Das Rätsel der Teck – Teil 3

Der Verfasser eines englischsprachigen Buches versuchte am Beginn des 20. Jahrhunderts den Namen Teck vom Begriff Eck abzuleiten. Der Erklärung wäre naheliegend da das althochdeutsche Wort `egga´ oder `ekka´ auf diesen Ursprung hindeutet. Da das Felsplateau das im Südwesten eine markante Ecke besitzt legt eine solche Interpretation nahe. Zu der eher volkstümliche Bezeichnung des Felsplateaus gibt es noch weitere Deutungen die den Ursprung des Namens auch in der keltischen Sprache suchen. Eine Interpretation sieht die Abstammung im keltischen Wort `Tec´, das hier mit Licht oder Sonne übersetzt wird. Doch auch hier greift die Interpretation zu kurz, denn im keltischen Wortschatz wird` tecco´ mit blond und schön übersetzt, Die vielfältigen Deutungsversuche machen es notwendig zum Usprung zurückzukehren. Eine erste urkundliche Erwähnungen der Burg Teck unter dem Namen Castrum Thecche geht auf einen Vertrag im Jahr 1152 zurück der zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Herzog Konrad von Zähringen geschlossen wurde. Mit dem Wort `thechen´, dem heutigen decken findet sich ein ähnlich klingendes Wort aber erst in der mittelhochdeutschen Sprache. Um die Logik des Ortes weiterzuführen wäre dann eine mögliche Deutung des Namens Teck als Dach, was ihrer außergewöhnlichen Winkelform und Höhe entsprechen würde.

Teck Plan 02                              Die Teck, Visierpunkt von Sonnen- und Mondrichtungen

In dieser Winkelform zeigen sich aber eine Reihe von Anomalien die eine Erwähnung evrdienen. Der Winkel von 130° unter dem sich die Teck nach Westen öffnet entspricht mit der 13 den Lunationen eines Mondjahres und seine Teilung er gibt 5 gleiche Winkel zu je 26°. Vom Mittelpunkt aus betrachtet liegen dann die Limburg sowie der markante Erkenberg lauf auf diesen Winkelschenkeln. Dabei entspricht die Richtung zur Limburg dem Sonnenaufgang am 02.05 dem keltischen Lichterfest Beltane und die zum Erkenberg dem Sonnenaufgang am Äquinoktium. All dies kann noch als eine Laune der Natur gedeutet werden, doch auch die Winkelhalbierende von 130° fördert noch einen weiteren Aspekt zutage der zu denken gibt. In dieser Richtung erschien noch um 800 v. Chr. während der Wintersonnenwende das Sternbild Jungfrau über dem Horizont.
Dass die alten Erinnerungen an die Bezüge schließlich in die Sibyllenlegende einflossen lag sicher auch an der Beliebtheit der Weissagung der Sibylle im späten Mittelalter.

Cumae                                                        Sibyllengrotte Cumae

Als Prophezeiung der 13. Sybille wurden die Weissagungen einer Frau bezeichnet die um 532 v. Chr. von König Salomo aufgezeichnet worden sein sollen. Sie stellten ein Mischung aus Heilserwartung der Kirche bis hin zur Ankunft eines Endzeitkaisers dar. Doch mittler- weile gelangten Sagenforscher zur Überzeugung dass die Schriften nicht wie angenom- men aus der Hand Salomos oder dessen Umfeld stammen , sondern das Werk einer verarmten Hellseherin aus Prag war das im 13. Jahrhundert entstand. Da der Ort der durch seine lange Geschichte als Kultort für die Bevölkerung sicher auch noch im frühen Mittelalter eine große Bedeutung hatte konnte er nur durch einen Namen umgewidmet werden der eine ebenso große Strahlkraft besaß und gleichzeitig das Erbe eines `heiligen Berges´ besaß.

Xenophon                           Politiker, Schriftsteller, Feldherr und Ökonom  Xenophon

Dies führt auf die Spur einer möglichen Namensentstehung mit Hilfe einer Gründ-ungslegende. Diese Form der Legenden erfreute sich bei Kelten wie bei Griechen oder Römern großer Beliebtheit. So führten die Kelten ihren Stammbaum auf den antiken Halbgott Herakles zurück und die Römer auf Trojaner und die ihrerseits sich wieder auf eine mythische Verbindung zu Göttern und Halbgöttern beriefen. In der Anabasis, einer sehr beliebten Schrift und Erzählung des späten Mittelalters spielt jener Kyros eine Hauptrolle der bereits für die Weitergabe der Sibyllenbücher verantwortlich war. Mit seinem Feldzug nach Babylon legte er im 5. Jahrhundert v. Chr. die Grundlage für den späteren Eroberungsfeldzug Alexanders des Großen. Bekannt machte ihn der Schriftsteller und Politiker Xenophon, der den Rückzug seiner Armee über verschneiten Pässe ans Schwarze Meer schilderte. Es war jener Zug der legendären 10 000 Krieger die später als Vorbild für Aufopferung und Märtyrertum galten.

Thalatta 01                                 Das griechische Heer erblickt das Schwarze Meer

hr Ruf `Thalatta, thalatta´. `Das Meer, das Meer!´ ging in die Geschichte ein. In seinem autobiographischen Bericht schildert Xenophon die dramatischen Stunden auf dem heiligen Berg Theches dem heutigen Khatschkhar-Dagh, wo das Heer beim Anblick des Meeres nach dem verlustreichen Marsch endlich Hoffnung schöpfte. Da es keine Urkunden aus der Zeit gibt als der Namen Theches wie aus dem Nichts auftauchte, bleibt der Gedanke Spekulation. Doch die Vielzahl antiker Gründungslegenden, sowie die Beliebtheit der Anabasis als Vorbild späterer Märtyrerlegenden lässt es durchaus plausibel erscheinen, dass die neuen Herrn der Teck sich als Nachfahren jener legendären 10.000 Krieger verstanden hatten, die einst gegen das persische Großreich gekämpft hatten. Die Vielzahl von Sonnenbeobachtungspunkten die sicher seit dem Neolithikum mit der Teck verknüpft waren, zeigen heute noch deren einstige Bedeutung. So konnte nur ein großer Name damals diese Bedeutung ersetzen und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in eine andere Richtung lenken. Doch im Namen der Sybille haben sich eben viele Ebenen dieser langen Geschichte bis Heute erhalten.

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