Die Burg Trifels und die Trinität

Die Reichsburg Trifels , Foto Arno Kohlem

Was machte den Ort Trifels einst für die Errichtung einer Reichsburg so interessant? Andere bedeutende Burgen wie die auf dem Hohenstaufen oder auf dem Hohenzollern waren weithin sichtbare Zeichen der Herrschaft. Der Name Trifels wird auf den `dreifach gespaltenen Fels´ zurückgeführt.  In einer Zeit, wo die Religion das Leben er Menschen bestimmte, muss dir Formation aber eine spirituelle Symbolik besessen haben,  die den Standort für eine Reichsburg rechtfertigte.

Tetraktys Zahl, Zahl 35 und Oktaedernetz , Grafik AG Reble,

Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Symbolik des Felsen, wird Gott in biblischen Texten 35 Mal im Zusammenhang mit  mit einem Fels erwähnt. Im kosmologischen Deut-ungssystem der griechisch-römischen Tetraktys steht die 35 für die 35 Elemente des Oktaedernetzes und verweist somit auf dessen Bedeutung als Sinnbild der Weisheit. Über die Bedeutung des Felsen ist bereits im 5. Buch Mose zu lesen:  `Gott ist wie ein Fels, gerecht und aufrecht.  Auch der 18. Psalm Davids greift diese Symbolik auf, denn dort steht:  `Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Retter, mein Gott, mein Hort, bei dem ich. Auch So  Zuflucht suche.´  In den Texten steht der Fels meist für absolute Sich-erheit, aber auch für Zuversicht. Doch Gott wurde als Trinität betrachtet, die im ältesten Hymnus, dem Trisagion besungen wird, Lobeshymnus an die göttliche Dreieinigkeit.

Da hier die Dreiheit der Felsen zudem der Vorstellung einer göttlichen Trinität entsprach, war der Bezug zur biblischen Metaphorik also naheliegend. Doch hier kam noch ein weiterer Punkt hinzu, die mittelalterliche Vorstellung einer Analogie von kosmischer und irdischer Welt. Diese Vorstellung verkörperte Boötes, der Bärenhüter als kosmischer Hirte und Sinn-bild ewiger Stabilität, der so auch auf den ersten Psalm Davids verweist wo steht: `Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.´

Mehrere griechische Legenden berichten über unterschiedliche Personen und deren  kulturstiftenden Leistungen,  die vom Hirten, dem Weinbau bis zur Erfindung des Pfluges reichten, und sie deshalb von Zeus an den Himmel versetzt wurden. Das Bild des Hirten erinnert hier nicht nur an den Psalm, sondern verweist auch gleichzeitig auf die direkte Nachfolge der Erbauer innerhalb der Heilsgeschichte.

Der Hirte und die Burg Trifels, eigen

Betrachtet man nun dieses Sternbild vor dem Hintergrund der Analogie von Kosmos und Erde, so offenbart sich das biblische Bild der Trinität, zusammen mit dem Bild des Hirten. So wie er am Abend des Weihachstages im Süden auftauchte, liegen die drei Sterne Nekkar, Rho Boötis und Arcturus auf den drei Gipfeln. Da Arcturus als hellster Stern zugleich den hirten verkörperte und astrologisch Macht und Wohlstand verhieß, lag es nahe, auf dem Sonnenberg auch die Hauptburg zu errichten.

Zudem erinnerte der Berg in dieser Zeit noch an ein Ereignis, das zu den kirchlichen Hochfesten zählte, Mariä Himmelfahrt. An diesem Tag war zu jener Zeit der Sonnen-aufgang über dem nordöstlich gelegenen Hohenberg zu sehen und erinnerte so an die Aufnahme Mariens als Mensch in den Himmel und deren Nähe zu Gott.

Von vorn: Trifels, Anebos und Scharfenberg, Foto Ramessos

Auch die erste Nennung von Trifels als Triuels weist in diese Richtung. Als Kürzel aus den Worten Drei, u für ūnā, einzigartig und els für Elhoim, verweist es auf den einzig-artige Dreifaltigkeit, die sich hier gleich in mehrfacher Hinsicht in den drei Felsen offenbarte. Die Burg Trifels also nur auf eine reine Reichsfeste oder Schatzkammer zu reduzieren, wird dem Ensemble wohl nicht gerecht.   

