Die Reichenau und der steinerne Löwe

Münster St. Maria und Markus von Norden, Foto © Hilarmont

Der Mythus der Markusreliquien auf der Insel Reichenau entstand gut 170 Jahre nach deren Erwerb durch den Heiligen und Veroneser Bischof Radolt. In der Legende `De miraculis et virtutibus beati Marci evangelistae´ wird geschildert, wie Radolt unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit die Gebeine des Markus bei einem Kaufmann in Venedig erstanden hatte. Unter Eid musste er ihm versprechen, die wahre Identität des der Gebeine nicht zu seinen Lebzeiten zu offenbaren. Doch um sicherzugehen, dass dies auch die Gebeine des Evangelisten Markus waren, musste der Kaufmann ihm dies beim Kesselfang schwören. Diese sogenannte Wasserprobe war ein archaisches Element der Rechtsgeschichte und wurde bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. im Codex Ur-Nammu, e-wähnt, wo sie als Flussprobe bei Zauberei empfohlen wurde. Gerade im Mittelalter galt die juristische Wasserprobe mit heißem Wasser (iudicium aquae ferventis) als ein Mittel, um die Wahrheit durch ein sogenanntes Gottesurteil ermitteln.zu lassen Auch hier wurde diese Methode wieder in Gesetzestexten, wie dem des Hinkmar von Reims aufgeführt. Damit musste auch der Verkäufer der Markusgebeine, getreu der Methode, seine Hand zum Schwur heben und dabei gleichzeitig mit der linken Hand einen Stein aus kochendem Wasser herausheben. Da das kochende Wasser bei ihm aber keine Spuren hinterlassen hatte, galten die Relikte des Markus fortan als echt. Im Jahr 830 schenkte sie Radolt dem Kloster auf der Reichenau, wo sie in der ersten Zeit als Reliquien des heiligen Calens verehrt wurden. Die Gebeine genossen anscheinend nur wenig Aufmerksamkeit, so dass der Heilige laut der Legende nun selbst zur Tat schritt und dem Konstanzer Bischof Gebhard im Traum erschien. Dabei beklagte er sich über die höchst unwürdige Unterbringung. seiner Gebeine. Doch es bedurfte aber noch zwei weiterer Erscheinungen des Markus bis der Bischof endlich für eine angemessene Aufbewahrung der Gebeine sorgte.

Inneres nach Westen; Markusaltar, Klosterkirche Reichenau, Foto Wam

Aber auch später erschien Markus noch einmal einer Gruppe von Ordensbrüdern, die an der Echtheit der Gebeine zweifelten. Nachdem Markus sie vor kommenden Über- fällen warnte, die sich in Gestalt der Ungarneinfälle tatsächlich ereigneten, verstum- mten fortan alle skeptischen Stimmen. Die nun besser aufbewahrten Reliquien wurden dann während des Mittelalters von zahlreichen Herrschern besucht. Erst die Stiftung Königin Elisabeth, Gemahlin König Albrechts I. ermöglichte im Jahr 1303 den Bau des vergoldeten Markusschreines, der heute in der Schatzkammer des Münsters aufbewahrt wird. In Gestalt eines Hauses, das mit einem Walmdach versehen wurde, weist der Schrein auf die ewige Wohnstätte des Markus hin. Dass Markus mit dem Löwen identi- fiziert wurde, hatte er im Wesentlichen dem im 4. Jahrhundert lebenden Kirchenlehrer Hieronymus zu verdanken, der den 4 Evangelisten die vier noch heute gültigen Symbole zuordnete. Diese Ordnung der vier Gestalten gründet auf der babylonischen Himmels-ordnung, die von 4 Planetengöttern bestimmt wurde. In den den biblischen Erzählungen taucht diese Symbolik der Vier nun mit Adler, Löwe, Stier und Mensch auf.in unter- schiedlichen Zusammenhängen auf. Hieronymus ordnete diese Symbolik und wies dabei dem Evangelisten Markus endgültig den Löwen zu. Mit der Tiersymbolik nahmen dann die 4 Evangelisten jenes Bild vorweg, das im 4. Kapitel der Offenbarung des Johannes geschildert wird. Dort ist von vier Wesen die Rede: Löwe, Stier, Mensch und Adler. Sie stehen alle neben dem Thron Gottes. Als Sternbilder am Himmel stehen sie jeweils eine unterschiedliche Jahreszeit, wobei der Mensch durch das Sternbild des Aquarius vertreten ist. Das Münster St.Maria und Markus wird von dieser christlichen Symbolsprache gleich auf 2-fache Weise bestimmt. So war zur Zeit der Erbauung die Baulinie auf den Sonnenaufgang an Mariä Lichtmess ausgerichtet und in entgegen- gesetzter Richtung auf den Sonnenuntergang am Gedenktag des Evangelisten Markus.

