Erkinger und die Jungfrauen von Bad Liebenzell

Bad Liebenzell, medieval castle, Hohenstaufen type. Foto, Mussklprozz

Wenn in Bad Liebenzell am ersten Maiwochenende das traditionelle Erkingerfest ange- halten wird, gilt dieses Fest einem gewaltigen Riesen, der über dem Ort einen starken Turm bauen ließ. Gewaltige Quader mussten die Männer hier auftürmen, bis der Riese endlich zufrieden war. Doch die Bürger hatten sich getäuscht, denn mit Vorliebe stahl der Riese dann die Bräute junger Burschen, gerade wenn diese Hochzeit feierten. Erkinger schleppte die geraubten in seinen Turm, wo er sie zusammen mit zwei seiner Gesellen und verspeiste. Anschließend warf er die Gebeine der Unglücklichen aus dem obersten Fenster seines Turmes hinaus. Fast eine Viertelstunde soll es gedauert haben , bis sie irgendwo herunterfielen. Dort, so die Sage, entstand aus den Knochen wieder ein neuer Berg. Keiner der im Tal wohnte, schaffte es aber den gewaltigen Riesen zu töten, um die Jungfrauen vor seinem Appetit zu bewahren.Erst als die gepeinigten Bewohner sich an den Markgrafen von Baden wandten und der die Burg belagerte, hatte der Schrecken ein Ende. Da der Riese sich nicht ergeben wollte, stürze er sich vom obersten Fenster der Burg ins Tal.

Riese Erkinger, Skulptur aus Sandstein, Foto Klaus Gablenberger

In Wirklichkeit entstand die Spornburg in Bad Liebenzell im Laufe des 12.Jahrhunderts auf ganz normalem Wege. Im typischen Stil jener Zeit der ersten Burgenbauphase wurde sie durch Grafen von Calw, mit Palas und Schildmauer errichtet. Aber es nicht allein der Geländesporn, der sich durch seine markante Lage über der Stadt auszeichnet, vielmehr ist es der gegenüberliegender Taleinschnitt beim Teilort Monakam. Dessen perfekte, auf den Sonnenlauf abgestimmte Geometrie, lässt an das Werk eines Riesen denken. Währ- end auf der nördlichen Seite des Einschnittes von der Burg aus betrachtet, der Sonnen- aufgang zur Wintersonnenwende zu sehen ist, wird der Einschnitt durch die Aufgänge am 1. Mai, dem 11. April (Magna Materkult) und dem Äquinoktium in 3 gleiche Abschnitte ge- teilt. Eine ideale Übereinstimmung gab es noch bis ins 18. Jahrhundert hinein, dem Ent- stehungszeitraum zahlreicher Volkssagen. beim Sonnenaufgang am 1. August, wo Orion der Sonne vorausging.

Der Sonnenkalender der Burg Bad Liebenzell

Der Geschichte des Erkinger, der bevorzugt Jungfrauen verspeiste, erinnert an den die Erzählung des biblischen Gott Moloches, dem Kinder geopfert wurden. In späteren Abwandlungen der Erzählung wurden aus den Kindern auch Jungfrauen die dem gefräßigen Gott dargebracht wurden. Dessen Name ist eine Kombination des phönizischen Wortes mlk, das auf ein Opfer hinweist und dem hebräischen Wort für König, Melekh. Zudem floss auch noch das Wort für Schande ein, so dass aus allen dreien die heute noch bekannte Bezeichnung Moloch entstand. Es wird vermutet, dass die Stauten des Gottes Moloch aus Metall gefertigt waren und für die damalige Zeit ein riesenhaftes Ausmaß besaßen. Sein Kult hatte auch eine enge zu Opferhandlungen, wie auch eine Beziehung zum Feuer. Dieser angeblich furchterregende Kult wird in der bib- lischen Erzählung über das Ende Salomos geschildert. Dort steht, dass Gott in den letzten Tagen des Königs den Namen trug: `das Gräuel der Ammoniter´. Da die Frauen Salomos Moloch verehrten, ließ der König Moloch auf einem Berg einen Tempel bauen. Aus diesem Grund weihten auch die Israeliten ihre Kinder diesem Gott, in dem sie sie durch das heilige Feuer laufen ließen. Missverständliche Übersetzungen machten in spät- erer Zeit daraus jene berüchtigten Menschenopfer die den Gott so furchterregend er- scheinen ließen.Eine dieser Textpassagen stammt aus (5. Mo 12,31), wo steht: `Von Israel wird berichtet: `Sogar ihre Kinder, die sie mir geboren, haben sie ihnen durchs Feuer geh- en lassen zum Fraß … wenn sie ihre Kinder ihren Götzen schlachteten´. Das Motiv des gefräßigen Riesen lässt sich also weit zurückverfolgen und war dank biblischer Erzählung stets ein warnendes Beispiel für alle, nicht vom Glauben abzufallen. Einen kleinen Wink auf die alten Bezüge konnten sich wohl auch die Schöpfer der Sage nicht verkneifen. In dem Wort Erkinger mischen sich eine Reihe von Bezügen die der Intention, die Menschen von jenem Ort abzubringen, der auf Grund seiner Sonnenbezüge wohl Jahrtausende lang als Kultort gedient haben mag.

