Der Code des Salomo – Teil 1

Solomon and die Königin von Saba, Holbein d. J. ,1534,Windsor Castle,

Im Jahr 2003 schien endlich der erste archäologische Beweis gefunden worden zu sein der die Existenz von Salomos Tempel belegen sollte. Eine Steintafel die jahrelang in einer Mauer am Tempelberg eingeschlossen war, schildert die Entlohnung von Bauarbeitern und entspricht mit ihrem Inhalt im wesentlichen Angaben im 2. Buch der Könige (Kapitel 12, Vers 15f). Dieser Fund hätte damit eine Behauptung von Moslems widerlegt, auf dem Tempelberg hätte nie ein jüdischer Tempel gestanden. Wissenschaftler des Geologischen Instituts der Bar-Ilan-Universität datierten das Alter der Steintafel auf Grund ihrer Ver- witterung auf mehrere hundert Jahre. Das Israel-Museum, dem die Tafel zuerst angeboten wurde, bezweifelte jedoch die Echtheit des Fundes und hält ihn für eine Fälschung. Nach der Auffassung von Gabriel Barkai, einem führenden Archäologen der Bar-Ilan-Universität, wäre der Fund aber die archäologische Sensation, denn er würde ja einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte der Israeliten belegen.

Hamburger Tempelmodell, um 1685

Aber nur biblische Texte berichten über diesen Tempelbau von König Salomo auf dem Berg Moria im südöstlichen Teil der Jerusalemer Altstadt. Da das erste Buch der Könige das einzige schriftliche Aussage über den Bau enthält, datieren Historiker den Baubeginn auf das Jahr 957 v. Chr. Nur so kann das Datum mit den Schilderungen des Exodus und der dokumentierten ägyptischen Geschichte in Einklang gebracht werden. Dieser erste Tempel den König Salomo auf einem großen künstlichen Plateau errichtet haben soll, folgt in biblischen Texten aber einer ganz eigenen Chronologie. Dort wird der Baubeginn, seit dem Exodus mit 480 Jahren angegeben. Hier zeigt sich wieder ein Gedanke, ähnlich wie bei der Arche, oder der Bundeslade Zeit und Raum mit symbolischen Zahlenwerten zu strukturieren. In ihnen spiegeln sich gleich mehrere Gesichtspunkte. Die Zahl setzt sich aus den Faktoren 6,8 und 10 zusammen. Die 6 ist die erste vollkommene Zahl, bei der Summanden und Faktoren gleich sind.(1,2,3) Diese Vollkommenheit kommt in mehreren Textpassagen der Bibel, wie den 6 Schöpfungstagen zum Ausdruck. Im hebräischen Alphabet entspricht der Buchstabe waw dem Zahlenwert 6. Er steht für die Verbindung. Die Zahl Acht lässt sich mit ihrem Faktor 8 als erste Kubikzahl beschreiben. Sie verkörpert ebenso die Flächenzahl des Oktaeders, des Achtflachs, der aus zwei gegeneinander gestellten Pyramiden besteht. Hält man diese Figur aufrecht in der Hand, so scheint sie in der Luft zu schweben. Aus diesem Grund hatte Platon den Oktaeder dem Element Luft zugeordnet.

Oktaeder

So entsprechen seine sechs Ecken den 4 Himmelsrichtungen, sowie den beiden zu- sätzlichen Raumrichtungen oben und unten. In Babylon wurde der Morgenstern, das Symbol der Venus mit 5 oder 8 Strahlen dargestellt. Doch die 8 darf hier wohl auch als ein Erbe der frühen Mondverehrung betrachtet werden, da sich die Phasen des Mondes in 8 Zuständen zeigen. Die Zahl 8 beherrschte auch die frühe ägyptische Mythologie, denn in der Götterlehre der Stadt Hermopolis wird von 8 Gottheiten als personifizierten Urkräften berichtet. Die letzte Zahl , die 10 zeigt eine Gesamtheit die sich auch in den Fingergliedern des Menschen widerspiegelt. Mathematisch zeigt sie ihre Schönheit auch in der Tetraktys der Vierergruppe. In dem die Zahlen 4,3,2,1 als Kugeln übereinander gestapelt werden entsteht die erste Vierergruppe in einem Dreieck, das Stabilität verkörpert. Diese Vierer- gruppen bildeten die Grundlage der Tetrakyslehre, die mit Hilfe von Zahlen ein Erklärungs-modell für die mathematische Ordnung des Kosmos darstellte. Im hebräischen Alphabet ist chet der Buchstabe mit dem Lautwert 8. Grafisch wird aus Teilen zweier anderer Buchstaben gebildet und hat einen scharfen Einschnitt in seiner Mitte. Er verkörpert nicht nur die Beziehung zwischen männlichem und weiblichen Aspekten, sondern steht auch für den Bundesschluss mit Gott.

Tetraktys

Der zeitliche Abstand von 480 Jahren innerhalb der biblischen Chronologie konnte also nicht besser gewählt werden um mit einem Bauwerk diesen Bund zu einem neuen Ausdruck zu verhelfen. Der Glaube kehrte also wieder an diese Stelle zurück, wo nach der nach den Erzählungen des Talmuds Gott die Erde entnahm, aus der er dann Adam formte. Dort soll König Salomo den Tempel durch phönizische Baumeister errichtet haben lassen. Auch bei diesem Bauwerk wird von einer genauen Maßvorgabe berichtet die ein Kubisches Gebäude beschreibt. Der Tempel Salomos hatte eine Länge von 60 Ellen, eine Breite von 20Ellen und eine Höhe von 30Ellen. Wählt man die ägyptische Königselle als Anhaltspunkt, weist das Bauwerk folgende Maße auf: Länge ca. 31.5m, Breite ca.10.4m und Höhe ca. 15.5m. Eine Vergleich zur Größe des Bauwerks bieten die Maße des Parthenons in Athen. Dessen Länge beträgt 69.5 m und die Breite 30.8m. Einschließlich des Gebälks hatte der Tempel der Athene eine Höhe von 13.7m. Das Allerheiligste, die Cella, mit einer Länge von 30m und einer Breite von 19,2m kann hier als Größenvergleich des Tempels dienen. Nun weisen weitere Beschreibungen des Tempels, die von einer umlaufenden Reihe von Zimmern berichten, auf gravierende Widersprüche innerhalb der Maße hin. Bei einer Breite des Bauwerkes von 10,4 würde selbst bei winzigsten Räumen nur ein nicht nutzbarer, schmaler Innenraum für das Allerheiligste übrig bleiben.

Hamburger Tempelmodell Fassade

Bilder: Wikipedia / Salomon trifft die Königin von Saba; Relief von Lorenzo Ghiberti an der bronzenen Paradiespforte des Baptisteriums in Florenz,, Richardfabi / Modell des salomonischen Tempels im Museum für Hamburgische Geschichte (Detailansicht), Christoph Braun / Das zentrale Gebäude mit dem Heiligtum,Fassadenaufbau der Gebäudeflügel, An-d / Solomon and the Queen of Sheba, Holbein 1534,Windsor Castle,Octahedron, Cyp / Tetraktys als gleichseitiges Dreieck, Jossifresco

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