Karlsruhe – die Stadt des Osiris

Karlsruhe Schloß                                                         Karlsruhe Schloß
In den Stadtplanungen des 18. Jahrhunderts taucht der in der Frühgeschichte entwickelte Gedanke einer Harmonie von Boden und Himmel ein letztes Mal auf, ehe die Trennung von Astronomie und Astrologie rationalen Überlegungen Platz machen. Solche Überlegungen bestimmten den Plan der amerikanischen Hauptstadt Washington, für deren Grundriss Thomas Jefferson auch den Plan der Stadt Karlsruhe als Inspiration diente. Trotz seiner sym bolischen Anspielungen erreicht der Plan Washingtons aber weitem nicht die Kom- plexität der Karlsruher Planung.

In kaum einem Stadtgrundriss ist der Gedanke einer Idealstadt wie sie Thomas Morus in dem Werk Utopia und Tommaso Campanella in seiner Schrift `Der Sonnenstaat´ pro- pagierten zu großer Vollkommenheit gelangt wie in Karlsruhe. Der Legende zufolge soll Karl-Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, einem Jagdausritt im Hardtwald bei Durlach eingeschlafen sein. Dort träumte er von einem Schloss das wie eine Sonne im Zentrum seiner neuen Residenz lag. Dessen Grundsteinlegung erfolgte am 17. Juni 1715 und be- gründete die Anlage der Planstadt `Carols Ruhe, dem heutigen Karlsruhe.

Mit der Anzahl von 32 Strahlen die als Straßen den Stadtkern sternförmig mit dem Umland verbinden wurde eine Zahl gewählt die eine komplexe Bedeutung verkörpert. Während die Drei die göttliche Trias darstellt, zeigt sich in der Zwei der Gedanke der Schöpfung die aus einer Dualität von Kräften entstand. Beide Zahlen addiert ergeben wiederum die Zahl 5 in der sich die Sinne des Menschen, wie auch die Quintessenz der 5 Elemente nach der Lehre von Aristoteles zeigen. Gleichzeitig lässt sich die 32 aber auch als 5 Potenz der 2 darstellen.

Trotz der Radikalität mit der in Karlsruhe der Gedanke einer Sonnenstadt im Sinne Camp- anellas umgesetzt wurde, wirft die Abweichung der bestimmenden Nord-Süd Achse um knapp 4° die Frage nach dem Grund auf. Der erste Gedanke zielt natürlich auf landschaft- liche Gegebenheiten die der konsequenten Umsetzung des Gedankens im Wege standen. Doch der Betrag ist zu gering als es dafür einen ersichtlichen Grund gab. Mittlerweile gibt es eine Vermutung über die auch in einem Fernsehbeitrag der Reihe Genie und Geometrie berichtet wurde. Nach den Überlegungen von Roswitha und Ronald Vaughan soll die Linkenheimer Allee, die auf den Dom zu Speyer weist, für die Abweichung verantwortlich sein.

Doch auch hier trifft die Achse den Dom nicht exakt und auch inhaltlich ist der Bezug nicht ausreichend genug als dass es diese Ausrichtung wirklich rechtfertigen würde. Dabei of- fenbart der Blick nach Süden ein Motiv, das auch mit den Anspielungen auf die zahlreichen ägyptischen Motive bei Karlsruher Bauwerken korrespondiert. Durch die minimale Ver- drehung weist die Achse auf ein Sternbild das 1717, zum Zeitpunkt der Wintersonnen- wende um Mitternacht am Himmel im Süden zu sehen war. Zu diesem Zeitpunkt Stand der göttliche Jäger Orion mit seinen drei Gürtelsternen Alnitak, Alnilam und Mintaka so dass die Achse genau den Mittlern Stern traf.

Karlsruhe Plan 1                                                     Die Achse von Karlsruhe

Drei Väter soll Orion gehabt haben. In den Erzählungen werden die Götter Zeus,Poseidon. und entweder Hermes oder Ares genannt.In Griechenland war Orion als Jäger bekannt, der in Böotien und auf Kreta lebte. Dort wurde er auf seiner Jagdzügen von seinen beiden Hunden Sirius und Procyon begleitet. Die ägyptische Mythologie setzte ihn dem Gott Osiris gleich der die Wiedergeburt des Nils verkörperte. Zugleich wurde er als Richter und Gott der Unterwelt, aber auch Herrscher des Diesseits angesehen.

Dieser Gürtel wurde seit der Spätantike auch als die Heilgen Drei Könige oder die Jakobs- leiter bezeichnet wird. Diese Deutung geht zurück auf eine Beschreibung in der Bibel. In Gen 28,11 wird beschrieben wie Jakob auf seiner Flucht vor Esau von Beerscheba nach Harran diese Leiter sie in einer Traumvision erblickte. Dort stand sie auf der Erde und ihre Spitze reichte in den Himmel. Auf ihr sieht er in der Schilderung die Engel herunter und wieder hinaufsteigen. Dass dieses Bild auch mit den landschaftlichen Gegebenheiten im Süden von Karlsruhe übereinstimmt zeigt die Weiterführung der Achse. Sie führt über den Kreuzelberg bis zu dem den Horizont abschließenden Mahlberg. Gemäß der hebräischen Auslegung des Wortes in der Bibel, das auch mit Treppe oder Stiege übersetzt werden kann, ist hier eine Landschaftstreppe zu sehen die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich zu dem über ihr stehenden Gürtel des Orion zu führen schien.

Orion Sternbild                                               Sternbild Orion – alte Sternkarte
Orion vereinigte ein komplexes mythisches Bild. Wie sein Vorläufer Gilgamesch war Orion ein Städtegründer. Trotz seiner göttlichen Abstammung muss er aber wie alle Sterblichen Liebe und Tod erdulden, aus dem jedoch immer wieder zu neuem Leben erwacht. Dessen Wirkung in astrologischer Hinsicht beschreibt Claudius Ptolemäus in seinem Werk Tetra- biblos wo die Wirkung des Oriongürtel gleich der von Jupiter und Saturn sieht. Gerade dies sind Eigenschaften die einen König zugeordnet wurden: Kraft, Zuversicht und Vertrauen. Auch die Alchemie, die das große Interesse Karl Wilhlems weckte, sah einen Wechsel- wirkung zwischen Planeten und Erde. Alles, was sich am Himmel dem Makrokosmus abspielte, hatte nach den vorherrschenden Lehrmeinungen eine Entsprechung und Aus- wirkung auch auf der Erde, dem Mikrokosmus.

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2 Gedanken zu „Karlsruhe – die Stadt des Osiris

  1. Pingback: Lebensphilosophie und Konzeptblume | Alltags.Seele

    • Welch eine symbolische Zahl! Man fühlt sich dort also der göttlichen Trias aufs innigste verbunden.Gleichzeitig bringt die 100000 mit der 10 hoch 5 die Zahl der Venus ins Spiel. Alos ein Ein wahrhaft mythischer Ort an dme so manches Geheimwissen ruht

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