Die Collage der Venus

Ansichten der Figurine von allen vier Seiten, Foro Bjørn Christian Tørrissen

Mehre Funde prähistorischer Figuren, die in unterschiedlichen Abstraktionsgraden Frauenkörper mit üppigen Büsten darstellen, werden als Venus-Figuren bezeichnet. Ob- wohl hinter der Bezeichnung ein völlig anderes Schönheitsideal steht, hielt sich diese Bezeichnung bis heute. Die Überbetonung des weiblichen Geschlechts in diesen Venus-Figuren nährte auch die Theorien eines prähistorischen Matriarchats, das erst durch eine patriarchale Herrschaftsform während des Neolithikums abgelöst worden sein soll. Die üppigen Formen dieser Venus-Figuren werden hier mit in erster Linie mit dem Aspekt der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Sie beinhaltet die Fähigkeit Nachkommen zu zeugen, die für de verstreut lebenden Gemeinschaften der Eiszeitjäger überlebensnotwendig war. Zugleich war die Betonung der Fruchtbarkeit auch ein Sinn- bild der Natur. Die heute meist idealisierenden Vorstellungen von einem frühgeschicht-lichen Matriarcht verstellen aber den Blick auf die Lebensumstände von Urgesell-schaften, wie sie noch bei indigen Stämmen im Amazonasbecken zu beobachten sind. Dort ist die Rolle der Frau zwiespältig, denn in der Rangfolge steht sie hinter den Männern, was sich auch in der Tötung weiblicher Säuglinge zeigt. Dies erfolgt, obwohl stets ein Frauen- mangel herrscht, was dann zu einem Frauenraub bei benachbarten Stämmen führt. Somit herrscht stets eine Konkurrenz unter Männern im Werben um vorhandene Frauen. Der Kampf um die Fruchtbarkeit für eigene Nachkommen, wie die Abhängigkeit von fruchtbarer Natur, könnten die Gründe für eine Überbetonung weib- licher Merkmale bei prähistorischer Figuren gewesen sein.

Paläolithische Figur, Venus vom Hohlefels (Mammutelefenbein), Foto Foto Ramessos

Trotz den meist gravierenden Abweichungen vom Ideal griechisch-römischer Vorbilder, werden die Figuren mit dem Namen der Liebesgöttin bezeichnet. Auch die als Venus vom Hohle Fels bezeichnete Figur passt in die Reihe von weiblichen Darstellungen mit überbetonten Körpermerkmalen. In zahlreiche Einzelteile zerfallen, konnte sie aus einer Schicht, 3 m unterhalb der Erdoberfläche geborgen werden, die auf einen Zeitraum zwischen 33.000 und 38.000 BC datiert wird. Das wuchtige Aussehen der Figur täuscht eine Größe vor, die sie gar nicht besitzt. Die 33,3 Gramm schwere Figur ist nur 5,97 cm hoch und 3,45 cm breit. Ohne Kopf, aber mit einer Öse am schräg gestellten Ober- körper sowie mit den rudimentär dargestellten Beinen passt die Plastik nur bedingt in das Schema der naturnah dargestellten Frauenfiguren.

