Mythos Jungfraujoch

Jungfraujoch vom EggishornJungfraujoch vom Eggishorn

Knapp 200 Jahre nach der Erstbesteigung der Jungfrau am 3. August 1811 durch die beiden Bergsteiger Johann Rudolf Meyer und seinem Bruder Hieronymus, zusammen mit den Führern Joseph Bortis und Alois Volken, die vom Lötschental ist die die Landschaft der Jungfrau mit südlich angrenzenden Gebieten als Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes. Über die Entstehung ihres Namens herrscht bis heute keine vollständige Klarheit. Jedenfalls lässt sich die Spur des Namens bis in die Zeit zurückführen, wo der Orden der Augstinernonnen aus Interlaken Weiden an den Nordwesthängen des Bergmassivs besaßen. Aus diesem Grund soll im Volksmund der Begriff die Jungfrauenberge entstanden sein.

PostkartePostkarte aus den 20-er Jahren

Doch bei genauere Betrachtung muss der Mythos der Jungfrau viel früher entstanden sein. Doch über die Frühgeschichte des angrenzenden Lauterbrunnetales ist wenig bekannt. Das ist ein Phänomen das in der Schweiz, deren Geschichtsforschung sich strikt auf die Epoche der Römer ausrichtet, oft anzutreffen ist. Nur über eine vorge-schichtliche Siedlung Isenfluh wird berichtet, von der die Erstbesiedlung auf dem Gebiet Sulwald vermutet wird. Der althochdeutscheName `Isen´, `Eise´, zu Eis gefrieren deutet bedreits seine Beziehung zum Winter an. Ganz im Gegensatz dazu steht das Wort Sul, in dem der Name der Sonne durchscheint. Ebenso ist darin der Bergriff Säule enthalten, der auf einen heute längst vergessenen Brauch der Sonnensäule verwest. Er lässt sich bis in keltisch- germanische Zeit zurückverfolgen. Damals wurden am 1. Februar hohe Stangen aufgestellt, deren Spitze von der aufgehenden Sonne berührt wurden. In christlicher Zeit wurde dieser Brauch dann als Lichmesspfahl, oder auch Tin-Pales´übernommen. Er diente jedem Dorf als eigener Zeitmesser, vergleichbar mit den ab dem 16. Jahrhundert gebräuchlichen Kirchturmuhren.

Obelisk 2Obelisk Heliopolis

Vor der Einführung der Uhr hatten Zeitmessinstrumente eine weitaus vielschichtigere Rolle als heute. Am besten zeigt dies der ägyptische Obelisk, der wie die Pyramide ein Symbol der zu Stein gewordenen Strahlen des Sonnengottes darstellte. Der Hauptteil dieses skulpturalen Elementes bestand aus einem schmucklosen Monolithen und nur dessen Spitze war vergoldet, oder mit Elektron überzogen. Dies spiegelte die Macht und den Glanz des Sonnengottes wider. Der während des Tages wanderte Schattenwurf des Obelisken war gleichzeitig liegt der Zeitanzeiger und Symbol der tägliche Umfahrt des Sonnengottes Re auf seiner Sonnenbarke von Osten nach Westen. Dieser sich stetig wiederholen und nicht beeinflussende Zyklus der Umfahrt machte Re im alten Ägypten zu einem Sinnbild der Weltordnung, und so zum Hüter des Rechts.

Erst in jüngster zeit wird den ursprünglichen Bezügen der Landschaft rund um Isenfluh wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So beschreiben zahlreiche Sagen mystische Ereignisse in denen das Wissen der Frühgeschichte durchscheint. Eine dieser Erzählungen handelt von der unglücklichen Liebe von Vreneli und Fridel, die am Jungfraujoch endete und von der Fee von Suls , die mit ihrem Schlüssel zu einem Schatz im Berg führt .

Jungfrau MönchChüebodmi, Felsenkanzel

Im Chüebodmi, einem Aussichtspunkt auf der Südseite des Sulwaldplateaus liegt eine Felsenkanzel. Rund um diese Kanzel ist eine vom Vieh bevorzugte Lagerstelle. Doch dort soll sich auch der alte Souser herumgetrieben haben. Er wurde verdächtigt den Kühen Krankheiten anzuhexen, worauf ein beherzter Senn einen Kapuz-inermönch kommen ließ. Mittels eines geheimnisvollen Zeichens gelang es ihm endlich den Bergeist Chüebodmi zu bändigen und von den Kühen abzuhalten. Doch ganz vertreiben konnte ihn auch der Mönch nicht, denn er soll noch immer in einem Höhlenloch am Rande der Alp wohnen. Wohl eher aus touristischen Erwägungen sehen die Macher eines Werbeprospektes sehen den zauber der Landschaft als durchaus vergleichbar mit einer Alp, auf der der indische Gott Krishna während einer Jugendzeit gewohnt haben soll. Doch der erlebte seine Jugendzeit zusammen mit den Hrtenmädchen am Fluß Yamanu, einem der 7 heiligen Flüsse Indiens.

SulsseewliSulsseewli

Viel eher ist die Alp Suls und das darin eingebettete Sulsseewli mit dem Nemisee in den Albaner bergen zu vergleichen. Hier lag in antiker Zeit das Heiligtum der Diana Nemorensis, einer der bedeutendsten Kultstätten in römischer Zeit. Für die Römer war der heilige Hain und der See deshalb so bedeutsam, da ihr sagenhafter Stammvater Aeneas hier auf Anweisung der Sibylle einen rettenden Zweig  vor seinem Abstieg in den Hades pflückte.

Jungfrau Plan01Sulwald und die Sonne

Der Aussichtspunkt, der See haben eines gemeinsam: Beide stehen mit Sonnen-aufgängen über dem Joch und der Jungfrau in Verbindung. So ist ihr Aufgang von Sulwald aus zum keltischen Lichterfest Imbolc am nördlichen Ende des Jochs zu sehen und würde damit auch den Flurnamen durch den jährlichen Bau der Sulsäule erklären. Die beiden Gipfel Jungfrau und Mönch bilden ein Paar das auch landschaftlich in einer besonderen Beziehung liegt. So steigt am Tag der Sommersonnenwende die Sonne von der Jungfrau aus gesehen, aus dem Bergmassiv des Mönchs auf, während sich die große nördliche Mondwende über seinem Gipfel ereignet. Dies könnte auch seinen ursprüngliche Bedeutung schlüssiger erklären. Entwickelte sich der Name aus dem Mond, so sind Mond- und der Sonnenberg über das Joch verbunden, das gleichzeitig als Zeitmesser diente.

Bilder:Wikipedia, Das Jungfraujoch vom Eggishorn ,Kuebi] , Simulation, sunearttools

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s