Münster St. Maria und Markus, Sonnen-und Löwensymbolik, eigen

Auch die dreischiffige Kreuzbasilka, die unter Abt Haito I.entstand spiegelt das Symbol des Evangelisten wider. Sie wurde im ersten Abschnitt im Jahr 816 geweiht  Abt Erlebad ergänzte die Basilika um ein Langhaus-Joch und fügte das Westwerk hinzu. Doch erst Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt die Kirche unter Abt Friedrich von Wartenberg einen Chor und damit ihr endgültiges Erscheinungsbild. Nun blickte der steinerne Löwe des Markus  auch der unt- ergehende Sonne am Makustag entgegen. Fast 1400 Jahre, nachdem ursprünglich nur mündlich weitergegebene Botschaft des Markus im Jahr 330 von dem Kirchenlehrer Athanasius aufgezeichnet und später durch den Bischof Cyril von Alexandria stark erweitert wurde, hatten die Reliquien des Markus einen würdigen Ort gefunden.

Bilder:Wikipedia/Münster St. Maria und Markus von Norden, Foto © Hilarmont (Kempten)CC BY-SA 3.0 de / Inneres nach Westen; Markusaltar, Klosterkirche_Reichenau_20090821_011.jpg: Foto Wam, Wikipedia gemeinfrei    Münster St. Maria und Markus, Sonnen-und Löwensymbolik, eigen, Stellarium sunearttools

Georg Hane und der `Gute Hirte´ von Schorndorf

Kieser, Andreas: Schorndorf (Württemb.), Ansicht von Nordosten

Der Historiker Klaus Graf hat in seinem Buch `Sagen rund um Stuttgart´ auch einige aus Schorndorf zusammengetragen. Unter ihnen findet sich auch die Gründungs- sage der Stadt, die zu den 2 gekreuzten Spaten im Wappen der Stadt führte.. Auf den ersten Blick erscheint sie wie eine fantasiereiche Ausschmückung von der Urbarmachung der Landschaft des Remstales, doch in dem Namen des Prota-gonisten finden sich noch andere Spuren. Die Schorndorfer Sage erzählt von dem Bauern Georg Hane, der um das Jahr 1190 im Gebiet der Stadt Schorndorf gelebt haben soll. Dort hatte er einst mit seinem Schor, der mittelhochtdeutschen Be- zeichnung für einen Spaten, den Boden umgegraben.

Wappen der Stadt Schorndorf

Noch heute ist der Spaten ist ein wichtige Gerät zur Bodenberarbeitung mit Klein-gartenbereich. Mit ihm wird der Boden gewendet und so gelangt nährstoffreicher Boden an die Oberfläche, während sich Oberboden dann in der Tiefe regenerieren kann. Die Geschichte des Spatens beginnt bereits im frühen Neolithikum, wo er als Grabstock zur Anwendung kam. In der Geschichte der Bodenbearbeitung wurde er später durch den Spaten und der dann durch den Pflug abgelöst.

