Virgo und Augustus

Die Grabhügel des Keinaspergle und Hirschlanden weisen auf eine     Symbolik hin, die auch durch geometrische Beziehungen bestimmt war. Noch eindeutiger wird dies durch überlieferten Motive am Mausoleum    des Augustus erkennbar. Das kreisrunde Grabmal in Rom ließ Kaiser Augustus für sich und weitere Angehörige der iulisch-claudischen Famil-iendynastie errichten. Doch nach seinem Tod wurden hier auch zahlreiche hochgestellte Persönlichkeiten des römischen Lebens beigesetzt.

Augustus MausoleumZugang zum Mausoleum

Der mit römischen Travertin verkleidete Zylinder hat einen Kreisdurch-messer von etwa 87 m hatte weitere 5 konzentrische Mauerringe hinter denen sich die Bestattungskammern verbargen. Bekrönt wurde die Anlage durch einen mit Zypressen bewachsenen Grabhügel mit einer Rotunde.
Auf den ersten Blick weist der Ausgang der Grabanlage nach Norden, doch eine genauere Betrachtung zeigt eine minimale Abweichung um 1.5° Diese Abweichung ist zu groß um sie als Ungenauigkeit abzutun und passt nicht zu den perfekten Leistungen römischer Geometer. Rekon-strukionszeichnungen veranschaulichen die mehrschichtige Symbolik der Anlage, die natürlich auch in deren Maßen verborgen ist.

augmausuleumRekonstruktion

In der Literatur werden die Durchmesser zwischen 89m und 87m er- wähnt. Doch das zweite Maß rückt eher in die Nähe des wirklichen Grund- rissmaßes das anhand eines Planes einen Durchmesser von ungefähr 86.82m ergibt. Multipliziert mit der Kreiszahl Pi ergibt dies einen Umfang von 272.75m. Ein Vergleich mit dem heute gemessener Erdumfang ergibt ein Vielfaches von 146.930. Damit unterscheidet die Zahl eine Differenz von 0,047% zum nächsten ganzzahligen Wert 147.000. Zerlegt in Faktoren ergibt die 147 die beiden Symbolzahlen 3 und 49. Während die 3 Ausdruck der göttlichen Trinität ist, verkörpert die 49 die Elemente der pythagore- eischen Tetraktys. Übersetzt als Vierheit war sie ein Begriff aus der Zahl- enlehre der Schule des Pythagoras. Ihre Elemente bestanden aus Punkt, Strecke,Fläche und Körper bestand. Als kleinstes vollständiges Element der Tetraktys diente das Dreieck, das mit seinen 3 Punkten, 3 Strecken und 1 Fläche genau 7 Elemente besaß. Für das Verständnis des Kosmos spielte die Vierergruppe eine entscheidende Rolle und wurde als Schlüssel zum Verständnis der Weltharmonie angesehen.

Augustus GlythothekAugustus, Glyptothek

Augustus selbst schrieb über Rom, dass es sich unter seiner Herrschaft von einer Stadt aus Ziegeln zu einer Stadt aus Marmor gewandelt hatte. Mit Hilfe eines umfangreichen Bauprogrammes schuf er die Kulisse für eine perfekte Selbstinszenierung seiner Macht. Ebenso dienten sie Augustus dazu seine Macht im Reich zu stabilisieren und damit seine Nachfolge zu sichern. Von ihrer suggestiven Wirkung haben die aufwendigen Repräsent-ationsbauten bis auch heute nur wenig eingebüßt und ein Zeugnis seiner Selbsteinschätzung liefert die in Bronze gegossene Inschrift des Kaisers, in der er schrieb `Res gestae Divi Augusti´, die Taten des göttlichen Aug- ustus. Dass dies Symbolik nicht nur auf die Erde begrenzt sein konnten versteht sich daher fast von selbst. Dies führt zurück zur minimalen Ab- weichung der Ausrichtung um 1,5 Grad.

Augustus  Plan Interpretation der Ausrichtung

Nimmt man den Winkel der Ausrichtung als Anhaltspunkt, so erscheint das Datum des 9. Dezember am plausibelsten. An diesem Tag, dem Feiertag des Sol Indiges, ist in dieser Richtung Spica, der hellste Stern der Virgo, zum letzten Mal sichtbar. Dann verblasste er in der beginnenden Dämmerung. Lange vor Augustus hatte die sybellinischen Orakel eine Rückkehr der mit der Gerechtigkeit verbundenen Dike, der Göttin des Goldenen Zeitalters vorausgesagt. Dies beschriebt auch der römische Dichter Vergil in seiner Bucolica mit folgenden Worten: Der verheißene König, der das Goldene Zeitalter herbeiführt, ist jungfräulich geboren als reiner Gottessohn und kann nur als solcher der Heilsbringer Roms und der ganzen Welt sein Damit drückte er auch die Sehnsucht römischer Bürger aus die nach den Kriegen nach Frieden und Wohlstand herbeisehnten. Vergil begründete dies auch mit astrologischen Argumenten, denn er sah in dem Zusammentreffen des Planeten Saturn und des Sternbildes der Virgo ein Zeichen für die Ankunft eines jupitergleichen Jünglings, der ein neues goldenes Zeitalter für Rom bringen würde. Diese Prognose war auch auschlaggebend für die Festlegung der Geburt von Augustus an einem 23. September, denn der Tag liegt am Schnittpunkt der beiden Zod- iakzeichen Virgo und Waage. Beide sind die Zeichen des neuen Heils-bringers wie ihn Vergil und die Sybillen sahen. Für Vergil, der sich hier alt- ägyptischen Motiven bediente konnte der neue Heilsbringer, der Rom in ein neues Goldenes Zeitalter führte, nur jungfräulich geboren werden. Damit war er erst ein reiner Gottessohn und war göttlich begnadeter Herrscher im Stande diese Goldene Zeit zurückbringen. An beide Ereignisse, die Geburt aus der Jungfrau und seine göttliche, sonnengleiche Natur erinnerte der Morgen am 9. Dezember, dem Tag des Sol Indiges.

Bilder Wikipedia: Mausoleum / Mausoleum des Augustus CC BY-SA 3.0/ Rekonstruktion Marcaurel /Augustus Bibi Saint-Pol/ Simulation:Sstellarium

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