Statue des ammonitischen Gottes Moloch aus dem Film Cabiria, F. Jean-Pierre Dalbéra

In der mittelhochdeutschen Sprache bedeutete erken, sich ekeln, was für den beabsicht- igten Schauer der Geschichte sicher von Vorteil war. Aber erken bedeutete ebenso eine Eigenart, was wiederum auf die besondere Qualität des Ortes hinweist und ebenso erkennen. Die Qualität des Ortes hatten die Grafen von Eberstein, die Bauherrn der Burg, zweifellos erkannt. Wie bei anderen Burgen, wurde auch hier das Bauwerk mit einer himmlischen Symbolik verbunden. So führten die Grafen eine 5- blättrige Rose in ihrem Wappen, denn sie wurde im Verlauf des Mittelalters zur Rose mystika, einem Symbol der Anrufung der Jungfrau Maria.

Wappen der Grafen von Eberstein

Dieser wachsenden Marienverehrung jener Zeit trug auch die Ausrichtung der Burg mit dem Palas und der Schildmauer Rechnung war. Sie waren einst auf den Punkt am Himmel gerichtet, wo am Abend von Maria Lichtmess das Sternbild Schwan zum letzten Mal zu sehen war. Es war nicht nur das Sinnbild ritterlichen Mutes, sondern auch das der Reinheit, eben jenem Wesenszug der Jungfrau. Das am Ende der Riese Erkimger die Jungfrauen verspeist hette,  kann vor diesem Hintergrund nun auch als Verballhornung jener tief gläubigen Zeit gedeutet werden

Die Burg und der Schwan

Bilder: wikipedia/Bad Liebenzell, medieval castle, Hohenstaufen type. Foto, Mussklprozz , CC BY-SA 3.0 / In der Mitte, eine Bronzestatue des kanaanitischen, ammonitischen und phönizischen Gottes Moloch aus dem Film Cabiria von Giovanni Pastrone im „Museo nazionale del Cinema“ (Turin)… Foto Jean-Pierre Dalbéra from Paris, France – Le musée du cinéma / Wappen der Grafen von Eberstein, verschiedene unbekannte Künstler – Bayerische Staatsbibliothek Cod.icon. 312 c, Simulation, sunearttools, stellarium, googlemap/opentopomap

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Die Kaaba und Medina

Moschee des Propheten, Foto Omar Chatriwala, Doha, Qatar – The „Enlightened“ City

Nach Mekka ist Medina, die erleuchtete Stadt, die zweit wichtigste Stadt des Islam, denn hier befindet sich nach den Überlieferungen das Grab des Propheten Mohammed. Deshalb wurde ihr auch der Titel `die erleuchtete Stadt´ verliehen. Der Prophet soll dort nach seiner Flucht aus Mekka zusammen mit andren Getreuen, in der Nacht vom 16. auf den am 17. Juli 622, am 24, September 622 eingetroffen sein. Damit hatte die Reise, die als Hidschra in die Geschichte des Islam einging, auf der 339 km langen Strecke nach Medina die symbolische Zeit von 100 Tagen gedauert. Auffallend ist, dass auch im Alten Testament die Zahl 100 genau so oft auftaucht und für die Erlösung, wie die Fülle steht.