Rekonstruktion eines neolithischen Ritzpflugs, ArcheoParc, Foto Wolfgang Sauber

In der Sage diente Hanes Arbeit mit dem Spaten aber dazu, um mehr Platz für den Bau von Häusern zu schaffen und so konnte Dank seiner Arbeit, schließlich der Ort Schorndorf entstehen. Doch im Namen des Bauern Hane erscheinen gleich zwei Worte, die auch auf seinen Beruf verweisen. So stammt der Name Georg aus dem Griechischen, wo er sich aus dem Wort Landarbeiter entwickelte. Im Name Hane kann unschwer das mittelhochdeutsche Wort Hahn erkannt werden, der somit auch auf den morgendlichen Weckruf, oder ein Signal verweist. Diese Signalgeber, die dem Landmann in früheren Zeiten die Abfolge landwirtschaftlicher Tätigkeiten an- zeigten, waren die Aufgänge von Gestirnen oder Sonnenaufgänge an wichtigen Kalendertagen über markanten Landschaftspunkten. Dieses Erlenntnis hat der griechische Bauerndichter Hesiod im 7. Jahrhundert v. Chr. In seiner Gedicht-sammlung `Werk und Tage´ beschrieben, mit dem er eine Verbesserung Landwirt-schaft er reichen wollte. Einer der Sterne, die Hesiod als Signalgeber der Land- wirtschaft beschrieb, war der Stern Arcturus, der hellste Stern des Sternbildes Bärenhüter und zugleich hellster am Nordhimmel. Über die Entstehung des Ge- stirnes berichtet eine griechische Sage die dem Bärenhüter, in Gestalt des Philomelos, eines Sohnes der Demeter, die Erfindung des Pfluges zuschreibt, Für seine Verdienste wurde er einst von Zeus an den Himmel versetzt und erhielt auch den Namen Ochsentreiber. Eine andere Sage berichtet jedoch, dass er vom Gott Dionysos die Kunst des Weinbaues erlernte und auf Grund der Verbreitung dieser Kenntnis dann an den Himmel versetzt wurde. Im Vorderen Orient erhielt de Bärenhüter auch den Namen der Hirte und wurde damit zum Sinnbild des guten Herrschers., dessen Symbolik auch zahlreiche Fürsten des Orients aufgriffen.

Statuette des guten Hirten, Domitilla-Katakomben, Rom, um 300, Foto Dnalor 01

Auch die Verfasser biblischer Texte bedienten sich dieser orientalischen Tradition So wird Gott, aber auch Jesus in iihnen als `Guter Hirte´ bezeichnet. In dieser Rolle des `Guten Hirten´ wird Jesus auch bereits in Bildern der frühen Christen dar-gestellt. Gerade in Schorndorf verweist die Stadtanlage auf die Symbolik des Sternes Arkturus mit die des Hirte. Die heutige Stadtkirche Schorndorf, deren Geschichte bis ins 12. Jhd, zurück reicht, wurde einst dem heiligen Basilides geweiht. Der Gedenktag des römischen Märtyrers ist inzwischen längst Geschichte und aus Calendarium Romanum General gestrichen. Bereits am Beginn des 14. Jhd`s wandelte sich das Gesicht der Kirche durch umfangreiche Neubaumaß-nahmen, so wie durch eine liturgische Neuausrichtung. Nach der Auflösung der Kirche am unteren Tor wurde der dortige Marienaltar in diese Kirche überführt, die fortan zu einem einträglichen Zentrum des Ablasshandels wurde. Auf Grund der Symbolik des Hirten war der Standort der Kirche geradezu ideal, denn sie liegt dort, wo beim Sternbild Bärenhüter der hellste Stern Arcturus liegt. Damit verweist er auch auf den seit der dem 8. Jhd. beliebten Marientitel Stella maris, der Meerstern. So beginnt auch, der wahrscheinlich von Venantius Fortunatus feschriebene  Hymnus mit der Anrufung: `Ave maris stella, Dei Mater alma…´ `Meerstern, sei gegrüßet,Gottes hohe Mutter,…´ Unter dieser Anrufung ist sie die Schutzpatronin der Seeleute und symbolisiert den rettenden Stern, der dem Nautiker einst auf hoher See die Richtung wies. Damit wurde der Navigatonsstern der Seefahrer zum idealen Sinnbild des Sternes der Maria, der auch Gläubigen den Weg zur Kirche zeigen sollte. Mit dieser Gestaltungsgrundlage, verweist der Plan von Schorndorf aber auch auf die enge Verknüpfung von Raumvorstellung und Religion im Mittelalter .

Boötes und Schorndorf; Arcturus/Lage der Marienkirche – Izar/Lage des Rathauses

Bilder: Kieser, Andreas: Schorndorf (Württemb.), Ansicht von Nordosten / Boötes und Schorndorf; Arcturus/Lage der Marienkirche – Izar/Lage des Rathauses /Simulation Stellarium- Wikipedia / Wappen der Stadt Schorndorf, gemeinfrei / Rekonstruktion eines neolithischen Ritzpflugs, ArcheoParc Schnals, Südtirol , Foto Wolfgang Sauber , CC BY-SA 3.0

Reutlingen und der ewige Wächter

Stich aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode

Hüter ist das altnordische Wort für einen Aufseher oder einen Wächter. Es er- scheint auch im Namen des Sternbildes Bärenhüter, dessen Stern Arktur der hellste Stern am Nordhimmel ist. Er ist mit Ausnahme der Antarktis, von allen Kontinenten aus zu sehen und dies machte den Stern auch zum Bestandteil zahlreicher Mythologien. Bedingt durch seine Eigenbewegung am Himmel, wurde er wohl ab dem 40. Jtsd. v. .Chr. zusammen mit benachbarten Sternen als Bild am Himmel erkannt. Gerade diese Rolle eines Zeitmarkers verhalf Arktur und dem Bärenhüter zu einer spirituellen Bedeutung . Dies wurde auch durch eine anthropomorphe Figur unterstützt, die Assoziationen zu einer menschlichen Gestalt ermöglichte. Diese spirituelle Bedeutung ist erkennbar an Grabanlagen auf Sardinien, oder auf Orkney, die in der Gestalt des Bärenhüters folgen.

