Die Legende des Rechberges

Ulricus de Rehperc gilt als der Erbauer der Burg auf der Schulter des Rechberges. Im Jahr 1179 taucht der staufische Gefolgsmann zum ersten mal in einer Urkunde auf die die Unterschrift Friedrich Barbarossas trägt. Buckelquader im Mauerwerk der Ruine weisen auf die Einflüsse staufischer Baukunst hin, doch Spuren in den Grundmauern deuten auf ein Vorgängerbauwerk hin, dass bereits in römischer Zeit existiert haben könnte.

Grafen v Rechberg Wappen 1340                                          Grafen v. Rechberg: Wappen um 1340

Während das um 1340 erstellte Wappen mit dem roten Löwen noch deutlich die Nähe zu den Staufern zeigt, soll aber der Name des Erbauers, wie auch der rote Hirsch im später- en Wappen auf das zahlreiche Rotwild verweisen, dass es in früheren Zeiten in den Wäld- ern um, und am Rechberg gegeben haben soll.

Grafen v Rechberg Wappen 1605                                           Grafen v. Rechberg: Wappen um 1605

Doch die diese Interpretation wird dem Hirsch als Symbolträger bei weitem nicht gerecht. Mit seinem sich jährlich sich erneuernden Geweih ist er ein Symbol der Erneuerung und Fruchtbarkeit..Dieser Zyklus wurde in früheren Zeiten auch als Abbild sich jährlich wiederholender Naturabläufe gesehen und sein Frühjahr abgescheuerter roter Bast galt in vielen Völkern als das Symbol des Sonnenfeuers. Auch die christliche Bildsprache bediente sich der bereits in der Antike formulierte Rolle des Hirsches.Wie damals tritt er wieder als Bekämpfer der Schlange auf. Doch jetzt wird er Christus identifiziert der die Schlange, dem alten Symbol der Wiedergeburt, in Gestalt den Teufels bekämpft. Die Gestalt des Hirsches erinnert gleichzeitig auch an die keltisch-germanische Gottheit Cernunnos, den gehörten Gott des Waldes. Er wurde als Begleiter der Erdgöttin gesehen und stand für die Wiedergeburt des Lichtes, die Fruchtbarkeit der Natur und den Wohlstand des Landes.

Hirschgott Gundesdrup                                gehörnte Gottheit auf dem Kessel von Gundestrup

Es gibt mehrere Punkte die auf einen frühgeschichtliche Kultort auf dem Rechberg hinweisen. Zwar gibt es von dort nur spärliche Funde aus der Steinzeit, doch die im Berg verborgene Höhle auf die auch die Lage der Kirche exakt abgestimmt ist, weist in diese Richtung. Auch die Bezüge der Sonnenaufgangsrichtung zum Hohenstaufen und zum Stuifenhorn während der Wintersonnenwende deuten auf die Nutzung als Kultort hin. Im mittelalter wurde mit dem Name Rechberg ein klingender Name geschaffen, der alte und neue Wertvorstelungen in sich vereinte. Die Ableitung des Namens vom Rotwild behielt das überlieferte Bild bei, während die Inhalte frühchristlicher Glaubensvorstellungen  eines gehörnten Fruchtgbarkeitsgottes durch die im frühen Mittelalter beginnende Wallfahrt auf den Rechberg ersetzt wurden. Auch das Geschlecht der Württemberger bediente sich später dieser Bildsprache. Mit der Qintessenz, der Hirschstange, die heute einen Teil des Wappens von Baden-Württemberg dargestellt, lebt die die Symbolik des Hirsches weiter, die die alte Vorstellung der sich ständig erneu ernden Natur verkörperte die einem Land zu Wohlstand verhalf.

Hirsch mit Kreuz                                                          Hirsch mit Kreuz

Die Burg steht auf einem Konglomerat aus Mauern unterschiedlicher Epochen. Dies lässt einen weiteren Schluss zu, auf auch die Reste eines Walles mit Wachtürmen hinweisen, dessen Reste an der gesamten Ostseite des Berges vor dem Ende des Höhlenausgang- es erkennbar sind. Der Ort auf dem die Burg errichtet wurde war einst Teil einer Gesamt-anlage, deren Zentrum das Plateau des Rechberges bildete.

Rechberg Karte Ost                              Rechberg. Höhlengang, Wallanlage auf der Ostseite

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