Pharao Djoser und Osiris

Djoser Statue, 3. Dynastie, Ägyptisches Museum,  Foto Jon Bodsworth

Der erste altägyptische Pharao Djoser regierte von 2720. 2700 BC. Als Erbauer der ersten Stufenpyramide zählt er zu den bekanntesten Pharaonen des Alten Reiches der Ägypter. Sein Name ist aber mit einer weiteren Person verbunden, die in der Geschichte als eigentlicher Erbauer der Stufenpyramide gilt. Imhotep, dessen Name übersetzt be- deutet, `der in Frieden kommt´, wurde im Alten Ägypten als göttlicher Baumeister ver- ehrt. In den Texten wird Imhotep als ein Universalgelehrter beschrieben, der nicht nur Baumeister war, sondern auch die Hieroglyphen und den ägyptischen Kalender er- funden ha. Ebenso hat er auch die Grundlagen der Medizin erschaffen In dieser Rolle eines allumfassenden Kulturbringers wird er auch als Ratgeber des Pharaos Dojoser geschildert. Seine Stufenpyramide liegt innerhalb eines umfangreichen Kultareals und ist die älteste der ägyptischen Pyramiden. Zugleich ist sie eine der wenigen, mit einer nicht quadratischen Grundfläche.

Djosers Stufenpyramide in Sakkara, Foto Marperi

Mit diesem Bauwerk, das an die Ziggurats in Mespoptamien erinnert, begann zugleich die erste Phase des Pyramidenbaus und damit die Monumentalisierung der Königs-gräber. Diese Monumentalisierung entsprach auch dem Herrschaftsbild des Alten Reiches, wo sich der Pharao als Verkörperung des Horus sah, dem Sohn von Isis und Osiris. Im Isis-Osiris Mythos rächte der, den von seinem Bruder Seth getöteten Vater Osiris. So stieg im damaligen Glauben jeder Pharao zu den Sternen auf und verband sich dort mit Osiris, der sich im Sternbild des Orion verkörperte. Deshalb wurde auch jeder Pharao nach seinem Ableben mit Osiris gleichgesetzt, dem Gott, der nach den Kampf mit seinem Bruder über das Totenreich herrschte. Diese Vorstellung, nach dem Tod im Körper des Gottes weiterzuleben, prägte auch die Auslegung der Kultanlage in Sakkara.

The Orion Mystery – Die Pyramiden in Gizeh und die Gütelsterne des Orion

Einen ersten theoretischen Ansatz für die Auslegung ägyptische Bauwerke nach einer Sternkonstellation, lieferten die beiden Autoren Robert Bauval und Adrian Gilbert, mit ihrem 1989 erschienen Buch `The Orion Mystery. Darin behaupten die beiden Autoren, dass die Lage der Pyramiden von Gizeh den Gürtelsternen des Orion entsprächen. Ebenso vertraten sie die Ansicht, dass einer der Schächte innerhalb der Pyramide, auf die Sich dieser Gürtelsterne gerichtet war. Obwohl die Theorie später von Astronomen angezweifelt wurde, weist sie doch auf ein Gestaltungsprinzip, zahlreicher prähistor- ischen Anlagen, deren Geometrien sich mit dem verstirnten Bild von Gottheiten decken. Die von den beiden Autoren beschriebene Oriongürtel erhielt im Mittelalter den Namen Himmels- oder auch Jakobsleiter und stand damit sinnbildlich für den Traum des Jakob. Sie wird im 1. Buch Mose beschrieben, als Jakob auf seine Flucht einschlief und während einer Traumvision eine Verbindung von Himmel und Erde sah.

Schlafender Jakob mit Himmelsleiter (Lutherbibel), Foto Soenke Rahn

Der Erzählung zufolge, sah Jakob dann auf dieser Leiter(Treppe) Engel auf und ab- steigen. `Ihm träumte: Und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und Gott stand oben darauf. (1. Mose 28, 12)´ Die Kirchenväter deuteten später die Leiter als Präfiguration des Kreuzes Christi, das ganz ähnlich zum Himmel weist. Die Erzählung von Jakobs Traumvision spielt gemäß der biblischen Chronologie in einer Zeit in der auch das Epos von Innanas Abstieg stieg in die Unterwelt entstand. Das Epos erzählt von Inanna. eine der großen sumerischen Göttinnen, die eines Tages in die Unterwelt absteigen musste, wo die Totengöttin Ereschkigal, herrschte. Hie wurde sie von der Totemgöttin ermordet und erst auf die Bitte Enkis konnte Inanna wiederbelebt werden und wieder zu den Göttern aufsteigen. Dieser Sicht entsprach auch die die Pyramide des Djoser, die nicht nur optisch eine Himmelsleiter gleicht, sondern auch ihr Mittelpunkt liegt auf der Position des Sternes Alnilam, des mittleren Sternes des Oiongürtels.

Djoser Stufenpyramide und die Himmelsleiter, eigen

Sein Name bedeutet im Arabischen die Perle, einem Produkt der Muschel, das in vielen Mythologien eine ähnliche Bedeutung besitzt. So erzählt der Koran von Perlen, als einer der großen Belohnungen im Paradieses. Auch hier gelten sie, wie im Christentum als das Symbol der Reinheit und Vollkommenheit. Auf diese Symbolik verweisen auch die Perlen des Rosenkranzes, wie auch die Gebetsketten im Buddhismus mit ihren 108 Perlen. Dieses Motiv der Perlen taucht. ebenso in der Vision des Johannes auf, wo am Ende des Weltengerichtes das Himmlische Jerusalem entstehen wird. Durch dessen 12, aus Perlen, gefertigten Tore, ziehen dann die Erlösten ein. Mit demStern Alnilan, nimmt Djosers Pyramide also eine Symbolik vorweg, die später von vielen Religionen aufgegriffen wird.

Bilder: Wikipedia / Djoser Statue, 3. Dynastie, Ägyptisches Museum (JE 49158), Foto – Jon Bodsworth ( – Djoser statue, 3rd Dynasty Egyptian Museum (JE 49158), Foto Jon Bodsworth – http://www.egyptarchive.co.uk/html/cairo_museum_03.html) / Djosers Stufenpyramide in Sakkara, Foto Marperi CC BY 2.5 / Darstellung des schlafenden Jakobs mit der Himmelsleiter im Hintergrund, wie sie in den ursprünglichen Lutherbibeln zu finden war (um 1534). CC BY-SA 4.0 / Djoser Stufenpyramide und die Himmelsleiter, Stellarium eigen

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