Venus als Collage, eigen / Venus, Foto Claus Rudolph, Urgeschichtliches Museum

Auch die dünnen Beine sowie die Gestaltung der Brüste erwecken eher den Eindruck, dass die Figur, gleich einer Collage, aus mehreren Bildvorstellungen zusammengesetzt wurde: So etwa mit der Formung der Brüste, die an Eicheln erinnern, welche zu dieser Zeit als Nahrung und Nährstofflieferant von Proteinen in den geschützten Flusstälern gesammelt werden konnetn. Während die Eichel mit ihrer Symbolik der Fruchtbarkeit auf den Reichtum der Natur verweist, zeigt der Gesamtkörper der Venus eine auf- fallende Ähnlichkeit mit der Gestalt eines gebratenen Singvogels. Die Collage aus Vogelkörper und Eicheln könnte auf mehrere Beweggründe zurückzuführen sein. Ein Vogel, der auch in der Antike eine mythische Bedeutung hatte, war der Stieglitz. In Griechenland wurde er Akalanthis genannt und gleichzeitig war dies auch einer der Bei- namen der Jagd- und Waldgöttin Artemis. Als Tier der Artemis stand der Vogel für Aspekte wie Ausdauer, Fruchtbarkeit und Beharrlichkeit. Diese Symbolik wurde später auch in der christlichen Bildsprache adaptiert, wo sie in zahlreichen Marienbildern zu sehen ist. Aber auch das Bild des Zugvogels könnte ein Beweggrund für die Collage des Venuskörpes gedient haben. So sind doch Zugvögel verlässliche Zeitgeber und mit ihrem Auftauchen lässt sich auch die weitere Entwicklung des Klimas und damit die Fruchtbarkeit der Natur abschätzen. Der Vogelflug verweist aber auch auf die spirituelle Verbindung mit einer anderen Anderswelt, der Welt der verstorbenen und deren Seelen. Eine dieser Vorstellungen vom Vogel und seine Verbindung in eine Anderswelt lebt bis heute in de gestalt des Paradiesvogels weiter. Eichel und Vogel erklären aber noch den Kopflosen Körper der Venus. Erst das Bild des Sternbildes Orion erklärt die Schiefe, sowie die Proportion der Figur und durch ihn erhält die Collage der Venus  auch jenen Ausdruck universeller Fruchtbarkeit. Orion, der in vielen Kulturen ganz unterschiedlich gesehen wird, könnte hier als eine Art von Amulett gedient haben, und mit Hlfe der öse  bequem getragen werden.

Venus-Orion, Aufstieg Orion am Abend de WSW um 40000BC, Stellarium

 

Bilder: Ansichten der Figurine von allen vier Seiten, Foro Bjørn Christian Tørrissen – Own work, by uploader, https://bjornfree.com/travel/galleries/ CC BY-SA 4.0 / Paleolithic figure Venus of Hohlefels (of mammooth ivory), Foto Ramessos, CC BY-SA 3.0/ Venus als Collage, eigen / Venus, Foto Claus Rudolph, Urgeschichtliches Museum Blaubeuren (urmu)/ Venus-Orion, Aufstieg Orion am Abend de WSW um 40000BC, Stellarium

 

Autumn Equinox Sunset at Sengeyama — Iwaya-Iwakage of Kanayama Megaliths

The Kanayama Megaliths Research Team made a field trip to Sengeyama in the Nakatsugawa area on September 27, 2020. The purpose was to observe and record the autumn equinox sunset for the first time. It was reported by Shiho Tokuda on their blog. The following are edited excerpts from the post.  “This Mt. Senge is […]

Autumn Equinox Sunset at Sengeyama — Iwaya-Iwakage of Kanayama Megaliths

Die Kathedrale und die Löwen von Chauvet

Rhinocéros grotte Chauvet, Foto Inocybe

Eine Woche vor Weihnachten, entdeckten die Speläologen Jean-Marie Chauvet, Éliette Brunel Deschamps und Christian Hillaire am 18. Dezember 1994 die Höhle mit den berühmten Tierdarstellungen Sie erstreckt sich über mehrere Kavernen, auf einer Fläche von rund 8140m2. Die Entstehung der Höhle wird mit einem Erosionsprozess  in dem Karstgebirge erklärt, der sich im Zeitalter des Poliozän, ereignete. In dieser Zeit war die Höhle Teil eines unterirdischem Zufluss zur heutigen Ardèche. Nur auf Grund des eingestürzten Zuganges, wurden die rund 1400 Malereien und Felsritzungen Jahr- tausendelang vor Feuchtigkeit bewahrt und so vor dem Verfall beschützt. Die zahl- reichen Tierzeichnungen und Ritzungen in der Höhle werden bislang als rein natural- istische Darstellungen betrachtet.

