Old Sarum

old-sarum_0 Old Sarum um 1840

Die erst kürzlich erfolgte Entdeckung einer Bebauung auf dem Sied- lungshügel von Old Sarum bei Salisbury bietet den Anlass für eine ge-   nauere Betrachtung der Anlage. Obwohl sie in einem anderen Kulturkreis errichtet wurde hat sie doch einige Gemeinsamkeiten mit der Anlage vom Runden Berg bei Bad Urach
Der englische Historiker Sir Richard Colt beschrieb Ende des 18. Jahr- hunderts, Old Sarum als  `eine Stadt, die den nahe gelegenen Hügel- gräbern und der Nachbarschaft zu den zwei größten Druiden Tempeln in England, nämlich Stonehenge und Avebury, nach zu urteilen, in frühesten Zeiten einen hohen Ruf genoss´.

Luftbild KopieDer Ort, der bereits in neolithischer Zeit besiedelt war, lag einst an einem wichtigen Punkt wo zwei Handelsrouten am Fluss Avon aufeinandertrafen. Das heute noch gut erhaltene Erdwerk der Siedlung hat eine Länge von ungefähr 405 m und eine Breite von 360 m, wobei der ellipsoid angelegte Wall einen Eingang am östlichen Ende besaß. Unter dem Namen Sorvio- dunum wurde der Ansiedlung Old Sarum die Privilegien des römischen Rechts zuerkannt. Die Siedlungstätigkeit erfolgte dort auch nach der Eroberung durch die Normannen. Dabei zeigt die Positionierung der zusätzlich errichteten Burg, dass auch die neuen Herrscher sich den einstigen Nimbus der Anlage zu Nutze machten. Doch in der weiteren Siedlungsgeschichte waren die zusätzlichen Baumaßnahmen, wie de Kathedrale und der Palast des Bischofs nur von kurzer Dauer. Auf Grund des Platzmangels und der Zerstörung der Kathedrale durch ein Feuer, wurde die Siedlung von dem Hügel an den Fluß Avon verlagert, wo sich die südöstlich gelegene Stadt Salisbury entwickelte.

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte um 900, wo auch der Vorgängerbau der heutigen Kathedrale entstand. Gut 100 Jahre später  wird der Ort im Domesday Book mit dem Namen Sariesbery erwähnt und wenig später mit Searobyrg. Sprachgeschichtlich wird der Name von dem Begriff ´stronghold at sorvio´ abgeleitet , wobei letzteres auf die keltisch-römische Ansiedlung Sorviodunum zurückgehen soll. In den nordischen Sprachen, wie auch im Germanischen findet sich das Wort searo, das mit kräftig, oder auch mit Rüstung übersetzt werden kann. Diese Bedeutung besaß das Wort auch in der altenglischen Sprache. Das Wort weist also auf den kämpferischen Nimbus der Bewohner von Old Sarum hin, der sich auch in der Geometrie ihres Fort zeigt. Ähnlich wie bei dem zuletzt vorge- stellten Runden Berg wurden auch hier Teilabschnitte des Walles nach Mond- und Sonnenrichtungen ausgerichtet. Doch allein dies erklärt noch nicht die Geometrie von Old Sarum.

Old Sarum Plan 1Old Sarum

Ein Abgleich mit dem Sternbild des Herkules bietet hier einen Schlüssel zu zum Verständnis. Wird das Sternbild nach dem es um 1500 v. Chr. zur Wintersonnenwende über dem Horizont gestiegen war an der Horizontlinie gespiegelt, nimmt es die erste Position ein, die den Umriss des Walls bestimmt. Dabei markiert der Kopf des Herkules den östlichen Ausgang, während die vier inneren Sterne den Wall der inneren Burg bestimmen.
Gleichsam wie ein indianisches Totem legt sich der mythische Halbgott über das Fort. Wahrscheinlich wurde hier ein Kult nachgeahmt oder auch neu interpretiert, der sich in unterschiedlichen Varianten von Phönizien ausgehend , über ganz Europa verbreitete. Da gesicherte Überlieferungen fehlen, können hier nur Vergleiche dienen, wie mit dem irischen Hauptgott Ogma der Tuatha Dé Danann.. Sein Name Ogma bedeutet ‚`Der Sieger‘ oder `Der mit dem Antlitz der Sonne‘ aber auch `Der mit dem Löwenfell´. Dies war eines der Hauptattribute des Herkules das er nach seinem siegreichen Kampf mit dem nemeischen Löwen stets mit sich trug.
Aber vergleichbar mit der Rolle des phönizischen Herkules wo er als Erfinder der Schrift und der Künste verehrt wurde, erfüllte Ogma die gleiche Rolle im Norden. Auch dort war neben seiner Tapferkeit im Kampf auch der Gott des Lernens und Schreibens. Ihm schrieb mach auch die Erfindung der Ogham Schrift zu. Aber auch ein Gott Magusanus wird im keltischen Raum wie Herkules als muskulöser, mit einer Keule bewaffne- ter und in ein Löwenfell gekleideter Hüne dargestellt. In bislang 10 Weihe- steinen aus dem 2. und 3. Jahrhundert, wovon einer in der nähe des Hadrianswall gefunden wurde erschient der Name dieser Gottheit. Mythen- forscher sehen in dem auf der Richtung der Wintersionnenwende liegen scharrbild Cerne abbas giant auch jenes Bild des Herkules das aus der antike überliefert ist.

Cerne abbas Giant KopieCerne abbas Giant

Der Ort Old Sarum ist ein weiteres Beispiel dafür wie Mythen in früheren Zeiten gleich einem Totem benutzt wurden um eine gemeinsame Identität zu finden. Doch dieser Glaube, wie es noch weitere Beispiele zeigen wer- den, muss noch bis ins 18. Jahrhundert existiert haben.

Bilder : wikepedia / English Heritage

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