Demeter und der Croagh Patrick

Statue von St. Patrick am Hügel von Tara, Foto Deadstar

Der berühmte Missionar St Patrick brachte laut einer Legenden den Glauben nach Irland. Als er im heutigen County Mayo ankam, soll er dort den später nach ihm be- nannten Croagh Patrick bestiegen haben. Der galt bereits lange vor seine Ankunft als ein heiliger Berg. 40 Tage soll er dort in vollkommener Einsamkeit gelebt haben und in dieser Zeit einen Kampf gegen Dämonen in Schlangengestalt geführt haben. Da er aber fest zu seinem Glauben stand, konnte Patrick die Schlangen mit Hilfe einer Glocke vertreiben. Sie gilt auch als eines ältesten Muskinstrumente der Menschheit, denn Glocken waren bereits um 2000 BC in China bekannt. Im Christentum wurden sie rasch zum Symbol der Glaubensverkündung, das durch irische Wandermönche im Laufe es 7. Jhd.`s iIn Europa verbreitet wurde. Unter Papst Stephan IV. zählten Glocken ab dem 8. Jhd. dann zu den festen Bestandteilen eines Kirchenbaus. Trotz den zahlreichen Er- zählungen zum Leben von St.Patick, ist dessen wahre Geschichte nur schwer fassbar.

Der Berg Croagh Patrick mit dem Pilgerpfad und der Kapelle, Foto Hajotthu

Sein ursprünglicher Name lautete wohl Patricius, ein in der Spätantike durchaus ge- bräuchlicher römischer Name. Er soll der Sohn des Caponius, eines römischen Offiziers,gewesen sein, der in der Provinz Britannia stationiert war. Hier wurde er auch zum Diaconus in der örtlichen Kirchengemeinde ausgebildet. Als Geburtsjahr wird das Ende des 4, Jhd.`s vermutet, also knapp 100 Jahre nach dem Abzug der römischen Truppen unter der Führung des neuen Herrschers Konstantin dem Großen. Dieser Abzug aller römischen Streitkräfte, mit denen sich Konstantin auf dem Kontinent eine neue Machtbasis verschaffte, hinterließ ein Machtvakuum in England und dies war dann der Beginn des dunklen Zeitalters in Britannien. Auf Grund der unklaren Vita Patriks ist In der modernen Geschichtsschreibung deshalb von 2 Patricks die Rede. So werden zwar viele Ereignisse während der Missionierung dem ersten zugeschrieben doch in Wirklichkeit betreffen die aber Palladous, einem Diakon, der im 5. Jhd, nach Irland gelangte.Dort soll er aber nicht der erste Missionar gewesen sein, denn die Missionsgeschichte berichtet noch von weiteren Missionaren, wie Auxilius, Secundinus und Iserninus. Doch der Kampf St. Patrick mit den Schlangen auf dem Berg prägte den Mythos des streitbaren Missionars. Dessen Kampf gegen die alten Kulte zeigt auch, wo das Christentum die neuen Prioritäten setzte. Sein Gedenktag ist der 17. März und wird 8 Tage vor Mariä Verkündigung gefeiert, das Datum, das auch für den Frühlingsbeginn stand. Damit wurden auch die alten Feiern für Fruchtbareitsgottheiten ersetzt. Be- trachtet man die Spitze des Craigh Patrick aber genauer, weist sie er jene Eigenschaft auf, die auch kretische oder griechsche Bergheiligtümer besitzen: Die Ausrichtung auf den Sonnenaufgangspunkt am Feiertag einer Gottheit

Die Sonnenrichtungen am 12.April und am 18. April

So weist hier weist hier die Mittellinie auf einen Sonnenaufgangspunkt am 19. April, an dem wohl viel später, im Römischen Reich, die Feiern zu Ehren der griechisch-römischen Getreide- und Fruchtbarkeitsgöttin Ceres/Demeter endeten. Im kälteren Irland könnte doch genau dieses Datum der Auftakt der Feiern gewesen sein, denn im diesem Zeitraum erreichte die Tempertatur den für das Wachstum vieler Pflanzen wichtigen Schwellenwert von 10°. Genau auf dieses Datum weist auch der südöstlich gelegene Boheh Stone hin. Der heute von Gärten eingegerahmte Stein enthält zahl- reiche Markierungen, die aus der Zeit des Neolithikums stammen. Betrachtet man nun vom Standort des Steines den Gipfel des Groagh Patrick, so sieht man dort am gleichen Tag den bekannten Sonnentanz, denn dann geht die Sonne entlang des Plateaus unter.

Der Sonnentanz am 18. April , vom Boheh Stone gesehen

Der Boheh Stone mit astronomischen Markierungen

Auf Grund der bogenförmig ansteigenden Geländeformation, deren Spitze auf den Boheh Stone weist, könnte er und der Gipfel auch mit einem Prozessionsweg ver- bunden gewesen sein. Über die alten Handelswege, die über Gibraltar, Galizien bis nach Britannien und Irland kamen wohl auch die mythologischen Votsellungen des Mittelmeeraumes in den Norden. Auf diese Verbindung zum ionischen Raum, in dem auch das Bild der Demeter entstand, weist auch die Entfernung des Gipfels hin. Teilt man hier die Entfernung von 7120m durch die Zahl 24000 (200×120)so erhält man das maß des pes romanus mit 0,2966 m und mit einer kleineren Abweichung ebenso das Maß des attisch-ionischen Fußes von 0,296m. Die Entfernung des Boheh Stone, wie auch dessen Lage hatte wohl durchaus symbolische Bedeutung, denn denn alle 4 Jahre ist jener 19. April der 120. Tag des Jahres, wenn dies ab der Wintersonnenwende gezählt wird.

Bilder: Wikipedia: Statue von St. Patrick am Hügel von Tara, Foto Deadstar CC BY-SA 3.0 Der Berg Croagh Patrick mit dem Pilgerpfad und der Kapelle, Foto Hajotthu CC BY-SA 3.0 Simulation: opentopomap, sunearthtools, Bohey Stone/County Mayo

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