Sonne über dem Hohenneuffen

Hallo ihr Lieben! ♥ Mein letztes Posting ist etwas länger her, da im Moment bei mir sehr viel los ist. Mein Schwesterchen hatte letztes Wochenende, wie schon erwähnt, ihre grandiose Hochzeitsfeier. Ich werde euch später ausführlich darüber berichten. Zudem sind eine andere Schwester von mir, mit ihrer Familie und meine Tante, von weit her gereist. Sie alle wollen verständlicherweise für […]

über Burg Hohenneuffen // und eine grandiose Aussicht — Frau Zuckerbrötchen

Der Hohentwiel

Als Ruinenfan muss man schon aufpassen, dass man beim Besuch des Hohentwiel nicht in eine Art Rausch verfällt. Die Festungsruine über Singen am Bodensee ist gigantisch groß und spektakulär angelegt. Über zwei riesige, verschachtelt gelegene Ebenen erstreckt sich die mit neun Hektar Fläche größte Festungsruine Deutschlands. Von der Unterburg aus erreicht man die weiter oben […]

über Festungsruine Hohentwiel am Bodensee — ruinenblog

Der Gott Arkonas

Der vierköpfige Svantovit, künstlerische Nachbildung am Kap Arkona

Laut den Überlieferungen besaß das aus Holz gefertigte Kultbild des Hauptgottes der Rügenslawen vier Gesichter. in einer Hand trug Svantevit ein Schwert und in der anderen ein Trinkhorn. Bis zur Christianisierung war er der oberste Gott aller Slawen und in seiner Bedeutung vergleichbar mit dem altnordischen Wotan. Mehrere archäologische Funde belegen, dass slawische Völker in ganz unterschiedlichen Regionen Svantevit-Heiligtümer besaßen. Dazu gehörten die Heiligtümer von Tarnopol und Kaminiec (Galizien). Doch das Hauptheiligtum Svantevitkultes befand sich einst auf der Insel Rügen und stand auf der Landspitze von Arkona. An die Priester dieses Heiligtums zahlten auch die festländischen Slawen ihre jährlichen Abgaben. Die wichtigsten Zeugnisse, in denen das Heiligtum von Arkona beschrieben wird, sind die Gesta Danorum des dänischen Priesters Saxo Grammaticus, die Chronica Slavorum Helmolds von Bosau, sowie die skandinavische Knytlingasaga. Saxo hatte nach der Eroberung der Burg von Arkona durch den dänischen König Waldemar und dessen Bischof und Heerführer Absalom Im Jahr 1168 die Ge- legenheit das Heiligtum zu besichtigen und beschrieb es eingehend.

Saxo GrammaticusPhantasievolle Darstellung des Saxo Grammaticus, Louis Moe 1898

`Im Tempel stand ein gewaltiges Götterbild, den menschlichen Körper an Größe weit übertreffend, wunderlich anzusehen durch seine vier Köpfe und ebenso viel Hälse. Zwei der Köpfe schienen nach der Brust und ebenso viele nach dem Rücken zu sehen. Im Übrigen schien von den vorderen wie von den hinteren der eine nach links, der andere nach rechts zu blicken. Die Bärte waren rasiert dargestellt, die Haare geschnitten, so daß es schien, der Fleiß des Künstlers hätte die Art der Rugianer in der Pflege der Haare nachgeahmt. In der Rechten hielt die Figur ein Trinkhorn, aus verschiedenen Metallen gebildet, das der Priester jährlich neu zu füllen gewohnt war, um aus der Beschaffenheit der Flüssigkeit die Ernte des kommenden Jahres zu weissagen. Der linke Arm bildete, in die Seite gestemmt, einen Bogen. Der Rock war so beschaffen, daß er an die Schenkel reichte, die aus verschiedenem Holz geformt und mit dem Kniegelenk verbunden waren, daß man den Ort der Verbindung nur bei genauem Hinsehen erkennen konnte. Die Füße berührten den Boden, ihre Basis war in der Erde verborgen. Nicht weit davon hingen Zaum und Sattel und andere Herrschaftszeichen der Gottheit; seine Bewunderungs-würdigkeit vermehrte ein Schwert von ungeheurer Größe, dessen Scheide und Griff, abgesehen von dem sehr schönen Treibwerk, das silberne Äußere auszeichnete.´

