Von Mediolanum zu Mailand

Der Dom von Mailand

https://youtu.be/-K2j7aESQXQ

 

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Kulturort Gleichen Teil 1

 

Reinhausen, St. Christophorus – die Gleichen

Der Ort Reinhausen der nur wenige Kilometer westlich der beiden Gleichenberge liegt, ist bekannt für seine Christophorus Kirche. Sie wurde im 11. Jhd. von drei Brüdern aus dem Geschlecht der Grafen von Reinhausen der `ewigen Jungfrau Maria und besond- ers dem heiligen Märtyrer Christophorus´ geweiht. Der heutige Bau, der aus einer Burgkapelle entstand, erlebte im Laufe der Geschichte mehrere Um– und Anbauten. Nach der Verlegung dieser Burg auf einen der Gleichen entstand zuerst ein Chorherren-stift, aus dem schließlich ein Benediktinerkloster mit der Klosterkirche St. Christophorus hervorging.

Fresko des heiligen Christophorus, Eingangshalle der Kirche, Foto Jan Stubenitzky

Um diesen Heiligen ranken sich mehrere Legenden. Aber schon lange vor dem Auf- tauchen einer ersten Handschrift im 8. Jhd., die über sein Leben berichtete, wurde am 22. September 454 eine Kirche in Chalkedon, im heutigen Istanbul, geweiht. In der Er- zählung ist von einem Menschen fressenden Ungeheuer die Rede, dem Kynokephalen Reprobus, der in der Taufe den Namen Christophorus erhielt und erst dann die menschliche Sprache beherrschte. Anschließend soll er missionierend durch die Lande gezogen sein, bis er zu einem König nach Lykien kam. Da er dort die Sprache nicht verstand war er völlig verwirrt und widmete sich dem Gebet. Erst dann erschloss sich ihm die Sprache der Menschen in Lykien. Erst damit konnte er den auf einem Richtplatz Gemarterten Trost zusprechen. Als er dabei seinen aus Eisen geschmiedeten Stab in die Erde steckte, begann der zu grünen und weiße Blüten waren an ihm zu sehen. Dieses Wunder soll einst 8000 Menschen bekehrt haben. Doch der König war erzürnt und schickte dem missionierenden Riesen zwei Dirnen. Als der auch sie bekehrte, schickte der König Knechte die den Riesen gefangennehmen sollten. Doch sie konnten ihm nichts anhaben. Selbst als 400 Bogenschützen ihre Pfeile auf Christophorus abschossen, verharrten deren Pfeile in der Luft. Doch dabei verfehlte ein Pfeil verfehlt sein Ziel und traf den König im Auge. Christophorus hatte ihm aber prophezeit, dass er sein Blut mit Erde vermischen solle um wieder sehend zu werden. Nach der Enthaupt- ung des Riesen folgte der König der Anweisung und wurde wieder sehend.

Der heilige Christophorus. Rechter Teil des Flügelaltars, Dierick Bouts

Aus dem Osten verbreitete sich die Legende rasch entlang den Pilgerstraßen Richtung Italien, nach Norden und nach Spanien, wo sie ab dem 7. Jhd. nachgewiesen werden kann. Im Westen wurden die Legende über das menschenfressende Ungeheuer abge- wandelt und aus Christophorus wurde ein Riese der aus Kanaan stammte. Weitere Erzählungen entstanden wie die mit dem Christuskind, das Christophorus während eines wundersamen Erlebnisses über ein Fluss trug. Mit zu seiner Verehrung trug auch das gleichnamige Gedicht des Walther von Speyer bei, das im 10. Jhd. entstand. In der Folgezeit entwickelte sich dann das Bild des Christusträgers, wie es heute bekannt ist. Dieses Bild gründet auf einem Hymnus des Mailänders Origo Scaccabarozzi, der dabei auf einige volkstümliche Varianten der Christophorus legende zurückgriff. Auch hier hat der Riese aber ein furchtbares Aussehen, sowie eine entsprechende Größe. In dieser Erzählung wollte der Riese dem mächtigsten König dienen, doch in dessen Dienste erfuhr er von der Macht des Teufels die viel größer war.

