Der Kalender der Steine

bruchhauser-steine-01 Blick zu den Bruchhauser Steinen

Wie viele Zufälle darf es geben dass ein steinernes Monument immer noch mit den Zuälligkeiten geologischer Prozesse erklärt wird. Überlagern sich mehrere dieser Zufälle, wie bei den Bruchauser Steinen, wird es immer unwahrscheinlicher, dass solche Formationen allein durch die Naturkräfte entstanden sind. Decken sich dann noch Funde mit kalendarischen Eigenschaften, wird die bewusste Bearbeitung durch Menschen immer wahrscheinlicher. E. Neumann-Gundrum beschäftigte sich in den frühen 80-er Jahren mit Monumenten wie den Externsteinen und den Bruchhauser Steinen. Ihre Erkenntnisse veröffentlichte sie in dem Buch Europas Kultur der Großskulpturen. Zusammen mit Fachleuten aus Zoologie und Bildhauerei erkannte sie figürliche Darstellungen von Tieren wie dem europäischen Großschaf, das auf ein Alter der bildhauererischen Arbeiten von über 8000 Jahren schließen lässt. So glaubte die Forscherin bei den Bruchhauser Steinen auch zwei Kopfskulpturen zu identifizieren die sie als eine Begegnung von Homo Sapiens und Neandertaler interpretierte. Neueste Forschungen zeigen jedoch dass in Mitteleuropa diese Rassen nie aufeinander trafen. Viel eher scheint es als ein Bild vom Aufein-andertreffen einer nordischen auf eine Kultur des Orients. Bei der Betrachtung des Phäno- mens darf natürlich die Verwitterung der Steine nicht außer Acht gelassen werden innerhalb dieses Zeitraumes kann er gut ein Dutzend Zentimeter betragen. Dadurch er- zeugte Formen werden allzu leicht realen anglichen und so als bewusst gestaltet ange- nommen. Deshalb lehnen Archäologen auch alle Interpretationen der Felsformationen als Bildwerke schlichtweg ab.

bruchhauser-steine-gesichterBruchhauser Steine, Gesichter

Beständiger als die bildliche Darstellung ist die Geometrie dieser Steinskulpturen. Er- möglicht sie die Peilung von Sonnenständen, zusammen mit einem Abgleich von Sternsichtungen, darf eine bewusste Bearbeitung der Landschaftsformation angenommen werden. Die Entstehung der Bruchhauser Steine wird durch die Gebirgsbildung im Erdzeitalter des Spätkarbon erklärt. In dieser Zeit richteten sich durch Druck und Schiebungen Gesteinsplatten des hartem Vulkangesteins auf. Im Laufe von Jahrmillionen verwitterte weiches Gestein und präparierte das harte Gestein heraus. Jedoch müsste dieser Vorgang wesentlich mehr stehende Reste hinterlassen haben, wohl auch in un- regelmäßiger Form. Die Figur beinhaltet also eine Geometrie, die der natürlichen Unregel-mäßigkeit widerspricht und ein bestimmtes System vermuten lässt.

bruchhauser-steine-luftbildBruchhauser Steine aus der Luft

Tatsächlich lassen sich alle vier Steintürme der Ravenstein, Bornstein, Goldstein und Feldstein mit Sonnenrichtungen in Verbindung bringen. Wird dazu der tieferliegende Bornstein als Ausgangspunkt genommen lässt sich der Sonnenuntergang am 1. Februar über dem Ravenstein anpeilen. In umgekehrter Richtung ist dies der Sonnenaufgang am 1. August. Um 4900 bot die Anlage einen weiteren Vorteil, denn zu diesem Zeitpunkt tauchte am 1. Februar, kurz nach Sonnenuntergang, der Stern Capella in der Viesierlinie Bornstein – Goldstein über dem letzt genannteren auf. Der hellste Stern des Sternbildes Fuhrmann ist zugleich der dritthellste am Nordhimmel.

bruchhauser-steine-planDer Kalender

Ebenso lässt sich der Goldstein als Ausgangspunkt für die Sonnenpeilung nutzen. Er eignet sich um zur Wintersonnenwende den Untergang über dem Goldstein zu beo- bachten. Ganz ähnlich wie am 1. Februar war auch zu diesem Zeitpunkt der Bornstein wieder zur Visur zu gebrauchen, denn kurz nach Sonnenuntergang erschienen dann die Plejaden über dem Goldstein. Die griechische Mythologie schildert die Verfolgung der 7 Nymphen durch den Riesen Orion. Zu ihrem eigenen Schutz, aber nicht ohne Hint- ergedanken, versetzte sie Zeus in den Himmel. Hier waren die reizvollen Schönen auch für die Götter Zeus, Poseidon und Ares jeder Zeit  leichter erreichbar.

bornstein-sommerBornstein im Sommer

Ein weiterer Zufall lässt die rein natürliche Entstehung der vier Steintürme immer un- wahrscheinlicher werden. Sie liegen auf 51.3225 nördlicher Breite, was einem Cosinus von 0.624942 entspricht. Der auf drei Stellen geglättete Wert ergibt 0.625. Wird der heutige gemessene Äquatorumfang von 40075,017km mit 0,625 multipliziert, ergibt dies 25046.885 km. Den gleichen Wert erzielt die Multiplikation mit dem Quotienten 5/8. Der Breitenkreis auf dem die Bruchhausener Steine liegen, verhält sich also wie 5 zu 8 zur Länge des Äquators. Vom 92m hohen Bornstein berichtet eine Erzählung, dass eine längst versiegte Quelle zum Namen geführt haben soll. Doch angesichts aller Zufälle dürfte sich dies im übertragenen Sinn auf Erkenntnisse über Astronomie und die Erde bezogen haben die einst hier gesammelt wurden und deren Reste in einem kollektiven Gedächtnis erhalten haben. All die Eigenschaften der Bruchhauser Steine sprechen also mehr für eine bewusste Bearbeitung der Landschaft, also mehr für eine Art von Bildhauerarbeit und weniger für eine rein durch geologische Vorgänge entstandene Formation.

Bilder: Wikipedia/ Blick zu den Bruchhauser Steinen, Thomas Wensing / Großskulpturen – UR-EUROPA e.V.htm / Bruchhauser Steine aus der Luft, Bornstein im Sommer, Michael Kramer / simulation Stellarium sunearthtools

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