Der Dreifaltigkeitsberg

Dreifaltigkeitsberg01Dreifaltigkeitsberg von Spaichingen

Noch immer ist die frühgeschichtliche Bedeutung des heutigen Wallfahrtsortes Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen nicht eindeutig geklärt. Wohl weisen einige Funde nach Meinung von Archäologen auf eine Siedlungstätigkeit ab der Jung- steinzeit hin, die wie Reste von Wällen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. zeigen, bis     in die Zeit der Kelten andauerte.
Doch die eigentliche Geschichte des Dreifaltigkeitsberges wird erst ab dem Jahr 1455 faßbar, als Erzherzog Albrecht auf dem Plateau eine steinerne Kapelle er- richten ließ. Rasch wurde die Kapelle zu einem Ziel von Pilgern die von einer 1461  in Spaichingen gegründeten Bruderschaft betreut wurden. Schon 1666 wurde dem wachsenden Pilgeraufkommen Rechnung getragen und am gleichen Standort eine neue Kirche errichtet, die 1673 von Bischof Georg Sigismund von Konstanz einge- weiht wurde. Sie führte auch zum heutigen Namen des Berges der zuvor Baldnberg hieß.

Dreifaltigkeitsberg KircheKirche auf dem Dreifaltigkeitsberg

Diese Kirche wurde der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht, die an Trinitas, dem erst-    en Sonntag nach Pfingsten gefeiert wird. Da das Fest durch den Ostertermin des jeweiligen Jahres bestimmt wird, pendelt das Datum in einen Zeitraum von un- gefähr 30 Tagen. Zur üblichen Ausrichtung einer Kirche auf einen Sonnenauf-   gangspunkt bietet das Datum also keinen sicheren Visurpunkt. Eine Erklärung für die exakt nach Osten ausgerichtete Kirche bietet aber der damalige Eigentümer    der Kirche, das Stift St. Moriz zu Rottenburg-Ehingen.

Mauritius Kopfhl. Mauritius als `Mohr´, Dom St. Mauritius Magdeburg

Moriz, Maurice oder auch Mauritius wurde als Heiliger seit dem 4. Jahrhundert ver- ehrt. Er war Schutzheiliger des Heeres, der Waffenschmiede und der Handwerker. Aber in erster Linie war er der Schutzpatron aller Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und auch des Reichs selbst. Sein Gedenktag ist der 22. September und an diesem Tag trifft die Baulinie der Kirche auf den Sonnenaufgangspunkt im Osten. Auffällig ist hier, dass die Kirche dabei ganz und gar nicht der Hauptrichtung des Plateaus folgt.

Dreifaltigkeitsberg PlanDreifaltigkeitsberg, Plateau

Dessen Geometrie lässt sich durch zwei Richtungen beschreiben: Der Kleinen Mondwende Süd und einer Richtung die mit der Nordrichtung einen Winkel von 156° einschließt. Dieser Winkel ist insofern interessant, da er zum Vollkreis in einem Ver- hältnis von 30 zu 13 steht und somit neben der Symbolik beider Zahlen zwei wicht- ige Elemente der damaligen Kalenderrechnung enthält. So kann die 13 als Zahl der Monate eines Mondjahres gesehen werden und die 30 als Mitte des Primzahlzwil- linge 29 und 31. Alle drei Zahlen stehen für die unterschiedlichen Monatslängen eines Jahres. Die alte Bedeutung der Zahl 30, die ja 12mal in der Zahl 360 enthalt- en ist, lässt sich auch im ersten Vers der Bibel erkennen. In verborgener Form ist  sie schon in der Versstruktur des ersten Kapitels enthalten. So enthält dieses 31 Verse und gliedert sich in die 2 Anfangsverse und die darauf folgenden 29 die das Sechstagewerk des Schöpfers beschreiben. Wir finden im ersten Kapitel also den Primzahlzwilling der die 30 umschließt und damit weckt es die Erwartung auf den kommenden Sohn, der seine Tätigkeit mit 30 Jahren aufnahm.
Der Gedanke ein Bauwerk auf ein Ereignis am Himmelauszurichten,  der ja eben- falls bei einer Geländeformation möglich ist , taucht bereits bei neolithischen Bau- werken auf.