Nachgebildete Höhlenmalereien in der Caverne du Pont d’Arc; Foto Claude Valette

Mit ihrer Ausdruckskraft wecken sie den Eindruck, als hätte jemand Situationen auf die Wände der Höhle gemalt die zu den alltäglichen Be- gegnungen der Jäger gehörten. Dabei nützte der Maler auch Wölbungen in der Wand so geschickt, um Motive zu verbinden, oder sie auch perspektivisch zu verkürzen. Dadurch gewinnen die Tiere oft auch eine besondere Plastizität. Neben diesem Naturalismus gibt es auch metaphys- ische Bilder, wie die Darstellung des Unterkörpers einer Frau auf einem Felszapfen, bei der das linke Bein in einen Bison übergeht, dessen Linien sich wiederum in einem Löwen fortsetzen. Spätestens hier stellt sich aber eine Frage Waren diese Bilder nur malerische Impressionen, die im Schein von Fackeln rasch aufgetragen wurden, oder aber waren sie Teil eines bewusst angelegten kultischen Bildprogrammes der Höhle? Ähnlich wie bei klassischen Bildern, Proportionen den Bildaufbau und bei Gebäuden Raumfolgen die Architektur bestimmen, müsste Vergleichbares auch in der Höhle zu finden sein. Bei genauerer Betrachtung ist hier aber nicht nur im Bild der Löwen ein Bildaufbau zu erkennen, sondern auch in der Positionierung der einzlnen Bilder ein durchgehender Gedanke ablesbar.

Der Sonnenbogen der Raubkatzen

Betrachtet man hier die Blickrichtung zum Wandbild der Raubkatzen, so korrspondiert die mit dem Sonnenuntergang um den 15 Juli. Gerade in diesem Zeitraum erreicht die Temperatur in dieser Region auch ihr Maximum. Unter der Voraussetzung, dass sich vor 35000 Jahren die Temperaturen proportional verhielten, wäre dies ein Hinweis für den Löwen auch als Sinnbild der Hitze und der Sonne. Dieser Sonnenbezug ist auch im dynamischen Bildaufbau zu erkennen, dessen verkürzte Perspektive den Angriff eines Löwenrudels zeigt. Markant sind hier die Augen, die als Punkte fast exakt auf einem Kreisbogen liegen. Vergleicht man den, so entspricht er dem Sonnenbogen während der Sommersonnenwende. Die Komplexität des Bildinhaltes zeigt sich aber bei in Verteilung der Punkte auf der Kurve. Entspricht der Bogen einem Jahr, so liegt das erste Auge im Bereich des 18 Februar, das zweite 3 Monate später, das dritte dann im Zeitraum des 15 Juli, jenem Datum auf das auch die Wand ausgerichtet ist. Die Wand der Löwen steht nahezu senkrecht zu der der Pferde, die den Eingang der Kavene bilden. Auch  ihre Blickrichtung ist zum Sonnenaufgang in diesem Zeitraum ausgerichtet. Somit blick- en auch die Pferde zum Höhepunkt des Jahres und von dort die Löwen wieder zurück.

Das Jahr in der Höhle: Jahreswechsel (Die Pferde)-Temperaturmaximum (Katzen) Bild siehe Legende

