Der Sonnenkalender von Schloss Bronnen

Burg Bronnen in imposanter Lage, Foto Osi

Das auf einem weit über die Donau ragenden Kalksteinsteinfelsen stehende Schloss hoch dürfte eines der wenigen amtlich bestätigten Gespensterschlösser in Deutschland sein. Über die mysteriösen Vorgänge im Schloss gab es einst einen längeren Bericht in der Zeitschrift für metapsychische Forschung (3. u. 4. Heft 1939 und 2. Heft 1940) Das im Volksmund Gespensterschlössle bezeichnete Anwesen gelangte um 1920 in die Hände eines Freiburger Arztehepaars das es einige Zeit bewohnte. Bald nach dem Kauf hörte das Paar jedoch seltsame Geräusche und lud deshalb den örtlichen Pfarrer ein, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Am 8. September, dem Tag von Maria Geburt, entdeckten sie dann einen weißen Fleck am Boden, der sich vergrößerte und zu einer Gestalt heranwuchs. Alle drei beobachteten wie das Wesen über dem Schlossfelsen schwebte und dann wieder zurückkehrte.

Schloss Bronnen über der Donau, William Payne, 1874

Der Pfarrer versucht es anzusprechen, doch das Wesen verschwand ohne u antworten. Auch nach mehreren Bekreuzigungen hörte es nicht auf, Poltergeräusche von sich zu geben. Auch in der darauffolgenden Nacht kam es wieder zu unerklärlichen Laufge-räuschen im Flur des Schlosses und kurz darauf war die Gestalt vor den Fenstern des Gebäudes zu sehen. Nun beobachten alle, wie das Wesen sich erteilte und das eine sich vor dem größeren verneigte. Wenig später verschwanden alle im Dienstgebäude des Schlosses. Der Pfarrer folgte sofort, wobei er ihnen entgegen rief: `Gebt Zeichen, ob ihr Dämonen oder arme Seelen seid, wenn möglich ein Lichtzeichen.´ Tatsächlich reagierten sie, in dem in einem hellen Lichtkegel eine weitere Gestalt erschien. Sofort stellte sich der Pfarrer vor die Gestalt und rief: `Wenn ihr heilige Messen nötig habt, so tut dies kund durch Blitzen!´ Nach vier Blitzen waren Gestalten plötzlich wieder verschwunden. Mit vier Messen, die in Kloster Beuron gelesen werden sollten, hofften alle, dass die Gespenster besänftigt werden könnten. Doch auch die Messen vertrieben die Geister nicht, die sich int den folgenden Wochen mit heftigem Gepolter bemerkbar machten, das selbst die dicken Wände des Schlosses zum Erzittern brachte. Bei einem dieser Vorfälle griff der Arzt zum Gewehr, doch es fehlte ihm schließlich der Mut auf die Lichtwesen zu schießen. Der Spuk soll aber noch bis in die 40-er Jahre angedauert haben, wo die Geister dann der neuen Eigentümerin, der Reichs-frauenführerin, einen solchen Schreck einjagt haben sollen, dass sie sich ins Kloster Beuron in Sicherheit brachte.

Sonnen- und Sternkalender Schloss Bronnen

Dass der Ort eine besondere Bedeutung hatte, zeigt bereits die Ausrichtung der Felswand auf der das Gebäude steht, denn sie läuft auf den Sonnenaufgang am 15. Februar zu. Es ist das Datum antiker Frühlingsfeste wie das der römischen Lupercalien und im Allgemeinen mit einem Anstieg der mittleren Temperatur auf 10° verknüpft, bei der das Wachstum wieder einsetzt.  Da auch der Steigungswinkel der Felswand mit dem Sonnenaufgangswinkel korrespondiert, deutet dies auf die ganz bewusste Gestaltung eines frühgeschichtlichen Sonnenkalenders hin. Er könnte auch eine Verbindung zu der in unmittlerbarer Nähe gelegenen Jägerhaushöhle besessen haben, in der der Prä- historiker Wolfgang Taute 1972 Relikte einer mesolithischen Kulturstufe fand. Sie nannte er auf Grund des nahegelegenen Klosters Beuron, Beuronien. Die bislang gemachten Funde zeigen, dass Fische eines der Hauptnahrungsmittel dieser Menschen waren. Gerade auf diese Fangzeiten gibt auch der Sonnenkalender von Bronnen eine Antwort. So bietet der Zeitraum von Mai bis Oktober bei allen heimischen Fischarten eine gute Beißzeit. Dieser Zeitpunkt lässt sich vom Standort von Schloss Bronnen durch den Sonnenaufgang an der Nordspitze des östlich gelegenen Höhenzuges ebenso ablesen, wie der Sonnenuntergang während des Äquinoktiums über dem exakt im Westen gelegen Knopfmacherfelsen. Auch dies ist ein sagenumwobener Ort, von dem im Artikel `Tatort Knopfmacherfelsen´ bereits die Rede war. Auf geradezu ideale Weise standen sich hier, während des Sonnenaufganges am Frühlingsäquinoktiums der Stern Altair und die aufgehende Sonne gegenüber.

