Porta Nigra

Bislang konnte das Alter der Porta Nigra, dem römischen Stadttor von Trier und UNESCO Welterbe, nur anhand von bauhistorischen und archäologischen Forschungen geschätzt werden. Im August 2017 wurde vom Rheinischen Landesmuseum Trier und der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Grabung an der römischen Stadtmauer durchgeführt, bei der unter anderem Holzreste geborgen wurden. Diese Hölzer unterzog man einer […]

über Das wissenschaftliche Rätsel zur Datierung der Porta Nigra in Trier ist gelöst! — Mos Maiorum

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Merkur in Lopodunum

Bronzefigur des Mercurius (1./2. Jhdt.), Jastrow

Merkur war ein äußerst vielseitiger Gott. In erster Linie war er Götterbote und in dieser Funktion überbrachte er vor allem die Beschlüsse des Zeus. Zugleich war Merkur Schutz- gott der Kaufleute, der Reisenden, der Hirten, aber ebenso ein Schutzgott der Gelehrten und Magier. Dies machte ihn zugleich zu einem Gott der Redekunst, des Schlafes und der Träume. Als hätten ihn all diese Aufgaben nicht ausgelastet, hatte er auch noch die Aufgabe, die Toten bis zum Fluss des Vergessens zu bringen und war damit ein Seelen-führer ins Reich der Unterwelt. Der Ursprung seines Namens wird im lateinischen Wort merx, die Ware, gesehen. Mythologisch hat er sich aus dem etruskischen Gott Trums, so-wie dem griechischen Gott Hermes entwickelt. Hermes entstammte der Verbindung von Zeus und der Nymphe Maia. Bereits am Tag seiner Geburt zeigte sich Merkurs außer-ordentliche Begabung, denn er stahl seinem Bruder Apollon 50 Rinder. Die versteckte er dann in der Höhle wo seine Wiege stand. Zwei der gestohlenen Rinder opferte der junge Gott dann den 12 olympischen Göttern, zu denen er selbst auch dazu zählte. Mit der Zahl 48 erscheinen die damals bekannten 48 Sternbilder durch und die Zahl 12 steht sinnbildlich für 12 Monate des Jahres, aber auch für den Tierkreis. Zurückgekehrt in seine Höhle, baute Hermes dann aus einer gefangenen Schildkröte eine Lyra und aus den Därmen der Rinder fertigte er die 7 Saiten der Lyra,. Apollon war außer sich, da er als Gott der Weissagung nicht wusste wo seine Rinder verblieben waren. Zeus sollte den Streit schlichten und so befahl er Hernes / Apollon den Ort des Versteckes zu zeigen. Damit er ebenso schnell fliegen konnte, bekam er geflügelte Schuhe.

Skulptur Merkur und Minerva im Blüherpark in Dresden, SchiDD

Als Gott der Künste war Apollon von der Lyra begeistert und schenkte Hermes zum Aus- gleich einen goldenen Stab und lehrte ihm auch die Kunst der Weissagung. In Darstell- ungen war dies der caduceus, der Heroldstab. Zugleich trug Merkur stets sein Füllhorn, einen Geldbeutel. Mehr als noch bei den Römern fand der Merkurkult Zuspruch im Norden. In Gallien wurde er dem dortigen Gott Teutates gleichgesetzt, aber auch Lugus, dem keltischen Lugh. Durch diese Gleichsetzung des Mercurius mit Teutates wurde der Gott der Händler laut Tacitus zum Hauptgott der germanischen Stämme. In Nordosten Galliens bekam er dann auch eine Gefährtin in Gestalt der Göttin Rosmerta. Belegt ist sie in der Rolle als Wohlstandsgöttin durch Funde von Weiheinschriften in mehreren Tempeln. wie in Trier und Koblenz. Zudem galt Merkur dort auch als Erfinder der Künste, eine Eigen- schaft, die auch dem Gott Lugh zugesprochen wurde.

Lopodunum, Modell von Forum und Basilika (100 n. Chr,),Wolfgang Sauber

Der Name der Siedlung Lopodunum, aus der der heutige Ort Ladenburg hervorging, wird auf eine Abwandlung der keltischen Worte Locus, der Binnensee, und dunon, die befestigte Stadt zurückgeführt. Der Name, der auf einem Schwemmkegel des Neckars errichteten Stadt könnte also als Seeburg interpretiert werden. Ohne Abwandlung verweist der erste teil des Namens aber auf lopos, den Fuchs. Er gilt zwar als heiliges Tier des Gottes Dionysos / Bacchus, doch mit seinen Eigenschaften, List und Schlauheit wird er auch oft mit dem Trickster Gott Hermes / Mercurius in Verbindung gebracht. Im römischen Reich wurde er am 15. Mai zusammen mit der Göttin Maia gefeiert. In Rom galt Merkur als Beschützer der Stadt und des wichtigen Kornhandels. Ihm wurde bereits 495 v. Chr. ein öffentlicher Kultus, in Gestalt eines Tempels am Circus Maximus einge-richtet. Gleichzeitig wurde auch eine Zunft der Kaufleute geschaffen, deren Mitglieder sich mercuriales nannten.