Sehr wahrscheinlich dürfte diese kosmische Analogie in Gestalt der einzigartigen Land-schaft bereits viel früher erkannt worden sein und gerade sie machte die drei Berge über Jahrhunderte hinweg auch zu einem spiritueller Ort. Aus dem Grund erhielt wohl ab dem Mittelalter eine so eminente Aufwertung als Reichsburg. Für einen Kaiser, der für den  Schutz des Klerus stand konnte es ja keinen symbolträchtigeren Ort geben.

Bilder: Die Reichsburg Trifels ist eine Felsenburg im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz) oberhalb der südpfälzischen Kleinstadt Annweiler. Foto Arno Kohlem , CC BY-SA 3.0  / Von vorn: Trifels, Anebos und Scharfenberg, Foto Ramessos – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 , / Tetraktys Zahl 35 ttps://www.decemsys.de/system/zahlen/35.htm, Grafik AG Reble,  Der Hirte und die Burg Trifels, opentopmap, stellarium, sunearttools, eigen

Anebos und der Ochsentreiber

Burg Anebos links vor dem Trifels, BS-Photos

Der Trifels bei Annweiler wird auch als `Burgendreifaltigkeit´ bezeichnet, weil hier die drei Burgen, Trifels, Anebos und Scharfenberg, wie an einer Perlenkette aufgereiht auf jeweils einem Hügee liegen. Unter den drei Burgen ist die Trifels die bekannteste. In der zeit der Staufer galt sie als wichtiges Machtzentrum und war als Reichsburg gleichzeitig auch der Tresor der Staatsinsignien.  Ohne diese kaiserlichen Zeichen, Krone, Reichsapfel, sowie die  Heilige Lanze konnte niemand zum Kaiser ernannt werden.

Wie die Burg Trifels, wurde auch die Burg Anebos im Laufe des 12. Jahrhunderts erbaut und war zur Zeit der Staufer Teil des Reichsgutes, das mit engen Gefolgsleuten besetzt wurde. Den Herren von Anebos diente sie in der Folgezeit als Stammsitz, bis im 13. Jhd. deren Linie ausstarb. Von dem Bauwerk sind heute nur noch wenige Relikte und ein impos-anter Felsenturm erhalten. Sein Aussehen, das einem Ambos gleicht, wird heute auch als Ursprung des Namens Anebos gedeutet.

Der `Àmbos´ von Anebos, Anebos von Osten, BS-Photos,

Betrachtet man aber den Namen vor dem Hintergrund der damals gebräuchlichen Amts-sprache Latein, bietet sich eine ganz andere Erklärung an. Die gleicht die Vorsilbe dem Wort annare,  mit der Bedeutung, ein Jahr durchleben und und bos entspricht dem Ochse. Die einstige symbolische Bedeutung des Tieres erklärt sich mit der damaligen Frömmigkeit, die durch Texte der frühen Kirchenlehrer geprägt war.

So sah der im 3. Jhd. lebende Kirchenlehrer Origines in seiner Auslegung älterer biblischer Texte den Ochsen als reines Tier, der das Volk Israel versinnbildlicht, während er aber den Esel als unreines Tier bezeichnete und ihn so zum Sinnbild der Heiden machte. 

Doch das Bild des Ochsen hat im ursprünglichen Text des Buches Isaja noch eine andere Bedeutung. Hier heißt es `Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.´  Damit wird auch das Verhältnis Ochse und Herr beschrieben, dem er ja stets zu treuen Diensten stehen muss.

Damit wird das Bild des Ochsen auch zum Sinnbild für den Dienstmann und dem Lehens–verhältnis zum Kaiser. Er wird im übertragenen Sinn zum Lenker des Ochsen. Betratet man dieses Bild mit  den mittelalterlichen Gedanken der Analogie, also einer Entsprechung von kosmischen und irdischem Welt, ist die die kosmische Entsprechung das Sternbild Ochsen-treibers oder der Bärenhüter. 

Anebos mit Ochsentreiber, Karte KuLaDig, eigen

Neben dem Ochse als Sinnbild des Volkes Israel verkörperte der Bärenhüter durch seine zirkumpolare Bewegung um den Himmelspol das Sinnbild ewiger Stabilität. Diese Stabilität sollte auch das Verhältnis einen Dienstmann des Kaisers auszeichnen.