Ansicht Schloss Bronnen von Süden

Die Sonnenaufgänge und die beiden Winkel zeigen, dass der Ort wohl ganz bewusst ausgewählt wurde, damit ein Sonnenkalender auf das damalige Leben abgestimmt werden konnte. Obwohl hier nur spärliche Funde auf einfachste Werkzeuge ans Tageslicht brachten, scheint es aber durchaus möglich zu sein, dass mesolithische Steinbeile wesentlich früher, als bei der Trichterbecherkultur bekannt, bei der Bear- beitung des felsens um Eunsat kamen. Das Schloss, das im Laufe seiner wechselvollem Geschichte mehrmals seinen Besitzer wechselte, wurde Mitte des 12. Jhd`s. von einem unbekannten Fridinger Adelsge-schlecht erbaut. Um 1200 wurden dann in Urkunden erstmals die Herren von Bronnen erwähnt, deren Name Assoziationen an dem Ort auf dem Felsen weckt. Im Mittelhoch-deutschen gibt es das Wort brunne, das Aufwallender oder sieden bedeutet, also ein Charakteristikum, das für hitzköpfiger Ritter gelten könnte. Doch im christlichen Kontext bedeutet der Brunnen Erlösung und Reinigung. Beides bot die abgeschiedene Landschaft und ebenso der Sonnenbezug im 12. Jhd. Zu dieser Zeit ging sie in Richtung des Felsmassivs, wie auch des Schlosses,  um den 22. Februar auf und erinnerte so an den Tag Petri Stuhl erinnerte. Der Tag wae zugleich ein wichtiges Datum für die Wetterschau der kommenden 40 Tage. Mit dem Aufkommen der Uhren verlor der Kalender seine Bedeutung. Nur der Spuk erinnerte immer noch an den einst besonderen Ort, der von der Sonne bestimmt wurde.

Bilder: Wikipedia / Burg Bronnen in imposanter Lage, Foto Osi , CC BY-SA 3.0 / Schloss Bronnen William Payne, 1874 / Simulation, sunearthtools, Stellarium / Postkarte, Ansicht Schloss Bronnen von Süden

Studie offenbart Abstammung der Erbauer von Stonehenge — grenzwissenschaft-aktuell.de

Zitat

Lesezeit: ca. 4 Minuten London (Großbritannien) – Eine neue DNA-Analyse belegt, dass die Vorfahren jener Menschen, die Megalith-Monumente wie Stonehenge und Avebury erbaut hatten, aus dem heutigen Griechenland und der Türkei stammten und über das Mittelmeer und den Atlantik auf die britischen Inseln kamen. Dabei brachten diese Menschen, die heute wohl als Migranten bezeichnet werden…

über Studie offenbart Abstammung der Erbauer von Stonehenge — grenzwissenschaft-aktuell.de

The Mother Goddess Returns – The Turtle Megalith on Ceahlău Mountain — Spirit Dacic

Zitat

The great cosmic calendar is turning. The great cosmic spiral has come almost full circle, and the Energy of the Divine Mother is returning on Earth. Climbing Romania’s sacred mountains, we discover traces of ancient cultures which honoured the Mother Goddess in various forms. Informed like crystals, the zoomorphic megaliths on Ceahlău Mountain are guarding […]