St, Christophorus

Chrstophorus gelang es sich dessen Schar anzuschlie0en und erfuhr dort aber von der viel größeren Macht des Gekreuzigten. Daraufhin verließ er den Teufel und gelangte endlich zu einem Einsiedler, der ihn anwies zu beten und Menschen über einen Flus zu tragen. Dort begegnete er eines Tages einem Kind das er über den Fluss trug, wobei er in der Mitte glaubte, das Gewicht der gesamten Welt auf seinen Schultern zu tragen. Doch während dem Gang über das Wasser wurde er getauft und fand so zum Glauben. Diese Begebenheit machte Christophorus zum Pilgerheiligen und gleichzeitig zu einem beliebten Motiv in der Kunst. Zahlreich sind die Bilder und Skulpturen in denen der Schutzheilige an den Portalen von Kirchen und Hospizen entlang der Pilgerwege dar- gestellt wurde. Obwohl sein Bild auch auf vielen Pestäulen zu sehen war, wurde ab dem 15.Jhd, seine Verehrung kritisch betrachtet. Von Humanisten wurde die Legende dann als Märchen abgelehnt und für evangelische Christen dichtete Hans Sachs das Christophoruslied um. Doch seiner Rolle als Schutzheiliger der Pilger, der Fähr- und der Zimmerleute, oder auch der Apotheker konnte dies nichts anhaben. In der Reinhaus- ener Kirche wurde er aber nicht nur in den Fresken verewigt die ab dem 14. Jahr- hundert entstanden, auch in der Ausrichtung ist seine Bedeutung ersichtlich.

Ausrichtung der Kirche

Die Ausrichtung folgte der Winkelhalbierenden zwischen beiden damaligen Sonnenauf-gängen am Gedenktag des Christophorus, dem 23.Juli und Mariä Himmelfahrt am 15. August. Vom Standort der Kirche, die auf einem mit Kreuzen verzierten Sandsteinfelsen errichtet wurde, erfolgt der Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende über dem sagen- umwobenen Hurkutstein. Doch der eigentliche Grund für die Wahl des Chrstophorus als Schutzpatron  de Kirche dürfte sicher auch auf eine weitaus ältere Legende zurück-zuführen sein, für die die beiden Gleichen einst die ideale Kulisse abgaben.

Bilder: Wikipedia / Reinhausen, St. Christophorus – die Gleichen, https://youtu.be/ MiwLvOORJZ4 / Die Klosterkirche, Doris Antony, Berlin, CC BY-SA 4.0 / / Fresko des heiligen Christophorus in der Eingangshalle der Kirche, Foto Jan Stubenitzky (Dehio)/ Der heilige Christophorus. Rechter Teil des Flügelaltars Die Perle von Brabant Meister der Perle von Brabant, (1467–1468) Dierick Bouts – The Yorck Project / Simulation, sunearthtools, googlemap, opentopomap

L’Anse aux Meadows: Discovery of Norse settlement in Canada Proved Viking Sagas Contain Real History — Chauvet unlocked

Zitat

Canada has a rich history which is not often realized by foreigners. One of the most remarkable and interesting historic sites in Canada is L’Anse aux Meadows. This was a Norse settlement or outpost that dates to the 11th century and it was designated a Historic Site of Canada a half-century ago. Today the site…

über L’Anse aux Meadows: Discovery of Norse settlement in Canada Proved Viking Sagas Contain Real History — Chauvet unlocked

Der Falkenstein und das Tor zur Anderswelt

Falkenstein in Bad Herrenalb um 1900

Wie in vielen Orten des Schwarzwaldes, scheint auch die Geschichte Bad Herren- albs erst ab dem 12. Jhd. fassbar zu werden. Dennoch gibt es Relikte wie den Mauzenstein auf dem Bergrücken des gleichnamigen Höhenzuges, die hier auf frühgeschichtliche Kulturen hinweisen. Eines dieser Relikte in Bad Herrenalb ist Falkenstein, auf den im 12. Jhd. durch die Herren von Eberstein eine Burg errichtet wurde. Mit ihr sollte ein Herrschaftszentrum am oberen Albtal errichtet werden. Von der Burg auf dem Aussichtsfelsen sind heute aber nur noch Reste des Halsgrabens und des Schildwalls erkennbar. Geblieben ist auch eine Sage, die von einem Ritter und dessen hübscher Tochter erzählt. Der Name Falkenstein führt zu- rück in Epochen, als im Falken noch eine Verkörperung göttlicher Mächte gesehen wurde.