Dreifaltigkeitsberg OrionSternpeilung

Da die Richtung nach Süd Süd-Ost einen Sonnenaufgangspunkt ausschließt kön- nen also nur Sternsichtungen in die Betrachtung mit einbezogen werden. Eine Erklärung für diese Richtung bietet das Sternbild Orion und dessen Stern Bellatrix der auch die Kriegerin genannt wird. Um 600 v. Chr., am Tag der keltischen Licht- jungfrau Brigid, war der Stern in dieser Richtung kurz nach Sonnenuntergang zum ersten Mal am Himmel zu sehen. Die älteste bislang gefundene Darstellung des Himmelsjägers Orion ist nach den Angaben des Münchner Astronomen Michael Rappenglück auf einem Elfenbeintäfelchen zu finden das vor 32500 Jahren gefertigt wurde. Die bereits 1979 im Achtal im Alb-Donaukreis gefunden Tafel stellt eine auf- recht stehende Figur dar, deren Geometrie mit dem heutigen Sternbild des Orion in wesentlichen Punkten korrespondiert. Seine Sterne bieten ebenfalls eine Erklärung für die wechselnde Siedlungstätigkeiten auf dem Plateau.

OriontafelOriondarstellung

Wird diese Ausrichtung auf Orion als Bezugssystem gewählt, bietet sie natürlich nicht zu jeder Zeit eine Sternsicht die mit einem wichtigen Datum zusammenfällt. Aber die Wanderung des Sternbildes bot aber schon um 6500 v. Chr. dem Spät- mesolithikum in Europa, einen Visurpunkt mit symbolischer Bedeutung. So war in dieser Epoche Bellatrix nicht am Abend des Festes der Lichtjungfau, sondern kurz nach Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende zu sehen. Maria Weyersberg unt-   ersuchte in ihrer Studie Osiris und seine Beziehung zum Monde die komplexe Er- scheinungsform des ägyptischen Gottes. Sie folgte dabei der Argumentation des deutschen Ägyptologen Kees, der im Tod und er Wiedergeburt von Osiris ein Spieg- elbild der Mondphasen erkannte. Diese Auffassung sah Weyersberg auch durch Aussagen der ägyptischen Literatur des 14. Jahrhunderts v. Chr. gestützt. Osiris, übersetzt, der Sitz des Auges, wandelte sich vom Vegetations- zum Totengott und Herrscher der Unterwelt. Innerhalb der Göttermythologie betrachtete ihn der Pharao als seinen Bruder. So wanderte in den damaligen Vorstellungen seine Seele zurück in den Leib des Osiris, dem Sternbild. Zusammen mit Isis, die sich in Sirius verkörp- erte und dem Horuskind bildeten sie kulturgeschichtlich die Vorlage für die spätere Trinitätsvorstellung des christlichen Glaubens. Damit stände die Dreifaltigkeitskirche an diesem Ort tatsächlich für die Weiterführung einer Jahrtausende alten mytholog- ischen Tradition. Auch die charakteristische Dreiecksform des Plateaus weist auf diese kulturelle Verbindung hin, denn die Kanten lassen sich mit ganzzahligen Ein- heiten der ägyptischen Königselle beschreiben.

Bilder: Wikipedia,Der Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen, Die Gebäude auf dem Dreifaltigkeitsberg ,Zottie/ Darstellung des hl. Mauritius als „Mohr“ im Dom St. Mauritius, Magdeburg , Rabanus Flavus / Rappenglück. Darstellung des Orion/ Simulation Stellarium, sunearthtools,

 

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