Würzburg, Kilian und die Residenz

heiliger Kiölian Darstellung NeumünsterHeiliger Kilian Neumünster-Kirche, zusammen mit Kolonat und Totnan

Kilian, der in Irland geborene Missionar gilt als der Frankenapostel. Sein Name ist ebenso vieldeutig wie seine Biografie, die 640 im Irischen Ort Mullagh begonnen haben soll. Der Name Kilian kann von den Irischen Worten `ceallach´, Kampf oder Krieg, oder aber von `ceall´, das Kloster abgeleitet werden. Ebenso gibt es eine Möglichkeit den Namen irischgäl- ischen Sprache wörtlich zu übersetzen. Dann wäre die erste Silbe `cill´, die Kirche und die zweite `ian´ mit John zu deuten. Im übertragenen Sinn würde er dann die `Kirche von John´ bedeuten. Mehrere Bedeutungs- ebenen vermischen sich also hier im Name jenes Mannes, der wie viele Missionare damals aus Irland in den süddeutschen Raum kam um das Christentum zu verkünden.Trotz seiner Bedeutung für den fränkischen Raum gibt es außer seiner erst 60 Jahre nach seinem Tod verfassten Leidensgeschichte keine greifbaren Fakten.

Kilian,Gosbert,1418Tötung Kilians durch Herzog Gozbert, Darstellung 1418

Knapp 200 Jahre nach der in den Erzählungen geschilderten Tötung lebte der Kult um den später heilig gesprochen Missionar auf. In der Anwesen- heit Karls des Große wurden seine Reliquien am 10. Februar 788 durch Bischof Burkhard in die angeblich über der Stelle des Martyriums erbaut- en Salvatorkirche überführt. Heute steht hier das heutige Neumünster mit dem Kilians-Grab.
In den Erzählungen hatte Kilian 12 Mitstreiter oder auch nur 2, den Priest- er Kolonat und den Diakon Totnan. Mit denen zog er nach Germanien um dort zu missionieren. Im Jahr 686 soll er in Rom gewesen sein, wo er vom Papst die Bischofsweihe für seine Aufgabe empfing. Als Streiter für den Glauben wurde Kilian seinem Namen gerecht, als er den getauften Herzog Gozbert wegen seiner Ehe mit der Witwe seiner Bruders kritisierte, denn die Heirat mit der verwitweten Schwägerin war nach dem römischen Recht nicht erlaubt. Gozbert gab dem Verlangen nach, doch Gailana ver- zieh dies Kilian nicht. Als ihr Mann auf einem Kriegszug war, so die Leg- ende, ließ sie ihn in zusammen mit dem Diakon in einer Klause enthaupt- en und die Gebeine in einem Pferdestall verscharren.

Johannes täufer caravaggioDie Enthauptung Johannes’ des Täufers, Caravaggio, 1608
Unverkennbar sind hier Elemente aus der Legende von Johannes dem Täufer mit eingewoben worden, der unter fast gleichen Umständen zu Tode gekommen sein soll. Wohl nicht ohne Grund folgen auch beide Ge- denktage wenige Tage nach der Sommersonnenwende nur in kurzem Abstand intereinander. Wie andere Gedenktage ist auch Kilianstag ein Wettertag an dem ein Spruch lautet: Ist’s zu Kilian schön, werden viele gute Tage vergehen.
Da Kilian der Schutzpatron Würzburgs ist, musste dies auch ein best-     immendes Element bei der Anlage der Residenz werden. Das 1781    fertig- gestellte Schloss am Rande der Würzburger Altstadt gilt als einer der bedeutensten Bauwerke des Spätbarock. Mit seiner Gestaltung ist es damit vergleichbar mit den Residenzen Schönbrunn und Versailles. Von ihnen wird in späteren Beiträgen noch die rede sein. Bis zum Zeitpunkt  des Baues residierten die Fürstbischöfe im Schloss auf dem Marienberg, doch im Zeitalter des Absolutismus erwiesen sich dort die Räumlichkeit- en als ungenügend. Mit der Erstellung eines Bauplanes wurde der bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Baumeister und Architekt an Balthasar Neumann beauftragt. In seinem einheitlichen Plan wirkt der Bau heute in sich vollkommen geschlossen.

Residenz im Bau 1731Residenz im Bau,1731

Barockarchitektur versteht sich als Kunst er Inszenierung par ecellence.  In der sich er wieder erstarkende Katholizismus spiegelte. Der Stil des- sen Wurzeln in Italien liegen gilt als letzte Kunstepoche, in der sich die Grenzen von Architektur, Landschaft , Plastik und Malerei zu einem ein- heitlichen

Würzburg Residenz Plan1Ausrichtung der Residenz 14. Februar – Translatio des Heiligen Kilian

Bilder: Wikipedia/Residenz Südseite, Rainer Lippert Hofgarten 1770, AndreasPraefck/ Heiliger Kilian Neumünster-Korche /VisualBeo / Ermordung Kilians, Altera levatur / Johannes der Täufer, Dcoetzee , Residenz im Bau, Mattes / simulation, sunearthtools

Advertisements

2 Gedanken zu „Würzburg, Kilian und die Residenz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s