Diese Bildzuordnung verweist auf auf die alte Symbolik des Wechsels, den das Pferd verkörperte. Dieser Wechsel zeigt sich beim Pferd durch den Wechsel vom Winter- auf das Sommerfell, der durch die Zirbeldrüse gesteuert wird. Sie reagiert bereits auf die minimale Zunahme des Lichtes, die die Pferde bereits nach der Wintersonnenwende registrieren. Damit stehen nicht nur die beiden Bilder in einem inhaltlichen Kontext, sondern können auch im Zusammenhang mit der Wand der Hände gesehen werden. Mit dem Bild der Löwen ist das Maximum des Jahres erreicht, dessen Auftakt mit der Wand der Hände beginnt. So weist doch die gebogenen Wand der Hände mit ihrer Mittellinie auf den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende. Das hier zu sehende Muster ocker- farbenen Handabdrücken lässt auch de Gestalt eines Mammuts erkennen. Doch die Hände könnten  hier auf ein Ritual hindeuten, das noch heute in der islamischen Tradit- ion verankert ist. So herrscht im islamischen Volks-glauben die Vorstellung, dass das Bilder von Fatimas Hand, der jüngsten Tochter des Propheten Mohammed, dazu dient, böse Geister und den Neid anderer abzuwehren. Einen Grund für diesen Glauben liefert die 72, Sure des Korans, in der von Dschinns, den guten Geistern die Rede ist. Sich gut mit ihnen zu stellen ist genauso wichtig, wie sich gegen die bösen Geister zu schützen. Um diesen magischen Schutz zu gewähren, gibt es deshalb Amulette in Gestalt einer Hand, die Bilder oder Koransuren enthalten. Mit dem Motiv der Beschwörungen könnte die Wand der Hände als Auftakt des Jahres interpretiert werden, dessen sichtbaren Wechsel de Pferde ankündigen und dessen heißeste Periode am Ende bei den Löwen erreicht wird. Sie blicken folgerichtig wieder an den Beginn zurück. Dieses klare Bildkonzept von Chauvet, sowie dessen konsequente räumliche Zuordnung entlang eines Weges. lässt hier eine bewusste Gestaltung erkennen. Sie kann als Beginn kultischer Bauwerke gesehen werden, aus denen sich später Tempel und schließlich Kathedralen entwickelten.

Bilder: Wikipedia/ Rhinocéros grotte Chauvet, Foto Inocybe in der Wikipedia auf Französisch, gemeinfrei / Nachgebildete Höhlenmalereien in der Caverne du Pont d’Arc; Foto Claude Valette /

Bildprogramm Chavet-Höhle / Sonnenbogen und die Raubkatzen, Postkarte, illustration / Das Jahr in der Höhle: Jahreswechsel (Die Pferde)- Temperaturmaximum ( Katzen) , nach Plan von Guillou, Maksud,und Roudaud, sunearthtools

Newgrange: The Winter Solstice; ireland.com — All About World Heritage Sites

The winter solstice happens every year on 21 December. Nowhere is the celebration more dramatic than at the passage tomb of Newgrange, which predates the pyramids. Source: Newgrange: The Winter Solstice

Newgrange: The Winter Solstice; ireland.com — All About World Heritage Sites

OTHER PREHISTORY SITES AROUND LES EYZIES — FOGTRAVEL

The Caves and other Paleolithic sites of the Vezere Valley were pronounced as World Heritage Sites in 1979 as of “Outstanding Universal Valley’ by UNESCO. Here is how UNESCO describes the region. Located in the Nouvelle-Aquitaine region in the Department of the Dordogne, the Vézère Valley is a priviliged prehistoric territory that contains more than […]

OTHER PREHISTORY SITES AROUND LES EYZIES — FOGTRAVEL

Orkney’s houses of the dead are a topsy-turvey glimpse into past; Mike Merritt; Herald — All About World Heritage Sites

Source: Orkney’s houses of the dead are a topsy-turvey glimpse into past

Orkney’s houses of the dead are a topsy-turvey glimpse into past; Mike Merritt; Herald — All About World Heritage Sites

Petersfels in Beuron

Petersfels aus der Nähe

Sicht des Petersfelsen vom Kloster

Der Petersfels bildet den Endpunkt einer Reihe größerer Felsentürme im südlichen Hangabschnitt des Donautales bei Beuron. Auffällig ist die markante Spitze des Felsens mit ihrem Kreuz, die auf die Erzabtei in Beuron gerichtet ist.Wie ein Fingerzeig weist der Fels in den Himmel, für den , gemäß eines biblischen Textes Petrus die Schüsselgewalt übertragen wurde. Die Schlüssel, die so zu den festen Attributen des Apostels gehören, werden aber auch als Symbole der neuen Gesetzesübergabe interpretiert, Mit seinem Kreuz auf der Spitze verkörpert der Petersfels nicht nur den Namen Petrus, der im Lateinischen der Fels bedeutet, sondern weist mit seiner Längsrichtung auch in das Land des Apostels, Galiläa. Damit erinnert er Fels gleich auf mehrfache Weise an den Apostel. Sein Hauptfest findet am 29. Juni zusammen mit dem Gedenken an Paulus statt, dessen Todeszeitpunkt aber unbekannt ist.