Mohammed und Aischa. Miniatur aus dem Siyer-i Nebi, 1388

Mit seinem Eintreffen endete eine lang anhaltende Fehde zwischen jüdisch-christlichen und arabischen Bevölkerungsteilen. Sein damaliges Wohnhaus in Medina ist heute Teil der Moschee des Propheten. Hier verstarb er gemäß den Erzählungen am 8. Juni des Jahres 632 im Haus seiner Frau Aischa. Doch auch `die erleuchtete Stadt´ hat einen klaren geometrischen Bezug zu Mekka und der Kaaba, der auf ihren Namen hinweist. Von der Kaaba aus betrachtet, liegt die Mitte Medinas, wo sich die Moschee des Propheten befindet, in einem Winkel der um 94° von der Ost-Westachse abweicht, Diese Zahl lässt sich auch als Produkt aus 2×47 darstellen und verweist mit der Zahl 47 auf die beiden auch im Islam wichtigen Symbolzahlen 4 und 7.

Ausrichtung Kaaba – Medina

Beide Zahlen sind Zahlen des Mondes, der 4 Hauptphasen hat und der Lunarmonat mit 28 Tage durch 7 teilbar ist. Ebenso verweist die Quersumme 13 auf die Dauer des Mond- jahres und auch die 13 Eigenschaften Gottes, die im Alten Testament wie im Islam aufge- führt werden. Als erste wird hier die Existenz genannt, die Pflicht daran zu glauben, dass Allâh existiert und als 13. Eigenschaft wird die Unvergleichbarkeit genannt, denn Allâh, der Erhabene, ähnelt nicht den Geschöpfen. Werden auf den Durchmesser zweier sich über- lappende Kreise 10 Punkte angetragen, stehen sich die 4 und die 7 gegenüber. Das Symbol steht für die Dualität der 2, die am ersten Schöpfungstag aus der 1 entstand. Nach Andreas Beutel steht es auch für die Öffnung und den Wechsel in eine andre Dimension. Der Gedanke findet sich aber auch in den 10 Emanationen des Sephiroth, des kabbalistischen Lebensbaumes. Die Bedeutung der 10 für Vollkommenheit und Ordnung wird im griechischen Alphabet durch den Buchstaben Chi, Y, dargestellt aus dem sich das Christusmonogramm entwickelte.

2 Kreise und die Zahl 147

Beide Zahlen 4 und 7 haben aber auch seit der Frühgeschichte als Ordnungszahlen eine besondere Bedeutung. So steht die 4 mit den 4 Himmelsrichtungen für die Erde und die 7 mit den damals bekannten 7 Wandelsternen als Gottheiten für den Kosmos. Die 7 führte zur Einteilung der Zeit in Wochen zu 7 Tagen. Diese Sonderstellung der Zahl 7 tauchte erstmals bei den Sumerern auf und wurde von Babyloniern übernommen, deren Stufentempel oftmals 7 Plattformen hatten. Doch auch im Mensch spiegelt sich die 7 mit 7 Körperöffnungen, die mit Wahrnehmungsorganen verbunden sind: zwei in der Nase, die beiden Ohren und Augen, sowie der Mund. Die Wahrnehmung korrespondiert mit einem Versuch von John Locke, der dabei das sogenannte `seven pheomena´ Auffassungs-vermögen eines Menschen festgestellt hat. o erkannte Locke, dass ab acht zu beobachtenden Ereignissen die Merkfähigkeit für jedes einzelne sofort absank. Passend zur Ordnungsmacht der 7 stellt sie in der arabischen Sprache den Lautwert des Namens ALLAH dar: 4_1_1 1. Die Richtung zum Grab des Propheten ist so gewählt, dass damit zur Ausrichtung der Kaaba ein Winkel von 27° entsteht. Der 27 Buchstabe des arabischen Alphabetes ist das Wāw, der aus dem gleich phönizischen Buchstaben hervorging wo er die Form eines Hakens hatte. Er entspricht auch dem hebräischen waw, wo er die Verbindung ausdrückt. Die Zahl 27 ist aber auch die Kubikzahl der 3 und verweist damit auf die göttliche Trinität. Aus diesem Grund ist das 27. Buch des Neuen Testamentes das Buch der Offenbarung. Eine vergleichbare Bedeutung hat die 3 auch im Islam, der in drei Stufen gegliedert ist: der Islam (Ergebung), der Iman (Glaube), der Ihsan (Gutes tun). Nach Aristoteles kann die Zahl 3 mit dem Begriff `Alles´ beschrieben werden Sie ist die erste Zahl,. die Anfang,  Mitte und Ende hat. In ihr ist die Dualität der 2 aufgehoben und zu einer neuen Qualität geführt worden. So ist die drei auch die erste Zahl durch die eine Fläche entsteht. In dieser symbolisch so bedeutenden Zahl spiegelt sich aber auch der dreigeteilte Aufbau der Welt in Erde, Wasser und Himmel wieder. Ebenso gliedert sie die Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, aber auch die des Menschen in Geburt, Leben und Tod. Damit entsprechen die restlichen Winkel zur Ost-Westachse wieder den bereits erläuterten Zahlen 121 und 59.

