Der Tempel der Pallas Athene

Akropolis in der Zeit des Perikles, getönte Lithographie v. Carl Feederle

Das bedeutendste Bauwerk Athens ist das Parthenon auf der Akropolis. In ihm befand sich das Heiligtum der Stadtgöttin Pallas Athene, die dort mit mehreren Statuen darge-stellt wurde. Die größte jedoch , stammte aus der Hand des Bildhauers Phidias. In voller Rüstung dargestellt, verkörperte sie die Athena Promachos. die vorauskämpfende Athene. Von der Wahl der Athene als Stadtgöttin durch die Bürger Athens berichtet eine Legende über einen Streit zwischen Poseidon und der Athene. Poseidons Geschenk an die Stadt, ein Brunnen aus dem nur Meerwasser geschöpft werden konnte, schätzten die Athener nicht sonderlich und so gaben sie Athene den Vorzug, denn brachte ihnen als Geschenk einen Olivenbaum. In Athen erhielt die in der legende gewählte Schutz- göttin nun Beinamen, wie Athene Parthenos, die Unüberwindliche; Parthénos, die Jungfrau. Pallas, die Starke oder die Eulenäugige die auch in der Dunkelheit sieht. Der Ursprung des Namens Parthenon, der im Griechischen das Jungfrauengemach be. deutet, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Einer Theorie zufolge, soll er auf einem Kult beruhen, bei dem 4 junge Mädchen, die Arrephoroi, jedes Jahr den Peplos, das Ober- gewand der Athene webten. Der wurde dann der Stadtgöttin anlässlich der Panath- enäen übergeben.

Athena Parthenos: verkleinerte römische Nachbildung (3. Jhd) der Statue des Phidias

Die heutige Anlage, deren Bau am Ende des 5. Jhd.`s erfolgte, wurde auf dem Platz eines während des Perserkieges zerstörten Vorgängertempels erstellt. Auf einer drei- stufigen krepis, dem Postament, wurde ein Tempel mit dorischer Säuelnprdung errichtet, der zwei große, dreiseitig geschlossene Räume enthielt. Sie bestanden aus der Schatzkammer und der in östliche Richtung weisende Cella mit dem Kultbild der Athena. Die umlaufenden Säulenreihe mit 46 Säulen bildete eine Ringhalle um die beiden Zugänge, die jeweils noch durch eine zusätzliche Säulenreihe betont wurde. im Westen und im Osten, die jeweils durch eine weitere Säulenreihe betont wurden. Die Zahl 46 stellt eine besondere Zahl dar, denn ist die 6. zentrierte Dreieckszahl und hat zugleich die Quersumme 10. In der Antike muss die Zahl einen besonderen Stellenwert besessen haben, denn auch die Anzahl der Bücher des Alten Testamentes betrug 46 Bücher. Die Zahl hatte wohl auch eine besondere Bedeutung für das Bauen, denn in der hebräischen Sprach hatte das Grundmaß des Bauens, die Elle, den Buchstaben wert 1_40_5, also die 46.

Die Poprtionen des Parthenon

Dre Aspekt des Bauens, der beim Parthenon auch mit einem Beginn einer neuen demokratischen Kultur in Athen verbunden ist, spiegelt sich auch im Seitenverhältnis des Bauwerks von 9 zu 4 wieder, das einem der gängigen Proportionsschemen für den Tempelbau entsprach. Dieses `Neue´ verkörpert auch in der Neun, denn in vielen Sprachen gleicht das Wort neu auch diesem Zahlennamen. Das Proportionsverhältnis steht aber zugleich auch für das Dreieck der Tetraktys, dem pythagoreischen Modell des Kosmos, das auf jeder Seite 4 Punkte und insgesamt 9 äußere Punkte auf den 3 seiten aufweist. Beide Zahlen multipliziert ergeben so das Produkt 36, das damit auf den Vollkreis und damit die Symbolik eines allumfassenden Machtanspruches verweist.

Grundform der Tetraktys mit 9 Punkten und je 4 auf 3 Seiten

Ihre Stadt- und Schutzgölttin feierten die Athener 25. bis zum 28. des Monats Heka- tombäon. Der letzte Tag endete mit dem Abschlussfest, das zugleich den Höhe-punkt der Feierlichkeiten bildete und gleichzeitig auch der Auftakt des neuen Jahres war. Während des Festes wurden Theaterspiele veranstaltet, Wettkämpfe abgehalten und die oligatorischen Opfer dargebracht. Den Höhepunkt bildete dann der feierliche Umzug, an dem die gesamte Athener Bürgerschaft einschließlich den Schutzvrwandten beteiligt war. Blickfang dieses Umzuges war das prächtigste Schaustück, das reich bestückte, safranfarbene Gewand der Athene, das zu jedem Feste neu gewebt wurde. Es wurde auf einem schiffsähnlichen Unterbau drapiert, der das panathenäische Staats- schiff symbolisierte. Trotz zahlreicher Überlieferungen herrscht bis heute aber Unein- igkeit über die Zuordnung des Attischen Kalenders bezüglich dem Gregorianischen. Da der Kalender zudem an das Neulicht die Mondphase geknüpft wurde, war eine genaue Festlegung des 28. Tages des Monates Hekatombäon eine Frage, mit der sich zahlreiche Historiker be-schäftigten. Dennoch herrscht unter allen die einhellige Auf- fassungen, dass der späteste Jahresbeginn zwischen dem 23. Juli und dem 28. Kuli im heutigen Kalender lag. Damit musste auch der Höhepunkt des Festes zwischen dem 23. und dem 26. August liegen. Nimmt man den 23. August als Termin, so offenbart dieses Datum gleich mehrere Aspekte.

Sonnenausrichtung des Parthenon

In der Achse des Parthenon ist an diesem Morgen der Sonnenaufgang in der Bausche zu beobachten und das Licht schien auf das Kultbild der Athene. Gleichzeitig stieg das Sternbild Jungfrau auch zusammen mit der Sonnenscheibe neben ihrem Haupt in den Himmel, eine Tradition die sich im Christentum mit dem Datum der Erhebung Marias in den Himmel am 15. August fortsetzte. An diesem 63. Tag nach der Sommersonnen- wende geht hier die Sonne auch mit dem ganzzahligen Azimutwinkel von 77° auf und damit erscheint die 7, die heilige Zahl der Athene gleich doppelt im Aufgangswinkel. Doch die 7 verweist ebenso auf den Mond, dem in der babylonischen Zahlung die 7 zugeordnet war. Damit zeigt sich, dass das Giebelbild mit Helios und der Mondgöttin Selene durchaus seine Berechtigung hatte. Dieser Termin am 23. August hatte aber auch  klimatisch seine Berechtigung, denn der Blick auf eine Klimakarte zeigt, dass dies  auch der Zeitpunkt ist, wo die Hitze des Sommers rasch wieder verschwindet.

Bilder: Wikipedia /Athena Parthenos: verkleinerte römische Nachbildung (3. Jhd) der Statue des Phidias (Archäologisches Nationalmuseum, Athen) /getönte Lithographie mit Bordüre v. Carl Feederle n. Ludwig Lange aus König-Ludwig-Album . b. Piloty & Loehle in München, 1856-1857, Akropolis in der Zeit des Perikles, getönte Lithographie v. Carl Feederle Western and northern side, Foto jean melis, CC BY 3.0Hinweise zur Parthenon, West und Nordseite , Foto jean melis, Simulation Sunearthtools, Googlemap

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