Montserrat und der Berg der Göttin

Das Kloster Montserrat

https://youtu.be/XUm_N5NSbbo

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Kultort Gleichen – Teil 3

Der Hurkutstein, Foto Jan Stubenitzky

Das auffällig isoliert stehende Sandsteinkonkolmerat im Reinhauser Wald umgibt eine Sage. Sie erzählt vom Erbstreit zweier Brüder, die jeweils Burgen auf den beiden Gleichen besaßen.Eines Tages wollte aber der Herr von Neuen Gleichen das Erbe seines Bruders an sich bringen und ließ dessen Sohn entführen.Der beauftragte Knecht lockte den Sohn in den nahen Wald, wo er ihn dann seinem Schicksal überließ. Von Gewissensbissen geplagt, vertraute er sich dem Abt des nahe gelegenen Klosters Reinhausen an, der ihm auftrug für seine Sünde als Eremit auf dem Hurkutstein Buße zu tun. Tatsächlich ist hier auch eine Eremitentenklause nachgewiesen, die der Mönch Hufnagel 1385 bezog und dort die Kapelle zum heiligen Grab errichtete. Die Widmung des Ortes, aber auch der Fels selbst wirft die Frage auf, ob der Ort nicht eine be- sondere Eigenschaft besitzt.

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Der Hurkutstein. Panorama, Foto Jan Stubenitzky

Sprachwissenschaftler leiten dem Namen aus dem Wort der `hurkuzende´ , der Kau- ernde ab. Dabei hat wohl der kleine Raum des Eremiten hier die Interpretation beeinflusst, denn das Wort lässt auch noch eine andere Deutung zu. Das ähnlich klingende Urkende bedeutet im Mittelhochdeutschen die Erkennung. Die wäre hier bei freier Sicht auch gleich auf mehrfache Weise möglich, denn bei genauer Be- trachtung liegt der Fels auf der Linie der Sonnenwenden, die vom Taleinschnitt zwischen dem Großem Bocksbühl und dem Plesse zum Alten Gleichen führt. Beide Punkte werden so zu Landschaftsmarken die den Wendepunkt der Sonnen- bahn markieren. Zugleich teilt aber der Hurkutstein die Strecke, die mit 6630m 8000 Megalithischen Yards entspricht im Verhältnis von 3 zu 2. Diese ganzzahlige Streck- enteilung entspricht auch dem Fünftonschritt einer Quint. Wird das Jahr im selben Verhältnis geteilt und der obere Teil ab der Sommersonnenwende berechnet, so erhält man das Datum des 14. November und an dem Tag ist der Sonnenuntergang vom Hurkutstein aus über dem Speerberg zu sehen.

Der Kalender des Hurkutsteines

In römischer Zeit war dieser der Feiertag Mercuralia wo Merkur und die Göttin Maia verehrt wurden. Auch für den Sonnenaufgang am 1. Mai ist der Stein wein wichtiger Punkt, denn an diesem Tag markiert er genau die Hälfte des Winkels zwischen dem Sonnenaufgang über dem Gleichen zur Sommersonnenwende und dem am 12. April über dem Eschenberg. Auch hier finden sich Reste einer unerforschten Wallburg. Im Römischen Reich begannen 22 Tage nach dem Frühlingsäquinoktium, am 12. April, die Ludi Cereris, das Fest der altitalischen Fruchtbarkeitsgöttin Ceres.

Rotunde mit Ädikula über dem Grab., Foto Berthold Werner

Auch die Widmung der Ermitenklause dem heiligen Grab in Jerusalem korres- pondierte damals mit einem symbolischen Sonnenaufgang, denn das Grab ist mit dem Tag der Kreuzauffindung, dem 3. Mai verbunden. An diesem Tag war einst von der Klause aus der Sonnenaufgang unter einem Winkel von 30° von der Ost- Westrichtung zu sehen. Die Zahl stand nicht nur für die Trinität und damit für das heilige Grab, sondern sie teilte auch den Winkel zwischen den beiden Sonnenauf- gängen auf dem Gleichen und dem Eschenberg im Verhältnis 2 zu 1. Als erster berichtete der Kirchenlehrer Ambrosius im Jahr 395 von der Auffindung des Kreuz- es durch die Kaiserin Helena. Sie war nach einer Traumvision ins Heilige Land gereist um das Kreuz zu suchen. Die Legende erzählt, dass Helena dann durch die Hinweise eines `Judenchristen´ den Fundort unter einem von Hadrian errichteten Venustempel ausmachen konnte. Ein Wunder ermöglichte ihr dann die Zuordnung der drei dort gefundenen Kreuze, was Bischof Makarios I. von Jerusalem bezeugte.