Gigangtengrab bronzezeitlichen Bonnanaro-Kultur auf dem Monte de s’Ape,

Dass die Gestalt des Wächters selbst noch im Mittelalter eine Rolle gespielt haben musste, zeigen Städte, deren Gründung zur Zeit der Staufer entstanden. So ist ist auch im ursprünglichen Stadtplan Reutlingens die Symbolik jenes frühgeschicht- lichen Wächters und Hüters zu erkennen. Der Plan ist in einer Epoche entstanden, in der der Stauferkaiser Friedrich II. mit der Burg Castel del Monte das perfekte Abbild einer astonomisch-astrologische Berechnung erstellen ließ. Mit der Ausleg- ung der Stadtgrenzen, wie auch des Hautplatzes gemäß der Geometrie des Bären-hüters,  folgte der Plan wohl ähnlichen Intentionen, wie die der neolithschen Bau- meister und bietet damit auch ein Beispiel für enge Verbindung von Stadtgestalt und religiösen Vorstellungswelt. Die Spur zur Verwendung der Symbolik des Wächters und Hirten führt führt über den ursprünglichen Namen der Stadt, die 1276 noch civitate Ruotelingen bezeichnet wurde.

Reütlingen. Stich, Matthäus Merian

In ihm ist das althochdeutsche Wort ruote erkennbar. Dieses Wort hatte mehrere Bedeutungen, wie Zweig, Reis, Stab, Stange oder auch Züchtigungsrute. Vor dem Hintergrund eines Stabes könnte der Name auch als ein Ort der Zeitmessung interpretiert werden, der durch den Stab markiert wurde. Der Stab war in der Antike auch das Attribut des Bärenhüters, der im Orient auch den Namen Rinderhirte erhielt. Hier urde er zu jener antiken mythischen Gestalt, die im als Symbol des güt- igen und weisen Herrschers betrachtet wurde. Gleich mehrere griechische Sagen erklären die Versetzung der Gestalt als Siernbild an den Himmel. Eine Erzählung berichtet von der Beziehung der Getreidegöttin Demeter zum ersten Sämann Iason. Als ihr Bruder Zeus einst die vom Zeugungsakt verschmutzen Kleider der Demeter fand, erschlug er Iason mit einem Blitz. Wenig später gebar Demeter aber ihren Sohn Philomelos, der als junger Mann Pflug und Wagen erfand. Nach seinem Tod wurde er für diese Verdienste dann von Zeus an den Himmel versetzt. Der im Vorderen Orient entstandene Mythos des Wächters, Hirten und Kulturbringers wurde dort auc auf die Rolle des guten Herrschers übertragen. Auch das Christentum übernahm diese Symbolik des guten Hriten, der bis ins frühe Mittelalter durch Jesus verkörpert wurde.

Jesus als guter Hirte, Fresko 3.Jhd. Calixtus-Katakombe, Rom, Foto Waffles9761

Dabei führt diese Vorstellung des guten Hirten Bilder des Alten Testaments fort, denn bereits Abel, Abraham, Isaak und Jakob werden hier alle als Hirten geschild- ert. Seinen eigentlichen Bezug zu Jesus erhält das Bild des Hirten aber in den Gleichnisreden des Johannesevangeliums. Dort sagt er in einer Rede von sich: „Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11.14 EU) So zeichnete sich ein guter Hirte in der Antike auch dadurch aus, die Schafe erkennt und sie einzeln beim Namen rief. Im Gegensatz zum Lohnhüter war er bereit sich auch unter Einsatz seines Lebens sich für die Herde einzusetzen. In Reutlingen zeigt sich nun, ähnlich, wie in den neolith- ischen Grabanlagen eine Übereinstimmung von Stadtgrenzen und der Straßen- führung So markieren dessen Sterne die Grenzen der Mauer, wie auch den Straßenverlauf und die Lage des Hauptplatzes. Die Lage ist aber nicht zufällig gewählt, denn hier entspricht die Lage des Bärenhüters mit seiner ersten Sicht am Morgen von Mariä Lichtmess im 11. Jahrhundert, Der Beginn des Bauernjahres kann damit auch als symbolischer Neubeginn einer Stadt unter dem Schutz des Hirten verstanden werden.. Vor dem Hintergrund des biblischen Kontextes bietet das Bild des Hirten und der ruote, seinem Attribut, aber noch eine weitere Inter- pretationsmöglichkeit. In diesem Zusammenhang verweisen beide auch auf den ersten Hirten der Israeliten, König David und dessen Stammbaum. Damit kann die ruote von Reutlingen auch als ein weiterer Zweig seines Stammbaumes betrachtet werden, als den sich auch die Staufer zu jener Zeit sahen.

