Hirschlanden, Arktur und die Sieben

krieger Hirschlanden KopieDer Krieger von Hirschlanden

Im Buch Himmel der Kelten wurde bereits ein Merkmal von Grabanlagen aus der Hallstatt- und La-Tène-Zeit dargestellt. Ihre Gruppierungen lassen sich als allegorische Bilder deuten die Fundstücke, eine Verwandtschaft  zu den Sagenzyklen der griechisch-römischen Mythologien aufweisen. Einen ähnlichen Gedanken kann man auch in der Zuordnung der beiden Hügel-gräber in Hochdorf und Hirschlanden entdecken das 1963 entdeckt wurde. Bekannt wurde der Fundort durch die in unmittelbare Nähe ge- fundene Sandsteinfigur eines unbekleideten Kriegers, dessen Standort auf der Kuppe des Grabhügels vermutet wird. Eine genauere Betrachtung des Ortes zeigt, dass er einst Teil eines übergeordneten Planes gewesen sein musste, denn als erstes fällt die Entfernung zum Fürstengrab in Hochdorf ins Auge.

hirschlanden planDas Hirschlandendreieck

Sie misst von den beiden Mittelpunkten aus 6227,4m. Eine Prüfung mit vormetrischen Maßen zeigt ein auffälliges ganzzahliges Vielfaches bei der Verwendung der Nippur Elle. Hier entspricht die Entfernung dem Maß von 12015 NE der durchschnittlichen Länge. Dabei ist der Fehler von 0,12 % immer noch geringer als die bislang bekannten Abweichung der Nippur Elle. Bei einem Maß der Nippur Elle von 0,5184m entspräche die Distanz dann exakt den 12000 Ellen. Die Lage bei Hirschlanden weist aber noch eine weitere geometrische Anomalie auf, denn in Bezug zum Grab in Hochdorf weicht sie um 1° vom Meridian ab. Aber nur so konnte der Ge- ländesporn auf dem die Ruine der Nippenburg steht in ein gleichschenk- liges Dreieck mit zwei Winkeln von 49° einbezogen werden. Die Burg wurde erstmal 1160 in einer Urkunde erwähnt und gilt als die älteste im Umkreis von Stuttgart.

Nippenburg Ruine KopieRuine Nippenburg

Sie wurde vermutlich zu beginn des 11.Jahrhunderts von einem örtlichen Adelsgeschlecht auf dem Bergsporn erbaut. Dieser Punkt auf dem die Nippenburg liegt ist nicht weit entfernt von einem dem Schnittpunkt zwei- er Sonnaufgangslinien die beide Grabanlagen ebenfalls verbinden. Der Aufgangspunkt der Wintersonnenwende, der von Hochdorf über der Lemberg bei Feuerbach zu sehen ist und der von Hirschlanden aus zu sehende Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende über der Anhöhe der Nippenburg. Als Ort der Sonnenbeobachtung hatte das Gelände um der Burg in der vorchristlichen Zeit also eine ganz andere Bedeutung. Dies wirft auch ein Licht auf den Namen, der wie viele zu jener Zeit, wie aus dem Nichts der Geschichte auftauchte. Im altdochdeutschen Wortschatz bedeutete nippen, mit kurz geöffneter Lippe, in kleinen abgesetzten Zügen schlürfen, oder auch ein wenig schlafen. Beides trifft als Bild auf die Anhöhe oberhalb des Glemstales zu, wo die Sonne nach einem kurzem Schlaf wieder auftauchte und in ihrem Pendelbogen die Richtung wechs- elte.
Wie die Entfernung die Symbolzahl 12 enthält, verweisen die Winkel mit 49° auf die Bedeutung der Zahl 7. Die auf die Zeit von 600 bis 450 datierte Errichtung der Anlage fällt mit dem Wirken der Schule der Pythagoreer zusammen. Sie sahen in der Zahl sieben ein Abbild des Universums. Sie stellt die Summe aus der göttlichen Trinität und der vier dar, dem Sinnbild der Erde mit ihren vier Himmelsrichtungen. Aber sie ist auch die Zahl des Aufstieges zum Zentrum. Am Himmel zeigt sich die 7 in den Plejaden ebenso wie in dem Götterwagen, dem Sternbild Ursa Major. Wie in den Sternen zeigt sich die Zahl auch im Rhythmus der Zeit. Als Teiler des Mondzyklus wie auch in der Anzahl der Wochentag.

Parmenides KopieRaffael, Parmenides in Die Schule von Athen

Wie der Makrokosmos durch die 7 geprägt wurde, so sah der Antike Philosoph Parimides auch den Aufbau der Seele von der 7 bestimmt.
Seiner Meinung zufolge bestand sie aus 7 Teilen, wobei die Wärme des Körpers den Embyro nach 7 Tagen ausbildete. Ein weitere Aspekt des Dreieckes ist seine Beziehung zum Hohenasperg, denn eine Verlänger- ung eines Winkelschenkels berührt das Plateau des Berges im südöst-lichen Teil. Am Morgen der Tag- und Nachtgleiche, dem vorchristlichen Schwellen- fest, war in dieser Richtung über dem Hohenasperg der hellste Stern aus dem Sternbild Bärenhüters zum letzten Mal zu sehen. Der Astronom Ptolemäus war er Überzeugung, dass der Stern Arktur mit seinem rötlich schimmernden Licht einen Jupiter- und Marscharakter auf den Menschen ausübte. Diese Kräfte sollen in ihm Hitze und Antrieb aus- lösen. Auch die Astronom- en der Chaldäer kannten Arktur bereits und nannten ihn den wachenden Boten, während er später in Arabien auch als Wächter des Himmels bezeichnet wurde. Mit seinem Auftauchen kündigte er in Mesopotamien das Ende der Regenzeit und den Beginn der Aussaat an. Arktur war also seit frühester Zeit ein Leitstern für die ländliche Bevölk-erung.

BootesSternbild Bärenhüter

Einmal mehr zeigt auch das Beispiel Hirschlanden dass dem Bezug zum Hohenasperg zu dieser Zeit eine ganz andere Bedeutung beigemessen wurde, als dies die Forschung heute sieht. Die ihm heute zugeschriebene Funktion eines Fürstensitzes führt im Grunde nur die Sicht des Mittelalters fort, wo Burgen als Adelssitze dienten. Nicht nur das Beispiel der Nippen- burg zeigt, dass im frühen Mittelalter Burgen an den Orten errichtet wurden wo sich einst spirituelle Zentren befanden. Deren Nimbus nutzte der auf- strebende Adel für seine neue Namen. Dass es der Blick zum Hohen-asperg war, der den Grund für seinen Namen lieferte, soll die Betrachtung des Fürstengrabes von Hochdorf zeigen.

Bilder: Wikipedia, Parmenides / tomisti/ Nippenburg /Harke- CC BY-SA 3.0 Simulation: Stellarium, sunearthtool

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