Statue des Horus im Tempel von Edfu, Foro Hajor

Er taucht im alten Ägypten in Gestalt der Götter Horus, des Sonnengottes Re, so- wie des Mondgottes Chons. Während die beiden letzteren auch in menschlicher Gestalt dargestellt wurden, bleibt der Himmelsgott Horus ein Mischwesen mit Falk- enkopf. Aus dem Himmelsgott wurde im Laufe der Zeit ein Kriegsgott und damit auch ein Zeichen des siegreichen Volkes. Daraus entwickelte sich in der Frühzeit Ägyptens der Glaube, dass der Pharao eine irdische Verkörperung des Horus sei. Alle nahmen deshalb den Titel `Lebender Horus´an an, der bildlich durch einen Falken dargestellt wurde, der auf einem Rechteck saß. Im Laufe der Zeit geht das Bild des Horus in Osiris den die Göttin Isis zur Welt bringt. Dadurch wird er um Archtyp des göttlichen Kindes das geboren und getötet wird aber durch die Zaub- erkräfte seiner Mutter Isis wieder aufersteht. Auch sie trägt Elemente des Falken, denn meist wird sie mit ausgebreiteten Vogelschwingen und der Sonnenscheibe auf dem Kopf dargestellt. Die Vorstellung der Ägypter, dass der Falke Schranken überwinden kann, zeigt sich in der Vorstellung von der Seele, dem Ba-Vogel. Er wird als Falke mit Menschenkopf dargestellt, der nach dem Tod aus dem Körper fliegen kann. Während des Tages folgt er dem Lauf der Sonne und vereint sich nachts wieder mit dem Körper des Toten. Seine Rolle als Bote erfüllt der Falke auch in der indischen Mythologie, wo die ranghöchste Gottheit Indra den Opfertrank durch einen Falken erhält. Ebenso taucht er als Bote der Götter in der keltischen auf, wo ihm die Fähigkeit zugesprochen wird, die Schranke zwischen Anderswelt und Diesseits überwinden zu können. Dieser Aspekt machte den Falken auch zu einem Symbol des Lichtes.

Friedrich II. mit seinem Falken auf der zweiten Seite des `Manfred-Manuskripts´

Im Laufe des 12. Jahrhunderts taucht das Motiv des Falken auf unterschiedliche Weise wieder auf. In der mittelalterlichen Welt der Ritter wird er zum Ausdruck der edlen, großherzigen Sinnesart des höfischen Lebens. Er verkörpert nun die Ideale Weitblick, Tapferkeit, Stolz und Ritterlichkeit. Die Falkenjagd, wie sie der Staufer- könig Friedrich II in seinem Falkenbuch `De arte venandi cum avibus´, oder `Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen´ beschrieb, gehören in dieser Zeit zu den höchsten Vergnügungen des Ritterstandes. Ungefähr zeitlich verbreitet sich mit der Ynglinga- saga und der Edda des isländischen Dichters Snorri Sturluson die nordische Mythologie. Sie erzählt von Freya, der nordischen Göttin der Fruchtbarkeit, Liebe und Ehe, deren Bild der römischen Venus gleichkommt. Als Muttergöttin verkörpert Freya aber auch die Erde, in die die Toten zurückkehren und ist somit auch die dunkle, allesverschlingende Totengöttin.

Illustration from a collection of myths., Helen Stratton 1915

Als Attribute trägt Freya ein von Zwergen geschmiedetes Halsband, Brisingamen und einen von Waldkatzen gezogenen Wagen. Doch Freya hat eine wandelbare Gestalt, denn sie besitzt auch ein Falkengewand, mit dem man wie ein Falke durch die Lüfte gleiten kann. Im süddeutschen Raum dürfte ihr am ehesten das Bild der Göttin Perchta entsprechen, die heute noch im alpenländischen Raum in Gestalt der Perchtenläufe weiterlebt. Perchta, deren Name sich aus dem althochdeutschen Wort hell, glänzend ableitet, wurde wie Freya zur Wintersonnenwende verehrt. Geradezu ideal für die Vorstellung von der Anderswelt und zur Beobachtung des Sonnenunterganges an diesem Abend erweist sich der Falkenstein bei Bad Herrenalb. Von hier aus betrachtet, verschwindet am Abend der Wintersonnen- wende die Sonne hinter dem südwestlich gelegen Bottenberg und an den ehemals keltischen Feiertagen Imbolc und Samhain im Taleinschnitt zwischen dem Botten- berg und dem Rennberg.

