Der Untersberg – ein Kalenderphänomen Teil 1

Eine der zahlreichen Sagen die zum Mythos des Untersberg beitrugen ist die von Karl dem Großen. Der Sage gemäß soll mit seinen Helden und einer Menge hoher Herren im Unterbergs residieren. Ihm untergeben sind die Untersbergmännchen die seine Befehle vollstrecken. Immer dann, so die Sage, wenn in deutschen Landen der Krieg ausbricht, soll der Kaiser ein Lebenszeichen von sich geben. Dieses mythische Bild des einstigen Herrschers über das Fränkische Reiches ist aber auch noch weiteren Orten überliefert Auch im Odenberg bei Gudensberg in Hessen soll der einstige Kaiser noch im Zaubschlaf ruhen. Aber nur Sonntagskinder sollen dort in der Nacht noch den Zug der Recken sehen die der Kaiser anführt.

All die Sagen um Kaiser Karl beruhen jedoch auch auf Dichtungen die bereits in der Zeit der Karolinger entstanden, wo Könige und Kaiser als Verkünder eines neuen Goldenen Zeitalters gefeiert wurden. Ein wichtiger Vertreter dieses Gedankens war im 9. Jahrhund- ert der Dichter Modoin von Autun, der das antike Bild eines Goldenen Zeitalters in das Herrscherlob der damaligen Zeit einführte. In einem Lobgedicht preist er Karl den Großen als den Friedensfürsten dem eine Goldene Zeit folgt. Dieses Bedürfnis nach einer Zeit die antike Dichter wie Vergil und Ovid bereits beschrieben, prägten die Sehnsüchte der Men- schen und führten schließlich zur Legende eines Berges, dessen eigentliche Bedeutung nach und nach in Vergessenheit geriet.

untersberg westen 01                                                        Untersberg Westseite

Betrachtet man seine Westseite so ist auch hier die Scharte ein auffälliges Merkmal des Höhenrückens. Von St.Johann auf dem Högl ist sie ebenso gut zu sehen wie von dem Fuderheuberg, einem dem Hochstaufen vorgelagerten Berg. Hier stößt man auf eine interessante archäologische Fundgeschichte, denn beim Bau des Skiliftes wurde hier das größte Kupferbarrendepot im süddeutschen Raum gefunden Sie wurden als Rohstoff für Kupfererzeugnisse der Straubinger Kultur identifiziert. Sie stellt eine regionale Gruppe pe innerhalb der Epoche der frühen Bronzezeit dar, die um 2200 v. Chr. begann. Über den exakten Beginn der Verhüttung von Erzen in Mitteleuropa herrscht immer noch Uneinigkeit, denn zu diesem Zeitpunkt blickte die Technik der Kupferverhüttung bereits auf eine fast 5000 jährige Geschichte zurück, deren Beginn in Mittelanatolien vermutet wird.

fuderheuberg                                                             Fuderheuberg

Bergwerke in der Negevwüste. wo die Kupfergewinnung um 4000 v. Chr. Begann, zweigen dass dort die Kupfergewinnung bereits in großem Maßstab betrieben wurde.b Denn dort wurden annähernd 150000 Tonnen an Schlacke aus der Verhüttung gefunden. Die frühen Erzfunde könnten mit ein Grund für den Namen Fuderheuberg gewesen sein, denn der Fuder war ein altes Holmaß für Heu, Wein und auch Erze. Aber seine Bewaldung widerspricht dem eigentlichen Sinn des Namens ein Maß für das Heu zu sein. Neben der Übersetzung als Name für das Hohlmaß findet sich in Grimms Wörterbuch aber noch eine andere Bedeutung. Im süddeutschen Sprachraum hatte das Wort `fuder´ auch die Bedeutung von vorwärts , fort oder auch weg. Diese Bedeutung bringt den Fuderheuberg auch in einen Bezug zum Untersberg. Von seinem Plateau betrachtet, geht die Sonne am 01. Februar in der Scharte auf und markierte so ein wichtiges Datum. Während im heutigen Kirchenkalender als Maria Lichtmess gefeiert wird war der Tag in keltischer Zeit noch der Lichtjungfrau Brigid, `der vom Strahlenkranz umgebenen´ gewidmet. An diesem Tag wurde der Wintervertrieben und das Licht des Frühlings begrüßt.

Fuderheuberg Karte                                             Sonnenaufgnag am 1. Februar

Nicht nur die auffällige Geometrie der Scharte, die bereits beschrieben wurde, auch dieser Datumsbezug wirft die Frage auf, ob das Alter der Scharte eingegrenzt werden kann. Da ihre Ränder einer sehr langen Verwitterungsprozeß ausgesetzt waren sind hier wohl kaum kaum noch sichtbare Spuren erkennbar. Trotz der Witterungsbeständigkeit des Wettersteinkalkes ist hier mit einem Gesteinsabtrag zu rechnen der im Extremfall bis zu mehreren dutzend Zentimeter betragen kann Da Sonnenaufgangspunkt keinen Anhaltspunkt bieten lohnt sich ein Blick auf die Ostseite des Untersberges. Hier liegt eine Gruppe von drei Bergen die aus dem Ettenberg, dem Eckberg und dem Ochsenberg besteht. Hier liegtauch die Wallfahrtskirche Maria Ettenberg.

Ettenberg karte 01                                                      Das Ettenberg – Dreieck

Hier könnte auch der Schlüssel zum Kalenderphänomen liegen, denn die drei Bergspitzen liegen nicht nur in einem auffälligen Bezug zur Mittagsscharte sondern gleichzeitig auf den Eckpunkten eines rechtwinkligen Dreieckes. Dessen Kanten verhalten sich im Verhältnis 9:12:15 und stellen damit ein pythagroeisches Trippel dar.

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