Der Old Oswestry Code

Old Oswestry PanoramaOld Oswestry Hillfort

Im Norden der Grafschaft Shropshire liegt die aus frühen Eisenzeit stammende Wallburg Old Oswestry. Nach Auffassung des englischen Prähistorikers Dr. Rachel Pope ist sie eine der am besten erhaltenen Wallburgen Englands und kann als das Stonehenge der Eisenzeit angesehen werden. In einer Ebene errichtet, bietet das Plateau von Old Oswestry einen beeindruckenden Blick über den Norden von Wales und die englischen Grafschaften Cheshire und Shropshire. Die Wallburg wurde in mehreren Abschnitten errichtet, wobei der innere, konzentrische Ring aus der frühen Eisenzeit stammt und die äußeren Wallteile aus der mittleren Epoche der Eisenzeit. Später wurde noch ein dritter Wall hinzugefügt, der einen besseren Schutz gegen Angriffe leisten sollte. Der Bau fiel in eine klimatisch ungünstige Zeit, denn Europa war dem Klima des Subalantikums ausgesetzt. In weiten Teilen war es fast1 Grad kälter und das Wetter von mehr Regen geprägt als heute.

Old Oswestry LuftOld Oswestry, Luftbild

Obwohl die Wallburg zu den am stärksten befestigten Anlagen Englands zählte ist sie nie von römischen Legionen belagert worden. Zu dem ist es ein Glück, dass auch das Training kanadischer Soldaten während des1. Weltkrieges keine größeren Schäden hinterlassen hat. Damit sind die ursprünglichen Wälle noch deutlich sichtbar und lassen sich in ihren Ausrichtungen interpretieren, denn hier ist ein ausgewogenes Beispiel für das Zusammenspiel von Mond und Sonnenrichtungen zu beobachten stellen. Während die Ausrichtung der nördlichen Seite von der kleinen Mondwende Süd und der Sommerson-nenwende bestimmt wird, sind dies auf der südlichen das Äquinoktium und große Mondwende Nord. Auch die Zugänge zur Wallburg wurden keinesfalls nur nach praktischen Gesichtspunkten ausgewählt worden, sondern ebenfalls nach Sonnenaufgangspunkten. So wurden hier beide Tore auf den Aufgang am 1. Mai aufgerichtet, dem Datum das zusammen mit dem 1.November in keltischer Zeit das Jahr in ein dunkles und ein helles Jahr teilte.

Old Oswestry Sonne MondOld Oswestry, Sonne und Mond

Beispiele wie in mediterranen Kulturen Gebäude nach Gestirnen ausgerichtet wurden gibt es genügend, doch Erklärungen über die Beweggründe lassen sich nur erahnen, da es dazu keine Überlieferungen gibt. Ganz ähnlich ist es bei den Baulinien der Kirchen über deren Entstehung es ja auch keine verwertbare n Quellen gibt. Eine Erklärung für die Absichten alter Baumeister bietet das bis in die Gegenwart in Asien überlebende Prinzip der Vastu-Shastra Lehre. Sie entstand parallel zu den Lehren der Veden, deren erste Schriften im 2. Jahrtausend v. Chr. am Hindus auftauchten. Grundlage der Vastu- Shastra Lehre ist die Sucht, dass auf die Erde unterschiedliche positive oder negative Einflüsse einwirken. Dazu zählen die Himmelsrichtungen, die Sonne, der Mond und die Planeten. In diesem Zusammenhang berücksichtigt die Lehre auch die Eigenschaften der 5 Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther, den Raum. Aus der Sicht der vedischen Wissenschaften müssen sie in einer baulichen Anlage einer Balance unterliegen, um so eine Harmonie von Bewohnern und ihrer Umwelt zu erzeugen. Hauptaugenmerk richtet die Lehre jedoch auf einen Gleichklang mit den himmlischen Kräften. So geht die Vastu-Shastra Lehre davon aus, dass aus dem Kosmos die verschiedensten Energien auf unseren Planeteneinwirken: Die Strahlen der Sonne, die Anziehungskraft des Mondes, aber auch magnetische, bio-elektrische und thermische Energiefelder. Als Rhythmusgeber des Lebens werden Sonne und Mond mit ihren unübersehbaren Einflüssen auf den Menschen gesehen. Nur der bewusste Umgang mit den bestimmenden Ausrichtungen kann nach den Regeln der Lehre eine Harmonisierung der Kräfte von Planeten wie der Sonne ermöglichen.

Erdbeben KobeVolker Doormann, planetarische Konstellation Erdbeben Kobe, 17.01.1995

Lange Zeit fand die Auswirkung von Planetenkonstellationen auf die Erde nur in der Disziplin der Astrologen eine Beachtung. Einst mit der Astronomie eng verbunden, wird die Astrologie heute aber als parawissenschaftlicher Zweig der Esoterik angesehen, der kein ernst zu nehmender Wissenschaftler noch eine Bedeutung beimisst. Doch seit den Anfängen der Astronomie im Zweistromland war Astrologie untrennbar mit ihr verbinden. Erst um Zeitalter der Aufklärung, als Kant und Laplace versucht haben die Entstehung des Sonnensystems auf naturwissenschaftlicher Grundlage zu erklären, begann die Astrologie ins Abseits zu geraten. Bereits im Jahr 1699 wurde auf den französischen Universitäten kein Lehrfach der Astrologie mehr angeboten. So gibt es auch nur wenig Forsc-hungsergebnisse , über die Abhängigkeit von Erbbeben und Planetenstellungen. Dass aber eine besondere Planetenkonstellation Erdbeben hervorrufen kann, sieht der bekannte Erdbebenforscher Charles Richter und Namensgeber der Richter-Skala, als Ausdruck reiner Fantasie. Dennoch gibt es heute gibt Untersuchungen die von Volker Doorman, die eine starke Korrelation zwischen bestimmten Planetenstellungen und Erdbeben Himmelsereignissen herstellen.

römische Planetengötterrömische Planetengötter

So ist der Code der Wallburg Old Oswesrty eines der zahlreichen Beispiele aus der Epoche der Eisenzeit, wo dieser alte Glaube, mit Hilfe der Ausrichtung eine Harmonie mit den Kräften der Gestirne zu erreichen, noch lebendig ist.

Bilder: Wikipedia, Panorama, John S Turner / Luftbild, English Heritage/ Erdbeben Kobe 17. Januar 1995, http://doormann.tripod.com / römische Planetengötter, https://incipesapereaude.files.wordpress.com / Simulation, Stellarium

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