Der heilige Petrus, Ikone 6. Jhd, Katharinenkloster (Sinai), Foto Ghirlandajo

Außerdem wird Petrus noch am 22. Februar gedacht, mit der Feier Cathedra Petri, der Petristuhl-Feier. Diese Feiertag verweist auf das römische Totenfest Carista, das am gleichen Tag stattfand, wo während der Feier ein leerer Stuhl für den Toten freigehalten wurde. Der eigentliche Gedenktag des Petrus ist aber der 29. Juni, der bereits seit dem Jahr 354 dokumentiert ist. In eingen Erzählungen gilt er auch als möglicher Tag seines Martyriums, währenddessen er kopfüber gekreuzigt wurde. In einem Normaljahr ist der Gedenktag des Petrus der 180 Tag des Jahres und verweist damit auf biblische Zahl- ensymbolik der 18, wie auch der 3 und der 6. Die Zahl 18. verweist gemäß dem Lukas-Evangelium auf die Tätigkeit von Jesus, die 18 Jahre nach dem er 12 Jahre alt wurde begann. Eine ausführliche Analyse zur Zahl 18 und ihren Bezug zur Schöpfung gibt es auf der Website ttp://www.zeitundzahl.de. Die damalige Bedeutung der Zahlensymbolik zeigt sich auch im Namen Petrus, dessen Buchstabensumme wieder der Zahl 18 ent- spricht. Aber auch die Verbindungslinie von Abteikirche und Petrusfels enthält wieder eine auffällige zahlensymbolische Bedeutung, denn deren Azimut beträgt 128° Gad. Die Zahl entspricht dem Produkt aus 8 x 16 und verweist mit beiden Zahlen auf die himmlische Herrlichkeit, wie auf die Unendlichkeit Dennoch ist vom Kloster aus hier kein Sonnenaufgang an einem der Petrus-Gedenktage zu sehen.

Sonnenrichtungen Petersfelsen

Dagegen zeigt hier der Sonnenaufgang am 2. Februar, dem einstigen Fest Mariä Licht- mess, dass die Abtei wahrscheinlich auf einem vorchristlichen Kultort errichtet wurde. Auf diese Siedlungsphase der Frühgeschichte im Talkessel von Beuron verweisen auch die Funde in der Petershöhle, einer großen Höhlenöffnung unterhalb des Felsens. Sie bietet einen Panoramablick über die Abtei hinweg zum gegenüberliegenden Talhang. Die Höhle, die nur über eine Holztreppe zu erreichen ist, wird heute als Rückzugsort der Beuroner Mönche gesehen, wenn Gefahr für die Abtei drohte. Dabei stützen zahlreiche Funde aus dem späten Mittelalter diese Vermutung. Keramikreste aus der Eisen- und der Bronzezeit deuten aber darauf hin, dass die Höhle lange vorher genutzt wurde. Im Zeitraum der Bronzezeit erschließt sich auch der eigentliche Zweck der Anlage, denn dann war der Stern Arktur am Morgen des Sonnenaufganges während der Sommer-sonnenwende in Blickrochtung zum letzten Mal zu sehen, während im nordwestlichen Taleinschnitt dann am Abend die Sonne unterging. Da 8 Tage nach der Sommerson- nenwende das Fest Peter und Paul gefeiert wird, bot sich der Ort auch für die Mönche an, das Fest mit der christlichen Sonnensymbolik zu verbinden. Wo bei anderen Heiligen deren Todestag gedacht wird, ist genau dieses Datum bei Petrus, wie auch bei Paulus völlig unklar. Doch es nicht einmal gesichert, dass Petrus überhaupt in Rom war. So fehlen bis heute, trotz intensiver Suche, Beweise für dessen Anwesenheit in Rom. Das Datum des 29. Juni orientiert sich hier an der Legende, die von einer Überführung von deren Gebeinen auf der Via Appia erzählt. In Rom selbst fiel das Datum mit einem bedeutenden Festtag zusammen, denn am 29. Juni weihte Kaiser Augustus den Quirinustempel ein. Quirinus war ein Gott der altrömischen Religion und soll bereits von den Sabinern verehrt worden sein. Seine Eigenschaften glichen denen des Mars, der ihn aber im Lauf der Geschichte ablöste. Nach dem Mars aber Bedeutung gewonnen hatte, wurde Quirinus mit dem mythischen Stadtgründer Roms, Romulus gleichgesetzt. Deshalb nannten sich die Römer in der Frühzeit auch die Quiriten Erst später diente diese Bezeichnung dann als Anrede in der Volksversammlung. Auf Grund der Möglichkeit den Tag Peter und Paul  beim Sonnenuntegang zu gedenken, hat also der Petersfels seinen Namen zu Recht vereint. Der Abend Sommersomnenwende bietet aber nocheine weitere Erklärung für die Ausrichtung des Petersfelsens, denn dann scheint die untergehende Sonne frontal auf den Fels, dessen Spitze als Rest eines steinernen Kopfes gedeutet werden könnte.