Grabeskirche 1149, FotoI dont know

Über den Fundort in Jersualem wurde dann die Grabeskirche errichtet, in der sich ein kubisch gestalteter Schrein befindet, der die eigentliche Fundstätte beherbergt. Diese Schrein wurde in der Folgezeit zu einem beliebten künstlerischen Motiv, das vielfach auch in reduzierter Form ausgeführt, an die Situation in der Grabeskirche erinnern soll. Nachbildung des Schreines werden ab dem Mittelalter auch gerne in Osterfestspielen verwendet, wobei auch der Leichnam Christi ein integraler Be- standteil der Handlungen. In zahlreichen Kirchen finden sich heute noch zahlreiche, aufwendig gestaltete Anlagen, die bis in die Zeit des Barock entstanden sind. So scheint die blockhafte Form des Hurkutsteines ebenso in dieses Bauschema der Schreine zu passen. Auch der Sonnenaufgang am 12. April über dem Eschenberg deutet eine besondere Beziehung zum Sonnenkalender des Hurkutsteines an. Die Namensverwandtschaft des Eschenberges zur Esche verweist hier auf die nord- ischen Mythologie, in der die Esche den Weltenbaum verkörpert und für die Fülle des Lebens steht. Diese Fülle beginnt sich nahezu zeitgleich um den 12. April zu entfalten, denn mit dem heute noch als Kuckuckstag bezeichneten 14. April sind die gefürchteten Nachtfröste vorüber. Die wartet der sensible Kuckuck meist ab, ehe er als letzter Zugvogel auftaucht. Mit seiner Einordnung in die Landschaft zeigt  der Hurkutstein die Charakteristik eines frühen Sonnenkalenders und weist damit auch auf die Bedeutung des Sonnenkultes der frühen Ackerbaukulturen hin. Seinen Namen von dem `Kauernden´ abzuleiten zeigt wieder, wie Unkenntnis die Geschichte von Orten vergessen lassen kann. Doch gerade solche Orte sollen dazu anregen, diese Bezüge einer alten Kulturlandschaft neu zu erkennen.

Bilder: Wikipedia / Der Hurkutstein, Der Hurkutstein Panorama , Foto Jan Stubenitzky(Dehio) / Rotunde mit Ädikula über dem Grab. Zustand 2008 mit stützender Stahlkonstruktion, Foto Berthold Werner /Grabeskirche 1149, FotoI dont know – http:// http://www.techartis.cz/Anna/Anastasis01.htm/ Simulation sunearthtools, opentopomap

Greek Origins — scienceandartblog

Zitat

The first signs of human civilisation in Europe are from Thera, on the Aegean island of Akrotiri, now called Santorini. Excavations have revealed early Minoan settlements and a golden ibis, remains from a catastrophic volcanic eruption there, now dated as 1590BC. Some say that Plato’s description of Atlantis was based on this eruption. […]

über Greek Origins — scienceandartblog

Kulturort Gleichen Teil 1

 

Reinhausen, St. Christophorus – die Gleichen

Der Ort Reinhausen der nur wenige Kilometer westlich der beiden Gleichenberge liegt, ist bekannt für seine Christophorus Kirche. Sie wurde im 11. Jhd. von drei Brüdern aus dem Geschlecht der Grafen von Reinhausen der `ewigen Jungfrau Maria und besond- ers dem heiligen Märtyrer Christophorus´ geweiht. Der heutige Bau, der aus einer Burgkapelle entstand, erlebte im Laufe der Geschichte mehrere Um– und Anbauten. Nach der Verlegung dieser Burg auf einen der Gleichen entstand zuerst ein Chorherren-stift, aus dem schließlich ein Benediktinerkloster mit der Klosterkirche St. Christophorus hervorging.

Fresko des heiligen Christophorus, Eingangshalle der Kirche, Foto Jan Stubenitzky

Um diesen Heiligen ranken sich mehrere Legenden. Aber schon lange vor dem Auf- tauchen einer ersten Handschrift im 8. Jhd., die über sein Leben berichtete, wurde am 22. September 454 eine Kirche in Chalkedon, im heutigen Istanbul, geweiht. In der Er- zählung ist von einem Menschen fressenden Ungeheuer die Rede, dem Kynokephalen Reprobus, der in der Taufe den Namen Christophorus erhielt und erst dann die menschliche Sprache beherrschte. Anschließend soll er missionierend durch die Lande gezogen sein, bis er zu einem König nach Lykien kam. Da er dort die Sprache nicht verstand war er völlig verwirrt und widmete sich dem Gebet. Erst dann erschloss sich ihm die Sprache der Menschen in Lykien. Erst damit konnte er den auf einem Richtplatz Gemarterten Trost zusprechen. Als er dabei seinen aus Eisen geschmiedeten Stab in die Erde steckte, begann der zu grünen und weiße Blüten waren an ihm zu sehen. Dieses Wunder soll einst 8000 Menschen bekehrt haben. Doch der König war erzürnt und schickte dem missionierenden Riesen zwei Dirnen. Als der auch sie bekehrte, schickte der König Knechte die den Riesen gefangennehmen sollten. Doch sie konnten ihm nichts anhaben. Selbst als 400 Bogenschützen ihre Pfeile auf Christophorus abschossen, verharrten deren Pfeile in der Luft. Doch dabei verfehlte ein Pfeil verfehlt sein Ziel und traf den König im Auge. Christophorus hatte ihm aber prophezeit, dass er sein Blut mit Erde vermischen solle um wieder sehend zu werden. Nach der Enthaupt- ung des Riesen folgte der König der Anweisung und wurde wieder sehend.

