Burg Helfenstein – die Burg des Elefanten

Helfenstein Adam                                            Helfenstein – Adam/Kupferstich 841

Wie die Burg Staufeneck ist auch die Burg Helfenstein ein Beispiel dafür, dass die Anlage nicht so sehr von strategischen Überlegungen bestimmt wurden sondern viel mehr mytho-logische Hintergründe hatte. Die im 11. Jahrhundert errichtete Spornburg liegt auf einem teilweise freistehenden Felsmassiv. Ihr länglicher Burghof hat eine klare Ausrichtung nach Nordwesten. Wird diese Linie verlängert trifft sie auf den Kuchberg, auf den auch die Burg Staufeneck ausgerichtet war. In ihrer Blütezeit bestand die Burg Helfenstein aus drei Ring- en, die aus der inneren Kernburg, der umliegenden Restburg mit den Wirtschaftsbauten sowie den äußeren Zwinger sechs Bastionen bestand.
In der Geschichte tauchten die die Grafen von Hefenstein um die Mitte des 11. Jahrhund- erts auf. Sie besaßen einst umfangreiche Güter zwischen Fils und Donautal. Der bedeut-endste Vertreter dieses Adelsgeschlechtes waren Graf Ludwig I. und Graf Ulrich V. von Helfenstein. Graf Ludwig I. hielt sich auch häufig am Hofe Kaiser Friedrichs I und unterzeichnete im Jahr 1183 den Konstanzer Frieden Viel wurde bereits über den Elefenaten im Wappen der Helfenseiner spekuliert. Es gibt zwar Vermutungen dass er auf einen Elefant zurückzuführen ist, der im Laufe eines Kreuzzuges an dem auch Graf Ludwig I. teilnahm nach Eurpoa kam. Doch dieser Gedanke greift zu kurz, da der Elefant zu diesem Zeitpunkt bereits ein fester Bestandteil der christlichen Bildsymbolik war.

Wappen Adelheid v Helfenstein                                              Wappen Adelheid v. Helfenstein

Dies gründdete nicht nur in den althochdeutschen Worten helfan, aus dem das heutige Wort helfen entstand, oder hefant, dem heutigen Wohltäter. Viel mehr war der Charakter des Elefanten dafür entscheidend, der auch in anderen Religionen mythologisch verklärt wurde. In Asien ist der Elefant das königliche Reittier und ebenso ein heiliges Tier der Götter Indra und Shiva. Ebenso wurden in den alten Veden vier Elefanten als Hüter des Weltgeschehens beschrieben. Auch in Afrika gilt das Tier immer noch als ein Sinnbild von Glück, Kraft und langem Leben. Die griechisch-römische Antike ordnete ihm dem Gott Merkur zu. Eigenschaften wie Keuschheit, Sanftmut und Hilfbereitschft wurden ihm zuge- schrieben. Aufgrund seines langen Lebens galt er als ein Symbol zur Überwindung des Todes. Diese positive Eigenschaften griff auch die christliche Bildsprache auf. Im spät- antiken `Physiologus´ ist der Elefant der Bekämpfer der Schlange die die Gestalt des Teufels verkörpert. Da In der Vorstellung die Schlange den jungen Elefanten verschlingen will.muss der männliche Elefant den weiblichen während des Geburtsvorganges schütz- en,

Die bereits erwähnte 2. Rrichtung der Burg auf den Kuchberg folgte der bestehenden Kante des Felsgesteins. Diese Ausrichtung ist sicher nicht zufällig so gewählt worden, denn sie wiest auf die Kuppe des Berges wo der Sonnenuntergang am 1. Mai, dem keltischen Beltaine und am 1. August, dem keltischen Feiertag Lugnasadh beobachtet werden. Zusammen mit Imbolc am 1.Februar, Lughnasadh am 1.August und Samhain am 1.November war Beltaine eines der vier großen irischen, durch den Zyklus der Landarb- eit- en entstandenen Feste Ursprünglich war Beltaine nicht nur das Sommerfest, sond- ern auch der Beginn des keltischen Jahres das in ein dunkles und in ein helles Jahr ge- teilt war.Helfenstein Felsen

Die erste Ausrichtung der Kernburg folgt auch der Reihe von freistehenden Felsenkong-lomeraten , die durch unterschiedlich große Gräben getrennt sind. Die letzten beiden liegen so dass zu einem Bestandteil der Burganlage wurden. Aus alten Stichen wird ersichtlich, dass diese landschaftliche Eigentümlichkeit des Helfenstein die Verteidigung der Burg zusätzlich erschwerte. Durch das Vorhandensein der künstlich angelegten Gräben scheidet die Möglichkeit einer Verwitterungsformation einzelner Felsen aber aus. Viel mehr scheint es wahrscheinlich, dass sie einst einen zusammenhängenden Fels- rücken darstellten der auf einen Punkt am Horizont ausgerichtet war, den Ramsfels. Der hatte zu dieser Zeit sicher noch eine andere Dimension als Heute. Als Felsenrampe könnte der Rücken einst den Aufweg zu einem weithin sichtbaren Kultort gebildet haben. Um 1100, also zur Zeit der Erbauung der Burg, war dies die Richtung wo das Sternbild Widder im Sonnenunterganges während des Äquinoktiums zu sehen war. Um 3600 v. Chr. wies der Felsrücken auf den Punkt wo zur Wintersonnenwende während des Sonnenauf- ganges Regulus aus dem Sternbild Löwe stand. Damit wäre die Burg an einem Standort errichtet worden der seit der Megalithepoche als Kultplatz genutzt wurde. Im übertragenen Sinn war dieser Fels der spätre Rücken des Elefanten.

Helfenstein Plan

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