Der Untersberg – das Lichtphänomen

Das Interesse am Mythos Untersberg ist ungebrochen. Leider verstellen hier die zahl- reichen Sagen und Legenden den Blick auf die eigentlichen Bezüge zwischen einzelnen Orten und dem Berg. Für die Sonnenbeobachtung scheint die westlich zwischen Bad Reichhall und Salzburg gelegener Seite von entscheidender Bedeutung gewesen zu sein. Dieses Sonnenphänomen begegnet auch dem dem Besucher der Klosterkriche St. Zeno, wo an Weihanchten gegen 15.30 ein heller Lichtfleck über den Altar wandert.

Klosterkirche Zeno Lichtphänomen                                                      St. Zeno – Sonnenauge

Mit dem um 800 gegründeten Kloster St. Zeno war Bad Reichenhall ein Ausgangspunkt für die Christianisierung des Alpenraumes. Ab Mitte des 9 Jahrhunderts wird aus der durch den Salzburger Bischof Arno gegründete Mönchszelle ein Benediktinerkloster, woraus im 11. Jahrhundert ein Kollegialstift hervorging. Seinen Namen erhielt das Kloster nach dem 8. Bischof von Verona, dem heiligen Zeno. Zeno, über dessen Lebensgeschichte kaum greifbare Fakten existieren, soll in Mauretanien geboren worden sein. Innerhalb der Kathol- ischen Kirche machte er sich nicht nur durch die Bekämpfung des Arianismus einen Namen sondern war auch einer der ersten, die die Jungfräulichkeit Marias predigten. Mit Nachdruck hat er deshalb auch die Marienverehrung gefördert. Die Legende des heiligen berichtet, dass er sich an der Etsch nur durch Fischfang ernährt haben soll. Her starb er auch, doch seine Gebeine wurden im Jahr 807 nach Verona überführt. Nachdem, wie die Legende erzählt, an der Etsch einem Ertrinkenden das Leben rettete, wird Zeno deshalb bei Hochwassergefahren um Beistand angerufen und aus diesem Grund auch zum Schutzpatron der Wassergefahren.

Persephone Mosaik Amphipolis                                                    Entführung der Persephone

Sein Name geht wahrscheinlich auf eine Kurzform des griechischen Männernamens `zenodotos´, Geschenk des Zeus zurück . Eine Möglichkeit dieses Geschenk des Zeus zu deuten ist die Interpretation als Sohn oder als Tochter. Beide hat der Göttervater in großer Zahl gezeugt. Unter ihnen sind Apollon oder Athene wohl die bekannten. Doch ebenso hat Zeus eine Tochter mit seiner Schwester, der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter.In sie verliebt sich Hades der der Gott der Unterwelt. Innerhalb eines Kultes, den Eleusinischen Myst- erien wurde der Abstieg Persephones in die Unterwelt und ihr Wiederaufstieg als das Bild Wiedergeburt der Natur und der der Unsterblichkeit der Seele zelebriert. Die Feiern zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin Ceres begannen im römischen Reich am 12. April und dauerten bis zum 19. April während sie in Griechenland Mitte Februar gefeiert wurden. In ihr lebte der Mythos der griechischen Göttin Demeter fort.

                                                Kloster Zeno –  Sonennlinien

Betrachtet man den Sonnenlauf zu diesen Tagen liegt St. Zeno im Schnittpunkt mehrerer Linien. Am 19. April lässt sich der Aufgang über dem Krüzersberg bei Fürstenbrunn beo- bachten wo einen bedeutende Quelle liegt und Mitte Februar über dem Berchtesgadener  Hochthronn. Zwei Wochen früher, zum Keltischen Lichterfest, kann sie über dem  Feuer- bichel beobachtet werden. Auch hier weist der Name auf alte Traditionen hin, ebenso wie bei westlich gelegenen Nachtwand, wo der Aufgangspunkt der Sonnen während der Wint- ersonne liegt. Hier weist der Name auf die längst Nacht des Jahres hion, die früher als Modranacht bezeichnet wurde. Doch der Standort St. Zeno lässt auch eine weitere Ver- bind ungslinie zum Zeitpunkt er Wintersonnenwende erkennen. Sie weist zum Raben- steinhorn. Der darin enthaltene Rabe war nicht nur ein Begleiter des germanischen Gottes Wotan, sondern auch ein Symboltier des persischen Sonnengottes Mithras, der sich bei römischen Legionären großer Beliebtheit erfreute.

Mithras Stier und Rabe                                                   Mithras mit Stier und Rabe

Er war der Gott der jedes Jahr erneut in einem Fels geboren wurde und damit eine in der Frühantike entstandene Vorstellung fortsetzte. Schon aus diesem Grund war es damals notwendig die auf den Bergen zu beobachtenden Lichtphänomene im Kirchenbau fortzuführen
Diese Sicht fordert auch eine näher Betrachtung des Namen `Hall´ Allzuoft wird er auf das keltische Wort `hal´ zurückgeführt das einen Ort der Salzgewinnung bezeichnen soll. Doch im keltischen Wörterbuch wird diese hal mit zuerst mit brennen übersetzt. Auch in der indogermanischen Urform, `sele´ hat es die gleiche Bedeutung. Doch in der griech- ischen Sprache erweiterte sich die Bedeutung. Hier definierte es die Sonnenwärme und wurde zu `heile´. Bereits hier zeigt sich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes hal, das vielmehr eine Nähe zum heute gebräuchlichen Wort heilen besitzt. Das Lichtphänomen, das hier in Begleitung von Heilquellen zu sehen ist lässt den Ursprung des Namens `hal´ also in einem neuen Licht erscheinen.

Bilder: Wikipedia/ Untersberg.org

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