Kastell Ladenburg, Ausrichtung

Am 15. Mai, dem Stiftungstag des Merkur Tempels und der Zunft opferten die Kaufleute dem Gott und seiner Mutter Maia, anschließend be- sprengten sie aus einer ihm geweihten Quelle an der Porta Capena ihre Häupter und ihre Waren mit Wasser. Mit der Ausdehnung des Reiches verbreitete sich der Kult in den Norden, wo Merkur zu einem der beliebtesten Götter wurde. Hier soll er laut Tacitus, auch dem germanischen Gott Wodan/Odin gleichgesetzt worden sein. Wie der Anfangsteil des Namens Lopodunum auf den Fuchs als Sinnbild der Schläue Merkurs verweist, so verweist hier auch die Ausrichtung des Kastells auf den äußerst vielseitigen römischen Gott, denn mit einer Achse war es auf den Sonnenaufgang am 15. Mai ausgerichtet. Im Jahr Jahr 98 n. Chr. erhob der römische Kaiser Trajan Ladenburg zum Hauptort der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium. Lopodunum erfüllte damit im 2. und 3.Jhd. die Funktion eines Zentralortes im unteren Neckargebiet, dem Kraich- gau und der Bergstraße. Auch die im Jahr 1935 ausgegrabene Marktbasilika verweist auf die Bedeutung des Ortes für den Handel, denn mit einer Größe von 73m×47m zählte sie zu den größten römischen Monumentalbauten nördlich der Alpen. Daher scheint es nur allzu selbstverständlich, auch das Kastell auf den Tag Merkurs auszurichten.

Bilder: Wikipedia / Bronzefigur des Mercurius (1./2. Jhdt.), Unbekannt – Jastrow, Skulptur Merkur und Minerva im Blüherpark in Dresden, SchiDD / Konstanz ( Baden-Württemberg ). Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg: Modell von Forum und Basilika ( 100 n. Chr, ) des römischen Lopodunum ( Ladenburg ),Wolfgang Sauber / Lopodunum, Modell von Forum und Basilika (100 n. Chr,),Wolfgang Sauber /Simulation sunearthtools

Merkur verbindet

Im Zuge meines Workshops Alchemie 2, indem wir PRAKTISCH den Pflanzenstein behandeln, sowie das Pflanzenwerk von Isaak Hollandus und auch die tiefere Bedeutung Al-Ixer (Elixier) kennen lernen, möchte ich etwas vertiefter auf die „Merkureinweihung“ eingehen. Ich nenne es an dieser Stelle Merkureinweihung (so wie es in meinen Kursen auch die Venuseinweihung, die Erdeinweihung usw. wie […]

über Eine Betrachtung über Merkur. Ein kleiner Exkurs in spiritueller Alchymie. — Alchemie

Bad Cannstatt und die Gefährten des Lichtes

Kastell Bad Cannstatt, Turm Nordecke

Auf geheimnisvolle Weise scheinen an manchen Orten Bilder zu überdauern, obwohl sich die Kultur längst verändert hat. In Bad Cannstatt sind dies die Bilder von Pferden, die in regelmäßig gastierenden Shows vorgeführt werden. So wirbt aktuell die Show ‚Apassionata‘ mit dem Slogan: `Gefährten des Lichts nimmt Sie mit auf eine Reise, auf der Sie die Schätze des Lebens kennenlernen, die Ihr Herz hell erstrahlen lassen´. Bereits in der Bronzezeit taucht die Verbindung von Sonne und Pferd auf. Dafür bietet der um 1.400 v. Chr. entstandene Sonnenwagen von Trundholm ein gutes Beispiel. Ähnlich wie im Alten Ägypten, wo die Barke als symbolisches Hilfsmittel für die Fahrt der Sonne während des Tages diente, verband man im Norden den Wagen mit dem Pferd. Auch die griech- ische Mythologie bediente sich dieses Motivs in Gestalt des Sonnenwagens des Gottes Helios. Ein Diebstahl, wie er in der Legende des Phaeton geschildert wird, endete kata- strophal für den Wagenlenker selbst wie für die Menschheit.

Marsfeld Rom

Pferderennen standen auch im Mittelpunkt einer der ältesten Festtage Roms, des Equirria. am 27. Februar. Er wurde zu Ehren des Mars auf dem Marsfeld abgehalten. Gemäß der Legende soll er bereits von Romulus zu Ehren des Kriegsgottes eingesetzt worden sein. Höhepunkt dieses Festes waren die Wettrennen der vor die Kriegswagen gespannten Pferde. Zweimal im Jahr wurde dieses Fest begangen, im Februar und dann Mitte Oktober, dem Ende des jährlichen Sommerfeldzuges. Passend zur berittenen Truppe im Kastell Bad Cannstatt wurde einst auch die Ausrichtung der Anlage gewählt. Zwar scheint sie auf den ersten Blick der Hangkante des Neckartales zu folgen, doch offenbart die Richtung auch vielfache Bezüge zur römischen Götterwelt. So war zu dieser Zeit in nordöstlicher Richtung der Stern Arktur aus dem Sternbild Bootes am Abend des 27. Februar zum ersten Mal zu sehen. Der Name Bootes, der Bärenhüter, wird auch manchmal vom lateinischen Wort bous, dem Ochsen, abgeleitet. Teilweise wird es auch mit dem griechischen Wort othein, fahren, in Verbindung gebracht. Mit dieser Interpretation würde der Bärenhüter auch in die mythologische Bedeutung des 27. Februar passen. An diesem Tag fand im römischen Reich das Fest Equirria (Ecurria) zu Ehren von Mars statt, das mit Prozessionen und Reiterspielen begangen wurde.