Bilder:Wikipedia / Night falls over Al-Masjid al-Nabawi (The Mosque of the Prophet) in Medina, the second holiest mosque in Islam. The city’s full name is al-Madīnah al-Munawwarah, which means the „enlightened“ or „radiant“ city.…, Omar Chatriwala from Doha, Qatar – The „Enlightened“ City CC BY 2.0 / Mohammed und Aischa. Miniatur aus dem Siyer-i Nebi, 1388 , Unbekannt -ttp://zombietime.com/mohammed_image_archive/islamic_mo_face_hidden/ One of doors of al-Masjid al-Nabawi in Medina, Saudi Arabia, Americophile , Simulation, googlemap

nöchste Folgen: Medina und der Mond im Islam /  Von Mekka zu Kolumbus

Der Code der Kaaba Teil 2

Frontalaufnahme des Schwarzen Steins, Foto Amerrycan Muslim

Der Legende zufolge soll der Patriarch Abraham den Schwarzen Stein der Kaaba aus der Hand des Erzengels Gabriel empfangen haben. Innerhalb der biblischen Chronologie steht Abraham für das dritte Geschlecht nach Noah, denn auf Noahs Sohn Sem folgte Therach aus der Stadt Ur in Chaldäa. Er wird als Feldherr des legendären Nimrod beschrieben, des ersten Herrschers auf Erden. Nach den Texten der Bibel war er der Gründer des assyrisch-babylonischen Reiches. Doch seine Person ist historisch nicht fassbar und in ihr erscheinen einige Aspekte, die auch Orion, dem himmlischen Jäger zugeschrieben werden.

König Nimrod nimmt die Huldigungen der Steinmetze entgegen, Detail des Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel d.Ä., 1563

Therachs Sohn Abraham wanderte zusammen mit seiner Frau und seinem Neffen Lot in das Land, das im Gott bestimmt hatte. Auf dieser Wanderung weilte er auch eine Zeit lang in der Stadt Aleppo. Anschließend gelangte über Sichem nach Bethel, wo er auch dort ein Altar errichtete. In den biblischen Texten wird Bethel nach Jerusalem am zweithäufigsten erwähnt. In der Islamischen Erzählung soll er auch nach den Ereignissen der er Sintflut die erste Kaaba erbaut haben. Die Baustruktur, mit einigen, heute vermauerten Fenstern lässt darauf schließen, dass das Bauwerk wahrscheinlich schon frühen Christen als Heiligtum gedient hat. Auch die Maßverhältnisse verweisen in diese Richtung.

Kaaba um 1840 – die Reste einer Apsis sind in der Achse noch sichtbar

Nach der Einnahme Mekkas im Jahr 630 übergab der Prophet einer Familie den Schlüssel der Kaaba mit den Worten `Geht damit bis in alle Ewigkeit in geziemender Weise um. Nur ein Gewalttäter wird ihn euren Händen entreißen.´ Bei einem Angriff des umayyadischen Kalifen Yazid I. Im Oktober 683 geriet das Gebäude dann in Brand und stürzte ein. Beim anschließenden Neubau wurde es gemäß dem Zustand im 7. Jahrhundert errichtet. Fast 1000 Jahre stand das Gebäude, bis es nach Überschwemmungen im Jahr 1630 wieder einzustürzen drohte. Noch im selben Jahr veranlasste aber der osmanische Sultan Murad IV. den Neubau der Kaaba.

