Masada und die Legende der 960

Masada – Baudenkmal, Foto Andrew Shiva

Die Hauptquelle, die die Ereignisse im jüdisch-römischen Krieg beschreibt, stammt aus Feder des Flavius Jopshus, einem römisch-jüdischen Geschichtsschreiber. In seinem Werk `Jüdischer Krieg´ beschreibt er die geschichtliche Entwicklung die schließlich zur Besetzung Jerusalems, der Eroberung Masadas und der Vertreibung der jüdischen Be- völkerung aus ihrer Heimat führte. In seinem Bericht ist Josephus stets bemüht die Un- fähigkeit der römischen Verwaltung herauszustellen, in der sich Korruption und mang- elndes Geschick im Umgang mit der Bevölkerung vereinte. Gerade die unteren Schicht- en spürten die Besatzung besonders, denn ihnen wurden hohe Steuern auferlegt. Dies mündete in der Heilserwartung eines neuen Königs, die zu Unruhen und lokalen Auf- ständen führten. Zu deren Niederschlagung wurde Flavius Vespasian beauftragt.

Titus zerstört Jerusalem, Wilhelm Kaulbach

Nachdem im Jahr 70 Jerusalem eingenommen wurde, konzentrierte sich der verbleib- ende Widerstand nur noch auf die Festung des Herodes. Dort versuchten Sikarier, eine Untergruppe der Zeloten, den Römern die Stirn zu bieten. Ausgerüstet mit einem kurz- en Krummdolch verübten sie bereits im Vorfeld der Auseinandersetzung zahlreiche Attentate. Die Vorbereitung der Römer beim Sturm auf Masada beschreibt Flavius aus- führlich. So gleicht der Plan in großen Teilen der Strategie, die Cäesar bei der Erober- ung Alesias verfolgte, Die 10. Legion errichtete auch hier einem Wall und ergänzte ihn mit Kastellen. Ein schräg ansteigendes Gelände das zu einem Tor führte, wurde durch eine Rampe ergänzt, über die der Hauptangriff durchgeführt wurde. Der führte schließ- lich zur Einnahme Masada im Jahr 73.

Überreste eines römischen Hauptkastells, Foto Ted Chi from HsinChu, Taiwan

Nach der Beschreibung von Josephus endete der Kampf mit dem Selbstmord von 960 Besatzern der Festung. Nur 2 Frauen und 5 Kinder die in einem Versteck überlebt haben, dienten ihm dann als Zeugen für die Beschreibung der Verteidigung Masadas. Josephus ist später auch die einzige Quelle für Eusebius von Caesarea, der sich in seiner Kirchengeschichte fast ausschließlich auf die Angaben des Geschichtsschreibers stützte. So wurden die Verteidiger Masadas zu einem Symbol des jüdischen Freiheits-willens und deshalb wurden noch bis vor wenigen Jahren dort die Soldaten der Arme vereidigt. In Symbolen wie diesen wird Geschichte meist verklärt und überhöht. So auch hier und dies zeigt bereits die Chronologie der jüdischen Geschichte und die darin be- schriebene Vertreibungen. Im Jahr 597 v. Chr. wurde das Volk nach der Zerstörung Jerusalems nach Babylon verschleppt und bis zur erneuten Vertreibung durch die Römer dauerte es genau 670 Jahre. Jedes Mal wurde das Land ausgelöscht und damit hatten die Ereignisse auch das Zeichen einer göttlichen Strafe. Im pythagoreischen Modell der Tetrakys findet sich für diesen Ausdruck göttlicher Macht ebenfalls die Zahl 67. Das Dreieck mit 3 Punkten, 3 Strecken und 1 Fläche hat als Gesamtheit 7 Elem- ente. Stellt die Gesamtheit, das Absolute, 7 Elemente dar, so besteht der Rand aus 6.

Das Dreieeck und die Zahl 67- Das Auge Gottes, Foto nightflyer

Soe wie die erneute Vertreibung nach dem Fall Masadas wie ein konstruierter Ausdruck göttlicher Fügung erscheint, so ist auch die Zahl der Selbstmörder, für die es im Übrigen keine Belege gibt, ebenso ein Ausdruk biblischer Zahlensymbolik. So lässt sich die Zahl 96 in die Faktoren 3,4,6,8,12,16,24 und 32 zerlegen, die alle selbst eine symbol- ische Bedeutung besitzen. Betrachtet man hier zusätzlich die Zahlen als Lautwerte der Buchstaben des Hebräischen Alphabets, so steht die 9 für den Buchstaben tet, mit der Bedeutung rein und gut. Die Zahl 6 steht dann für den Buchstaben waw, der mit seiner Form einem Haken entspricht und damit eine Verbindung ausdrückt. Im übertragenen Sinn wäre Masada dann das Zeichen einer guten Verbindung der Menschen zu Gott und seiner Herrlichkeit. Ganz deutlich kommt dies im 96. Psalm zum Ausdruck, wo steht: `Singet Jahwe ein neues Lied, singet Jahwe, ganze Erde´. Im dritten Vers wird dies noch unterstrichen und die Menschen aufgefordert von dieser Herrlichkeit allen Nation- en zu erzählen. Doch die Zahl 96 steht ach für die Entfernung, denn im 96. Vers der Bibel wird beschrieben wie Kain sein Gesicht von Jahwe abwandte und dann jenseits von Eden wohnte. Diese Herrlichkeit versinnbildlichen aber nicht nur die Worte, sondern eben auch die Faktoren der 96, denn sie sind allesamt Teile der Zeiteinteilung sind. Sie ist Ausdruck eines ewigen Kreislaufes, dessen Erschaffung in der Genesis beschrieben wird. In einer Epoche, die durch Macht von Symbolen bestimmt wurde, bedienten sich natürlich auch die Römer dieser Sprache. Die mit großem Aufwand hergestellte Rampe, auf der ein 20m hoher Kampfturm an die Mauern der Stadt gezogen wurde, führte ge- nau auf einen wichtigen Punkt am Horizont. Nach Sonnenuntergang tauchte hier das Sternbild des Adlers auf, das römische Legionszeichen. Ursprünglich als Garanten eines neuen Friedens in der Region mit offenen Armen empfangen, scheiterten die Römer, auf Grund einer verfehlten Politik. Sie wird heute fortgefühtr durch den Miß- brauch der Legende der 960 und so steht Masada in erster Linie für den Missbrauch des antiken Sinnbildes eines verantwortungsvollen Staatsmannes, dem Pflüger, wie er im 1. Teil beschrieben wurde.

Bilder: Wikipedia / Dieses Bild zeigt das Baudenkmal in Israel mit der Nummer Andrew Shiva , CC BY-SA 4.0 / Titus destroying Jerusalem, Wilhelm von Kaulbach /Überreste eines römischen Hauptkastells, Foto Ted Chi from HsinChu, TaiwanDas Auge der Vor-sehung an der Residenz in Würzburg, Foto-Nightflyer

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