Reutlingen und der gute Hirte/Boötes, Sicht am Morgen von Mariä Lichtmess,

 

Bilder: Wikipedia/ Stich aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode, Johann Elert Bode – Vorstellung der Gestirne auf XXXIV Tafeln, gemeinfrei / Reütlingen. Stich, Matthäus Merian – http://www.digitalis.uni-koeln.de/Merians/merians / Jesus als guter Hirte, Fresko des 3. Jahrhunderts in der Calixtus-Katakombe, Rom, Foto Waffles9761

eigen / Gigangtengrab bronzezeitlichen Bonnanaro-Kultur auf dem Monte de s’Ape, Googlemap/stelllarium / Reutlingen und der gute Hirte/Boötes, Sicht am Morgen von Mariä Lichtmess, stellarium

New study debunks myth of Cahokia’s Native American lost civilization — Delving into History ® _ Periklis Deligiannis

Zitat

Republication from http://www.sciencedaily.com/ Ancient feces levels point to repopulation of iconic pre-Columbian metropolis Source: University of California – Berkeley A University of California, Berkeley, archaeologist has dug up ancient human feces, among other demographic clues, to challenge the narrative around the legendary demise of Cahokia, North America’s most iconic pre-Columbian metropolis. In its heyday in […]

über New study debunks myth of Cahokia’s Native American lost civilization — Delving into History ® _ Periklis Deligiannis

Der Große Hund von Hohenhundersingen

Burg Hohenhundersingen vom Tal, 2007, Foto RSchreg

Im Jahr 1100 wurde Hundirsingen erstmals in der Zwiefalten Chronik erwähnt. Zu dieser Zeit waren die Burg wie das im Tal liegende Dorf im Besitz der Edelfreien von Hunder-singen. Der Klang des Namen deutet auf eine Beziehung zum Hund hin, der sich heute auch im Wappen des Dorfes befindet. Doch Im gleichnamigen Dorf Hundersingen-Her-bertingen wird der Name auf die huntare zurückgeführt, jenen Hundertschaften, die fränk-ische Könige entlang den römischen Straßen zur Sicherung ihre Reiches stationierten. Obwohl der Turm mit seinen Buckelquadern und de frühen Entstehungzeit eine ähnlichen Deutung zulässt bietet hier die Lage der Burg, wie auch die Ausrichtung des burgplateaus noch eine ganz andere Erklärung an.

Ehemaliges Wappen der Ortschaft, von User:Enslin

Unschwer sind im ersten Teil des Namens Hundir, das Wort Hund, wie auch ein Teil des Namens Sirius, dem hellsten Stern aus dem Sternbild des Großen Hundes zu erkennen. Als Leitstern war er seit der Frühgeschichte ein wuchtiger Zeitmarkierer in der Landwirt-schaft und hatte für die Hundirsinger wohl eine ähnliche Funktion. Deren längliches Burgplateau war einst auf einen mittig liegenden Punkt der gegenüberliegenden Talein-buchtung ausgerichtet, wo zum Zeitpunkt der Burgenentstehung auch der Frühunt-ergang des Sirus am Morgen von Martini zu beobachten war. Damit markierte er das Ende des Bauernjahres und erfüllte so wieder seine Rolle eines Zeitmarkieres. Die hatte Sirius bereits bei den Ägyptern, wo er mit seinem Frühaufgang die kommende Nilflut ankündigte .