Gleichzeitig verhieß die astrologische Bedeutung des Sternes Arkturus Ehre, Würde und Wohlstand. Das Jahr mit dem Ochsen(treiber) zu erleben bedeutete somit nicht nur Teil der Heilsgeschichte zu sein, sondern zugleich Sicherheit und Wohlstand.

Zugleich diente der Ochsentreiber auch als wichtiger Zeitmarker,  denn sein Stern Arkturus erschien einst am Abend des Johannitages in Längsrichtung der Burg, so dass der Ochsen-treiber als Grundlage der Gestaltung dienen konnte und gleichzeitig an dieses wichtige Datum erinnerte.

Bilder: Wikipedia/ Burg Anebos links vor dem Trifels, BS-Photos ,CC BY-SA 4.0 / Anebos von Osten, BS-Photos, CC BY-SA 4.0 /    /Anebos mit Ochsentreiber,  Karte aus Burgruine Anebos auf dem Sonnenberg“. In: KuLaDig, Stellarium, eigen

CAHOKIA: Ancient America’s greatest city; Tank Baird; Sun Gazette — All About World Heritage Sites

Photo: Sun Gazette In the sleepy farming community of Cahokia, situated on the Illinois side of the Mississippi it had been a quiet night. In the predawn, villagers were moving about, rekindling cooking fires and preparing to begin their day. But what would happen next would change the course of the ancient heartland forever. It […]

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Bristol und der kosmische Winzer

Bristol, Castle Park, Foto Adrian Pingstone

Der Name der Stadt Bristol verweist an eine Stadt an der Brücke. Sie  entwickelte sich im Laufe des 11. Jahrhunderts zu einem wichtigen Seehafen. Noch unter der Herrschaft der Angelsachsen wurde hier auf den rötlichen Felsriff am Ufer des Avon die Kirche St. Mary Redcliff erbaut. In der Folgezeit wurde sie zu einem Symbol der Seefahrer, die hier vor ihrer Abfahrt beteten, oder ihren Dank nach der Rückkehr ableisteten. Auf Grund des großen Hafens wurde Bristol dann auch zum Haupthafen des Templerordens in England.

Bis zu zur Auflösung des Ordens unter der Herrschaft von Edward I. wurde er für die Ver-schiffung der Ritter und Pilger, aber auch zur Ausfuhr von Wolle auf den Kontinent genutzt. Der durch den Handel und die Kreuzzüge erworbene Wohlstand führte zu einem erheblich-en  Grundbesitz  in der Stadt, an den heute noch einige  Flur- und Straßennamen erinnern.

Panorama St Mary Redcliffe, Foto Zhurakovskyi

Die Marienverehrung war eines der zentralen Glaubensbestandteile der Tempelritter, deren Ordensregeln ja von Bernhard von Clairvaux bestimmt wurden. Da er selbst ein glühender Verehrer Marias war, hatte er mit seinen Gedanken auch einen großen Einfluss auf die geistige Welt der Templer. Sie wurde im mittelalter an 4 große Feste verehrt, wobei es noch zahlreiche meist lokale Feiertage gab. Diese Reihe der Feste begann mit dem Fest Mariä Lichtmess, das im kirchlichen Ritus auch als  Darstellung des Herrn im Tempel bezeichnet wird.

Unter den zahlreichen Anrufungen Marias gab es bereits im frühen Mittelalter den Marien-titel Stella maris, der Stern des Meeres. Dieser Titel beruhte auf einer fehlerhaften Über-setzung des Kirchenlehrers Hieronymus, der den hebräischen Namen Mirjam als bitteres Meer übersetzte.

Dieses Bild eines Sternes wurde meist auf den Sirius übertragen, doch ebenso auf den hellsten Stern am Nordhimmel den Stern Arcturus. In der damaligen Zeit diente er, wie mehrere andere Fixsterne, zur Astronavigation auf dem Meer.Betrachtet man dann den Plan von Bristol, so weist auch er eine Übereinstimmung mit dem Bärenhüter und seinem hellsten Stern Arcturus auf.

Sinnfällig war einst diese Übereinstimmung am Fest des Lichtes, Maria Lichtmess. Hier deckte sich das Sternbild des Hirten , oder des kosmische Winzers, wie er im Mittelalter genannt wurde, seitenrichtig am  Morgen dieses Marienfestes mit dem Plan der Stadt.

