Baalbek – Heliopolis

Baalbek LandschaftBaalbek, Umgebung

Baalbek liegt auf einem beherrschenden Plateau in der Bekaa – Ebene. Obwohl eine schriftliche Erwähnung des Namens erst in einer Urkunde aus 5. Jahrhundert gibt die von Bischof Eusebius von Caesarea stammt ist der Name Baalbek bereits in der vorklassischen Zeit bekannt. Übersetzt bedeutet er `Herr der Quellen. Die unter der Herrschaft der Ptolemäer erweiterte Siedlung hieß in römischer Zeit Heliopolis, die Stadt der Sonne. Baalbek Heliopolis wurde durch seine gewaltigen Tempelanlagen bekannt. Der Jupiter- und der Bacchustempel zählten in der Antike zu den größten sakralen Anlagen des Römischen Reiches. In Baalbek gab es vergleichbar mit Delphi ein Orakel, das Jupiterorakel. Ihm wurde selbst noch in der Spätantike eine erhebliche Wertschätzung beigemessen. Dies illustriert eine Erzählung die von dem Philosophen und Schriftsteller s Macribius überliefert ist. Sie berichtet über ein Orakel des Jupiter Optimus Maximus Heliopolitanus das sich Kaiser Trajan im Jahr 114 n.Chr vor seinem Partherfeldzug geben ließ. Um den Gott aber zuvor zu prüfen, schickte er angeblich einen leeren, versiegelten Brief nach Baalbek. Als der Kaiser einen ebenfalls leeren Brief zurückbekam, war er, wie es heißt, von der Macht des Gottes überzeugt und fragte ihn erneut um Rat, Dieses Mal zum Erfolg seines Feldzugs. Als Antwort bekam er einen in mehrere Stücke zerbrochenen , die Wweihegabe eines römischen Zenturios, zu- rück. Laut dem Autor der erzählung wurde die mysteriöse Antwort so ausgelget dass nur die Knochen Trajans zurückkehren würden. Wie das Orakle vorusgeasgt hatte verstarb der Kaiser auf dem Rückweg vom Feldzug im Jahr 117 nach Christus. Der im dem Gott, Jupiter Optimus Maximus Heliopolitanus, geweihte Tempell wurde um einen Siedlungs- hügel herum errichtet. Die Kalksteine stammten wie bei allen Großbauten Baalbeks von denn umliegenden Steinbrüchen gewonnenen.

Baalbek HaupteingangBaalbek Hauptzugang

Das gesamte Heiligtum ist streng symmetrisch um eine Längsachse angelegt. Es setzt sich aus vier Komponenten zusammen: dem Jupiter- tempel, dem Altarhof, dem sechseckigen Vorhof und den Propyläen. Zum Jupitertempel führte eine breite dreiteilige Freitreppe hinauf. Seine 45m breite Frontseite hatte zehn Säulen mit einer Höhe von 20m Höhe, währ- end die 86m lange Langseite aus 19 Säulen bestand. Der Tempel wurde auf einem Podium errichtet das allein durch die Formate der verbauten Steine beeindruckt. Dort wurden die größten Steine der Antike mit Ge- wichten bis zu 650t verbaut.

MonolithBaalbek, Monolith

In den Steinbrüchen der Umgebung sind  noch Monolithe mit einem Ge- wicht von 1200t zu finden deren Verwend- ungszweck nicht geklärt ist.   Die bautechnische Leistung entsprach also dem Ansehen des obersten Gottes des römischen Pantheons und so wurde der Tempel entsprechend dem Sonnenaufgang an seinem Feiertag ausgerichtet. Am 23. April, dem Tag Jupiter Vinalia Priora geht die Sonne direkt in der Tempelachse auf.

Baalbek SonneBaalbek, Ausrichtung

Es war das erste der beiden altrömischen Weinfesten, die dem Jupiter geweiht waren. Der Legende zufolge beruht es auf den Kämpfen der Lateiner und den Etruskern. Nach einem Sieg der Etrusker wurden die Lateiner verpflichtet ihren Wein auszuliefern, doch die widersetzten sich und eröffneten den Kampf erneut. Ehe sie den Kampf erneut begannen gelobten sie zuvor Jupiter ihm Wein opfern . Prompt siegten sie und löst- en anschließend ihr Gelübde ein, indem sie Jupiter von jedem Fass den ersten Becher als Opfer brachten. Dass dies ausgerechnet der 23. April wurde hängt auch mit Jupiters Rolle als Wettergott zusammen.

JupiterstatueJupiterstatue aus dem 1. Jahrhundert

Bis in das 3. Jahrhundert zogen sich die Arbeiten am Heiligtum hin. Zu diesem Zeitpunkt hatte auch die Stadt Baalbek den Zenit ihrer Macht er- reicht. Um 554 wurde das Heiligtum von einem Blitzschlag getroffen und brannte aus. Weite Teile der Anlage wurden davor bewahrt in der Folge- zeit als Steinbruch zu dienen weil es arabischen Ayubiden ab dem 12. Jahrhundert zu einer Festung umbauten. Einen entscheidenden Impuls  zur Erforschung der Tempelanlage gab der deutsche Kaiser Wilhelm II während seiner Palästinareise im Jahre 1898. Anschließend legte eine deutsche Grabung unter der Leitung von Prof. Otto Puchstein zwischen 1900 und 1905 weite Teile der verschütteten Tempel wieder frei. Wilhelm II bewies schon während den Aufenthalten der kaiserlichen Familie in Bad Homburg sein großes Interesse an der Archäologie. Die Grabung an der Saalburg zählte zu den Höhepunkten der Aufenthalte. Vielleicht war es die Mythologie Jupiters, die den Herrscher schon damals in ihren Bann ge- zogen hatte, aber davon mehr im Artikel über die Saalburg.

Simulation: sunearttool/ Bilder:                                                                      Bilder wikipedia /Jupitertempel:JanHilgers/ Jupiter: G.dallorto / Monolith Ralph Ellis

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