Petersfels und der `Kopf´, Blickrichtung Sonnenuntergang Sommersonnenwende

Bilder: Petersfels Nahaufnahme, eigen / Petersfels vom Klöster, eigen, Wikipedia: Der heilige Petrus, Ikone aus dem 6. Jahrhundert, Katharinenkloster (Sinai)found and uploaded by en:User:Ghirlandajo . Gemeinfrei , Simulazion,opentopomap, sunearthtools.

 

 

Kanayama Calendar and Astronomical Cross-Quarter Dates — Iwaya-Iwakage of Kanayama Megaliths

http://www.reuk.co.uk/wordpress/solar/solar-declination/ The Kanayama solar calendar features solar observations made on certain dates of the year. These are dates that we, at Kanayama Megaliths, refer to in Japanese as yontobun, and in American English as half-angle dates. The astronomical cross-quarter dates are those days of the year when the sun’s declination angle is midway between its summer solstice or […]

Kanayama Calendar and Astronomical Cross-Quarter Dates — Iwaya-Iwakage of Kanayama Megaliths

Partholon und der Boheh Stone

Noah und die Arche, Foto Martpan

1056 Jahre nach der Erschaffung Adams ereignet sich gemäß der biblischen Chrono- logie die Sintflut. Damit geschah die Katastrophe genau 3144 Jahre vor Christi Geburt, der am Ende der biblischen Zeitrechnung, also 4200 Jahre nach Adam geboren wurde. Laut einer irischen Legende soll Partholon, der Anführer einer Gruppe von Auswand- erern aus dem östlichen Mittelmeerraum 300 Jahre nach der Sintflut, also um 2900 v. Chr, in der Nähe des irischen Ortes Kerry an Land gegangen sein. Damit deckt sich die Legende des Partholon auch mit der Datierung des Boheh Stones , dessen Entstehung auf den Zeitraum um 3100 v. Chr. geschätzt wird. Auch Parthalon hat laut der Legende einen biblischen Bezug, denn er ist als Sohn des Magog ein entfernter Nachkomme des Noah. Magog aber war ein Sohn Japhets, einem der drei Söhne Noahs. In der bib- lischen Erzählung wird Japhet als Stammvater verschiedener antiker Völker gesehen, während über Magog bereits in der Spätantike zahlreichen Legenden entstanden.