Bristol und der Vindemitor am Morgen von Mariä Lichtmess

Bilder:Looking across Castle Park,Adrian Pingstone , gemeinfrei /Panorama image of the St Mary Redcliffe church exterior , Foto Zhurakovskyi, CC BY-SA 4.0 / Bristol Plan , bristolpost,co – Stellarium, eigen

Mayan Moon Cycles and Astronomy — Talk Feel Heal with Rebecca Prephan

The ancient Maya people were passionate astronomers, and their central beliefs were centered around their creation story. They developed the most accurate calendar system that archaeologists still find fascinating today.  Based on the lunar cycle, a month is 29.5308 days, and the Maya based their cultural and religious events per the moon cycles. Similar to […]

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Grabeskirche

Grabeskirche Außenansicht von Südosten, Foto  Berthold Werner

Der Ort der Grabeskirche ist sinnbildlich der Dreh- und Angelpunkt aller wichtigen Erzähl-ungen der  Heilsgeschichte. Damit stellt dieser Ort den Beginn mit Adam und das Ende mit Jesus. Dar. Bildlich wurde so auch der Kreis  der Erbsünde geschlossen, die Adam hinter-lassen hatte und durch den Kreuzestod gesühnt wurde

So soll laut einer der Erzählungen hier der Schädel Adams durch den Patriarchen beige-setzt worden sein, den Noah auf der Arche vor der Sintflut gerettet hatte. Die ararämische Bezeichnung für Schädel gulgulta hatte dann im Laufe der Geschichte zum heute gebräuch-lichen n Name Golgotha geführt. An diesem Ort soll auch Abraham den Widder gefunden haben, den er dann an Stelle seines Sohne geopfert hat.

Über 350 Jahre nach der Kreuzigung berichten mehrere unterschiedliche Legenden davon, wie die Kaiserin Helena und Mutter von Konstantin dem Großen hier auf das heilige Kreuz und das Felsengrab stieß.

Einige Monate nach dem Konzil von Nicea gab Kaiser Konstantin dann auch den Auftrag für den Rundbau, die Konstantinische Anastasis im Westen der Kirche. Sie auf einem Stein-bruch in dem sich das Felsengrab das Josef von Arimathea gestiftet hatte. 10 Jahre nach dem Konzil wurde die Kirche dann am 17. September im Jahr 335 geweiht. Das Datum hat durchaus auch eine symbolische Bedeutung, denn  dies ist auch der 260.Tag des Jahres. Wobei der 26 die Zahlenwert der beiden hebräischen Wortes adonai und Jahwe entsprec- en.

Adamskapelle mit Riss, Foto  Fallaner,

Während der Eroberung Jerusalems durch die Perser im Jahr 614 wurde die Kirche zerstört  und anschließend durch den Patriarch Modestus restauriert. Im Jahr 1009 wurde sie durch Kalif al-Hakim erneut zerstört und bereits 1048 durch Kaiser Monomachus wieder aufge-baut. Erst die Kreuzfahrer ergänzetn das Bauwerk dann mit dem Kirchenbau im früheren Atrium.

Die Grabeskirche ist damit auch ein  Verdienst der Tmpler, die sich am Beginn ihrer Ge-schichte Arme Ritter Christi genannt hatte. Diese Nachfolge des Löwen Juda spiegelt sich.  wie bei ddr Templerburg Gisors,  in  der Symbolik des Löwen.

Dabei liegt der Stern Algieba, die Mähne des Löwen, dort wo sich heute die Nachbildung des Heiligen Grabes befindet. Die Mähne, die nicht nur ein Sinnbild des Mutes sondern auch Sonnenstrahlen gilt, ist damit auch ein direkter verweis für Christus.

Grundriss Grabeskirche und Sternbild Löwe, Grafik Dehio / Stellarium

Er wurde ja im Johannesevangelium auch als das Licht in der Finsternis bezeichnet (Joh 1:4-5).  Diese Symbolik passt auch zur Lage des Löwen, denn so wie er den Grundriss der Kirche bestimmt, steht er im Zenit seiner Himmelsbahn. Damit offenbaren die Kreuzritte ein klares Bekenntnis zum Glaube und dessen Ursprung im Hause Davids, dem Löwe von Juda.

