soll die verbliebenen drei Bücher dem letzten legendären römische König Tarquinius Superbus verkauft haben. In Rom zählten die Bücher zu den wichtigsten Schätzen. Die Wächter der Sibyllinischen Bücher hatten nicht nur die Oberaufsicht über die Verehrung des Apollon, sondern wachten auch über die Kulte der Magna Mater Kybele sowie der Ceres, deren Kult mittels der Bücher eingeführt wurde.

Sibylle von Cumae 1450 Andrea_del_Castagno                                             Sibylle von Cumae, Bildnis 1450

Über den Ursprung der Sybillensage gibt es unterschiedliche Deutungen, doch nur eine
trifft die Besonderheit des Ortes und lässt Rückschlüsse auf sein früher Funktion zu. Der Gutenberger Pfarrer Karl Gußmann sah am Beginn des 20. Jahrhunderts die Sibylle von der Teck keinesfalls als eine Hexe wie sie oft interpretiert wurde. Er glaubte an den Kern der Sage und hielt die Gestalt für eine weise und segenspendende Frau in der das Bild der germanischen Göttin Freya weiterlebte. Sie galt als Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings, aber in ihrer späteren Entwicklung auch als Zauberin und Todesgöttin. Erst im späten Mittelalter, so Gußmanns Auffassung verschmolz diese Gestalt mit der prophetischen Königin von Saba, der Freundin des Königs Salomo, die als 13. Sibylle und als Heilige galt. Gußmanns Interpretation wird Adurch meherer Punkte unterstützt. Einer zeichnet die Lage der Teck aus, die zusammen mit den bereits dargestellten Ursulaberg im im Südwesten und dem Rechberg im Nordosten auf der Linie der Wintersonnenwende liegt. Dies wäre an sich nicht ungewöhnlich wenn nicht das Verhältnis der Abstände zueinander genau 12 zu 7 betragen würde. Ein Zahlenverhältnis das in der antiken Deutung die Einflüsse des Tierkieses mit seinen 12 Sternbildern sowie denen der 7 damals bekannten Himmelskörpern darstellte. Während auf der Teck und dem Ursualberg nur noch Sagen eine Rest der Erinnerung bewahrten lebte sie auf dem Recherg in Gestalt der Wallfahrt weiter.

                                          Der Teckberg mit Bezugsrichtungen

Teck Plan 01 neu

Sibyllenhöhle Plan                                      Sibyllenhöhle mit Sonnen-und Mondwenden

Auch die Lage des Sibyllenloches und der Gegenhöhle zeigt, dass deren exakte Aus richtung nur durch einen höchst selten natürlichen Vorgang zustande kommen konnte Die differenzierte Ausformung der Höhle unterhalb der Teck weist darauf hin dass sie bereits in frühgeschichtlicher Zeit als Kultort diente und nicht als Rückzugsort wilder Tiere.
Da der Raum auf die Sonneneinfallswinkel zu bestimmten Kalenderdaten abgestimmt war, lässt er sich drei Abschnitte gliedern. Im vorderen Teil ist das Licht der untergehenden Sonnen während des Äquinoktikums zu sehen, im mittleren an den Tagen des 02. Mai oder des 01. Oktobers und im hinteren Teil nur zur Sommersonnenwende. Die Höhle wäre eine mögliche Verbindung zu antiken Orakelstätten der Sibyllen die meist in Höhlen oder Grotten lagen. Doch die konsequente Ausrichtung der Höhle spricht eher für einen Kultort an dem auf das Datum abgestimmt rituelle Handlungen vollzogen wurden. Die Lage im Fels zeigt Parallelen zu den Heiligtümern der kleinasiatischen Berggöttin Kybele, deren Verehrung in Phrygien um 1000 v.Chr. begann. Im Kult der Kybele vollzog sich der Kreis- lauf des Lebens mit der heiligen Hochzeit einer Furchtbarkeitsgöttin mit einem Sonnengott zur Sommersonnenwende gefeiert. Der Vollzug der Heiligen Hochzeit vereinigte die göttliche Lebenskraft mit der Natur und der Menschheit und sorgte damit für die Fruchtbarkeit und den Fortbestand des Lebens. Doch der Kreislauf des Lebens begann mit der Geburt des Sonnengottes am kürzesten Tag des Jahres, der Wintersonnenwende und an diesem Tag scheint das Licht in die Gegenhöhle des Sibyllenloches. Der Kultort auf der Teck, zu dem noch weitere, wie  die Burg Sulzburg oder der Wielandstein zählten, bietet aber noch keine schlüssige Erklärung für den Namen.

Quelle: Höhlenplan von der HFG Kirchheim

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s