Mythos Dünsberg – die Mondlinie, Teil 2

Dünsberg GleibergDünsberg mit Vetzberg und Gleiberg

Tief im Innern soll das Geheimnis des Dünsberges verborgen sein. Dies behaupt- et eine Sage die Johann Georg Theodor Grässe 1868 in seinem Sagenbuch des Preußischen Staates veröffentlichte. Er schildert die Ereignisse mit folgenden Wort- en: `In der Nähe von Gießen liegt der sogenannte Dünsberg. Auf seinem Gipfel hat einst ein Schloss gestanden. Zu gewissen Zeiten öffnet sich der Berg und wer das Zauberwort weiß, der kann in das Innere treten und die dort verborgenen Schätze heben. Zwischen dem Dünsberg aber und der Stadt liegen die sogenannten sieb- en Hügel, zu diesen gehören auch der Gleiberg, der Vetzberg und der Wetteberg.   Auf diesen letzteren haben aber drei Brüder ebenso viele Burgen gehabt. Der erste nannte die seine, weil sie sehr fest war, Vetzberg, der zweite, weil er dieser eine gleiche entgegenstellte, Gleiberg, der dritte aber wettete, die seine müsse die and- ern noch an Festigkeit übertreffen und nannte sie Wetteberg. Der Besitzer des Wette- bergs aber war ein Bösewicht, deshalb haben die beiden andern Brüder mit verein- ter Kraft ihn angegriffen und seine Burg zerstört´.

Dünsberg Burg GleibergBurg Gleiberg

Doch eines der Geheimnisse die den Dünsberg umgeben liegt nicht in seinem Innern, sondern in der Linie die ihn mit dem Kloster Schiffenberg verbindet. Sie entspricht vom Kloster aus betrachtet der Linie der großen Mondwende Nord, oder umgekehrt in südöst-licher Richtung, der großen Mondwende Süd. Der Ort an dem das Kloster im 12. Jahrhundert errichtet wurde muss bereits im 4. Jahrtausend  eine besondere Bedeutung besessen zu haben. Zahlreiche Scherbenfunde zeigen eine Siedlungstätigkeit zur zeit der Brandkeramischen und der Michelfelder Kultur. Zahlreiche Quellen und der auffällige Bezug zur Mondrichtung lassen den Schluss  zu, dass der Ort bereits in der Frühgeschichte eine ähnlicher Kultort war. Ähnlich   wie der Odilienberg im Elsaß. Dafür spricht auch seine Lage auf der Mondlinie zum Dünsberg.

KLoster Schiffenberg altKloster Schiffenberg in den 30-er Jahren

Betrachtet man diese genauer, so zeigt sich in den beiden Entfernungen Dünsberg   – Gleiberg und Gleiberg-Schiffenberg ein erstaunliches Verhältnis der Entfernungen. Beide Strecken entsprechen dem Verhältnis 8 zu 13 und diese Zahlen stehen auch sinnbildlich für den Mond. Während die 8 auch in den 8 Phasen des Mondes wied- erzufinden ist, zeigt sich in der 13 die Dauer eines Mondjahres von 13 Mondmonat- en. Auch die Summe beider Zahlen, die 21, genoss in zahlreichen Kulturen einen besonderen Stellenwert. Als Produkt der 3 und 7 enthielt sie Zahlen die Sinnbild mytho- logischer Vorstellungen waren. So steht die 3 als Ausdruck der Stabilität für eine göttliche Trinität und die 7 für die Vereinigung des Geistigen mit dem Mater- iellen. Aus babylonischer Zeit ist erstmals die besondere Bedeutung überliefert,    die sich in den 7 damals bekannten, als Götter verehrten Planeten spiegelt. Ihnen stand eine spiegelbildliche Ordnung auf er Erde gegenüber. So existierten in den Vorstellungen der Babylonier 7 Weltteile durch 7 Flüsse voneinander getrennt. Sichtbares Abbild dieser göttlichen Ordnung der 7  waren die in 7 Ebenen geglied- erten Stufentempel.

Dünsberg MondlinieDünsberg Mondlinie

Wie das Verhältnis der Entfernungen den Code eine Mondkultes zeigt, sondern, so weist auch das Maß auf eine Entstehungszeit wie sie auch die Scherbefunde in der Nähe des Klosters dokumentieren. So entspricht die Entfernung Gleiberg Kloster 9043m und damit 18200 Einheiten mit 0.467m während die Entfernung zum Düns- berg mit 5564m 11200 Einheiten entspricht. Da sich diese Maßeinheit nicht in der Tabelle der vormetrischen Längeneinheiten von R.C. Rottländer findet, könnte es durch die Abwandlung eines der zu dieser Zeit bekannten Maßstäbe entstanden sein. Ähnlich wie noch im Europa des 18 Jahrhunderts hunderte unterschiedlicher Maßstäbe parallel existierten bevor sich das metrische System durchsetze, ist eine ähnliche Situation auch für die Zeit des 4. Jahrtausends v. Chr. Zu vermuten. Tatsäch- lich zeigt sich bei der ermittelten Einheit von 0,467 eine Verwandtschaft zum Maß des Megalithischen Yard, einem Maß das der schottische Ingenieur Alexander Thom bei zahlreichen megalithischen Steinsetzungen identifizierte. Diese aus großformatigen Steinen erbaute Anlagen entstanden in Europa während des 4. Jahrtausend v. Chr. Wird nun das megalithische Yard mit 0.829m durch 30 Einheiten dividiert und das Ergebnis mit 18 multipliziert, eine durchaus übliche Methode in der Frühgeschichte Maßstäbe abzuwandeln und umzurechnen, so entsteht das Dünsbergmaß von 0,497m. Es weicht um 2,5% von der bei Rottländer für diesen Zeitraum aufgeführt- en Salamiselle ab. Das Verhältnis 8 zu 13 weist aber auch einen Bezug zur Venus auf, denn die Umlaufzeiten von Erde und Venus verhalten sich wie 8 zu13. Die eng- en Beziehungen von Mond und Venussymbolik wird auch daran deutlich dass die Venus Dank ihrer näheren Umlaufbahn zur Sonne ebenso Phasen aufweist wie der Erdmond.

MondphasenDie 8 Mondphasen

Dass die Bedeutung von Sonnen- und Mondausrichtung mit dem Untergang der frühen Kulturen keinesfalls an Bedeutung verloren hat, zeigt die Geometrie der im 12. Jahrhundert entstanden Burg Gleiberg. Ganz verließ man sich auch zu dieser Zeit nicht auf den Schutz solider Mauern. Auch sie mussten noch mit den alten Planetengöttern in Verbindung stehen. So folgt die polygonale Geometrie Aus- richtung der Burg nicht allein wehrtechnischen Überlegungen, sondern weist doch eine erstaunliche Übereinstimmung mit den Sonnenwenden und der großen Mondwende auf.

Burg GleibergBurg Gleiberg

Wikipedia: CC BY-SA 3.0 , Dünsberg von Gießen aus, Grundriss Gleiberg, Magadan / Simulation sunearthtools

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