Frög , das Land des Lugh

Grabhügel FrögAusgrabung in Frög

Das zweitgrößte Gräberfeld aus der Zeit der Hallstattkultur wurde bei Frög, in der Nähe der Stadt Rosegg entdeckt Funde belegen eine sehr lange kontinuierliche Siedlungsdauer an diesem Ort den die Drau in einer Schleife umfließt. Archäologisch bedeutsam war hier der Fund eines Gräberfeldes aus der Zeit von 750 bis 400 v. Chr. Nach dem Fund bei Hallstatt stellen die rund 600 Grabhügel den zweite bedeutenden Fundort aus dieser Epoche dar. Zahlreiche Bleifiguren, sowie das Modell eines Kult- und Totenwagens konnten hier ge-borgen werden. Lebendig wird diese längst vergangene Welt in der Keltenwelt Frög. Dort wurde rund um den restaurierten Grabhügel 120 ein Freilichtmuseum errichtet, wo Wehrgänge, Fürstenhalle und Werkstätten einen Einblick in die Welt der Hallstattkultur ermöglichen. Doch diese Kultur hat neben diesen archäologischen Funden noch andere Zeugnisse hinterlassen, die sich noch heute in der Landschaft bei Frög erkennen lassen.

Frög und LughFrög und die Sonne des Lugh

Einen Hinweis zu der bei Frög erhaltenen Landschaftsgeometrie liefert die Schlaufe der Drau, deren Arme nahezu parallel verlaufen. Ausgemittelt entspricht die Richtung dem Sonnenaufgang am 1. August, dem keltischen Feiertag Lugnasahd. Beginnt diese Flucht- linie auf dem Gipfel des Petelin, so teilt sie die das Gelände zwischen der Drauschleife mittig in zwei gleiche Teile und führt gleichzeitig über den neben dem Schlossberg liegenden Weinberg. Verfolgt man sie weiter, führt sie über den Wörthersee, Maria Saal, bis zum 1059m hohen Magdalensberg.

Das große Lichtfest Lugnasadh lag genau zwischen Sommersonnenwende und dem Herbstäquinoktium. Der Legende zufolge wurde dieses von dem keltischen Gott Lug zu Ehren seiner Ziehmutter und Amme gestiftet und fand auf ihrem Grabhügel statt. Sein Name geht wahrscheinlich auf die altkeltische Gottheit Lugus zurück, der als Gott der Handwerker verehrt wurde und eine ähnliche Rolle spielte wie der römische Merkur. Lugs Mutter Ethne war die Tochter des Fomoren-Königs Balor und stammte damit aus der Túatha Dé Danann, dem mythischen Geschlecht der Göttin Danu, das bei der Landnahme Irlands eine wesentliche Rolle spielte.

gallische hahn

Der gallische Hahn, Denkmal in La Rochelle

Ethne war die ältere Erdgöttin, die in der mythologischen Reihenfolge Lugh als Große Mutter, Beschützerin des Ackerbaus und der Ernte.verehrt wurde. Dieses Fest hatte auch seinen Grund in der oft instabilen Wetterlage des Monats August, wo Gewitter noch einen Teil der Feldfrüchte vernichten konnten und Ethne für deren Schutz sorgen sollte. .Aus Lugh, dem Gott der Handwerker, wurde im Laufe seiner Entwicklung ein Lichtgott. So gleicht auch der Name dem lateinischen Wort lux und passenden dazu entstand auch sein Beiname, `der mit dem Langen Arm´. Er wurde zum Symbol des Sonnenstrahles oder des Blitzes gleich dem römischen Jupiter. Wie bei anderen Sonnengöttern des medi- terranen Raumes, war der Hahn ein Symbol des Lugh. So galt er Syrern und Ägyptern bereits als das Sonnensymbol und entsprechend auch als Symbol des Feuergottes. Die Griechen sahen den Hahn als heiliges Tier des Lichtgottes Apollon und ebenso war es ein Tier der Artemis, bei der es die Wachsamkeit verkörperte. Gerade sein starker Fortpflanz- ungstrieb ließ den Hahn auch zu einem Fruchtbarkeitssymbol werden, so dass das Hahnenopfer oft auch zum Bestandteil von Ernteriten wurde.

Spuren des Lugh finden sich heute noch im Namen des Petelin dem Visierpunkt der Sonnenuntergangslinie. Der Name Petelin findet sich in seiner Grundform in der slawischen Sprache und heißt dort schlicht der `Hahn´.

MagdalensbergKirche auf dem Magdalensberg

Endpunkt der Sonnenlinie des Lugh ist der bereits erwähnte Magdalensberg, der heute einer der 4 heiligen Berge der Vierberge-Wallfahrt ist. Er ist auch heute noch einer der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten Österreichs, da 120m unterhalb des Gipfels umfangreiche Ruinen einer spätkeltischen und frührömischen Siedlung freigelegt werden konnten. In spätkeltischer und auch noch zu frührömischer Zeit war die Magdalensberg-Siedlung eine Bergstadt, die eine Fläche von ungefähr 3km² hatte und die Rolle eines norischens Handelszentrums hatte. Die Bedeutung dieses Berges lässt sich auch daran erkennen, dass er auch Visierpunkt für den Sonnenaufgang des Noreia-Isistempels auf dem Hohenstein ist.

Frög Sicht PolarsternFrög, Erstsicht Polarstern

Ausgangspunkt der Betrachtung war das Gräberfeld, das trotz seiner diffusen Streuung einer achsialen Ausrichtung folgt. Die perfekte Haromonie mit einer himmlischen Konstellation war jedenfalls um 700 v. Chr. Erreicht, als die Achse zwischen der Letztsicht des Altair aus dem Sternbild des Adlers und der Erstsicht des Polarsternes, der Spitze des Weltenbaumes, am 1. Mai mittig durch den Sattel zwischen Schlossberg und Wein- berg und das Gräberfeld führte. Mit diesem Winkel teilte sie auch die Drau in zwei Arme.

Der Adler schließt nun auch den Bogen um Gott Lugh. Innerhalb der keltischen Symbolik versinnbildlicht er neben Mut und Tapferkeit die Fähigkeiten der Schnelligkeit, des scharfen Auges wie auch der Magie. Ein berühmtes Beispiel ist der Adler von Cilgwry, dessen Kraft den Weg zu dem keltischen Gott Mabon weist. Aber der Adler wird auch mit dem Sonnengott Lugh, somit auch mit der Sonne und dem Druidenfest Lugnasadh assoziiert. In dieser Bedeutung steht der Adler für den Flug der Seele, das Verlassen des Körpers in Trance und den Flug zu den Ahnen-Geistern.

Bilder: keltenwelt.at, Grabhügel, wikipedia,Nordwest-Ansicht der Filialkirche der Heiligen Helena und Maria Magdalena auf dem Gipfel des Magdalensberges, Johann Jaritz / der gallische Hahn, Denkmal in La Rochelle,Jpbazard / Simmulation sunearthtools und Stellarium

 

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