Craig Phadrig und die vitrified forts

In Schottland gibt es mehrere Siedlungshügel die zur Gruppe der `vitrified forts´ gehören. Ihre Befestigungsmauern bestehen aus Steinen mit einer sinter- oder glasartigen Oberfläche, deren Ursprung Gegenstand zahl- reicher Spekulationen ist. Zu der wohl eindrucksvollsten zählt die des Privatgelehrten Jürgen Spannuth. Er suchte das in den platonischen Dialogen erwähnte Inselreich Atlantis in der Nordsee. Seiner Auffassung zufolge lag es in der Gegend der heutigen Insel Helgoland, die er als den Rest eines untergegangenen politischen und religiösen Zentrums der Nordischen Bronzezeit sah. Dieser Untergang soll durch den Absturz des Kometen Phaeton verursacht worden sein, wo bei er den Einschlagsort im Helgoländer Loch lokalisierte.

Sturz des Phaeton, RubensRubens, Sturz des Phaeton

Spannuth sah das Jahr 1250 v. Chr. als Datum der Katastrophe. In dieser Zeit berichten auch ägyptische Chroniken von einer Naturkatastrophe, gleichzeitig drangen Seevölker ins Nildelta ein. Beweise für die enorme Hitze die der Asteroid ausstrahlte als er im Norden Englands in die Erd- atmosphäre eindrang, sah Spannuth auch in den verglasten Wällen der schottischen Hillforts.Neben Spannuth`s These gibt es auch Gedanken der Präastronautik Anhänger, dass diese Glasuren durch die enorme Hitzeent- wicklung während einer Atomexplosion entstanden die während eines Krieges einer außerirdischen Kultur stattfanden.

Flugbahnvermutete Flugbahn des Kometen, Zeichnung von Walter Stender

craig phadrig vitrifiedvitrified rock

Gegen die Explosion spricht das weitgehend intakte Mauerwerk und auch gegen Spannuth`s Theorie gibt es gewichtige Argumente.Denn zur gleich- mäßigen Glasur bedarf es eine stabile Hitze von mindestens 1200° über einen längeren Zeitraum. Auch bei einem Vorbeiflug in unmittelbarer Nähe hätte die Temperatur nicht für eine allseitig, gleichmäßige Glasur gesorgt.
Also bleibt auch hier ein bautechnisches Rätsel der Schlüssel für die optische Erscheinung. In diesem Fall war dies eine spezielle Bautechnik mit der die Glasuren hergestellt wurden.Holz, das unter sehr starker Hitze- entwicklung verbrennt wurde dabei mit Erde abgedeckt um die erforder- liche Schmelztemperatur zu erzeugen. Mit einer Art wandernder Schmelz- ofen wurde so nach und nach die gesamte Fläche des Steinwalles glas- iert. Archäologen haben hier Spuren des Stechginsters gefunden dessen Holz genau diese Bedingung erfüllt. Da die Bauwerke über einen sehr langen Zeitraum besiedelt waren erscheint die außergewöhnliche Behand- lung der Steinoberfläche also durchaus angemessen. Neben den rein praktischen Zweck besaß der Ginster in den damaligen Vorstellungen  auch eine magische Wirkung. Als Ginster Hecke um die Anlage gepflanzt, schützt sie vor dunklen Feen und Erdwesen, die nicht durch sie hindurch- gehen können. Ebenso sollte brennendes Ginster Holz vor Flüchen und schwarzer Magie schützen.

craig phadrig oben Craig Phadrig von oben

Eines dieser vitrified forts ist Craig Phadrig , im Westen von Inverness. Es liegt am Ende eines Höhenzuges, der das Tal des River Nees bildet. Wie die Herstellung des Walles in der beschriebenen Technik, folgte auch die Geometrie der Siedlung einem durchdachten Plan. Mit der Ausrichtung auf die große Mondwende Nord folgt die Anlage auch der Richtung der Berg- formation. Doch gleichzeitig wird die Anlage auch durch die Richtungen der Sommersonnenwende und den Sonnenaufgang am 1. Mai, dem früh- eren Sommerbeginn, bestimmt.

Craig Phaidrig Plan1Geometrie des Forts

Neben diesen bestimmenden Richtungen innerhalb der Wallgeometrie ist aber die Richtung der Wintersonnenwende ebenso von Bedeutung. In dieser Richtung liegt im Süden von Inverness der heutige Friedhofshügel Tomnahurich Hill. Von ihm geht die Sage aus, dass er Wohnstadt der Elfen sei, die schon mehrere Geiger in die Anders- welt gelockt haben sollen. Von dort seien sie erst Jahrhunderte später wieder entlassen worden. Doch Thomas the Rhymer, ein be- rühmter schottischer Prophet soll noch in dem Hügel wohnen.

Tomnahurich Hill südwestlichDass Grabhügelgruppen auf Bezugslinien zu Sonnenuntergangspunkten errichtet wurden entdeckte der Archäologe Dr. Odenwald zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei der systematischen Erforschung von Hügelgräbern der Hallstattzeit auf der Schwäbischen Alb. Anhand seiner statistischen Auswertung von Grabhügelgruppen erkannte er eine Häufigkeit der Anlag- en im Südwesten von Viereckschanzen. Eine vergleichbare Situation gibt es auch Craig Phadrig, von wo aus der geheimnisumwitterte Grabhügel Tomnahurich Hill südwestlich, auf der Linie der Wintersonnenwende liegt.

Craig Phaidrig WSWTomnahurich Hill südwestlich von Inverness

Fotos:archhighland.org.uk, Wikipedia

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