Svantowitstein in der Pfarrkirche Altenkirchen

Der Archäologe Zdenék Váňa deutet den Namen Svantovit als heiliger Herrscher, oder auch als der Sieger. Damit sieht der den Namen als eine Verbindnung der beiden Worte svet, heilig oder mächtig, und vit, das in zahlreichen slawischen Personennamen in der Bedeutung von Herr, Herrscher, oder Sieger vorkommt. Das charakteristische Merkmal der Statue, deren Vierköpfigkeit sieht er als Verweis auf den erhabenen Status Svantovits. Der Blick in alle vier Himmelsrichtungen deutet nicht nur die Macht über die Erde an, sondern auch dessen Macht über den gesamten Kosmos. Neben dem Schwert, das ihn auch als Kriegsgott ausweist, war das weiße Pferd sein Hauptattribut. Im Heiligtum stand es stets bereit zum Ausritt. Zuweilen soll es auch Nachts, obwohl es dort angebunden war, mit Schweiß bedeckt gewesen sein. Im Vergleich mit den europäischen Mythologien verweist auch hier das Pferd auch auf eine solare Bedeutung des Gottes hin. Der Name heiliger Herrscher führt zum Name des Ortes Arkona. Seinen Ursprung sieht der deutsche Slawist Heinrich Kunstmann im griechischen Wort Archon, was ebenfalls Herrscher bedeutet.

Arkona , Ausrichtung- Aufstieg Orion zur Wintersonnenwende im 9. Jahrhundert

Über die Ursprünge des Kultes gibt es ur wenige detaillierte Studien wie die des Slawisten Ignác Jan Hanuš. Hanuš veröffentlichte 1842 unter dem Titel `Die Wissenschaft des Slawischen Mythos´ eine umfangreiche Studie, in der er zahlreiche Parallelen zwischen der slawischen Mythologie und der in den Veden beschriebenen indischen Mythologie aufzeigte. Dort ist Prajapati der Herr der Geschöpfe, das erste aller Wesen. Prajapati schuf aus eigener Kraft unzählige Kinder, darunter auch Ushas, die Göttin der Morgenröte. Er ist das männliche Weltprinzip, das sich mit Vac, der Göttin der Sprache und dem weiblichen Prinzip, paart.

Prajapati

In seiner Rolle als erstes aller Wessen ist er auch der Schöpfergott des Kosmos und wird so auch Vishvakarman genannt. In der Vorstellungen der indischen Mytholgie zeigt sich Prajapati am Himmel in der Gestalt des Orion. Auch Svantovits Mythologische Gestalt gleicht den antiken Vorstellungen des mythischen Jägers und scheint auch im Svantovitstein von Altenkirchen durch. Am besten verkörperte er diese Vorstellungen bei seinem Aufstieg über den Osthorizont am Abend der Wintersonnenwende im 9. Jahrhundert. Auf diesen Punkt am Horizont zielte auch das Heiligtum.

Bilder: Wikipedia, Der vierköpfige Svantovit als künstlerische Nachbildung am Kap Arkona, Lapplaender / Phantasievolle Darstellung des Saxo Grammaticus, Louis Moe (1857–1945), 1898, Louis Moe / Svantowitstein in der Pfarrkirche Altenkirchen, Lebrac / Simulation, Stellarium

Die Esslinger und ihr Teufel

Stadttor Neckarhalde

Die Zeiten in denen der Schrecken regiert erleben wir wieder. Scheinbar zufällig beginnt auch heute der Schrecken den früher der Teufel verkörperte, wieder mit der gleichen Vorsilbe Te, und wird jetzt Terror genannt. Die Reise in die Vergangenheit führt nach Esslingen, dessen Bürger ungestraft, die Zwieblinger, genannt werden dürfen. Der Grund ist in einer alten Sage zu finden, die über den Besuch des Teufels in Esslingen berichtet. Dort soll vor langer Zeit der Teufel durch das Tor an der Neckarhalde in die Stadt gekommen sein. Auf seinem Weg durch die Stadt grüßte er jeden und freute sich, dass ihn keiner in seiner Verkleidung erkannte. Als er auf dem Marktplatz ankam, war dort gerade Wochenmarkt. Hier sprangen ihm die Esslinger Äpfel sofort ins Auge und er fragte eine Marktfrau. `Wollt Ihr einen hungrigen Fremden nicht einen versuchen lassen?´ Die Frau war geschmeichelt, doch sie war wachsam genug um den Teufel am Bocksbein zu erkennen, das unter seinem Mantel hervorragte. Auch durch dessen schwefliger Geruch gewarnt, griff sie zu einer List. Die Esslingerin gab sich freundlich und reichte dem Fremden eine Frucht aus ihrem Korb. Sofort biss der Teufel gierig hinein. Bereits nach dem ersten Biss schüttelte er sich und spuckte voll Abscheu die prächtige Zwiebel aus, die die listige Marktfrau ihm gereicht hatte. `Das sollen eure Äpfel sein!´, schrie er voller Zorn. Spott über euch Esslinger!´ `Künftig sollt ihr nicht mehr Esslinger heißen, sondern Zwieblinger!´ Kaum hatte der Teufel die Verwünschung ausgesprochen, war er wieder verschwunden.

