Das Walberla

Weshalb Berge eine besondere Bedeutung erlangten kann oft durch ihre charakteristische Ausbildung erklärt werden. Ob diese Formationen natürlich oder ihre Form durch die arbeit von Menschen verändert wurde bleibt zunächst dahingestellt. Einer dieser Orte, der mit der Wirkung der Drei Kaiserberge vergleichbar ist , ist die Ehrenbürg im Vorland der fränkischen. Schweiz. Auch sie zählt zur süddeutschen Schichtstufenlandschaft.

walberla 01                                          Das Walberla während der Kirschblüte

Der Namen der Ehrenbürg wird bislang aus den lateinischen Worten `arca´, der Schutz und der Endsilbe `bürg´, die Burg abgeleitet. Doch von Studenten aus Erlangen erhielt der Berg 1768 den klangvollen Namen Walberla. Er ist auf engste mit der Legende der Die heiligen Walburga verknüpft. Sie war die Tochter des englischen Königs Richard und Schwester der beiden bedeutenden Missionare Wunnibald und Willibald, die den süddeut- schen Raum missionierten. Schon die erste von Walburgas wundersame Taten war zu- gleich ein symbolisches Bild. Sie ereignete sich in Tauberbischoffsheim. Dort lebte sie in einem Kloster und soll mit drei Ähren einen Jungen vor dem Hungertod gerettet haben. Im Jahr 761 übernahm sie das von ihrem Bruder gegründete Kloster in Heidenheim. Dort wurde sie 778 bestattet. Doch erst im Jahr 875, mit der Überführung ihrer Gebeine nach Eichstätt, begann sich der Heiligenkult der Walburga zu verbreiten. Das Datum der Überführung ihrer Gebeine am ersten Mai machte diesen Tag zu einem besonderen Tag, denn mit dem Andenken sollten den vorchristlichen Bräuchen der Maifeiern begegnet werden. Um 1360 wird eine ihr geweihte Kirche auf der Ehernbürg gebaut. Das dort ge- feierte Frühlingsfest zum 1.Mai gilt als das älteste Frühlingsfest Deutschlands und ist gleichzeitig das Patronatsfest der heiligen Walburga.

walberla plan 01                                                        Sonnaufgangspunkte

Funde auf dem Plateau zeigen dass der Berg bereits in verschiedenen Epochen der Steinzeit besiedelt war. Während der Bronzezeit entstand dort eine befestigte Siedlung von der noch Reste von Wällen sichtbar sind. Eine Möglichkeit die besondere Anzieh- ungskraft der Wlaberla zu ergründen ist die Betrachtung ihrer Geometrie und Ausrichtung. Aus Westen betrachtet stellt sie eine Hochfläche mit einer sanften Ausrundung dar, deren Radius sich als imaginärer Kreis ergänzen lässt. Nimmt man den Tiefpunkt dieses Aus- rundung als Sonnenaufgang, lassen sich Linien zu 3 Orten ziehen von denen die Auf- gänge am 01. Mai, zum Äquinoktium und zur Sonnenwende zu sehen sind. Einer von ihnen ist das Schlossgelände von Wiesenthau. Dieses charakteristische Panorama der Walberla war aber sicher nicht der einzige Grund für ihre Bedeutung. Ihre Lage offenbart eine Ausrichtung die nur um wenige Grad von Nordmeridian abweicht. Einige der Fels- nadeln wie der Daumen im Süden waren in früheren Zeiten sicher noch mächtiger und konnten wie in der Karte dargestellt zur Peilung von Gestirnen benutzt werden. walberla plan 02

Aufgang des Sternbildes zur Wintersonnenwende

Eines, dass früher eine besondere Bedeutung hatte ist der Stern Sirius, der Hauptstern des Großen Hundes. Er folgt Orion dem Jäger des Himmels. Seine Gürtelstern bilden mit Sirus eine Linie, deren Schnittpunkt mit dem Horizont den Sonnenaufgang zur Winter-sonnenwende markiert. Als Schaltstern kündigte der große Hund das Ereignis der wieder ansteigenden Sonnenbahn an. Mit Hundstagen werden aber auch Tage mit großer Hitze bezeichnet. Doch der volkstümliche Begriff hat ebenfalls seinen Ursprung am Himmel. Im August, wenn der Große Hund zusammen mit der Sonnen aufgeht ist die Hitze am größten und die Tage der Ernte nah.

Schlaifhausen Kletterfelsen                                                   Kletterfelsen am Südrand

Gab es einst diese Visursteine auf der Ehrenbürg wäre die Ähre die schlüssige Erklärung für den Name, denn der Aufstieg des Sirius im August kündigte das bald zu erntende Korn an. Das führt zum Namen der Heiligen. Häufig wird sein Ursprung in der Zusammensetz- ung der germanischen Worte walt, ,herrschen und bürg, die Burg, zurückgeführt. Doch der Ort an dem das Sternbild den nahende Ernte ankündigte und die Fruchtbarkeit der Natur gefeiert wurde legt einen anderen Schluss nahe. Das althochdeutsche Wort `wala´ bedeutet Wohlstand. Somit kann Walburga auch als die den Wohlstand  schützende erklärt werden.

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