Ruine Hohenhundesingen Ausrichtung,

Doch zu dieser Zeit war der heutige Martinsritt oder die Martinsgans noch völlig unbekannt. Dieses institutionalisierte Brauchtum entwickelte sich erst im Rahmen der nationalen Identitätsfindung während des 19. Jahrhunderts. Im 12. Jahrhunderts war der Zeitraum bis Weihnachten noch durch die Glauben der durch Byzanz geprägten Kirche bestimmt. In dieser Zeit gab es eine 44 Tage dauernde Fastenzeit, ehe die Geburt Christi gefeiert wurde .Damit offenbart sich auch die mathematisch-symbolische Struktur die das Jahr gliederte. Mit der Quersumme 8 verweist die Zahl 44 auf das göttliche Geheimnis. So hat auch das Neue Testament als letzten Buchstabenwert die 800 und in der griechischen Fassung besteht der Name Jesus aus den folgenden Buchstab-enwerten: 10-8-200-70-400-200 = 888. Während in Ägypten Sirius mit der Göttin Isis identifiziert wurde, hatte er im Laufe des frühen Mittelalters längst eine andere Be- deutung erhalten. Unter der Bezeichnung Stella maris, der Meerstern wurde er zu dem Symbol der Jungfrau Maria. Der Name geht zurück auf ein heute kaum noch bekanntes Mariengebet, das im späten 9. Jahrhundert entstand. Der Verfasser, Venantius Honorius Clementianus Fortunatus war Dichter, Hagiograph und Bischof von Poitiers. In der Literaturgeschichte wird er auch als erster Dichter des Mittelalters bezeichnet Das Gebet, das in er katholischen Kirche zur Vesper während den Marienfesten gesungen wurde beginnt mit den Worten Ave maris stella „Sei gegrüßt, du Stern, der offenbart die Sonne.“ Und weiter: „Sei gegrüßt, Mutter des allerheiligsten Sternes.“ Und nochmals später: „Sei gegrüßt, Morgenstern der geistigen Sonne.“ Damit greift das Gebet die Rolle des Sternes als Navigationshilfe für die Hochseeschifffahrt im Mittelmeer auf, der damit den Schiffen den sicheren Weg zum Hafen wies. Auch der große Marientheologe des Mittelalters , der im 11.Jahrhundert Bernhard von Clairvaux griff dieses Bild auf der dazu schrieb; `Wie der Stern ohne Einbuße seiner selbst seinen Strahl aussendet, so hat sie als Jungfrau den Sohn geboren, ohne dass ihre Jungfräulichkeit gemindert wurde´. Die Ausrichtung auf den Mariensten verband der Burg auch inhaltlich mit dem Kloster Zwiefalten, dem die Hundersinger Burghern größere Schenkungen zukommen ließen. Auch diese Anlage wird von einer Kirche bestimmt, die mit dem Titel `Unserer Lieben Frau´der Maria geweiht ist.Diese Verbindung zu Maria sollte wohl auch dem zusätzlichen Schutz der Mauern dienen, denn die Hundersinger nahmen denn so der Große Hunde am Abend von Mariä Geburt zu sehen war deckt er sich auch mit der Geometrie der Burg Wie der gegenüberliegende Talrand ein idealer Horizont darstellt und den Untergang des Sirius zu beobachten so stellt auch der Bergsporn an er Schleife der Lauter eine auffällige Zeitmakierung dar. Markierte der Sonnunter-gangspunkt in der Achse des Bergspornes im 11. Jahrhundert noch den Sonnen-untergang an Drei König, so war des zu Zeit der Römer der Punkt, wo am 23. November, dem Beginn der jährlichen Brumalien zu Ehren des Gottes Dionysos/ Bacchus die Sonne unterging.

Dorf Hundersingen, eigen

Bilder:Burg Hohenhundersingen vom Tal, 2007, Foto RSchreg CC BY-SA 3.0 Ehemaliges Wappen der Ortschaft, von User:Enslin /http://www.ngw.nl Converted into PNG format by User:Enslin /Ruine Hohenhundesingen Ausrichtung, Opentopomap, stellarium, Eigen /Dorf Hundersingen, eigen

Between Heaven and Earth, Part II: — The Art of Seeing – Explore Works from Philadelphia’s Museum of Art and Rodin Museum

Zitat

The Medieval Mind & the Reemergence of Art & Architecture after the Fall of the Roman Empire in Western Europe ___________________________________________________________________________________________ “Religious leaders bore a deep distrust of the intellect and declared that the pursuit of knowledge, unless sanctified by a holy mission, was a pagan act and therefore vile. Medieval Christians, knowing the other […]

über Between Heaven and Earth, Part II: — The Art of Seeing – Explore Works from Philadelphia’s Museum of Art and Rodin Museum