Falkenstein, Sonnenrichtung

Der Flurname Bottenberg gleicht dem alten Volumenmaß des Fasses, das früher botte genannt wurde. Es ist Sinnbild des Reichtums, verweist aber auch auf den Bauch der Urgöttin. Im Althochdeutschen, wie auch im Alemannischen beutet das Wort jedoch geboten. So ein Gebot war in früheren Zeiten zu beachten, als die Menschen im Schwarzwald von der Furcht beherrscht wurden, dass in den 12 Rauhnächten nach Weihnachten das Mutesheer, einer Wilden Jagd des Teufels mit Geistern und Hexen in seinem Gefolge durch die Täler zog. Niemand durfte in dieser Zeit weiße Wäsche vor das Haus hängen, aus Angst dass sich einer der Geister darin verfangen und anschie0end Besitz über den Eigentümer erlangen konnte.

Bilder: Wikipedia / Statue des Horus im Tempel von Edfu, Foro Hajor, CC BY-SA 3.0 / Friedrich II. mit seinem Falken auf der zweiten Seite des `Manfred-Manuskripts´ (Vatikanische Apostolische Bibliothek, Pal. lat 1071) /Illustration from a collection of myths., Helen Stratton – A book of myths (1915) New York/ Simulation sunearttools, opentopomap

Der Sonneneber von Alt-Eberstein

Freyr und Eber

In der altgermanische Sprache wurde das männliche Schwein mit ebur bezeichnet. In der lateinischen wurde es aper genannt und zeigte damit auch eine Verwandtschaft zum Namen der Frühlingsgöttin Aphrodite. Dies mag seltsam klingen, doch der Eber trägt die Züge der ungebändigten und ungestümen Natur in sich. Beides sind auch Eigenschaft- en der wieder erwachten Natur im Frühling. Eine Erklärung für die sprachliche Ähnlich- keit bietet das lateinische Verb aperire, das öffnen oder aufbrechen bedeutet. Dies ist eine Eigenschaft des unsteten Klimas im April, das nach den letzten Nachtfrösten um den Georgstag herum endgültig in den warmen Sommer übergeht. Eines der frühesten Zeugnisse einer Verbindung eines Fruchtbarkeitsgottes mit einem Eber ist der babylonische Gott Tammuz.

Tammuz

Babylonischer Gott Tammuz

Die babylonischen Texte berichten, wie der Gott von einem Eber getötet und dann zur Wintersonnenwende wieder geboren wurde. Doch inzwischen gibt es auch Meinungen, wie die von James Frazer, der Tammuz selbst in Gestalt eines Ebers sieht und glaubt, dass Tammuz ursprünglich in Gestalt eines Ebers verehrt wurde. Aber auch die Kelten kannten einen mythischen Eber. In den Erzählungen der Brigid kommt der aus der Anderswelt und trug den Namen Torc tríath, oder auch rí torcraide, der König der Eber. In ihm erscheint die Mehrdeutigkeit des Wortes Eber, denn das altirische Wort torc bedeutet sowohl Eber, wie auch Fürst oder Held. Deshalb waren Bildnisse von Ebern auch als Grabbeigaben für das Weiterleben in der Anderswelt sehr beliebt. Gleichzeitig wurden sie aber auch bei Kriegszügen auf Feldzeichen verwendet.

