Landschaftstempel Hohenstaufen

Hohenstaufen westsüdwestHohenstaufen aus Westsüdwest

Nicht nur die Ausrichtung des Hohenstaufen auf den Sonnenaufgang am ersten Mai weckt fragen, auch die Entfernungen zu wichtigen Landschaftsmarken. So beträgt die Ent- fernung von der Mitte des Hohenstaufens zum Stuifenhorn7461m, was einer Länge von 9000 Megalithischen Yards entspricht, einem bis in die Bronzezeit verwendeten Läng- enmaß von 0,829m. Ein ähnlich auffälliges Maß ergibt sich auch zur Mitte des Rechberges mit 5658m, was einer Entfernung von 6900 MY entspricht. Meist ist die Zahl 69 heute nur noch als Code für sexueller Praktiken bekannt, während ihre Symbolik völlig in Vergessenheit geriet. Dabei ist die 69 einer der bedeutendsten Zahlenwerte innerhalb der Bibel, denn mit dieser Zahl wird die Chronologie der Jahrwochen dargestellt die Daniel in einer Prophezeiung mit geteilt wurden. In ihr erfährt Daniel dass es bis zum erscheinen des Messias genau 69 Wochen dauern wird. Diese Wochen haben jeweils eine symbolische Dauer von mehreren Jahrhunderten auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.

Hohenstaufen EntfernungenKarte der Abstände in Megalithischen Yard

Nun ist kaum zu vermuten, dass sich weit voneinander entfernt existierende Kulturen auf den gleichen Sinnzusammenhang bezogen. Viel mehr ist wohl ein ganz natürlicher Er- eignis Urgrund dieses symbolischen Zeitbegriffes. Wie so oft findet man am Himmel eine Erklärung und in diesem Fall ist sie für jeden auch deutlich spürbar. Dieses Schauspiel wiederholt sich während des 18 Jahre und 11.3 Tage dauernden Saroszyklus, in dem nach 223 Vollmonden Erde und Mond wieder die gleiche Stellung erreichen. In dieser Zeit er- eignen sich jeweils 69 Sonnenfinsternisse, die früher die Menschen in Angst und Schrecken versetzt hatten.

Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis aus dem 18. Jahrhundert, ausgestellt in der Benediktinerabei Weltenburg

Ein weitere Auffälligkeit ergibt sich auch bei der Entfernung zum exakt gleich hohen Braunenberg bei Aalen. Hier ist es nicht nur die Entfernung von 33160m die umgerechnet 40000 MY ergibt, sondern auch die Geometrie des Hohenstaufen mit seinen nahezu parallel Höhenlinien. Ausgemittelt weist seine Achse auf den Sonnenaufgangspunkt des 1. Mai, der auf dem Braunenberg liegt. Aus mitteleuropäischen Regionen sind Berge meist als formlose Kultstätten mit einfachsten Altären überliefert. Meist sehen Archäologen sie als Höhensiedlungen oder auch Fürstensitze, ähnlich den mittelalterlichen Burgen. Ganz fern liegt jedoch die Vorstellung einer bearbeiteten Landschaft. Nur der 37m hohe Silbury Hill in der Grafschaft Wiltshire mit einer Plattform für Zeremonialzwecke wird bislang als künstliches Bauwerk anerkannt. Doch auch hier herrschte lange Zeit eine völlig andere Sicht, denn auf Grund seiner Form wurde lange Zeit für ein Fürstengrab gehalten. Bei Grabungen wurde im Innern des Hügels jedoch keinGrab, sondern eine raffinierten Kalksteinstruktur entdeckt, die zur Stabilisierung der Erdmassen diente.