Ausrichtung Kastell Bad Cannstatt

Ein weiteres wichtiges Datum markierte die entgegengesetzte Richtung der Längsseite des Kastells. Hier war wie im Kastell Pförring der Sonnenuntergang auf Grund der Topo- grafie am 18. Dezember zu sehen. Der Name Epona entstand aus dem altkeltischen Wort epos, das Pferd . Ähnliche Begriffe gab es im Lateinischen, eguus, und im Thrakischen mit esvas. Beide haben ihre Wurzeln im indogermanischen Wort hecos, das auch laufen oder gehen bedeutet. Der Kult der Epona war einst in ganz Europa, von Portugal bis Bulgarien und bis hoch in den Norden der britischen Inseln verbreitet. Dies belegen an- nähernd 300 Weiheinschriften und Darstellungen der Pferdegöttin, die im Laufe der Zeit gefunden wurden. Wies es scheint hat das Bildnis der äußerst beliebten Göttin in keinem römischen Pferdestall gefehlt. In Gestalt der Epona war das Pferd Sinnbild des Lebens und stand damit auch in Verbindung mit der Sonne. Ihm stand als einzigem Tier in der griechischen Mythologie die Unsterblichkeit zu.  

Epona-Relief,Bregenz, Vorarlberg Museum, Andreas Praefcke

Die Ausrichtungen römischer Bauwerke waren immer auf mehreren Ebenen mit der mythologischen Welt Roms verbunden. Auch senkrecht zur Längsachse lässt sich in der Ausrichtung ein Bezug zur Gründungslegende Roms erkennen. Sie erfolgte gemäß der Legende durch die Zwillingsbrüder Romulus und Remus. Beide entstanden aus der Verbindung des Gottes Mars mit Rhea Silva, der Nichte des mythischen Königs Numitor, dem König von Alba Longa. Numitor gestattete beiden Brüdern am Palatin, dem Platz wo sie einst ausgesetzt wurden, eine Stadt zu gründen. Beide gerieten aber in Streit als sie durch ein Adlerflug-Orakels den Bauherr und Namensgeber der zukünftigen Stadt be- stimmen wollten. So trennten sich beide und jeder beobachtete von einem anderen Hügel aus die Adler.

Die kapitolinische Wölfin säugt die Knaben Romulus und Remus, Jean-Pol GRANDMONT

Am Ende sah Remus sechs und Romulus zwölf Adler. Jeder von beiden schaute von einem anderen Hügel aus auf die Adler. Am Ende behaupteten aber beide, Recht zu haben. Unverzüglich begann Romulus dann mit dem Anlegen der heiligen Furche und dem Bau der Stadtmauer. Der unterlegene verspottete ihn und sprang über die noch niedrige Befestigung. Durch die schwere Verletzung des Gesetzes erzürnt, er- schlug Romulus seinen Beider mit dem Schwert. An die Wölfin, die einst die beiden Brüder säugte und jenen Adler, der dann zum Feldzeichen der römischen Legionen wurde, erinnert in dieser Richtung am Tag der Lupercalien, dem 15. Februar,  die Letzttsicht des Sternes Altair aus dem Sternbild des Adlers. In Griechenland waren der Wolf, wie auch das Pferd noch Gefährten des Lichtes. So offenbart das griechische Wort leukos, Licht aussenden, ganz offensichtlich seine Verwandtschaft zu lykos, dem Wolf.

Bilder: Wikipedia / Turm Nordecke des Kastells Cannstatt von Westen her gesehen bei den Ausgrabungen 1908 unbekannt – Friedrich Hertlein und Peter Goessler unter Mitwirkung von Oscar Paret: Die Strassen und Wehranlagen des römischen Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1930, (= F. Hertlein, O. Paret und P. Goessler: Die Römer in Württemberg, Teil 2), Tafel IV, Abb. 1 / Das westliche Marsfeld während der Antike (Rekonstruktion) , Joris / Die kapitolinische Wölfin säugt die Knaben Romulus und Remus (diese wurden später zu der Figur hinzugefügt), User:Jean-Pol GRANDMONT/ Bregenz, Vorarlberg Museum, Epona-Relief, 70–100 nach Christus, später in die Bregenzer Stadtmauer eingearbeitet, als „Ehre-Guta“ verehrt vorarlberg museum , Andreas Praefcke /Simulation sunearthtools, stellarium