Der heilige Christophorus. Rechter Teil des Flügelaltars, Dierick Bouts

Aus dem Osten verbreitete sich die Legende rasch entlang den Pilgerstraßen Richtung Italien, nach Norden und nach Spanien, wo sie ab dem 7. Jhd. nachgewiesen werden kann. Im Westen wurden die Legende über das menschenfressende Ungeheuer abge- wandelt und aus Christophorus wurde ein Riese der aus Kanaan stammte. Weitere Erzählungen entstanden wie die mit dem Christuskind, das Christophorus während eines wundersamen Erlebnisses über ein Fluss trug. Mit zu seiner Verehrung trug auch das gleichnamige Gedicht des Walther von Speyer bei, das im 10. Jhd. entstand. In der Folgezeit entwickelte sich dann das Bild des Christusträgers, wie es heute bekannt ist. Dieses Bild gründet auf einem Hymnus des Mailänders Origo Scaccabarozzi, der dabei auf einige volkstümliche Varianten der Christophorus legende zurückgriff. Auch hier hat der Riese aber ein furchtbares Aussehen, sowie eine entsprechende Größe. In dieser Erzählung wollte der Riese dem mächtigsten König dienen, doch in dessen Dienste erfuhr er von der Macht des Teufels die viel größer war.

St, Christophorus

Chrstophorus gelang es sich dessen Schar anzuschlie0en und erfuhr dort aber von der viel größeren Macht des Gekreuzigten. Daraufhin verließ er den Teufel und gelangte endlich zu einem Einsiedler, der ihn anwies zu beten und Menschen über einen Flus zu tragen. Dort begegnete er eines Tages einem Kind das er über den Fluss trug, wobei er in der Mitte glaubte, das Gewicht der gesamten Welt auf seinen Schultern zu tragen. Doch während dem Gang über das Wasser wurde er getauft und fand so zum Glauben. Diese Begebenheit machte Christophorus zum Pilgerheiligen und gleichzeitig zu einem beliebten Motiv in der Kunst. Zahlreich sind die Bilder und Skulpturen in denen der Schutzheilige an den Portalen von Kirchen und Hospizen entlang der Pilgerwege dar- gestellt wurde. Obwohl sein Bild auch auf vielen Pestäulen zu sehen war, wurde ab dem 15.Jhd, seine Verehrung kritisch betrachtet. Von Humanisten wurde die Legende dann als Märchen abgelehnt und für evangelische Christen dichtete Hans Sachs das Christophoruslied um. Doch seiner Rolle als Schutzheiliger der Pilger, der Fähr- und der Zimmerleute, oder auch der Apotheker konnte dies nichts anhaben. In der Reinhaus- ener Kirche wurde er aber nicht nur in den Fresken verewigt die ab dem 14. Jahr- hundert entstanden, auch in der Ausrichtung ist seine Bedeutung ersichtlich.

Ausrichtung der Kirche

Die Ausrichtung folgte der Winkelhalbierenden zwischen beiden damaligen Sonnenauf-gängen am Gedenktag des Christophorus, dem 23.Juli und Mariä Himmelfahrt am 15. August. Vom Standort der Kirche, die auf einem mit Kreuzen verzierten Sandsteinfelsen errichtet wurde, erfolgt der Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende über dem sagen- umwobenen Hurkutstein. Doch der eigentliche Grund für die Wahl des Chrstophorus als Schutzpatron  de Kirche dürfte sicher auch auf eine weitaus ältere Legende zurück-zuführen sein, für die die beiden Gleichen einst die ideale Kulisse abgaben.

Bilder: Wikipedia / Reinhausen, St. Christophorus – die Gleichen, https://youtu.be/ MiwLvOORJZ4 / Die Klosterkirche, Doris Antony, Berlin, CC BY-SA 4.0 / / Fresko des heiligen Christophorus in der Eingangshalle der Kirche, Foto Jan Stubenitzky (Dehio)/ Der heilige Christophorus. Rechter Teil des Flügelaltars Die Perle von Brabant Meister der Perle von Brabant, (1467–1468) Dierick Bouts – The Yorck Project / Simulation, sunearthtools, googlemap, opentopomap

THE GLORY OF CELTIC EUROPE – The Case of the Rich Burial of a Celtic Princess with Horse Armour at Bettelbühl (Baden-Württemberg), Germany — Balkan Celts

Zitat

The first decades of the 21st century in European archaeology have been marked by a massive amount of new discoveries relating to the Hallstatt and La Tène cultures, significantly altering our perception of the Celtic peoples who populated Iron Age Europe. One of the most spectacular discoveries in this context was unearthed at the […]

über THE GLORY OF CELTIC EUROPE – The Case of the Rich Burial of a Celtic Princess with Horse Armour at Bettelbühl (Baden-Württemberg), Germany — Balkan Celts