Giersteine

giersteine-unter-baeumenGiersteine unter Bäumen

Die großformatige Steine bilden ein geometrisch bestimmte Skulptur auf einer Bergsporn bei Fornsbach. Zahlreiche Sagen versuchten in der Vergangenheit deren Entstehung und den Zweck zu erklären. So wurden die ungewöhnlichen Steine, wie an zahlreichen andren Orten mit dem Teufel in Verbindung gebracht: Er soll auf ihnen gestanden sein, als die christlichen Missionare, ihre Begleiter und Gefolgsleute das Tal herauf kamen. Dabei habe er seinen `Bannkreis´mit Gewalt verteidigen wollen. Als er aber gegen die Macht des neuen Glaubens nicht ankam, soll er geflohen sein. Auch Opferaltäre aus unterschied-lichen Epochen wurden in ihnen gesehen, bis hin zur Epoche er Kelten, denen in einer der Interpretationen der Wodansglaube angedichtet wurde.

gersteine-luftGiersteine, die Anlage

Rätselhaft wie der Zweck der Steinformation ist auch ihr Name. Zur Entwicklung gibt es einige widersprüchliche Deutungen. Im Gegensatz zum heutigen Namen findet man sie in einer alten Karte die um 1720 entstand noch unter dem Namen `Irrstein´. Einer der Interpretationen zufolge soll sich der Name Gier aus dem Wort Kirren entwickelt haben, das in Grimms Wörterbuch mit locken erklärt wird. Ebenso wird auch eine Entwicklung aus dem germanischen Gir, dem Geier s gesehen. Ganz ähnliche Flurname gibt es auch in der Schweiz, wie Giersberg, Gersloch oder nur Giers. Eine weitere Erklärung findet sich ebenso im Schweizer Dialekt, denn dort bedeutet gieren auch schaukeln. Am nächst-liegende jedoch wäre eine Form die sich aus der indogermanischen Sprache in die germanische gerettete hat, wo giehra gähnen oder klaffen bedeutet. Dies würde auch den optischen Eindruck der Steinformation erklären, die den Anschein erweckt. als wäre sie aus auseinandergesprengt worden. man den Gewässernamen Murg, so scheint auf den ersten Blick die heute gebräuchliche Ableitung vom keltischen Wort *Morgjā, Gewässer an einer Grenze‘ zwar plausibel, doch zwischen der Zeit der Kelten und den ersten fassbaren Namen auf Urkunden lagen gut 1000 Jahre. Näher liegt hier wohl auch die germanische Bedeutung Murgana, der Morgen, die sich ebenso aus dem indogermanischen Wort merek, flimmern, entwickelte. Somit verwies wohl hier der Gewässername wohl schon früh auf das Observatorium der Giersteine, wo das Morgenfunkeln der Sonne über hunderte von Jahren eine wichtige Rolle gespielt hat.

giersteine-schemaGiersteine Schema – Projekt Götterhand

5. Nachmittagssonne zur Wintersonnenwende
6. Morgensonne zum Frühlings-/Herbstanfang

In der Vergangenheit wurde viel über den eigentlichen Zweck der Steinformation spekuliert. So deutete 1913 Dr. Heinrich Schmitthenner ihre tiefen Rillen als Blutrinnen eines Opfersteines. Ohne jegliche Funktion, als gewöhnliche Verwitterungsform identifizierte sie 1956 Prof. Dr. Metz vom Lehrstuhl für Geografie und Landeskunde der Universität Freiburg. Doch erst in jüngster Zeit wurde eine Eigenschaft der Steine erkannt, die bislang unbemerkt blieb, ihre astronomische Ausrichtung. Gerade die ist mehrfacher Hinsicht interessant. Die Entdeckung ist im Wesentlichen dem Team des Projektes Götterhände der Sternwarte Sohland zu verdanken, die die wichtigen Ausrichtungen der Giersteine identifizieren konnte. Durch die perfekte Lage des Ortes bezüglich wesentlicher Sonnenauf- und Untergänge ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass gerade hier groß- formatige Granitblöcke erodierten.

giersteine-planGiersteine, Sonnen- und Sternsichtung

Bereits der Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende offenbart die Intention der Erbauer der Anlage, eine perfekte Abstimmung mit der Landschaft zu erreichen, denn der Aufgang erfolgt perfekt im Sattel, mittig zwischen Tennelberg und Spitzenstein. Auch der Aufgang während des Äquinoktiums hat einen besonderen Bezugspunkt. An diesen Tagen ist der Aufgang südlich des Bergsattels am Hohen Draberg zu sehen. Doch über den Zeitpunkt der Entstehung der Anlage gibt es nur Vermutungen da darüber bislang keine exakten Untersuchungen vorliegen. In Anbetracht der Abstimmung des Ortes auf Sonnenauf-gangspunkte, bietet sich der nordwestlich gelegene Hartkopf als ein weiterer Bezugspunkt an. Da er aber außerhalb des Pendelbogens der Sonne liegt, wäre hier nur eine Sternpeilung möglich. Im Zeitraum um 3500 v. Chr., einer Zeit als auch im Norden Frank-reichs die Meglithkultur ihre Spuren hinterließ, bot sich der Hartkopf als ideale Land- schaftsmarke an. In dieser Zeit war über seinem Gipfel an zwei Tagen, am Morgen der Wintersonnenwende und am Abend des 31. Oktober der Stern Arktur aus dem Sternbild Bärenhüter zu sehen. Beide Daten passen auch zu dem ideal aufgeteilten Kalender mit 8 Abschnitten der mit der Landschaft korrespondiert. Aber auch hier trifft die Visrurrichtung des Sternes genau die Mitte der konkaven Bergform. Für die Intention der Megalithkultur, Bauwerke und die Landschaft mit einem astralen Mythen zu verbinden, bieten die Giersteine also ein ideales Beispiel.

giersteine-3Giersteine Ausblick

Bilder: Kraftorte, http://www.kraftort.org/Impressum/impressum.html – Martina Limpöck, Rainer Limpöck , Giersteine unter Bäumen , Panorama / Ralf Herold, Projekt Götterhand – Sternwarte Sohland, goetterhandbezirk@web.de, Systemzeichnung / Giersteine Ausblick , Schwarzwald Tourismus, Pressse/ Simulation, stellarium sunearthtools

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Ein Gedanke zu „Giersteine

  1. Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt und kommentierte:
    Mag auch sein, das der Name aus Heilkunde und alten Ritualen stammt, wenn denn einer mit Epilepsie zu Fuß und auch zu Pferd die Kräutermumen aufsuchten und mit Bädern oder auch Säften zurück, dann gestärkt zurück kamen und ein gesünderes, reicheres Leben führen konnten! Auch durch Inzucht wurden ja viele Bastarde geboren, die Heilung suchten und durch die Gravitation da das Hirn und mit den Kräutern der Heiler frei bekamen und Heilung erfuhren! Schon wichtig unserer Geschichte ein Augenblick zu schenken! Glück, Auf, meine Heimat!

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