über The Mother Goddess Returns – The Turtle Megalith on Ceahlău Mountain — Spirit Dacic

Der Mélacturm und der böse Geist

Frühlingsäquinoktium, Sonnenuntergang über dem Frauenkopf – Mélacturm

Ein schlichter Turm erinnert auf dem Ailenberg bei Obertürkheim noch an das Grauen französische Truppen bei ihrem Feldzug durch die Gebiete Württembergs im Jahr 1789 angerichtet hatten. General Ezéchiel Mélac wurde dabei zum Inbegriff des Schreckens der französischen Truppen die für Ludwigs XIV. Im Jahr 1789 Dörfer und Städte plünderten. Speyer wurde vollkommen zerstört und der Dom, das Symbol nationaler Identität, angezündet. Die Botschaft Ludwigs XIV. lautete Unterwerfung der Nachbarn oder ihren Tod. Seit den 60er-Jahren des 17. Jahrhunderts bestand sein Ziel darin, so viel niederländisches und deutsches Gebiet wie möglich zu gewinnen. Als hätte Europa nach dem Sieg über die Türken ein neues Feindbild benötigt, erfüllte dies nun Frank-reich. Mit den Zerstörungen dieses Feldzuges legte es den Keim für das Bild des Erbfeindes, der 125 Jahre später in den 1. Weltkrieg führte. Die schöne Wirtstochter Catharina soll hier versucht haben, Mélac zu ermorden, der Esslingen Dank ihr mit seinen brandschatzenden Truppen verschont hatte. Beim Versuch wurde sie jedoch selbst getötet. Mehrere Er- zählungen berichten von dem grausamen Ereignis in der nach dem General benannten Mélactsage. Doch lange vor Mélac soll der Ailenberg bereits Ort eines bösen Geistes gewesen sein. Der Schlurger, ein häßlicher Weinberggeist, soll hier laut einer älteren Sage sein Unwesen getrieben haben. Von Weihnachten bis Dreikönig versetzte er dort die Bauern in Angst und Schrecken.

Ailenberg, Sonnenbezüge

Doch die exakten Bezüge des Bergspornes zu wichtigen Sonnenuntergängen weisen auf eine andre Geschichte des Ortes hin. So zeigt der Sporn auf den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende auf den Taleinschnitt des Katzenbaches bei Heumaden und während des Äquinoktiums ist von hier aus der Sonnenuntergang über dem Frauenkopf zu sehen. Auch das ganz in der Nähe gefunden Grab eines alemannischen Fürsten lassen hier viel mehr an eine frühgeschtliche Kultstätte denken. Wie bei ähnlichen Stätten dienten wohl die Schreckenserzählungen auch dazu, die Menschen vom alten Brauchtum abzuhalten:

Kate:googlemap, Fotos eigen

Die Weißenburg und der Hase

Weißenburg, Äquinoktium

Der Flurname Hasenberg ist erstmals aus dem Jahr 1334 schriftlich überliefert. Damals galt er nur für den nördlichen Abhang der Karlshöhe. Sie stellt eine Art von Auslieger- berg dar, der vor heutigen Hasenberg liegt. Die Gründe für die Namenswahl liegen jedoch im Dunkel der Geschichte verborgen. Doch die Ausformung und der Grat der Karlshöhe führen auf eine Spur, die zur alten Symbolik des Hasen führt. In ver- schiedenen Kulturen wird er in Legenden mit dem Mond in Verbindung gebracht. Sie haben ihren Ursprung in der eigentümlichen Form seiner Krater, die dem Umriss eines Hasen ähnlich sieht. Da Hasen nachtaktiv sind und zudem äusserst fruchtbar, wurden sie auch im europäischen Raum den Fruchtbarkeits- und Mondgöttinnen zugeordnet.

