Kolumbus im Zeichen Marias

Rekonstruktion der Santa Maria, Foto Edward H. Hart

Diie Denkmäler des Kolumbus, die derzeit bei Unruhen in den USA gestürzt werden, bieten einen eindrucksvollen Einblick in eine längst vergessene Kultur- und Religions-geschichte. Kolumbus und die Jungfrau Maria, deren Verehrung im 15. Jahrhundert wieder einen erneuten Höhepunkt erlebte, waren aufs engste miteinander verbund-en..Bereits während der 700 Jahre dauernden Rückeroberung Spaniens hatte sich auch das Bild der Maria gewandelt und sie wurde in dieser Zeit zu einer Schlachten-göttin, gleich der girichischen Pallas Athene. Dieses Bild wurde auch bei den Erober- ungen in der Neuen Welt weitere 300 Jahre mit Erfolg angewendet. Diese Eroberung begann für Kolumbus bereits ganz im Zeichen Marias. Dass der Entdecker diese Reise, die ganz unter dem Schutz der heiligen Jungfrau stand, mit genauen Kenntnissen antrat, zeigen auch die Termine ihrer Feiertage, Bevor er zum Neuen Kontinent auf- brach, verbrachte der Entdecker einige Zeit im Franziskanerkloster La Rábida, das im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Das Kloster, im gotischen Mudéjarstil erbaut, war der Virgen de los Milagros, also der heiligen Jungfrau Maria geweiht. Unweit des Klosters befand sich der alte Hafen mit der Muelle de las Carabelas, dem Dock der Caravellen. Hier wurde auch sein Flaggschiff, die Santa Maria auf Kiel gelegt. Mit ihr stach die Flotte aus 3 Schiffen am 3. August 1492, dem Feiertag der 7 Schmerzen Marias, endgültig in See, Das Ablegen erfolgte nur einen Tag nach dem Kolumbus zusammen mit den Franziskanern den wichtigen Feiertag Portiuncula  begannen hatte. An diesem Tag wurde in Europa einer Marienvision gedacht, die der heilige Franziskus und Gründer des Ordens in einer kleinen Kapelle erlebt hatte.

Eingang der Portiuncula mit Fresko von Friedrich Overbeck, Foto Alekjds

Obwohl die nicht mehr original erhaltenen Tagebücher von Ungewissheiten bei der Überfahrt berichten, kam Kolumbus wieder rechtzeitig zu einem Marienfeiertag an. Ob er die zwischen dem Ablegen und der Ankunft in der Neuen Welt liegenden Feiertage der Maria ebenfalls gefeiert hatte, ist nicht dokumentiert. Kolumbus kam aber termin-gerecht zu dem in Spanien wichtigen Marienfeiertag Pilár an. In Zaragoza war einst laut einer der zahlreichen Jakobuslegenden dem Apostel Maria auf einer Säule erscheinen. Damit wollte sie ihm die wachsenden Zweifel bei der Missionierung Spaniens zer- streuen. Deshalb empfahl auch Papst Calixtus III. noch der Reise des Kolumbus eine Wallfahrt zur heiligen Säule von Zaragoza zu unternehmen. Wie diese aufschluss-reichen Daten längst in Vergessenheit gerieten, so ist es auch nahezu unbekannt, dass die USA nun wieder, wie im dem Jahren 1792 und 1848 der Jungfrau Maria geweiht werden sollen.

Maria Pilar, Foto aus Heiligenlexikon

Bilder: Wikipedia/ Rekonstruktion der Santa Maria für das Columbian Naval Review (1904) /Possibly by Edward H. Hart, wikipedia gemeinfrai Maria Pilar, http://www.heiligenlexikon/Eingang der Portiuncula mit Fresko von Friedrich Overbeck, Foto Alekjds

 

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