T3 HohenstaufenSonnenkalender Hohenstaufen

Vergleichbare Bauwerke in großer Zahl finden sich jenseits des Atlantiks bei den hier kaum bekannten Moundbuilder Kulturen. Ähnlich dem Silbury Hill errichtetem sie mit unter-schiedlich Schichten aus Gesteins- und Erdmaterial terrassierte Anlagen, die entfernt an die Stufentempel in Mesopotamien erinnern. Einer der bekanntesten als Erdwerke be- zeichneten Landschaftstempel befindet sich in Cahokia, einer Metropole der einstigen Mississippi Kultur. Die Stadt in der Nähe von St. Louis, die einmal bis zu 4000 Einwohner hatte, zählt heute zum Weltkulturerbe. Obwohl sich die Mounds von Cahokia über ein Gebiet von 17km² erstrecken, bildeten 17 dieser Landschaftstempel einst das Herz der Stadt. Der nach einem in der Nähe liegenden Trappistenkloster benannte Monks Mound ist der größte unter ihnen. Für die Aufschüttung seiner terrassierten, mit Gras bewachsen Erdplattformen wurden ungefähr 700.000 m³ Material bewegt, was fast genau dem Volumen des Hohenstaufen entspricht, wie ihn Andreas Kieser 1683 in seinem Forstlagerbuch zeichnete. Den oberen Abschluss bildete die Zeremonialplattform, auf der ein Gebäude aus Holz stand das eine Grundfläche von 440 m² besaß .

Cahokiad SiedlungCahokia mit Monks Mound

Jede Mythologie hat ihre eigenen Kernthemen und so unterscheiden sich auch die Moundbilder Bauwerke in ihren Ausrichtungen. In Cahokia ist der Monks Mound zwar scheinbar nach Norden ausgerichtet, er weicht aber dennoch im Mittel 4.5° um nach Osten ab. Mit dem Wandern des magnetischen Poles kann dies nur schwer erklärt werden, da zu dieser Zeit die Abweichung ja nicht gemessen werden konnte. Viel eher ist dafür die Erklärung im Himmel zu suchen und den Tempel als Anfangspunkt einer Blickachse zu sehen, wie sie auch im barocken Landschaftsgarten zu finden ist. Unter dieser Annahme ergibt sich eine Linie, die sich aus der Stellung des Polarsternes und der Mitte der Gürtelsterne des Sternbildes Orion ergibt. War der Stern Beteigeuze, die Schulter Orion auf dem Südmeridian angekommen, hatte er himmlische Jäger den höchsten Punkt seiner Bahn erreicht. Dies war auch in der Abenddämmerung der Sonmersonnenwende der Fall.

sternbild OrionSternbild Orion

Einiges spricht dafür, dass Orion bei den Plainsindianern das unbekannte Sternbild Yin symbolisierte, das eine besondere Beziehung zur Venus hatte. Dass wir heute so wenig über die städtische Kultur des präkolumbianioschen Nordamerika wissen, liegt mit daran, dass viele Städte wie Cahaokia im 14.Jhd. aufgegeben wurden. Als Kolumbus in Amerika ankam, war der größte Teil dieser Kultur bereits Geschichte. Geschickt verteilte Pest- und Pockenerreger rafften innerhalb kurzer Zeit die meisten Überlebenden dieser Kultur hinweg. Somit blieb nur noch das von Karl May verbreitete Indianerbild des stolzen, edlen Wilden mit seinen federgeschmückten Wildlederkleidung.

Ähnlich den Indianern verlief sicher auch die Geschichte in unseren Breiten, denn die meisten Höhensiedlungen und Zeremonialanlagen wurden mit dem Auftauchen der Römer aufgegeben. Mangels schriftlicher Zeugnisse früherer Kulturen bleibt heute nur noch die Interpretation von Schriften aus römischen Ursprung. Viel zu wenig wird allerdings der Aspekt der Geometrie beachtet, die einen Schlüssel zum Verständnis einer längst vergangen Geisteswelt bietet. Von ihr sagte einst Galileo Galilei: Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen.

Bilder:Wikipedia, Hohenstaufen, Ansicht von Westsüdwest, Kreuzschnabel/Gemälde einer Sonnenfinsternis aus dem 18. Jahrhundert, ausgestellt in der Benediktinerabei Welten-burg,Jay Pasachoff, Simulation sunearthtools

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