Noahs Opfer, Giovanni Battista Gaulli, um 1700

So werden in der Offenbarung des Johannes Gog und Magog als zwei Völker des Nordens bezeichnet, die erst am jüngsten Tag von der Herrschaft des Satans befreit werden sollen. Auch der georgische Geschichtschreibere Step‘annos Orbelean beschreibt beide Völker als wilde, völlig ungezähmte Stämme des Nordens. Dagegen beschreibt die irische Legende sie als Flüchtlinge die in Irland als Bauern auf ein leeres Land stießen und die Ebenen urbar machten. Gerade diese Betonung der Ebene in der Legende bietet eine Verbindung zur griechischen Landschaft um Larissa. Sie wird in einem Artikel des blogs Old Eurpean Culture erläutert.Darin kommt nicht nur die genetische Verwandtschaft der im 3, Jahrtausend v. Chr. eingewanderten Bauern zur Sprache, sondern auch der Ursprung des Wortes Larissa, das in seiner Urform eine von Bergen umgebene Ebene bezeichnet. Auf diese Beziehung Irland-Griechenland deutet auch die einzige antrophomorph geformte Stele des Mittelmeerraumes hin, die der Ebene von Larissa gefunden wurde.

Bohey Stone; County Kildare Archaeological Society

Ein ähnlich wichtiger Ort war der Boheh stone, mit der von hier aus möglichen Sonnenpeilung über dem Groagh Patrick, am 18. April und dem 24. August. Ein weiterer Viserpunkt ist hier ein südwestlich liegender kleinerer Berg, hinter dem die Sonne am 1. Februar in gleicher Weise untergeht, wie auf dem Croagh Patrick. Beide Entfernungen zeigen eine auffällige Übereinstimmung mit dem Maß des Attisch-Ionischen Fußes und basieren zudem auf einem Vielfachen von 6000 Fuß.Diese Bedeutung der Zahl 6 in der Einteilung von Raum und Zeit spiegelt sich auch in einer Kalendereinteilung, die der schottische Ingenieur Alexander Thom hier identifizierte. Laut er Legende soll die Landung des Parthalon an einem 1. Mai, dem Fest Beltane erfolgt sein. Damit knüpft die Erzählung auch ein symbolisch wichtiges Datum an, denn mit Beltane begann einst das sommerliche Halbjahr und damit war dies auch die Zeit er Ernte. Im übertragenen Sinn sind nun die der Legende geschilderten menschenleeren Ebenen nun die Ernte für all die Anstrengungen während der Fahrt vom Mittelmeer. An dieses Ende der Fahrt erinnert der Sonnenuntergang am 1. Mai über dem östlichen Ausläufer des Croagh Patrick.

Boheh Stone / Croagh Patrick Sonnenrichtungen

Vom Boheh Stone ist auch gut zu erkennen, warum der Berg vor der Missionierung durch den Gottesmann noch Rock of the Eagle‘, Fels des Adlers genannt wurde. Im Winterhalbjahr entstand der Eindruck, als würde sich der Adler kurz nach Sonnen-untergang auf der Bergspitze niederlassen. Der Grund für den Sonnentanz über dem Gipfel des Croagh Patrick ist heute nicht mehr ersichtlich, doch für die einstigen Bauern des Partholon war aber die Kenntnis der Zeit ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Sie erkannten wohl früh die Abgängigkeit von Sonnenscheindauer und Wachstum des Getreides. Dieses als Schoßphase bezeichnete Wachstum beginnt je nach Temperatur in den ersten beiden Aprilwochen. Ihr störungsfreier Verlauf ist wichtig um eine gute Ernte bis zur Mitte des August erzielen zu können.Deshalb war wohl auch der Kult einer Fruchtbarkeits- und Getreidegöttin angebracht, an den bis heute der Sonnentanz erinnere.

Bilder: Wikipedia/ Tableau de l’arche de Noé, Foto Martpan , CC BY-SA 4.0 / The Thanksgiving of Noah by Il Baciccio (Giovanni Battista Gaulli), oil on canvas, / c. 1700, High Museum of Art , gemeinfrei / Bohey Stone; County Kildare Archaeological Society /Simmulation,opentopmap, suneartools, stellarium, Kalender von Alexander Thom, http://articles.adsabs.harvard.edu//full/1993IrAJ…21..124W