Bilder: Wikipedia/ Grabeskirche Außenansicht von Südosten: große graue Kuppel über dem Grab (Rotunde), kleine graue Kuppel über dem Katholikon, Foto  Berthold Werner – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0  / Adamskapelle mit Riss, Foto  Fallaner, CC BY-SA 4.0 – Grundriss Grabeskirche, Dehio / Bezold – Artikel Grabeskirche , gemeinfrei /stellarium, eigen

Templerburg Château de Gisors

Die Burgruine Gisors, Foto Nitot

Der sagenhafte Schatz der Templer soll auf der Burg Gisors versteckt worden sein. Dutzende von Forschern suchten den Schatz dessen Legende sich auf den sagenum-wobenen Schatz des Templerordens stützt. Ursprünglich ein Mönchsorden, der nach den strengen Regeln von Bernhard v. Clairvaux lebte , entwickelte sich die Gemeinschaft zu einem Wirtschaftsbetrieb, der vom Weinbau  bis zu Pilgerreisen geistliche und weltliche Bedürfnisse der Menschen abdeckte.

Balduin übergibt den Tempel Salomons an Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omer

Durch den Kontakt mit den Stätten des Urchristentums, dem Islam und der ägyptischen Welt ist in der Vergangenheit oft über ein geheimes Wissen der Templer spekuliert worden.  Ein wichtiges war ihr Glaube, mit dem sich die Dienst von Christus stellten.

In der christlicher Symbolsprache ist er das Lamm das auf dem Thron Gottes sitzt, aber zugleich auch der Löwe. Diese Symbolik bezieht sich auf den Text der Offenbarung des Johannes (5,5 ) wo steht: `Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.´

Dieses Tier, das seit den Sumerern auch als Sinnbild der Sonne galt, verkörpert zudem Macht  und Stärke. Dabei bedeutet dies nicht nur körperliche Stärke, sondern eben auch die geistige.

Burg Gisors, Plan Burgenwelt, Stellarium

Somit wird mit diesem Symboltier eine Entwicklung hin zur Vollendung aufgezeigt. Sie be-gann mit David dem Löwen Judas und endete mit Christus. Der Löwe repräsentiert also Teil eine Glaubenswelt deren Regeln und Sprache fast vergessen sind. Dies ist wohl der eigent- liche Schatz der Templer.

Bilder: Wikipedia / Die Burgruine Gisors, Foto Nitot , CC BY-SA 3.0 /Balduin übergibt den Tempel Salomons an Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omer, Guillaume de Tyr – „Histoire,d’Outre-Mer“ ,gemeinfrei / Löwe Judas – Alter Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof bei Heinsheim (Ortsteil von Bad Rappenau, Baden-Württemberg).Foto  Roman Eisele , CC BY-SA 4.0, Burg Gisors, Plan www.burgenwelt.org/frankreich/gisors, stellarium

Die Eichenkirche von Kildare

Kathedrale der Brigid in Klidare, Foto Andreas F. Borchert

Im 5. Jahrhundert entstand um ein von der heiligen Brigida gegründetes Doppelkloster der Ort Kildare. Der Name des Ortes, wie auch das beschrieben Gründungsdatum des Klost-ers,  sind Teil einer  in der Legende die zahlreiche symbolische Bilder enthält. So bedeutet Kildare  `die Kirche der Eichen´ und auch die Zahl 470 ist eine wichtige Zahl des kosmo-logischen Deutungssystems der griechsch-römischen Tetraktys. So steht die 47 für eine Seite des Tetraktysdreieckes mit 4 Punkten und 3 Strecken, also 7 Elementen. Ebenso steht die 47 für das Bild zweier , sich schneidender Kreise, dem Ausgangspunkt der Blume des Lebens.

Kreuz der Brigid (Keltisches Sonnenrad), /Foto, Culnacreann

In der Folgezeit wurde Brigidas Kloster zur Keimzelle einer ganzen Reihe weitere Klöster in der Provinz Leinster. Dass der Ort mit einer Eiche gleichgesetzt wurde, mag zum einen durch den Wunsch bestimmt gewesen sein, dass die Missionierung der Menschen dort von Dauer ist, doch damit knüpfte sie auch an die keltische Mythologie an,  in der die Eiche immer einen Bezug zu den obersten Gottheiten und ihren Priestern hatte.

