Thors Hammer

Mjölnir, archäologischer Fund von Bredsättra auf Öland/Schweden

Thor, Odin und Freya sind das Thema einer sehenswerten Ausstellung des Archäolog-ischen Museums in Frankfurt. Ausgestellt ist auch ein Exemplar von Thors Hammer, eines der wichtigsten Relikte aus der nordischen Göttermythologie. Thor war einer der obersten Götter, zu denen Odin, Thor, Freyr und Baldur zählten. Alle hatte unterschiedliche Funktionen. Odin galt als der oberste Gott der in Ásgardr lebte, wo er drei Paläste bewohnte. Der Gott Freyr, der oft mit einem großen Phallus-Symbol dargestellt wurde, galt als friedensbringender Gott. Baldur entsprach dem Bild des griechischen Apollon und wurde als Gott des Lichts verehrt. Thor, Odins Sohn, war eine facettenreiche Gestalt. Einerseits war er ein strahlender Held und Kriegsgott, auf der anderen aber auch der Wettergott der mit seinem Hammer Mjöllnir, ähnlich dem römischen Jupiter, Blitze auf die Erde schleuderte. Ihm wurde besondere Tapferkeit und Stärkle zugeschrieben, mit der er zu einem verlässlichen Beschützer der Götter vor den Eisriesen wurde. In der bäuerlichen Gesellschaft Norwegens wurde Thor hauptsächlich als Vegetationsgott verehrt. Ihm waren dort Tempel, Quellorte und Haine geweiht. Zahlreiche Ortsnamen sind deshalb noch heute auf diese einstigen heiligen Stätten Thors zurückzuführen. Doch die Geschichte über- lieferte weniger das Bild eines Vegetationsgottes, sondern das eines berserkerhaften Kämpfers, der mit seinem ungezügelten Temperament zu einem gefürchteten Gegner wurde. Dazu trug auch sein magischer Hammer Mjöllnir bei und sein mit Zauberkräften versehener Gürtel. An ihm hing auch sein listiger Gefährte Loki. Zur sagenumwoben Stärke Thors passte auch dessen Appetit, mit dem er ganze Ochsen allein verschlingen konnte.

Thor auf dem Wagen

Während aber im mediterranen Raum Gestirne die Götter verkörperten, ist dies aus dem nordischen Raum nicht überliefert, wohl auch weil die meisten Sagen erst nach er Christianisierung niedergeschrieben wurden. Dennoch verweisen mehrere Spuren auf das Sternbild Thors. So passen sein sagenhafter Appetit auf Ochsen, sowie der magische Gürtel zum Sternbild Orion. Beides lässt sich am nächtlichen Himmel beobachten. Orion folgt dem Sternbild Stier und scheint ihn kurz vor dem Untergang zu erlegen. Thors magischer Gürtel zeigt sich in den drei Gürtelsternen des Orion die beim Aufstieg über den Horizont wie eine himmlische Leiter wirken. In den griechischen Mythen wird er als riesiger und starker Jäger beschrieben der in Böotien und Kreta lebte. Bei seiner Jagd wurde er von seinen Jagdhunden Sirius und Procyon begleitet. Im Alten Testament wird das Sternbild Orion gleich dreimal zusammen mit den Plejaden erwähnt. In den meisten griechischen und lateinischen Versionen wurde sein Name mit `kəsî´l, der Riese über- setzt. Dieses Bild taucht auch im Arabischen auf, wo Orion `al-jabbār´, ebenfalls der Riese genannt wird.

Orion zur Wintersonnenwende, um 200 n. Chr.

Orion, in der Gestalt Nimorods wird die Gründung des Königreiches Babylon zuge- schrieben wird (Gen 10,8.). Im Alten Testament wird diese Stadt jedoch als Inbegriff eines gottfeindlichen Sternkultes und einer Machtanmaßung angesehen. die von Gott bestraft wird (Jes 14). So ist auch die Rede davon, dass bereits der oberste babylonische Gott Marduk Orion bestrafte und in Fesseln gelegt in die Unterwelt bringen ließ. Der Fall des Hochmütigen beschreibt wieder Jessaja. in dem er vom Hochmut des Stolzen und der Hoffart des Gewaltigen spricht (Jes 13,11) spricht. Bei der notwendigen Strafe spricht der Prophet von einer `Verdunkelung der Sterne, des Himmels und ihrer Orione / Toren.´

Orion, Letzsicht zum Herbstäquinoktium, um 200 n. Chr.

Wie kein anderes Sternbild zeigen sich im Orion tatsächlich zwei völlig verschiedene Zustände der Gestalt des himmlischen Jägers. Mit erhabener Geste steigt er im Osten auf und scheint beim Abstieg hinter den Horizont zu Fall gebracht worden zu sein. Betrachtet man seinen Lauf in der Zeit ab dem 2. Jahrhunderts, deutet er eher daraufhin dass ihm, dass ihm sein furchterregender Nimbus später zugeschrieben wurde. So erscheint er kurz nach Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende und ist so wie sein ägyptischer Verwandter Osiris ein Symbol der Wiedergeburt. Ebenso erscheint er zur Zeit des Herbstäquinoktiums, dem Zeitpunkt der Erntefeste, was auf seine Rolle als Vegatationsgott hinweist. War Orion Thor, so er scheint auch Thors Hammer in einem neuen Kontext. Die Geometrie seiner himmlischen Gestalt passt zur Proportion jenes sagenumwobenen Mjöllnir. Er scheint so mehr als eine Art Amulett, mit dem Thors magische Kräfte beschworen wurden. Wurde in ihm auch das Symbol der Wiedergeburt gesehen, so ist auch der Hammer anders zu deuten. Nicht im Kontext des Berserkers, sondern als Sinnbild der Umformung, vom irdischen Leben in das der Anderswelt.

Orion und Thors Hammer

Auch Orions Mutter Jörd, eine Vegationsgöttin, weist mehr auf die fruchtbringenden Eigen-schaften Thor/Orions hin. Die werden auch in der Vorstellung von Frigg, der Gemahlin Odins`s sichtbar. Ihr Spinnrocken, der Stab an dem die noch ungesponnenen Fasern hängen, wurde einst in den 3 Gürtelsternen des Orion gesehen.

 

Bilder: Wikipedia/ Mjölnir, rchäologischer Fund von Bredsättra auf Öland/Schweden, from Nordisk familjebok / Simulation, Stellarium

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