Maeshowe – der Körper des Hirten

Hu Gadarn, FotoAnatiomaros

Im angelsächsischen Raum spiegelte sich die Jahrtausende dauernde Verehrung des Sternbildes Bärenhüter noch in zahlreichen Sahen und Legenden wieder. Fehlende exakte Beschreibungen der alten Kulte, aber auch unterschiedliche Legendengestalten die mit dem Bärenhüter und seinem hellsten Stern Arktur in Verbindung gebracht wurd- en, lassen heute nur noch Vermutungen über die einstige Bedeutung des Bärenhüters, oder des Hirten zu. Sie muss aber von großer Bedeutung gewesen sein, da das Sternbild immer wieder Ähnlichkeiten mit Grabanlagen aus der Megalithepoche aus- weist. Einer dieser Gestalten die mit dem Bärenhüter in Verbindung gebracht werden Hu Gadarn aus einer wallisischen Legende. In der Erzähung Pererindod Siarlymaen („Die Pilgerreise Karls des Großen“) behauptet Hu Gadarn, auch Hugo der Starke genannt, berühmter zu sein als Karl der Große. Der zieht daraufhin nach Konstantinopel, wo er Hu Gadarn besiegt und kehrt anschließend im Triumph zurück.

Stich aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode

Mehr Übereinstimmung mit den griechischen Legenden des Bärenhüters erzielte der im 14. Jhd. lebende wallisische Barde Iolo Morganwg mit seinem Gedicht Y Llafurwr , der Pflüger. In seinem Werk bringt bringt die Goch mit der Kunst des Pflügens in Ver- bindung, die er den Ureinwohnern Britanniens beibrachte. Die Geschichte Gochs ver- läuft ähnlich der griechischen Erzöhlung von Philomelos, dem Sohn des Iasion und der Demeter. Auch wird als Kulturbringer geschildert, denn Philomelos erfand den Wagen und den von Ochsen gezogenen Pflug. Auf Grund dieser Verdienste wird er auch nach seinem Tod von Zeus als Landmann (im Noden als Bärenhüter) an den Himmel versetzt. In der Erzählung vom Pflüger wird auch zum Namensgeber Britanniens, das er als Anführer zusammen mit seinem Volk erobert hatte Diese es neue Land bezeichnete er Sommerland, oder auch als Atlantia, Im 20, Jahrhundert gab es mehrere Interpret-ationen zur Rolle des Hu Gadarn. So identifizierte ihn der britische Schriftsteller Robert Graves in seinem Buch `Die weiße Göttin´, mit dem gehörnten Gott Crenunnos. Da- gegen sahen andere Forscher in ihm den keltischen Gott Esus, oder gar die Gestalt von Jesus verkörpert durch den Bärenhüter(Hirten) Die Gestalt des Hirten spiegelt sich auch in der Artur Sage wieder. Ursprünglich als König der Schlachten bezeichnet, wurde sein Name später auch mit dem Stern Arcturus in Verbindung gebracht, der Wächter des Bären bedeutet. Dies könnte auch mit ein Grund dafür gewesen sein, dass mit König Artur auch immer die Kraft eines Bären zugeschrieben wurde. Weniger deutlich erscheint in den Sagen aber die vermutete Identifikation des Arcturus mit der keltischen Göttin Brigid. Argumente dafür böte jedoch der Abendhimmel um 2700 v. Chr, wo Arcturus am 1. Februar, kurz nach Sonnenuntergang, mit einem Azimut von 15° Grad am Nordhorizont auftauchte. Bis zum frühen Mittelalter verschob sich diese Sicht dann dann bis zum Abend des Frühlingsäquinoktiums, wo der Bärenhüter dann in nahezu liegender Position am Himmel zu sehen war.

Maehowe und Boötes, Karte googlemap, Plan http://www.orkneyjar.com

Dass aber das Sternbild in der Epoche der Megalithkultur eine besondere Rrolle ge- spielt haben musste, zeigt die Grabanlage Maeshowe, die ungefähr zehn Kilometer westlich des Ortes Kirkwall liegt. Dort wurde der Tumulus auf einer sorgfältig aus- gewählten Plattform aus Kalkstein errichtet und in sie führt ein zentraler Gang an dem drei Grabkammern liegen. Dieser Gang wurde einst exakt auf den Untergangspunkt der Sonne zur Wintersonnenwende ausgerichtet. .Die Konstruktuon der Wände, wie auch der Decke erfolgte mit Sandsteinplatten, die streifenförmig, in der Art eines Trocken- mauerwerks aufgeschichtet wurden. Dieses Mauerwerk erscheint neuesten Untersuch- ungen zufolge wie eine Membran, die die Tennung zur Anderswelt darstellt. So sollte den Seelen der Verstorbenen wohl ein leichterer Übergang von der gebauten, in die spirituelle Welt ermöglicht werden. Doch die Anlage weist wie vergleichbare auf Malta, ein Gestalt- ungsmerkmal auf, das die Vorstellungen dieser spirituellen Welt erahnen lässt. So deckt sich auch hier die Grundstruktur der Anlage mit der Geometrie des Sternbildes Bärenhüters, der zu dieser Zeit noch nicht unter dem Horizont verschwand. So wie sich dessen Geometrie hier mit der Anlage deckt, entsprach sie dessen Stellung mit der ersten Sicht am Abend des 5. Mai, dem Beginn des sommerlichen Halbjahres. Damit könnte dies auch auf die Vorstellung der Anderswelt als ein sommerliches Gefilde hindeuten. Die Gestaltung der bauliche Anlage entsprechend dem Körper des Bären- hüters weist aber auch auf Parallelen zur ägyptischen Mythologie hin. Auch dort gab es die Vorstellung, dass die Seele des Pharaos am Ende ihrer Reise im Leib des Osiris/ Orion weiterlebte.

Bilder. Wikepedia/ Hu Gadarn, FotoAnatiomaros (Sgwrs) / Stich aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode, gemeinfrei, Maehowe und Boötes, Karte googlemap, Plan http://www.orkneyjar.com- Simmulation.stellarium

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..