Die Langlebigkeit und die Härte des Holzes, sowie die proteinreichen Früchte, machten aus der Eiche schon früh ein Symbol der Kraft und Magie. Zahlreiche kultische Handlungen wur-den  deshalb auch mit der Verwendung von Eichenlaub vollzogen. Diese einstige kultische Bedeutung ist heute  noch in der Bezeichnung Druide zu erkennen, die vom keltischen Wort duir, Eiche  abgeleitet ist.

Der Eichenkönig,

In Kildare bildet noch heute die Kathedrale der Brigida den Mittelpunkt des Ortes. Dass er bereits vor der Christianisierung von Bedeutung war, zeigt der Standort der Kathedrale, von dem aus Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende über dem höchsten Punkt des Red Hill zu sehen ist. Sie könnte auch eine Erklärung für den Mythos bieten, denn fand jedes Jahr der Kampf zwischen dem Eichenkönig, der die erste Jahreshälfte des zunehmenden Lichtes beherrschte und dem Stechpalmenkönig statt. Er siegte an diesem Tag, bis ihn der Eichenkönig wieder zur Wintersonnenwende besiegte. 

Kildare, Sicht auf den Kampf des Eichenkönigs

Bilder: Wikipedia/ Kathedrale St. Brigid von Kildare, Foto Andreas F. Borchert/ Saint Brigid. FotoPatrick Joseph Tuohy – HughLane.ie , gemeinfrei / Saint Brigid’s Kreuz /Foto, Culnacreann , CC-BY 3.0 /Kildar , Kampf des eichenkönigs, eigen, opentopomap

Brides Mound

Brides Mound,F.:friendsofbridesmound.com

Der Brides Mound zählt zu den weniger besuchten Orten am westlichen Ortsrand von  Glastonburys, obwohl die Anhöhe mit der berühmten irischen heiligen Brigida von Kildare in Verbindung steht.   St Bride, oder auch Brigida von Kildare war eine irische Heilige, die am 1. Februar 523 in Kildare in Irland gestorben sei soll. Sie war die Tochter eines Königs und einer christlichen Piktin, die laut der Legende vom heilige Patrick dem irischen National- heiligen getauft wurde.

Brigida von Kildares historische Existenz ist auf Grund der legendenhaften Beschreibung ihres Lebens  sehr ungewiss  und wird von manchen Forschern auch als eine christliche Umdeutung der keltischen Göttin Brigidh betrachtet.

Brigida von Kildare in Groß St. Martin, Köln, Foto Elke Wetzig

Doch William of Malmesbury, schrieb um 1135 , dass die Heilige Glastonbury im Jahr 488 tatsächlich besuchte und dort einige Jahre verbracht haben soll. An diesen Aufenthalt  er-innern auch die auf dem nach ihr benannten Brides Mound, die Überreste einer Einsiedelei und einer ihr, sowie der Magdalena geweihten Kapelle.

Als der Mönch Cogitosus aus Kildare über 125 Jahre nach dem Tod Brigidas mit  Abfassung der Lebensgeschichte beauftragt wurde, gab es bereits zahlreiche Erzählungen über die wundersamen Ereignisse im Leben der Heiligen. Dadurch entstand das Bild einer Heiligen, die auch als Maria Hibernorum oder als Mutter Gottes von Irland verehrt wurde.

Dass diese neue Lehre von Dauer sein sollte, ist bereits im Name Kildare enthalten. Dort gründete Brigida ihre erste Gemeinschaft und der Ortsname bedeutet übersetzt Kirche der Eiche Dieser enge inhaltliche Bezug von Brigida und Maria zeigt sich auch vom Brides Mound aus gesehen , die sonne an Mariä Lichtmess über dem Glastonbury Tor aufgeht.

Glastonbury Brides Mound und Mariä Lichtmess, F.: Friends of Brides Mound

Bilder:

Brides Mound01, https://s.inspirockcdn.com/ BridesMound02,F.:friendsofbridesmound.com/ Brides Mound,opentopomap, sunearthtools, friendsof BridesMound/ Wikipedia/Statue der Brigida von Kildare in Groß St. Martin, Köln,Foto Elke Wetzig (Ely)CC BY-SA 3.0