Sonnenuntergang Frühlingsäquinoktium über dem Hasenberg in Stuttgart (von der Weißenburg aus gesehen)

Mit der Symbolik des Hasen ist auch eine Verbindung zur Karlshöhe und dem Mond hergestellt, denn sie weist mit ihrer Ausformung in Richtung der großen nördlichen Mondwende. Dass der heutige Hasenberg und die Weißenburg eine ebenso ideale Verbindung um Hasen haben, zeigt der Sonnenuntergang während des Frühlings-äquinoktiums. Von der Weißenburganlage aus betrachtet, einer Aussichtsplattform auf einer bereits Mitte des 13. Jhd.s verschwunden Burg Wizenburc, geht hier die Sonne mittig über dem höchsten Punkt des Hasenberges unter. Der Hase war wie die Taube ein heiliges Tier der Liebesgöttin Aphrodite. Ihr Kult ist verbunden mit den Mythen des Dionysos wie auch dem der Kybele. Beiden ist zu eigen, dass sie die Tradition der Frühlingsfeste fortführen, die zu den ältesten überlieferten Festen überhaupt zählen. Auch im Christentum ist dieses Erbe noch zu finden, denn am 25 März, also 4 Tage nach dem Äquinoktium, wird mit der Verkündigung des Herrn eines der großen Marien- feste gefeiert.

Bilder: googlemap

Frühlingsbeginn über der Achalm

Frühlingsbeginn  über der Achalm

Kultort Scheibengipfel

`Über den Fildern, über den Bäumen,

auf der Achalm hohem Haupt,

fand ich sie im Gold des Morgens,

hat sie mir das Herz geraubt.

(Justinus Kerner, Auf den Fildern unter Bäumen)

Treffender könnte der Eindruck am Morgen des Äquinoktiums, auf dem westlich der Achalm gelegenen Scheibengipfel nicht beschrieben werden. Während die hinter der Achalm aufgehende Sonne die umgebende Landschaft in gleißendes Licht taucht, wird der Scheibengipfel zu einer Insel, die noch einige Zeit im Dämmer-schatten des Berges liegt. Es dauert ungefähr 40 Minuten, bis die Sonnenscheibe die Spitze der Achalm erreicht hat und die ersten Lichtstrahlen auf die Fläche der am westlichen Rand liegenden Grabhügel fällt. Erst ab diesem Zeitpunkt wird die Sonnenscheibe neben dem Burgturm sichtbar, wo sie dann weiter in den Himmel steigt.

Der theatralische Effekt, der langsam aus dem Schatten auftauchenden Insel zeigt auch den besonderen Sonnenbezug des Scheibengipfels, der gleichzeitig auch auf den Ur-sprung des Namens hinweist. Einst wurde am Tag des Frühlingsäquin-oktiums das Ende des Winters gefeiert. Mit dem Schlagen von Funkenscheiben sollten dann die letzten Wintergeister ausgetrieben werden. In alemannischen Gegenden des Schwarzwaldes hat der Brauch noch überlebt. Dort werden am Abend des Äquinoktiums Buchenscheiben im Scheibenfeuer zur Glut gebracht. Sie werden dann mit Haselnussstücken auf dem Scheibenstuhl abgeschlagen, so dass sie mit hohem Bogen ins Tal fliegen.

Was viele heute jedoch für einen einen Faßnachtsbrauch halten, begann vor rund 3000 Jahren mit dem Akitu – Fest in Babylon. Es gilt als eines der ältesten überlieferten Früh-lingsfeste überhaupt und war zugleich auch das Neujahrsfest. Es begann mit den Neulicht des Mondes nach der Tagundnachtgleiche und dauerte 12 Tage. Die umfangreichen Kult-feierlichkeiten Akitu – Fest dienten hier der kultischen Reinigung, der Entsühnung. Mit der Ehrung der babylonischen Stadtgötter sollte dann vor allem die Fruchtbarkeit des kom-menden Jahres garantiert werden.

Bäume, das Bauwerk eines Wasserbehälters, wie auch die Burgmauern auf der Achalm behindern heute die Sicht auf den Aufstieg der Sonne an diesem Tag. Doch das Meer des Lichtes in dem der Scheibengipfel an diesem Tag liegt, lässt heute noch erahnen, warum die Anhöhe in der Vergangenheit ein besonderer Sonnenkultort gewesen sein muss.

Die Insel des Scheibengipfels in der von der Sonne erleuchteten Landschaft