Orion als Sternbild, Illustration aus Johann Bayers Uranometria, 1603, Scan User:Mouser

Wie Therach, ist auch der Patriarch Abraham historisch nicht fassbar. Doch der Autor Eduard Stucken weist in seinem 1907 erschienen Buch Astralmythen auch auf Parallelen zwischen Abraham und Orion/Osiris hin, die als Erklärung für den Schwarzen Stein dien. en können. Auf diese Legende wieß um 1630 auch der Fußstern des Orion, der Rigel hin. In dieser Zeit des Neubaus der Kaaba,  war der Stern in der Diagonale, in der auch der Schwarze Stein liegt, an zwei bedeutenden Tagen im Jahr zu sehen.

Ausrichtung der Kaaba

Der gemeinsame Urvater Abraham ist aber nur eine der Spuren, die auf eine gemeinsame Wurzel der monotheistischen Religionen hinweisen. Auch die Symbolik der Maße deutet darauf hin. Obwohl der Name des Bauwerkes sich vom arabischen Wort Würfel ableitet, entspricht dessen Maßverhältnis von Länge zu Breite mit 52 zu 44 keinesfalls diesem platonischen Körper. Die Zahl 52 verweist hier nicht nur auf die Jahreswochen, sondern in der hebräischen Sprache mit dem Buchstabenlautwert 2+50 auf den Sohn des Menschen, den Sohn Gottes. Doch der 52.. Vers der Bibel gibt auch einen Hinweis zur Entstehung der Frau, mit der die Geburt der Geschlechter erst erfolgen konnten. So steht in im 1. Buch Mose (2.21): `Und Jahwe Gott ließ einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, und er entschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch;´ Eine Verbindung zur Frau bietet auch eine Legende aus der Entstehungszeit der Kaaba, denn sie erzählt wie Mohammed die dort vorhandenen Bilder und Statuen entfernen ließ. Nur ein Marienbildnis mit ihrem Sohn ließ er unberührt. Der Zahlenwert 44 entspricht im Alten Testament auch dem Buchstabenlautwert 4+44 und damit dem Wort Blut. Mit der44 werden die Gläubigen aufgefordert den Weg Kains zu verlassen und sich dem Opfer des Messias zuzuwenden. Laut dem Religionswissenschaftler J. Pasedag steht die Zahl 44 auch als Symbol für die Umkehr. Beide Zahlen verweisen mit ihrer Quersummen 7 und 8 wieder auf den Mondmonat und die 8 Mondphasen. Die Quer- summe 8  ver- weist damit auch auf die babylonische Ishtar, die Himmelskönigin. Im Judentum bedeutet die 8 den Übergang von der Zeitlichkeit in die Überzeitlichkeit, und hat damit einen brückenbauenden Charakter. Auf die Überzeitlichkeit verweist sie auch in der liegenden Form, wo sie das Symbol der Unendlichkeit darstellt. Ein späterer Artikel zeigt wie sie die Kaaba dann mit dem Tempelberg in Jerusalem verbindet.

Beide Seiten stellen ein Rechteck dar, dessen Diagonale die beiden Winkel 49°und 41° einschließt. Diese Diagonale bestimmt auch die Ausrichtung des Meteorsteines. Um 1630 wieß sie noch genau in jene Richtung, in der Rigel am Abend des ersten Tages im neuen Jahr des Sonnenkalenders zum ersten Mal zu sehen war. In der gleichen Richtung war er auch am 17. Juli, dem Tag der Flucht des Propheten nach Medina zu sehen. Damit hatte der Stein auch jene visuelle Verbindung zum Symbol Abrahams, dem Orion. Er ist eines der ältesten Astralsymbole der Menschheit. Somit kann die Kaaba durchaus auch als ein Bauwerk Abrahams bezeichnet werden.

Bilder: Wikipedia / Frontalaufnahme des Schwarzen Steins, Foto Amerrycan Muslim , CC BY-SA 3.0 / König Nimrod nimmt die Huldigungen der Steinmetze entgegen, Detail des Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel d.Ä., 1563 / Orion als Sternbild. Illustration aus Johann Bayers Uranometria, 1603 uploaded by en:User:Mouser – Kaaba um 1840 / Simmulation, stellarium – Mehr zur Bedeutung von Zahlen in der Bibel gibt es auf der Website: (http://www.zeitundzahl..de)

nächster Teil: Die Kaaba und Medina