Das Denkmal der Völker

Völkerschlacht 1Denkmal mit Spiegelung im vorgelagerten „See der Tränen um die gefallenen Soldaten“

Es war die Entscheidungsschlacht mit der für die europäischen Völker   ein neues Zeitalter begann. Vom 16. bis zum 19. Oktober 1813 kämpft-   en südlich von Leipzig die Truppen der Verbündeten Rußland, Preußen, Österreich und Schweden gegen die Napoleon Bonapartes. An der Schlacht waren rund 600.000 Soldaten beteiligt und damit war sie wahrscheinlich die größte Schlacht des 20. Jahrhunderts. In dieser wichtigsten Schlacht der Befreiungskriege, mit der die napoleonische Herrschaft beendet werden sollte, wurde Napoleon die entscheidende Niederlage beschert, von der er such nicht mehr erholen sollte. Wenige Tage nach der Schlacht entstand bereits der Name. Der Verdienst ge- bührt dem Journalisten Achim von Arnim, der den Begriff der Völker- schlacht in einem Artikel der Berliner Tageszeitung Preußischer Corres-pondent am 22. Oktober 1813 erwähnte.

Völkerschlacht GemäldeVölkerschlacht bei Leipzig(Gemälde von Wladimir Moschkow, 1815

100 Jahre nach der blutigen Schlacht war der Leipziger Architekt und Frei- maurer Clemens Thieme, die treibende Kraft bei der Erbauung des Denk- males für die Völkerschlacht. Dieses Bauwerk dürfte auch eines der letzt- en sein, in dem die komplexe Symbolik der Antike noch einmal

Völkerschlacht 2

Figur des Erzengels Michael am Fuße des Denkmalssichtbar wurde.

Thieme war Freimaurer der Leipziger Loge Apollo im Meistergrad, jedoch war er kein hammerführender Logen- oder Altlogenmeister. Unter seiner Federführung entstanden im Kreis der Bruderschaft die Ideen und Gestalt- ungselemente für die Umsetzung der Denk-malsidee. Die Bildthematik bezieht sich sowohl auf die mittelalterlichen Steinmetzbruder-schaften   mit den unteren Graden Lehrling-Geselle-Meister, aber auch auf religiös-nation-aler Bildmotive. Ebenso wichtig für die Gestaltung war die uralte Natursymbolik, die das Licht, den Kosmos und die Gestirne abbildet. Ähnlich den Schilderungen in der Johannesoffenbarung umschließt ein Löwenrachen die den Zugang zum Denkmal. Über ihm wacht der Erz- engel Michael mit dem Flammenschwert und gebietet Ruhe auf dem Totenfeld. Über der gigantischen Skulptur, des Künstlers Christian Behrens, steht die Inschrift `GOTT MIT UNS´. Ein symbolischer Zugang zum Denkmal wird also nur dem zuteil der auch das rechte `Wort´ kennt.

Michael , der Soldat

Das Bild des Rachengels aus der Offenbarung wurde zu Beginn des     20. Jahrhunderts als christlichen Militärheiliger zum Vorbild des Soldaten erkoren. Damit hatte der Erzengel seine letzte Wandlung erlebt, ehe er aus den Augen der Öffentlichkeit verschwand. Ausgangspunkt war dessen Kult im 5. Jahrhundert, der mit dem Wunder auf dem Monte Gargano begann. Die Wandlung vom Fürsprecher und Heiler zum Vorbild der Ritter vollzog sich rasch. Auch in den 1947 entdeckten Schriftrollen vom Toten Meer aus der Frühzeit des Christentums ist von Michael als dem `Fürst des Lichts´ die Rede, der die Heerscharen Gottes gegen die Mächte des Bösen unter Belial führt. So trägt er in den Texten auch den Titel `Vizekönig des Him- mels und Anführer der Heerscharen´. In der Zeit der Errichtung des Denk- males schwand zunehmend seine einstige sakrale Funktion und das Bild Michaels wandelte zu einem identitätsstiftenden Kriegsgott. Dieses Bild diente bis zum Ende des ersten Weltkrieges als Vorbild für Kampfesmut, doch mit der Niederlage 1918 war das Motiv weitgehend sinnentleert und verschwand. Nur auf Friedhöfen diente die der heilige Michael, wie auch der heilige Georg noch als Gefallenendenkmale. Ein Sinnbild des Todes stellen auch die 16 im Kreis angeordneten Toten- wächter dar die als Beschützer der Krypta und des Grabes dienen.

TotenwächterDie Totenwächter

Die Zahl 16 kann als nebeneinander-gestellte Einzelzahl, als Produkt, aus 2×8, oder auch in der Quersumme gedeutet werden. Während die 1, den Beginn des ewig Seienden, also Gott darstellt, steht die 6 für die erste vollkommene Zahl und gleichzeitig auch für den Mensch, der damit nicht ohne Grund am 6. Tag der Schöpfungsgeschichte erschaffen wurde. Die Pythagoreer sahen in ihr die Zahl des Kosmos, denn in der Architektur ihres des Zahlenmodelles spielt sie eine entscheidende Rolle. Doch neb- en der Zahlensymbolik bietet das Denkmal auch ein synästhetisches Zahlenerlebnis das aus den Wurzeln der Freimaurerei stammt, der ägypt- ischen Mysterienlehre. Der ägyptische Gott Osiris war ein Sohn des Erd- gottes Keb und der Göttin Nut. Sein Gemahlin und Schwester war Isis,    die sich in der Gestalt des Sternes Sirius personifizierte und die jährliche Nilflut ankündigte. Er folgte dem Sternbild Orion, der ab dem Mittleren Reich mit Osiris identifiziert wurde. Osiris wurde von seinem rachsücht- igen Bruder Seth getötet und zerstückelt, der ihn anschließend auf die Gaue Ägyptens verteilte. Von Isis der `Zauberreichen´ wurde er wieder zusammenge- setzt und wiederbelebt. So konnte er als Gott der Unterwelt zurückkehren und wurde zu einem Sinnbild der Wiedergeburt. So nimmt es nicht Wund- er dass das Denkmal genau auf den Punkt ausgerichtet ist wo am Aller- heiligen Tag 1813 die mittlere Gürtelsterne des Sternbildes Orions stand als der Tag endete. Ebenso war am Tag des ersten neuen Lichtes, Maria Lichtmess, Lichtes die Erstsicht dieses Sternes in der Mitte Orions, in dieser Fluchtrichtung zu sehen.

Völkerschlacht PlanDie Ausrichtung des Denkmales

Bilder: Wikipedia / Völkerschlachtdenkmal, Steffen Guenther / Völker-schlacht bei Leipzig(Gemälde von Wladimir Moschkow, 1815, Hohum / Figur des Erzengels Michael am Fuße des Denkmals , Sir James / Totenwächter, D.j.mueller , Simulation: Stellarium

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s