Der Tempel und der Löwe Judas

relief of the Emblem of Jerusalem, Fotoשלמה – שלמה

Im Hebräischen steht das Wort Arjeh für den Löwen. Doch mit einer minimalen Ver- änderung der Vokale, sowie der Silbentrennung, ergibt das Wort or-jah die Bedeutung `das Licht des Herrn. Damit verbindet die Symbolik des Löwen die Sonne mit der göttlichen Macht. Auf die Sonne verweist nicht nur seine Lage im Zodiak, sondern auch die Mähne des männlichen Löwen. Sie sind ebenso ein Sinnbild der Sonnenstrahlen, wie sein goldbraune Fell. Sein astrologisches Zeichen steht für die heiße Jahreszeit, denn in dieser Zeit wandert die Sonne durch das Sternbild des Zodiaks. Auf seine astronomische , wie auch astrologische Bedeutung ging der griechische Naturforscher Claudius Ptolemäus In seinem im 2. Jhd.n. Chr. entstanden Buch Tetrabiblos ausführlich ein. In seinem Werk zeigt er, ganz in der Tradition der babylonischer Himmelskunde, dass die Stellung der Himmelskörper eben nicht nur reine Naturerscheinungen sind, sondern ihre Stellung zueinander mehr als nur Ebbe und Flut hervorrufen. Er sah in den Kräften der Himmelskörpern auch die Gründe der unterschiedlichen Charaktereigen-schaften und diese Kräfte ermöglichten auch die Vorhersagen zukünftiger Ereignisse. Im Orient galt de Löwe als traditionelles Herrschaftszeichen und mit ihm beginnt auch die Geschichte des Stammes Juda.

Jakob segnet seine Söhne (Buchmalerei von François Maitre, 1475 bis 1480)

Die Übertragung der Löwensymbolik beginnt mit den Segensspüchen des Patriarchen Jakob, den er seinen 12 Söhnen gab. Doch nur seinen 4. Sohn Juda bezeichnet er darin als jungen Löwen. Während einer Rede prophezeite er seinem Stamm eine ewige Herrschaft, in der auch der lange erwartete Erlöser erscheinen wird. Zu seiner hervorgehoben Rolle in der weiteren Geschichte passt auch der Name, der in der alttestamenterarisch Sicht von Verb preisen abgeleitet wird. (Gen.49.8-10) Der Segensspruch Jakobs hebt sich durch seine Länge, die positive Prophezeiung und auch durch das Motiv des Löwen von allen anderen ab. Dieser Löwe Judas soll auch den Charakter des letzten Tempels auf dem Tempelberg geprägt haben. Laut er ersten größeren Niederschrift der bis dahin mündlich überlieferten Tora, war die Breite des Heiligtums im Vergleich zum zentralen Raum selbst auffällig laut. Der Text weist hier auf den Vergleich mit einem ruhenden Löwen hin, de vorne breit und hinten schmäler ist. Dieses von Autoren als auffällig hoch beschriebe Eingangsportal war auch die einzige Lichtquelle des Tempels.Er ist ein Werk das unter dem König Herodes dem Großen entstand, der 21 v. Chr, mit der kompletten Umgestaltung des Tempelberges begann. Er wurde zugleich auch sein anspruchsvollstes Bauwerk, dessen Vollendung er aber selbst nicht mehr erleben durfte.

Der Tempelplatz mit äußeren Umfassungsmauer im Holyland-Modell (Blick von Osten) Foto FOTLbill.

Der Löwe und der Tempel des Herodes, am Abend des römisches Festes epulis Jovis

Khafre complex,Grafik HoremWeb – der gebaute Löwe in Gizeh

Auf Grund der Zerstörung des Tempels während römisch-jüdischen Krieges und der heutigen Situation auf dem Tempelberg, können Rekon-struktionen in Gestalt von Modellen nur auf 2 schriftliche Quellen zurückgreifen. Sie bestehen aus den Schriften des Flavius Josephus und seiner Beschreibung des jüdischen Krieges, sowie der 130 Jahre später entstandenen Mischna. Sie beschreiben das bereits erwähnte, überhöhte Eingangsportal im Osten durch das man über eine Doppeltür das Heiligtum betrat. Dort befand sich im vorderen Teil die Menora, der Räucheraltar und der Schaubrottisch. In dem nach diesen Quellen entstandenem Plan der Tempelanlage zeigt sich In der Baustruktur dann auch die Vorstellung ruhenden Löwen. Doch hier erscheint er als Abbild des himmlischen Löwen, der sinnbildlich am Abend des Äquinoktiums der am nächsten Tag aufgehenden Sonne entgegen schreitet. Zugleich vereint er hier aber auch die jüdische mit de römiche Kultur, denn so war die Sict des Löwen am Morgen des römischen Jupiterfestes epulis Jovis. Doch damit wird hier auch ein Motiv aufge-griffen, dass ganz ähnlich, bei der Sphinx und dem Tempel auf dem Gizeh-Plateau zu sehen ist. Herodes de nach einem Angriff der Parther nach Rom fliehen musste, galt dort als König ohne Land. Nur mit römischer Hilfe gelang es ihm das Land wieder zu erobern und die in Jerusalem regierende Familie der Hasmonäer zu ver- treiben. Mehr als 3 Jahrzehnte blieb er als römischer Klientelkönig dort an der Macht. Mit einem gewaltigen Bauprogramm, zu dem auch die Planstadt Caesarea Maritima, versuchte er sein An- sehen zu steigern und damit auch die Konflikte innerhalb der Bevölkerung zu befrieden. Trotz der vorherrschenden römischen Kultur stellt der Tempel eine Sonder- form dar, die sich nach den Erzählungen an der Stiftshütte orientierte. Auf- fällig sind jedoch die, im Vergleich zur riesigen Mauern des Plateaus, bescheidenen Dimens- ionen des Heiligtums. So drängt sich, ähnlich wie bei den Beschreibungen der Arche Noah oder auch der Bundeslade der Gedanke auf, dass mit den in den Erzählungen erwähnten Maßen. kein Gegenstand beschrieben wurde, sondern eine geistige Botschaft.

Bilder: Wikipedia/ relief of the Emblem of Jerusalem, Fotoשלמה – שלמה, CC BY-SA 3.0 / Jakob segnet seine Söhne (Buchmalerei von François Maitre, 1475 bis 1480) François Maitre – http://www.mnemosyne.org/mmw/fullsize/mmw_10a11_018r_min_1.jpg 7 Der Tempelplatz mit äußeren Umfassungsmauer im Holyland-Modell (Blick von Osten) Foto FOTLbill. Gemeinfrei /Der Löwe und der Tempel des Herodes, am Abend des römisches Festes epulis Jovis, eigen., Karten wikipedia, scan Gal m Stellarium/ Khafre complex,Grafik HoremWeb – der gebaute Löwe in Gizeh

 

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