Heiliger Dionysius , Notre Dame de Paris

Die Gründe für die Entstehung der Sage sind bis heute unklar und deshalb vermuten Historiker, dass die Geschichte als eine identitätsstiftende Sage während der Reichs-gründung 1871 erfunden wurde. Natürlich ließe sich die Teufelssage auch als Seitenhieb auf die frühe Entwicklung Esslingens verstehen, die ja ebenfalls mit einer teuflischen Legende verknüpft ist. Abt Fullrad aus dem berühmten Kloster St. Denis vermachte im 8. Jhd. der Stadt Reliquien des heiligen Vitalis und des heiligen Dionysius. Die Reliquen machten den Ort zum Ziel von Wallfahrten und führten dadurch zu einer ersten wirtschaftlichen Blüte der Stadt. Doch gerade im Schicksal des heiligen Dionysius wurde den Bürgern auch vorgeführt, welche Macht der Teufel hatte. Dionysius, vom Papst als Missionar nach Gallien gesandt und bekehrte in Paris viele zum christlichen Glauben. Dort war der Teufel war neidisch auf seinen Erfolg und verklagte ihn höchst persönlich beim römischen Präfekten. Der ließ ihn enthaupten, doch Dionysius marschierte mit dem Kopf unter dem Arm, von einem Engel geführt, noch bis zum Mons martyrium, dem heutigen Montmarte

Tobias Mayer Stadtplan Esslingen 1739

Doch das Tor an der Neckarhalde führt zu einer möglichen Erklärung des Sagenstoffes. Obwohl der Teufel im Mittelalter 28 Tore zum Eintritt in die Freie Reichstadt Esslingen zur Auswahl hatte, musste wohl gute Gründe gehabt haben, ausgerechnet dieses Tor an der Neckahalde zu wählen. Es wurde im 14. Jahrhundert errichtet, also in einer Zeit als die phantastische Ausmalung der Teufelsgestalt ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Das Tor wurde vor die Stadtmauer gesetzt, um am Neckarhang den Zugang nach Esslingen besser schützen zu können. Innerhalb der Ausgestaltung des mittelalterlichen Teufels-bildes spielte der gefallene Engel, der Antagonist Gottes. der das Böse verkörpert, eine immer wichtigere Rolle. Der als `Fürst der Welt´ bezeichnete Teufel´ repräsentierte die Verkörperung der Sünde, die die Kräfte des Menschen auf die Probe stellte und mit ganzer Kraft bekämpft werden musste. Da der Mensch als schwach galt, lebte er in ständiger Angst vom Teufel besiegt, sogar besessen zu werden um ihm dienen zu müssen. Selbst sehr gläubige Menschen waren von der Furcht beherrscht, den Schmeicheleien des Teufels zu verfallen um dann hre Seele für Gefälligkeiten einzutauschen. Parallel zu dieser mittelalterlichen Teufelsbild entwickelte sich auch eine regelrechte Geographie der Hölle, die in Kartenwerken aufzeigte, wo Sünder jeweils nach ihrer Schuld beurteilt und gemart- ert werden. Eine Fülle von Lagepläne und Grundrissen der Hölle wurden angefertigt, um die Menschen immer mehr an die Existenz der Hölle zu gewöhnen, die als Gegenpart zum Himmel diente. Aus diesem Grund wurden Teufelsabwehr und Austreibungen im Mittelalter zu florierenden Geschäftszweigen. Davon war der Schutz vor dem Teufel durch Zwiebeln sicher noch die preiswerteste Möglichkeit.

8. Höllenkreis im 18. Gesang der Göttlichen Komödie, Sandro Botticelli.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Schilderung der Sage zu sehen, wo der Teufel aus- gerechnet über das Tor an der Neckarhalde die Stadt betritt, denn am 1. August ist von hier aus der Sonnenuntergang über der westlichen Kante der Neckarhalde zu sehen. Es ist der Abend, der auf Grund einschlägiger Literatur im Mittelalter als einer der 4 Hexen-sabbate angesehen wurde. Doch wie oft in der Geschichte diente die Furcht vor dem Teufel auch ganz anderen Zielen, denn im 14. Jhd. gab es zahlreiche Abspaltungen von der Amtskirche. Alle Gruppen wurden verdächtigt teuflischen Ritualen zu huldigen. So wurden kirchliche Ab- spaltungen wie Bogomilen, Katharer oder Waldenser bezichtigt mit dem Teufel zu paktieren und dies erlaubte der Obrigkeit und der Kirche sie grausam foltern und töten zu lassen. Die Esslinger Teufelssage und der Name Zwieblinger, der heute für das Ziebelfest steht, erinnert also trotz der listigen Begleitumstände beim Besuch des Teufels in Esslingen, auch an eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte.

Neckarhaldentor, Hexensabbat

Bilder: http://stuttgartwege.blogspot.de/2013/05/stadttore-und-turme-in-esslingen.html, Stadttor Neckarhalde/ Tobias Mayer Stadtplan Esslingen 1739 / 8. Höllenkreises im 18. Gesang der Göttlichen Komödie durch Sandro Botticelli./ Simulation,sunearthtools