Der Hornberg

Eierberg be                                           Blick vom Hornberg zum Eierberg

In einer Untersuchung keltischer Hügelgräber, die im 8 Band der Geographischen Hefte veröffentlicht wurde, berichtet Dr. Gottfried Odenwald, über eine Präferenz von Himmelsrichtungen bei der der Anlage dieser Gräber. Seiner statischen Auswertung dutzender Anlagen zufolge, sind die meisten im Umfeld von Viereckschanzen zu finden, die er als Kultbezirke sieht, Von diesen Schanzen aus betrachtet fand Odenwald ein Häufung von Gräbern im Südosten, also dem Aufgang der Sonne zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende.
Auch eine Analyse keltischer Siedlungen zeigt, dass diese Richtung für die Ausrichtung und Einteilung wichtig war. Von den Siedlungen bot meist ein naheliegender Berg den Visurpunkt um den Lauf der Sonne zum Zeitpunkt der Sonnenwende zu verfolgen. Diese Richtung dient dann auch in vielen Fällen als Basis eines Maßrasters, mit dem wichtige Punkte der Siedlung festgelegt werden konnten. Nun kann auch umgekehrt von einem Berg die Linie der Wintersonnenwende zurückverfolgt werden. Um diesen Gedanken zu überprüfen war der Hornberg das Ziel einer Exkursion zusammen mit Karl Österle. Nach- dem das Plateau in den 30-er Jahren als Flugfeld internationale Berühmtheit erlangte, wurden weite Teile unter des Berges Naturschutz gestellt.

blick nach Nord west Wald be                                                      Blick nach Nordwesten
Vom südöstlich gelegenen Eierberg bei Lauterstein führt die Linie der Wintersonnenwende über das nordwestliche Ende des Hornberges. Das auf zwei Seiten steil abfallende Gel- ände des Hornberges, das auch heute nur wenig natürliche Zugänge besitzt, bot sich als Siedlungsfläche geradezu an. Doch bis Heute ist weder über eine Siedlungstätigkeit auf dem Hornberg, noch auf dem Kalten Feld bekannt. In dem Gelände selbst sind nur im querliegenden Waldstück auffällig viele Bruchsteine zu finden, die auf frühere Aktiv.itäten hindeuten. Nur vordergründig scheint der Name aus dem Wort Horn entstanden zu sein, denn die unmerkliche Anhöhe auf dem Plateau kann kaum als solches gedeutet werden. Ein Blick in die Geschichte von Flurnamen zeigt, dass oft mehrere Bedeutungen Grund- lage des heutigen Namens bildeten. Im altgermanischen Wörterbuch von Gerhard Köbler werden hōrō-, oder hōrōn* mit Hure übersetzt. In der späteren allthochdeutschen Sprache bedeuten die Worte Hor oder Horb; Schmutz, Boden oder Schlamm. Dagegen hat der Begriff Horn mehre Veränderungen durchlaufen bis er sich vom germanischen hurna zum gotischen haurn und schließlich zum mittelhochdeutschen hôrn verwandelte. Aus dem indogermansichen Wort crorn das ein Blasinstrument, eine Geweihstange, oder auch nur eine Spitze bezeichnete, ist erst nach mehreren lautlichen Veränderungen der heute gebräuchliche Begriff Horn entstanden. Da die Geländepunkte weithin sichtbar waren dienten sie in vorchristlcher Zeit oft als Kultorte, die nun durch die Assoziation mit Hure oder Schlamm zu verruchten Plätzen wurden. Auch beim Eierberg wäre die Erklärung des Namens mit seiner eierförmigen Struktur allzu vordergründig. In der althochdeutschen Sprache gibt es das gleichklingende Wort eih, das für Eiche steht. Es hat sich aus dem altgermanischen Wort aik, sowie dem indogermanischen Wort aig entwickelt. Früher gab es es zu Wintersonnenwende den Brauch das Julfeuers, das mit einem Julblock entzündet wurde. Dies war ein alter Eichenstrunk mit Wurzeln. Auf dem Eierberg war dieses Feuer natürlich weithin sichtbar und passte genau in die Richtung der Wintersonnenwende.

Plan Hornberg 02a                                                          Siedlungsspuren

Plan Hornberg 01a                                   Bezüge zu Sonnenrichtungen und dem Stuifen

Schönberg Erklärung                                                   Die Siedlung am Schönberg

Der nordwestliche Teil des Hornberges steigt von der Zufahrtsstraße zum Fluggelände leicht an und wird im hinteren Teil durch ein schmales Waldstück geteilt. Östlich dieses Waldstückes standen einmal mehrere längliche Gebäude mit einer Abmessung von 14,5m auf 36m. Die regelmäßigen, querlaufenden Fundamente lassen auf eine Bebauung in neolithischer Zeit schließen. Ein weiteres Indiz für eine Siedlungstätigkeit zu dieser sind die Spuren eines Pfostenwalles der über das Plateau zur Westseite verläuft und eine Toranlage besaß wo sich heute noch eine Weggabelung befindet. Doch die Bebauung war nicht einheitlich, denn im Westteil waren die Gebäude alle quadratisch und mit regelmäßigen Abständen bis zum Hochpunkt des Plateaus angeordnet. Ihre Ausrichtung auf den Eierberg und ihre Lage im Schnittpunkt mehrere Bezugslinien deutet daraufhin, dass hier früher einmal ein Kultbezirk gelegen haben könnte.

Plan Hornberg 04a                                   Der Bezug zum Schönberg

Die geometrische Methode mit Visurpunkten und der Richtung der Wintersonnenwende einen entsprechenden Siedlungsraum zu finden könnte die Suche nach relevanten Flächen also wesentlich erleichtern und auch helfen Wissenslücken in der Frühgeschichte zu schließen.

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