Eber, ein keltisches Feldzeichen

Wie die keltische, so kennt auch die germanische Mytholgie den Eber in Gestalt des Sonnenebers Güllinbürsti, der `goldborstene Sonneneber´. Seine Goldborsten symboli-sierten die Sonnenstrahlen und sie leuchteten so hell, dass selbst die Nacht durch sie erhellt wurde. Dieses `Sonnenschwein´ konnte am Tag, wie in der Nacht noch schneller laufen als ein Pferd. Güllinbürsti taucht erstmals im zehnten Kapitel der Ynglingasaga des altisländischen Dichters Snorri Sturluson auf. Die Sage entstand 1230 und beschreibt die Abstammung der schwedischen Könige. Hier wird er als der ständige Begleiter des Yngvi-Freyr, geschildert dem mythischen Ahnen der schwed-ischen Könige. Wie der griechische Helios, besitzt auch Freyr ein Fuhrwerk, das Güllinbürsti bei Tag und Nacht durch die Luft zieht. Freyr wird als schöner Jüngling mit langen blonden Haaren beschrieben, der sich als freundlich und friedfertig gab. Zu- sammen mit Güllinbürsti erschien er als Sonnenheld, der Glück, Frieden, Sonnenschein und Regen spendete. Er stand für die Vegetation und sorgte für den gedeihlichen den Ackerbau. Aber er konnte ebenso als mutiger Krieger auftreten. In diesen Erzählungen wird ihm am Jul-Fest zur Wintersonnenwende der Eber geopfert, der stellvertretend für den Heros – Sonnenkönig an diesem kürzesten und dunkelsten Tag des Naturkreislauf- es sterben musste, um danach wieder auferstehen zu können.

Burg Alt-Eberstein – Gesamtansicht von Norden, Foto Martin-D

Im Namen der Burg Alt-Eberstein, einer Ruine auf einem Bergsporn nördlich des Ortes Eberstein bei Baden-Baden scheint dieser alte Bezug von Wintersonnenwende und Eber noch durch. Um 1100 entstand hier er Sitz der Grafen von Eberstein, der 1197 als Castrum Eberstein erwähnt wird. Erstmals taucht die Familie in einer Schenkungs-urkunde des Klosters Reichenbach auf, in der der Name `Berthold de Eberstein´ er- scheint. Seine Blütezeit hatte das Geschlecht der Ebersteiner im 13. Jhd. und erlebte seinen Niedergang im 14. Jhd. Als der letzte Graf Wolf(ram) von Eberstein durch seine Streitsucht einen großen Teil der Besitztümer verlor. Im Jahr 1288 gelangte neben der Burg auch Weiler Ebersteinburg an die Badener. Anschließend ließen die Markgrafen die Anlage wohl bedeutend erweitern und nutzten sie zeitweise sogar als Residenz. Von der einstigen Burganlage berichtet heute noch eine Sage. Con dem Bauwerk selbst ist aber nur noch die Schildmauer und der nachträglich auf die Schildmauer aufgesetzte Bergfried vorhanden.

Eberstein Sonnenrichtung

Beim Wühlen nach Nahrung holt der Eber ans Licht, was tief in der Erde verborgen ist und gräbt um, was einer Wandlung bedarf. Mit seiner Art verkörpert er als Krafttier Weisheit, Lebenskraft und Wissen in Einem. Weisheit und unbeugsame Lebenskraft bewiesen in der Sage einst auch die Herren von Eberstein, als sie durch ein listiges Täuschungsmanöver Kaiser Otto von der Erstürmung ihrer Burg abhalten konnten. Dass der Eberstein die Mythologie des Sonnenerbers aber auch verkörpert, zeigt die Lage des Bergspornes. Von ihm aus ist der Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende in der Mitte des südöstlichen gelegenen Bergs zu sehen und am 1. Februar erfolgt der Sonnenaufgang mit dem Bergprofil.

Fotos: Freyr mit Schwert und seinem Eber Gullinborsti, Holzschnitt von Eduard Ade nach Johannes Gehrts (1901)/ Keltisches Eber-Feldzeichen, / Hallein_Keltenmuseum_-_Feldzeichen.Foto Wolfgang Sauber / Burg Alt-Eberstein – Gesamtansicht von Norden, Foto Martin-D, CC BY-SA 2.5 / simulation sunearthtools, opentopomap, Burg Eberstein aus : Die Sage der Burg Alt Eberstein – Frank Baden Moving Photos, /youtube